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Der Kreis

Bundestagswahl: Sozialdemokraten Wagner und Stegner besuchen Stormarnlive

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Stormarnlive-Redaktionsleiter Finn Fischer (r.) im Gespräch mit Alexander Wagner und Ralf Stegner von der SPD
Foto: SL

Bad Oldesloe – Tausende Haushalte besuchte SPD-Bundestagskandidat Alexander Wagner in den letzten Wochen im Wahlkeis, zu dem auch ein Teil Stormarns gehört. Auch an der Stormarnlive – Redaktion klopfte der junge Politiker an, der in den Bundestag einziehen will. Nach kurzer Beratschlagung entschlossen wir uns, uns gerne mit ihm auf ein Gespräch hinzusetzen. Im Schlepptau hatte er seinen sozialdemokratischen Kollegen Ralf Stegner. Auch mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD sprachen wir bei Wasser , Tee und Kaffee über einige Themen. 

Welche Themenbereiche unterscheiden sich im Wahlkampf in Stormarn inhaltlich vom Bundeswahlkampf allgemein ? Haben Sie andere Themen als Martin Schulz? 

Wagner: „Ich würde nicht davon reden, dass ich mich da unterscheide, sondern dass man natürlich in seinem Wahlkreis Themen hat aus dem SPD-Programm, die hier besonders wichtig sind. Hier im Hamburger Rand ist das zum Beispiel bezahlbarer Wohnraum. Stormarn ist einer der wirtschaftlich stärksten Kreise in Deutschland. Es ist wichtig, dass diese Wirtschaftskraft in Zukunft erhalten bleibt, aber ebenso , dass die Menschen, die in Stormarn arbeiten auch einen guten Arbeitslohn bekommen. Das ist vielen Menschen hier sehr wichtig: unbefristete Arbeitsverträge, gute Rente, genug Geld, um die Familie zu ernähren.“

Alexander Wagner im Gespräch

Was sagt man Ihnen bei den Hausbesuchen? 

Wagner: Ich möchte ja wissen, was ich anpacken soll. In städtischen Bereiche sind Mieten ein wichtiges Thema. In Bad Oldesloe waren es in einer Straße dann vor allem Kosten für Kitas oder Ganztagsschulen, die die Menschen sehr beschäftigten. Manche Mütter bleiben zuhause, weil sie es sich nicht anders leisten können. Der Bereich Rente kommt bei den „Mittelalten“ in Stormarn immer wieder vor. Da merkt man, dass sich  die 30 bis 50 Jährigen Gedanken über die Zukunft der Rente machen.

Herr Stegner , haben Sie schon Hausbesuche gemacht?

Stegner: Ja, klar. Hier in Stormarn, aber  allerdings auch bundesweit. Und die Themen, die Herr Wagner hier antrifft, die gibt es tatsächlich dann auch überall. Was verdiene ich? Welche Rente bekommen ich? Was bleibt übrig, wenn ich mal alt bin?  Hohe Kitakosten und Bildungsfragen kommen oft als Themen auf. Es sind oft Menschen, denen es nicht unbedingt schlecht geht, die sich aber schon bemühen müssen über die Runden zu kommen und sich ärgern, dass andere scheinbar nicht wissen wohin mit ihrem ganzen Geld.  Menschen wollen gerne manchmal auch einfach erzählen, was in ihrem Leben nicht so gut läuft. Gesundheit ist da ein wichtiges Thema.  Die Menschen schauen sich außerdem  die Welt an und sehen Erdogan, Trump und Co. Sie sind beunruhigt. Daher überzeugt oft auch unsere Friedenspolitik. Denn es ist nicht die Lösung Millionen in Rüstung zu investieren, sondern in Bildung und Familien zum Beispiel. Das macht uns ja aus und das ist auch ein Punkt, den ich gerne herausstelle.Da grenzen wir uns klar von der CDU ab. .“

Wagner: „Es finde viele gut, mit einem Kandidaten ganz persönlich ins Gespräch zu kommen. Manche sind überrascht, wenn der Kandidat vor der Tür steht und auch noch fragt, was die Menschen wollen. Ich gehe ja nicht hin und sage: ich bin der Kandidat, wählen Sie mich, sondern möchte hören, was die Menschen bewegt.“.

