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Bad Oldesloe

Erhöhung der Vergnügungssteuer: Erster Oldesloer Spielhalle droht das Aus

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Ralf Löhr ist seit 32 Jahren Inhaber von Spielhalle und Billard-Café “Play Off” in der Bahnhofstraße. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Mit einer Erhöhung der Vergnügungssteuer will Bad Oldesloe die Einnahmen erhöhen. Es geht um rund 60.000 Euro im Jahr. Doch diese Rechnung geht nicht auf, wenn Spielhallen schließen müssen. Dieser Fall könnte tatsächlich eintreten.

Mittags sitzen nur wenige Spieler an den Automaten im Play Off in der Bahnhofstraße. Mehr wird des erst in den Abendstunden. Es ist eine der kleineren Spielhallen in der Kreisstadt. Für viele Menschen ist das Etablissement einer der wenigen verbliebenen Treffpunkte in der Kreisstadt. Hier wird nicht nur gedaddelt, sondern auch Billard oder Dart gespielt. Im nächsten Jahr könnte die Spielhalle schließen. “Erdrosselt von der Vergnügungssteher”, wie Inhaber Ralf Löhr sagt. Der Oldesloer weiß um das Image von Spielhallen: “Viele halten uns für Gangster, wir sind ein rotes Tuch.” Doch als Spielhölle sieht der 59-Jährige seinen Laden nicht.

In Spielhallen müssen Mitarbeiter speziell geschult sein und – wenn ihnen notorische Spieler auffallen – über Hilfsangebote informieren. Die Automaten-Limits sind auf 80 Euro, ab 2018 auf 60 Euro begrenzt. “Wenn es uns nicht mehr gibt, zocken die Leute halt in Hinterzimmern oder online. Da gibt es keine Regeln und Limits.”

“Niemand hat gefragt, wie sich die Steuer auswirkt”

Eine Gelddruckmaschine ist seine Spielothek nicht. Strenge Vorschriften, Mitarbeiterschulungen, Instandhaltungs- und Leasingkosten für die Geräte – alles kostet Geld. Allein die Stromrechnung ist enorm für die zwölf Spielautomaten. Der Energieverbrauch liegt bei 60.000 Kilowattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wert eines Vier-Personen-Haushalts liegt bei jährlich 4.000 Kilowattstunden. Ab 2018 soll der Unternehmer 20 statt bisher 16 Prozent Vergnügungssteuer bezahlen. 20 Cent pro Euro, der in die Spielautomaten gesteckt wird. Von den verliebenen 80 Cent werden dann noch 19 Prozent Umsatzsteuer abgezogen.

Von der Erhöhung hat Ralf Löhr erst gehört, als es zu spät war. “Niemand kam vorher zu mir oder anderen Spielhallenbetreibern und hat sich mal erkundigt, wie sich die Steuererhöhung auswirkt”, ärgert sich der Oldesloer. Es gehe hier um Existenzen – sowohl um seine als auch die seiner Angestellten. “Ich beschäftige hier vier feste Mitarbeiterinnen und gut geschulte Mitarbeiterinnen, keine einfachen Aushilfen”, sagt Löhr. Ihm gehe das alles sehr nahe: “Die finden mit ihren 55 bis 61 Jahren doch keinen neuen Job mehr.”

Vergnügungssteuer in den Gemeinden unterschiedlich

Die Erhöhung der Vergnügungssteuer wurde im Juni einstimmig von den Stadtverordneten beschlossen. Mit dem neuen Steuersatz ist die Kreisstadt einsamer Spitzenreiter im Kreis Stormarn. Die Abgabe ist von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich. In Bargteheide etwa, 15 Kilometer von Bad Oldesloe entfernt, müssen Spielhallenbetreiber nur neun Prozent von den Nettoeinnahmen an die Stadtkasse abführen.

In Bad Oldesloe gibt es insgesamt 115 Spielautomaten. Stadtkämmerin Mandy Treetzen rechnet mit Mehreinnahmen in Höhe von 60.000 Euro. Doch sollte das Play Off die Steuererhöhung nicht überleben, fallen bei zwölf Geräten Vergnügungssteuern von rund 35.000 Euro weg. Hinzu kommen Gewerbesteuereinnahmen im mittleren fünfstelligen Bereich. Unterm Strich ein Minus für die Stadtkasse.

