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Kultur

Kleines Theater: Wird der preisgekrönte Kinochef vergrault ?

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Hans Peter Jansen mit seinen aktuellen fünf Auszeichnungen für das Programm in fünf seiner sieben Kinos.
Foto: SL

Bargteheide – Hans-Peter Jansen ist eigentlich ein Glücksfall für das Bargteheider Kino. Seit 2005 leitet er das “Cinema Paradiso” und regelmäßig gewinnt er mit seinem Programm Auszeichnungen. In diesem Jahr gab es Preise für fünf seiner sieben Kinos, darunter auch wieder sein Bargteheider Haus. Trotzdem denkt Jansen nun an Abschied im Sommer 2018, wenn sein aktueller Vertrag ausläuft. Der wäre noch zu verhindern, wenn man denn will. 

“Das Kleine Theater hat sich verändert. Es hat seine kulturelle Seele verloren. Kirsten Martensen von der Theaterschule, Manfred Kutsche vom Kulturverein und Hans Peter Jansen fürs Kino – das war 2005 das Team hier. Drei kulturelle Seelen, die das liebten, was sie taten. Jetzt bin ich der letzte, der noch übrig ist”, sagt Jansen über die Situation. Martensen verstarb 2013, Kutsche und der Kulturring verließen das Kleine Theater 2017, mittlerweile ist der Kulturring nach 50 Jahren sogar insolvent. Für Jansen trotz der Meinungsverschiedenheiten, die er durchaus mit Kutsche gehabt habe, ein Trauerspiel.

“Wir haben uns alle drei auch gestritten. Wir konnten alle drei total unangenehm sein, manche würden sagen egoistisch – aber das liegt nur daran, dass Martensen, Kutsche und Jansen ihre Projekte lieben, die Kultur lieben – das habe ich immer respektiert und wir haben immer einen Konsens gefunden, denn unser Ziel war gleich: gute Kultur für Bargteheide”, führt der Kinochef aus. 

Seitdem der neue Trägerverein die Rolle der Verwalter, aber auch eines Teils der Kulturveranstaltungen übernommen hat, sei “eigentlich alles nur schlechter” geworden.  “Es ist gut, dass es Verwalter gibt, Menschen die sich mit Finanzen und so auskennen. Aber sie können nicht auch Kultur machen. Dem Theater- und Kulturbereich fehlt es an Menschen mit Charisma. Es fehlen Alphatiere, die kein Namensschild brauchen, auf dem ´Vorstand´steht,  weil man auch so weiß, wer sie sind”, erklärt Jansen. 

Zum Teil gingen Stadt und Trägerverein die ganze Sache nun auch falsch an. “Aber ohne gute kulturelle Inhalte ist auch ein renoviertes Haus nicht mehr sexy. Man kann in einem runtergekommenen Haus ein sexy Programm machen, aber umgekehrt garantiert ein renoviertes Haus keinen guten Inhalt. Das müssen Leute machen, die es leben. Daher muss der Kulturring sofort wieder zurückkommen ins Haus. Gespräche sollten aufgenommen werden. 30 Jahre ist man mit Herrn Kutsche klargekommen, wenn das jetzt nicht mehr geht, liegt das Problem vielleicht nicht bei ihm, sondern auf der anderen Seite. Dann muss man von der Seite auf ihn zugehen”, so Jansen. Die Bürgermeisterin und die Stadtverwaltungen dürften das Thema nicht einfach aussitzen wollen. “Auch wenn sie darin ja besonders gut sind.”

Er selbst beklagt sich, dass Zusagen nicht eingehalten werden. Er habe 25 000 Euro Einbußen, weil er den Saal wegen der zu starken Nutzung durch den Trägerverein nicht wie versprochen für das Kino nutzen konnte. “Das ist Vertragsbruch, nichts weiter”, schimpft er. Dass der stark subventionierte Trägerverein nicht in der Lage sei, Verträge einzuhalten, sei erstaunlich. 