Was sind denn konkret Ihre Ansätze für eine Verbesserung der Lage auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt?

Wagner: „Der Mindestlohn kann nur wirklich das  Mindeste sein. Starke Tarifverträge sind wichtig und dafür Hand in Hand mit den Gewerkschaften zu kämpfen.  Frauen sollte man das das Recht zusichern, nach einer gewissen Zeit Vollzeit in ihren Job zurückkehren zu können. Frauen arbeiten oft in Teilzeit, erziehen die Kinder oder pflegen Angehörige und kehren aber danach nicht Vollzeit in ihren Job zurück. In Stormarn sind 80% der Personen, die in Teilzeit arbeiten, Frauen. Auch Zeit- und Leiharbeit ist so ein Thema. Es kann doch nicht sein, dass Firmen das so massiv ausnutzen, dass die halbe Belegschaft aus Zeit- und Leiharbeitern besteht. Menschen erledigen dieselben Aufgaben, stehen oder sitzen nebeneinander und verdienen nicht gleich. Es kann doch auch nicht sein, dass junge Menschen sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag handeln, nach dem Studium oft sogar von unbezahltem Praktikum zu unbezahltem Praktikum. Das hat auch was mit Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu tun, dass das so nicht weitergeht. So kann man doch keine Familie  oder eine Karriere aufbauen.“

Ralf Stegner im Gespräch

Ist das bedingungslose Grundeinkommen für Sie eine Lösung? 

Wagner: „Die Diskussion ist da. Aber für mich gilt der Grundsatz, dass Menschen etwas mit ihrer Arbeit  zur Gesellschaft beitragen wollen. Das bedingungslose Grundeinkommen entwertet das aus meiner Sicht. Da wird jeder auf sich selbst gestellt und unterstützt sich nicht mehr gegenseitig mit der Arbeitskraft. Das würde dann wichtige soziale Errungenschaften abschaffen, für die lange gekämpft wurde – gerade wichtig historische Errungenschaften für die Sozialdemokraten gekämpft haben. Angefangen mit der Rentenversicherung und so weiter. Das kann man doch nicht für eine pauschale Zahlung einfach aufgeben, wofür vor Jahrzehnten oder sogar vor über 100 Jahren gekämpft wurde. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt funktioniert. Ich will es mir auch gar nicht vorstellen. Es führt aus meiner Sicht zur Entsolidarisierung“

Stegner: „Wie erkläre ich einer Krankenschwester, dass sie Steuern zahlen soll, für jemanden, der vielleicht gar nicht arbeiten will? Wir wollen ihr doch erklären, dass sie Steuern zahlt für jemanden, der nicht arbeiten kann. Egal wie das Ding heißt, es bleibt nur eine Leistung, die ein Parlament beschließt – hebt oder senkt. Für viele Menschen würde sich die Situation verschlechter und nicht verbessern. Da gibt es im Gegensatz zu den bisherigen sozialen Leistungen im Prinzip keine Sicherheit. Ich verstehe Gründe, dass bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Künstler, das attraktiv finden. Aber da muss mal für bestimmte Gruppe eigene Lösungen finden – wie mit der Künstlersozialkasse  – und nicht solche pauschalen Dingen. Es ist ein Modethema, dass bei der SPD nicht in Mode ist.“

Wagner: „Diese Geschichte – die nun öfter angeführt wird – , dass irgendwann die Arbeit ausstirbt, weil wir alle durch Roboter ersetzt werden – da ist doch so auch nichts dran. Wir sprechen gerade mit einem Onlinemagazin, das ist so ein neues Feld. Das hätte es vor 20 Jahren nicht gegeben. Arbeitsfelder ändern sich, aber Arbeit stirbt nicht aus. Die Politik muss dafür sorgen, dass Arbeit auch zukünftig unter fairen Rahmenbedingungen stattfindet. Das ist die Herausforderung“.

Immer mehr Vereine leiden unter G8, den Ganztagsschulen oder auch Bachelorstudiengängen, weil junge Menschen immer weniger Zeit haben, um sich einzubringen.

