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Bad Oldesloe

Bürgermeister streicht städtische Zuschüsse zum Kindervogelschießen

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Vogelschießen in Bad Oldesloe. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Bürgermeister Lembke hat dem Oldesloer Kindervogelschießen den Zuschuss gestrichen. Bislang erhielt der Vogelschießerverein 5.000 Euro Unterstützung.

Still und leise hat Bürgermeister Jörg Lembke den Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro aus dem Haushaltsplan genommen. Der Verwaltungschef begründet die Entscheidung mit dem hohen Eigenkapital des Vereins: „Es ist so, dass ein gemeinnütziger Verein nicht zu viel auf dem Konto haben darf und in diesem Fall ist das Vereinsvermögen beträchtlich.“ Daher sehe er keinen Grund, das Kindervogelschießen im nächsten Jahr finanziell zu unterstützen. 

Der Zuschuss wurde laut Lembke nie durch die Lokalpolitik beschlossen. Das Geld soll aus dem Budget des Bürgermeisters stammen und daher ohne Zustimmung gestrichen werden können.

„Das sendet ein falsches Signal“

Sabine Prinz, Vorsitzende des Vogelschießervereins, hält das eigenmächtige Handeln des Bürgermeisters für unsensibel: „Das Ganze so autokratisch zu entscheiden, finde ich schlimm.“ Es sende das falsche Signal an die Ehrenamtlichen und die anderen Zuschussgeber. 

Neben Bad Oldesloe wird das Kindervogelschießen unter anderem auch vom Amt Bad Oldesloe Land und der Sparkasse Holstein finanziell unterstützt. 

Dass der Verein im Vergleich über hohe finanzielle Rücklagen verfügt, bestätigt Sabine Prinz. Doch das hat auch einen Grund. „Wir sparen immer etwas an, um auch das nächste Vogelschießen in jedem Fall noch ausrichten zu können“, sagt die Vereinsvorsitzende. Und ein Fest koste zwischen 45.000 und 50.000 Euro. 

Abgesehen von den festen Zuschüssen einiger Institutionen, finanziert der Verein das Kindervogelschießen durch Haustürsammlungen. „Generell sinkt die Spendenbereitschaft und auch die Bereitschaft der Eltern, für das Fest zu sammeln“, sagt Sabine Prinz. Es gebe daher keine konstanten Einnahmen. 

Wie wichtig der Zuschuss ist, hätte sie Bürgermeister Lembke gerne schon vor seiner Entscheidung erklärt. Diese Möglichkeit hatte Prinz nicht. Von der Streichung des Zuschusses erfuhr die Vereinsvorsitzende durch Zufall.

„Ich war einigermaßen entsetzt, als ich von der Begründung gehört habe“

Von 2011 auf 2012 wurde der „Zuschuss für das Kindervogelschießen“ von 3.000 auf 5.000 Euro erhöht, wie auch aus dem Haushalt hervorgeht. Das, so erinnert sich Sabine Prinz, mit Beschluss der Lokalpolitik.

Auch unter Ausschussmitgliedern sorgte Lembkes Aussage zunächst für Irritation, es habe nie einen Beschluss des Ausschusses über den Zuschuss gegeben. Das letzte Wort ist wohl noch nicht gesprochen.

Hildegard Pontow (CDU) reagiert mit Unverständnis über das Vorgehen des Bürgermeisters: „Ich war einigermaßen entsetzt, als ich von der Begründung gehört habe. Man hätte vorher zumindest mit Sabine Prinz sprechen können.“

Politik und Gesellschaft

Mercedes-Auszubildende: Sozialeinsatz in den Stormarner Werkstätten

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Der größte Teil der Auszubildenden von Mercedes Benz hat an Projekten im Sandkamp gearbeitet. Dort ist das Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Unter anderem ist eine Sitzecke entstanden.
Foto: Kuhlmann-Schultz/wfbm-ode/hfr

Bad Oldesloe – Mehr als 20 Auszubildende von Mercedes Benz aus Bremen engagierten sich jetzt im Rahmen ihres einwöchigen Entwicklungsworkshops in den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Zwei Tage lang arbeiteten die Frauen und Männer an insgesamt drei Projekten.

Am Standort in Elmenhorst bauten sie ein Carport, für das Bildungszentrum am Sandkamp in Bad Oldesloe planten und bauten sie eine Sitzgruppe und sanierten die Holzbalken der großen Terrasse.

Warum macht Mercedes Benz das? „Wir machen das, weil wir die jungen Menschen, die bei uns anfangen, in Verantwortung bringen wollen“, erklärt Ausbildungsmeister Paul Dick. „Wir wollen Begegnungen schaffen mit behinderten Menschen, mit Geflüchteten. Das machen wir, um Vorurteile abzubauen und Denkweisen zu durchbrechen. Ein gemeinsames gemeinnütziges Projekt soll die Gruppendynamik stärken und einen interkulturellen Austausch schaffen.“ Zur Mercedes-Gruppe gehören auch drei Flüchtlinge, die mit anpacken und an allen Angeboten teilnehmen.

Durch den Workshop – die jungen Leute werden zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet – solle unter anderem das Thema soziale Arbeit und soziale Dienste wertgeschätzt werden. „Für uns ist total wichtig teilzuhaben an dem, was um uns herum passiert. Wir bauen nicht nur Autos, sondern haben ein großes Interesse an all den Dingen, die um ums herum passieren“, unterstrich der Ausbildungsleiter. Und betonte, dass die Azubis auch für die Themen Rassismus und Fremdenhass sensibilisiert werden sollen.