“Ich gehe natürlich davon aus, dass mir die 25 000 Euro erstattet werden”, so Jansen. Außerdem müssten die Bargteheider aufwachen. “Meine anderen sechs Kinos haben steigende Zuschauerzahlen, hier ist ein Rückgang 2016 um 25 Prozent zu verzeichnen, 2017 dann jetzt nochmal bisher 23 %”, sagt Jansen. Davor dürfe man nicht die Augen verschließen. “Der Kulturtempel, für den sich die Stadtverwaltung ja gerne selbst auf die Schultern klopft, lebte von seinen kulturellen Seelen und kreativen Köpfen. Von denen bin nur noch ich hier”, so Jansen. 

Daher benötige es dringend die Rückkehr des Kulturrings oder einen anderen Verein, der das Programm mit Leben füllt. “Was da ansonsten gebucht wird, ist die große Langweile. Niemand braucht jedes Jahr Scheibner, La Le Lu und immer dieselbe Leier. Da muss jemand ran, der sich damit beschäftigt, der die Sache lebt und liebt”. 

Damit er in Bargteheide bleibe, gebe es klare Forderungen. “Ansonsten hat das Kleine Theater sowieso keine Zukunft mehr. Ich bin der letzte kreative Kulturschaffende, der hier im Haus aktiv ist”, sagt er. “Ich will niemanden persönlich angreifen oder beleidigen. Es geht hier um die Sache und das Haus, das mir wichtig ist. Ich habe hier viel Geld und Kraft investiert. Finanziell habe ich selbst in ein kommunales Gebäude 100 000 Euro gesteckt”, erklärt er. 

Jansens Forderungen für einen Verbleib im “Kleinen Theater”:  

  1. Erstattung der 25 000 Euro Verlust durch die Stadt oder den Trägerverein 
  2. Sofortige Gespräche über eine Rückkehr des Kulturrings. Kehrt dieser nicht zurück, muss ein ähnlicher Verein mit charismatischer, kulturverrückter Leitung für den Kulturbereich im Haus gefunden werden. 
  3. 100% Zusage für die Theaterschule , dass sie für immer im Haus bleiben darf. Dazu Subventionen für die Theaterschule in der Höhe, wie sie der Trägerverein erhält. 
  4. Sofortige Einhaltung aller Verträge. 

 

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National

“Hilfdeinemkino”: Kinos einfach helfen in der Coronakrise

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Leeres Kino Symbolfoto:Nexus7/Shutterstock

Bad Oldesloe – Auch die Kinos müssen nun schon seit einer Weile und noch mindestens bis zum 19. April ihre Türen geschlossen halten, um die Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

Über die Homepage www.hilfdeinemkino.de gibt es jetzt eine einfach Möglichkeit Kinos zu unterstützen. Man klickt auf die Karte, sucht sich sein lokales Lieblingskino aus und kann dann Clips sehen, die eigentlich vor dem Film gelaufen wären.

Die Macher des Kinovermarkters “Weischer Cinema” versprechen, dass die generierten Einnahmen an die jeweiligen Kinos ausgeschüttet werden.

Wer gar keine Clips sehen möchte, kann auch direkt den Spendenbutton beim jeweiligen Kino drücken und direkt und unkompliziert Geld spenden.

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Bad Oldesloe

Vorerst keine „Neue Heimat Oldesloe“: Badomat verschiebt Theaterstück

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Bad Oldesloe – „Bad Oldesloe macht Theater“ (Badomat) wird den im Mai geplanten Premierentermin für das neue Stück „Neue Heimat Oldesloe – Vom Carepaket zum Petticoat“ wegen der Corona-Krise nicht einhalten können.

Proben sind während der Corona-Pandemie nicht mehr möglich

„Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitglieder und Zuschauer steht für uns an erster Stelle. Aufgrund der fortschreitenden Ausbreitung des Coronavirus befolgen wir selbstverständlich die behördlichen Empfehlungen und haben die Proben und Back-Stage-Vorbereitungen für unsere aktuelle Produktion vorläufig eingestellt“, sagt Sabrina Ward von Badomat.

Dadurch werden auch die Aufführungstermine vom 22. bis 31. Mai 2020 nicht zu halten sein.

„Durch die mittelfristige Planungsunsicherheit angesichts der augenblicklich noch sehr unkalkulierbaren Situation ist es momentan schwierig, verbindliche Ersatztermine ins Auge zu fassen“, so Ward.