Wagner: „Es gibt die Herausforderung das Schulleben mit dem Freizeitleben zu vereinen. So wie auch das Berufsleben mit dem Freizeit- und Vereinsleben vereinbar sein muss. Ich erlebe das auch nicht so, dass die Mitgliederzahlen rückläufig sind. Junge Menschen drängen doch in die Vereine. Also das ist meine Wahrnehmung“

Stegner: „Man muss auch hier den richtigen Rahmen schaffen. Je mehr wir zu Ganztagsschulen kommen – was wir ja deutlicher wollen als andere –  desto mehr müssen wir Vereine und Schulen zusammenbringen. Nicht so, dass es zwei Verlierer gibt, sondern eben zwei Gewinner. Unter dem Dach Schule kann vieles stattfinden. Beim Ehrenamt kann man aber viele Regelungen vereinfachen, zum Beispiel beim viel zu komplizierten Steuerrecht. Oder man findet Programme wie kostenloses Parken für Ehrenämtler. Die die sich einbringen, sollten besser behandelt werden, als die, die sich nicht einbringen. Das kann man noch deutlicher herausstellen.“

Sollte Cannabis legalisiert werden ?

Wagner: „Zur Debatte gehört es, dass die SPD sich da nicht so einig ist. Ich bin von den Jusos bewegt und sage eher, man sollte Cannabis legalisieren, weil viele Menschen da kriminalisiert werden, was nicht sein muss. Man muss aber eben auch sehr darauf achten, dass Abhängige Hilfe bekommen. Es gibt in der SPD unterschiedlichste Meinungen dazu. Die Kriminalisierung halte ich für falsch“

Stegner: „Kriminalisierung taugt nichts. Auf der anderen Seite muss man jungen Menschen klar machen, dass keine Sucht eine Lösung ist. Ich finde auch die Bagatellisierung von Alkohol nicht richtig. Wir  wollen und werden nicht Werbeträger für Cannabis sein. Bei Verschreibungsgeschichte, denke ich hingegen, dass das schon ein wichtiger, erkämpfter Fortschritt für viele Patienten ist. Auch da läuft allerdings noch nicht alles so, wie es soll, bekomme ich berichtet. Die Nachfrage ist wohl höher als das Angebot. Da wird nachgebessert werden müssen.“

Alexander Wagner und Ralf Stegner im Gespräch mit Stormarnlive

Die Flüchtlingsthematik ist ein wichtiger Bestandteil vieler Diskussionen. Wie kann die Integration der geflüchteten Menschen gelingen? 

Wagner: „Integration ist eine Sache der Gegenseitigkeit. Es ist nicht der richtige Ansatz zu sagen.: Nun werde mal so deutsch wie möglich! Wir sollten für das Zusammenleben voneinander lernen. Und man kann da auch viel lernen. Wo Politik verantwortlich ist, da sollten Abläufe zum Beispiel  in Verwaltungen und so weiter unbedingt verbessert werden. Es ist schön, dass die Kanzlerin sagt, dass es schneller geht, aber über 100 000 nicht bearbeitete Anträge sprechen eine andere Sprache. Menschen brauchen eine Perspektive. Ohne Status gibt es keinen Deutschkurs und so kann ich mich nicht integrieren und schnell heißt es dann, derjenige will sich nicht integrieren. Es braucht mehr Deutschkurse – und daraus ergeben sich Folgethemen, wie die faire Vergütung von Sprachlehrern und so weiter. Denn Sprache ist elementar wichtig für die Kommunikation und nur über Kommunikation gelingt Integration. Ich kenne das auch aus meinem Verein aus dem Fußball. Da sind wissbegierige geflüchtete Menschen, die dann sagen, dass sie schnell los müssen nach dem Training, weil am nächsten Tag wieder Deutschkurs ist. Sie wollen lernen, sie wollen sich integrieren.“