In Elmenhorst – hier ist die Polsterei und der Büroservice der Stormarner Werkstätten untergebracht – haben die Auszubildenden ein Carport aufgebaut.
Foto: Kuhlmann-Schultz/hfr

Für die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe hat das Engagement von Mercedes Benz Bremen eine besondere Qualität. „Ich bin beeindruckt davon, dass Mercedes mit dieser Projektarbeit gerade zu Beginn der Ausbildung junger Leute deutlich macht, dass es immer auch um soziales Engagement anderen und insbesondere benachteiligten Menschen gegenüber geht“, erklärte Einrichtungsleiter Stephan Bruns. „Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, mit welcher Freude und welchem Elan die Auszubildenden ans Werk gegangen sind und die Projektideen umgesetzt haben. Dafür danke ich den jungen Leuten und ihren Ausbilderinnen und Ausbildern ganz herzlich!“

Auch der Leiter des Bildungszentrums am Sandkamp, Jan Domeier, zeigte sich beeindruckt von den Auszubildenden. „Das sind sehr engagierte junge Menschen, sehr motiviert. Sie in die Verantwortung gegangen. Sie haben vorrausschauend gearbeitet, waren sehr pflichtbewusst“, erklärte er. „Die Kollegen und Kolleginnen mit Handicap und die Mercedes-Auszubildenden hatten keine Berührungsängste. Es war von beiden Seiten eine wunderbare Neugierde da.“ Der Autobauer, so nimmt Domeier es wahr, investiere in seine Auszubildenden, „die nehmen das ernst“.

Für die jungen Leute aus Bremen war der Aufenthalt in Bad Oldesloe bereits der zweite Entwicklungsworkshop. Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung im September vergangenen Jahres gab es schon einen in Bad Zwischenahn. „Das hat schon eine hohe Qualität. Projektarbeit wird gefördert, in Teams zu arbeiten wird gefördert. Die jungen Leute müssen sich auseinandersetzen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Sozialkompetenzen werden gefördert, das ist klasse“, so Jan Domeier.

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Bad Oldesloe

Angst vor Amokläufen: TMS-Eltern fordern Alarmsystem

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Polizeieinsatz an der TMS in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe – Zum Schutz vor möglichen Amokläufen soll das Oldesloer Schulzentrum ein Alarmsystem bekommen.

Auslöser für die Planungen ist ein Amokalarm an der Theodor-Mommsen-Schule (TMS), der vor einigen Monaten einen Polizeieinsatz auslöste. Immer wieder kommt es auch an Stormarner Schulen zu Drohungen, die sich bisher aber immer als gegenstandslos herausstellten.

Dennoch vergrößert sich unter Eltern scheinbar die Sorge, dass es irgendwann doch zu einem Ernstfall kommen könnte. „Die Eltern wünschen ein Alarmsystem“, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak im städtischen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Das habe ein Treffen mit dem Schulelternbeirat der TMS ergeben.

„Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“

Am 4. Juli wird eine Firma der Stadtverwaltung zwei Alarmsysteme vorstellen. Umfang und Kosten sind noch nicht bekannt. „Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“ , sagte Sobczak. Der Sicherheitswunsch der Eltern wird auch bauliche Maßnahmen nach sich ziehen. In den Sommerferien sollen zunächst feste Türknäufe nachgerüstet werden, damit ein Amokläufer im Ernstfall nicht mehr ohne weiteres in die Klassenräume gelangen kann. Nach dem Schulzentrum mit Ida-Ehre-, Theodor-Mommesen- und Theodor-Storm-Schule könnten auch an anderen Schulen Vorkehrungen getroffen werden.

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Bad Oldesloe

Erle-Abenteuerspielplatz: Stadt soll sich mit Verein einigen

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Viel Besucher beim Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Oldesloer Abenteuerspielplatz Erle bekommt zunächst keine höhere Förderung. Stattdessen soll es einen Kompromiss geben. Das hat der städtische Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss beschlossen. Der Erle-Verein, der das naturnahe Betreuungsprojekt vor drei Jahren gründete, hatte eine Erhöhung der städtischen Förderung von 36.000 auf 88.000 Euro für hauptamtliche Betreuer beantragt.

Im nächsten Jahr läuft die Anschubfinanzierung durch den Projektförderer Holsteins Herz wie berichtet aus. Dadurch ist die Grundfinanzierung des Abenteuerspielplatz in Gefahr.

„Wir müssen einen Mittelweg finden“

„Wir wollen auf keinen Fall, dass das Engagement und die bereits investierten 100.000 Euro verloren gehen aber wir müssen einen Mittelweg finden“, sagte Hajo Krage (SPD).

Sollte die Stadt die Zuschüsse für den Erle-Verein aber mehr als verdoppeln, könnten sich andere Vereine benachteiligt fühlen. Auf SPD-Antrag einigte sich der Ausschuss darauf, dass Verein und Stadt gemeinsam eine Lösung suchen sollen, „die deutlich günstiger ist, als die beantragte Summe.“ Das Ergebnis wird nach den Sommerferien erneut im Ausschuss beraten.

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