“Es rechnet sich nicht mehr und wird uns erdrosseln”

Ralf Löhr ist seit 38 Jahren Unternehmer in Bad Oldesloe, betrieb erst eine Diskothek und eröffnete vor 32 Jahren das Play Off. Die Spielhalle mit angrenzender Billard-Bar ist einer der wenigen verbliebenen Treffpunkte in der Stadt. Eine Kneipe nach der anderen musste schließen, zuletzt die Kneipe “Zur Mühle” in der Fußgängerzone.

Löhr ist ratlos. Soll er Klage einreichen? Doch damit sei ja auch niemandem geholfen, sagt er: “So ein Verfahren zieht sich über Jahre, das übersteht der Laden wohl nicht.”

Seine Hoffnung bleibt, dass sich die Lokalpolitik erneut mit der Vergnügungssteuer beschäftigen wird: “Ich habe immer meine Steuern bezahlt, aber das ist einfach zu viel. Es rechnet sich nicht mehr und wird uns erdrosseln.”

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Betrunkene Autofahrerin (39) verursacht mehrere Unfälle

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Bad Oldesloe – Am 9. Oktober konnten die Beamten des Polizeiautobahn- und Bezirksrevieres Bad Oldesloe eine Trunkenheitsfahrt beenden und zwei Verkehrsunfallfluchten aufklären.

Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Nach derzeitigem Kenntnisstand befuhr eine 39-jährige Skoda- Fahrerin aus dem Kreis Stormarn die BAB 1 aus Hamburg kommend in Richtung Lübeck auf dem linken Fahrstreifen.

Kurz hinter der Anschlussstelle Ahrensburg wechselte die Fahrerin auf den mittleren Fahrstreifen und kollidierte mit einem dort fahrenden VW Golf eines 23-jährigen Mannes aus Eutin. Die 39- Jährige setzte ihr Fahrt fort, ohne sich um den Unfall zu kümmern. Der Golf-Fahrer blieb unverletzt.

Anschließend kollidierte der Skoda zwischen den Anschlussstellen Bargteheide und Bad Oldesloe mit der rechten Leitplanke, auch danach setzte die Fahrerin ihre Fahrt unvermittelt fort.

Die Beamten konnten das in Schlangenlinien fahrende Fahrzeug auf dem Parkplatz Melmshöhe anhalten und kontrollieren.

Die 39-jährige Fahrerin war orientierungslos und stark alkoholisiert. Einen Atemalkoholtest lehnte sie ab. Die Blutprobenentnahme wurde angeordnet und die Weiterfahrt untersagt. Der Sachschaden wird auf 6.000 Euro geschätzt.

Die Skoda- Fahrerin wird sich wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung, des Verdachts der Trunkenheit sowie des Verdachts der Verkehrsunfallflucht verantworten müssen.

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Bad Oldesloe

Vortrag über Realismus-Maler Harald Duve in Bad Oldesloe

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Bad Oldesloe – Unter dem Titel „Kunst in Stormarn – ein kurzer Rückblick auf die letzten 150 Jahre“ stellt der ehemalige Kulturreferent des Kreises, Dr. Johannes Spallek, in den Jahrbüchern für den Kreis Stormarn Künstlerinnen und Künstler aus Stormarn vor, um aufzuzeigen, dass es in Stormarn ein interessantes Erbe der Bildenden Kunst gibt.

Harald Duwe: Ohne Titel (Stormarner Dorf), Foto: Johannes Spallek

“Durch meine gezielten Studien und gründlichen Recherchen konnte ich viel Neues entdecken”, sagt Spallek, “und bisher unbekannte oder kaum bekannte Kunstwerke erstmals beschreiben, wie z. B. das Leben und das künstlerische Werk von Karl Ballmer oder die Gemälde und zahlreichen „Kunst-am-Bau-Werke“ von Harald Duwe, die er in Stormarn realisierte.”

Der Heimatbund Stormarn (HBS) freut sich sehr, dass Johannes Spallek in einem ausführlichen Kunstvortrag neben diesen auch weitere bedeutende Stormarner Künstler besonders vorstellen wird.

„Bei meinen Studien geht es auch um die Frage nach dem Umgang mit dem kulturellen Erbe der Bildenden Kunst in Stomarn. Wo und wie kompetent wird sich um die Bildende Kunst, um Rezeption und den fachlichen Erhalt gesorgt?“ Eine hochaktuelle Frage! Wirdürfen sehr gespannt sein!