Der Verein sei jedoch bemüht, in dieser Frage in enger Abstimmung mit allen Beteiligten so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen und über die Presse die neuen Termine zu benennen.

Der Ticketverkauf bei den bekannten VVK-Stellen wurde ebenfalls bis auf Weiteres auf Eis gelegt.

Bereits erworbene Tickets behalten ihre Gültigkeit. „Bis der Ersatztermin feststeht, bitten wir von übereilten Rückgaben abzusehen. Ein späteres Rückgaberecht bleibt natürlich erhalten“, sagt Sabrina Ward.

Bad Oldesloe macht Theater ist ein Projekttheater-Verein für alle und mit allen aus Bad Oldesloe und Umgebung: „So stehen wir auch in dieser Ausnahmesituation Seite an Seite mit unseren Mitgliedern sowie unserer Stadt und hoffen auf Gesundheit und Kraft für unsere Mitmenschen weltweit.“

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Kultur

Bargteheider Bibliothek bietet Mitbürgern kostenlosen Zugang zu Digitalangeboten

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Online gut vernetzt Symbolfoto: Vera Petrunina / Shutterstock

Bargteheide – Das Leben, der gesamte Alltag ändert sich in diesen Wochen gerade grundlegend.

Die Stadtbibliothek Bargteheide möchte dazu beitragen, die Situation für alle Menschen erträglicher zu machen. Ein freier Zugang zu Bildung, Information und Literatur ist gerade jetzt umso wichtiger.

“Ab sofort ermöglichen wir deshalb bis zum 30. April 2020 allen Menschen in Bargteheide und im Gebiet des Amtes Bargteheide-Land einen kostenfreien Zugang zu unseren digitalen Angeboten”, so das Team der Stadtbibliothek Bargteheide.

Anmelden können sich alle, die noch keinen Leseausweis der Stadtbibliothek Bargteheide besitzen:
o Erwachsene ab 16 Jahre.
o Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre. Die schriftliche Einwilligung der Eltern muss nicht vorliegen.

Bitte teilen Sie telefonisch oder per E-Mail folgende Daten mit:

o Nachname
o Vorname
o Geschlecht (w/m/d)
o Geburtsdatum
o Straße, Hausnummer, PLZ und Ort
o E-Mail-Adresse (falls vorhanden) und Telefonnummer

Die Stadtbibliothek erstellt anschließend ein Lese-Konto und sendet per E-Mail die Zugangsdaten: Ausweisnummer und Passwort. “Sollte keine E-Mail-Adresse vorhanden sein, übermitteln wir Ihnen die Daten telefonisch”, erklärt die Stadtbibliothek.

Die Onleihe zwischen den Meeren bietet ein vielfältiges digitales Medienangebot. Darunter: eBooks (z.B. Kinder- und Jugendromane, Sachliteratur usw.), eAudio, eMusic, eMagazine, ePaper, eVideo und eLearning.

Da Ausleihen und Vormerkungen nur in der Onleihe möglich sind, entstehen keine Säumnis-, Mahn-, oder Vormerkgebühren.

Über Munzinger Online haben alle Nutze Zugriff auf die Datenbanken Personen – Länder – Chronik.

Vor allem für Schüler*innen ist das gesamte DUDEN Basiswissen-Schule interessant und das DUDEN Sprachwissen.

“Wir sind weiterhin für Sie da! Telefonisch und per Mail beantworten wir Ihnen gerne Ihre Fragen und informieren Sie über Facebook und auf unserer Website über Neuigkeiten. Leihverkehrsbestellungen sind bis auf Weiteres leider nicht möglich”, so das Team der Bargteheider Stadtbibliothek.

“Für viele Kinder, die im Moment leider nicht zu uns kommen können, bereiten wir Kamishibai-Lesungen vor. Diese werden über unsere Website abrufbar sein”, so die Stadtbibliothek.

“Wir werden weitere kreative Lösungen finden, um auch in den nächsten Wochen miteinander in Verbindung zu bleiben. Kommen Sie gut durch diese Zeit”

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