Der Vortrag findet im Kreisarchiv Sormarn, Bad Oldesloe, Mommsenstraße 14, statt und beginnt um 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Begrenzte Teilnehmerzahl, es gilt die 3G-Regel.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe in alten Bildern: Der 13. Band kann jetzt bestellt werden

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Bad Oldesloe – Wie weit das Jahr bereits fortgeschritten ist erkennen treue Leserinnen und Leser der Bücher „Bad Oldesloe in alten Bildern“, jedes Jahr zur Weihnachtszeit kommt seit vielen Jahren ein neuer Band der beliebten Buchreihe auf den Markt.

Hochwasser in der Besttorstraße Mitte der 1950iger Jahre. Über dem Geschäft vom Lederhaus Schulz erkennt man das Werbeschild mit der Aufschrift „Offenbacher Lederware“. Otto Schultz steht derweil vor seinem Geschäft, direkt unter dem Werbeschild, und blickt nach links.

Daran ändert sich auch dieses Jahr nichts. „Wir haben wieder richtig viel Material von den Oldesloern bekommen“, berichtet Verleger Nico v. Hausen. Das es den 13. Band geben wird, daran gab es im Frühjahr bereits keinen Zweifel mehr. „Den Lockdown im Frühjahr musste man ja zwangsläufig viel in den eigenen vier Wänden verbringen. Das haben einige Menschen wohl auch zum Durchstöbern alter Bilder genutzt und uns angesprochen. Da waren wieder einige Bilderschätze dabei. Spätestens da wussten wir das es einen neuen Band geben wird“, so von Hausen.

Der Verlag kann sich auf eine treue Leserschaft verlassen, wobei auch immer wieder „Neulinge“ dazukommen. Das hat der Verlag gerade im letzten Jahr gemerkt. Viele haben in der Pandemie das Lesen wieder für sich entdeckt.

Die Vogelschießerumzugsspitze geht hier 1966 den Berliner Ring hinauf zur Kreuzung. Im Hintergrund hat man noch freie Sicht auf das Kinderheim – die Hochhäuser am Berliner Ring stehen noch nicht.

Der Verlag von Hausen gibt in diesem Jahr sogar vorab mehr über den Inhalt preis als in den letzten Jahren.

So wird das Lederhaus Schulz, welches 1989 für immer seine Türen schloss, beleuchtet. Dank Sybille Fischbach, geb. Schulz, dürfen sich die Leser nicht nur über Bilder vom Hause Schulz sondern auch über einige historische Oldesloer Aufnahmen freuen.

Die Geschichte der Königin-Luise-Schule ist auch vertreten. „Wir haben von Hansjochen Beth, der 1959 aus der Schule entlassen wurde, ältere Bilder von seiner Klasse und von Klassentreffen bekommen. So kann man getrost von einer Klasse im Wandel der Zeit sprechen. Das lockert die Geschichte noch ein bischen auf“, freut sich Verleger von Hausen.

Auch der Oldesloer Friedhof der ev. Kirchengemeinde kommt im 13. Band mit vielen historischen Aufnahmen vor. Desweiteren hält der Verlag von Hausen einige Bildern aus Mitte der 1980iger Jahre für seine Leser bereit. „Die Schranken in der Ratzeburger Straße, Blick auf den mit Parkstreifen versehenen Marktplatz oder auch ein Blick in die Mühlenstraße mit Kaufhaus Nickel sind nur einige Beispiele“, so von Hausen jun., der zusammen mit seinem Vater Claus im Augenblick die letzten Bilder durchgeht. Dazu kommt auch noch ein Musikfest im Travestadion, Schnee in der Hindenburgstraße 1969, die Tunneleröffnung in der Ratzeburger Straße und andere interessante Themen. Denn alles möchte der Verlag dann doch nicht verraten.

Kein Geheimnis ist auch in diesem Jahr wieder die Vorbestellphase, in der Vorbesteller des neuen Buches wieder fünf Euro sparen können. Statt regulär 19,80 € kostet es für Vorbesteller 14,80 €. „Fünf Euro gespart, aber vorallem ist man auf der sicheren Seite ein Exemplar zu bekommen“, so Nico v. Hausen.

Vorbestellen kann man „Bad Oldesloe in alten Bildern 13“ direkt beim Verlag von Hausen unter 0 45 31 / 18 10 58, bei der Buchhandlung Willfang, bei Pareibo und beim Buchservice Rehme bis zum 31. Oktober 2021.

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