Stegner: „Das Dilemma der großen Koalition liegt doch darin, dass wir als SPD glauben, dass Integration nichts ist, was man sich abringen lassen muss, sondern etwas, dass man aktiv gestalten muss. Das sehen die Konservativen nicht so. Man darf nicht zulassen, dass die Menschen, die zu uns kommen gegen die ausgespielt werden, die schon hier leben, was die Rechten ja stark versuchen, was aber auch von Konservativen mittlerweile so gemacht wird zum Teil. Wir müssen sagen: wir sind für beide da. Man kann nicht jede Verbesserungen mit Schikanen bezahlen. Jede Verbesserung die die SPD in der Flüchtlingspolitik durchgesetzt hat – und alle kamen von uns – mussten mit Schikanen durch die Konservativen bezahlt werden. Es ist doch positiv, dass sich Deutschland zu einem Land entwickelt hat, von dem Menschen träumen, in dem sie leben wollen und vor dem sie keine Angst haben. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zu integrieren, die nicht in ihre Länder zurück können, weil dort keine Verhältnisse bestehen, unter denen sie leben können. Das heißt: Sprachkurse, Arbeit so schnell wie möglich, Musik und Sport helfen erstklassig bei Integration. Unsere Richtschnur ist nicht die Würde des Deutschen ist unantastbar, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar. Das hat Martin Schulz auch im TV Duell wunderbar herausgestellt“

Wie geht man mit Hass um, mit dem man auch als Politiker konfrontiert wird? Was macht man mit dem Ungerechtigskeitsempfinden, das viele Menschen haben, die sagen, dass die Politik zu weit von den Menschen weg ist? Fehlt es oft auch an politischer Bildung und dem Verständnis für die Abläufe in einer Demokratie? 

Wagner: „Wütende Kommentare bei Facebook erlebe ich auch –  Ralf Stegner sicherlich noch mehr. Man merkt das auch bei Hausbesuchen, dass Menschen Dampf ablassen. Aber auch dafür ist das dann gut, wenn man ins Gespräch kommt über Inhalte. Die, die dogmatisch verschlossen pöbeln und beleidigen, die will ich auch gar nicht erreichen, weil das gar nicht deren Interesse ist.  Die nächste Stufe geht dann sowieso  gar nicht, wenn Menschen sich wirklich strafbar machen. Ich versuche immer erstmal das Gespräch zu finden und dort wo Diskussion möglich ist, da diskutiere ich – auch gerade wenn man anderer Meinung ist. Wir können als Politiker nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen, wir müssen zu ihnen kommen. Den Druck möglichst keine Fehler zu machen, hat man als Politiker. Man trifft Entscheidungen, sollte dann auch zu ihnen stehen. Antipathie generell gegen Politik halte ich für bedenklich.“

Stegner: „Politische Bildung propagieren wir stark. Sie ist wichtig. Das ist aber auch ein Job der Medien und anderer das zu machen. Wir müssen Menschen sagen, dass das hier keine Diktatur gibt, sondern dass es nach demokratischen Mehrheiten geht und nicht ein Kanzler oder eine Kanzlerin entscheidet. Wahlkampf und Diskussionen gibt es in einer Demokratie – das gehört dazu.  Man macht Fehler, denn keine Fehler macht nur der, der gar nichts macht. Dabei sollte man einen realistischen Blick auf die Dinge haben. Politik hat auch die Aufgabe, eine komplexe Welt und komplexe Vorgänge in Kommunikation zu verwandeln  für die Menschen, die nicht wie wir sieben Tageszeitungen lesen. Zuzuhören und eine Sprache zu verwenden, die verstanden wird – das halte ich für sehr wichtig. Und im TV Duell hat man ja schon gemerkt, dass Martin Schulz eine andere Sprache nutzt als Angela Merkel.“

Wie geht man mit Falschmeldungen und Fake News in sozialen Netzwerken um, die Meinungen manipulieren ? 

Stegner: „Manche Beiträge sind geschmacklos.  Man kennt es auch, dass Menschen sagen: ich like das und schreibe aber nichts dazu, weil ich die Nazihorde nicht auf meiner Seite haben will. Firmen, die Milliardenumsätze mit ihren Netzwerken machen, die können sich nicht der Verantwortung entziehen. Da finde ich es schon richtig was Innenminister Heiko Maas macht. Es geht nicht nur um Fake News sondern es gibt auch richtig üble Sachen. Wenn die in den Netzwerken  stehenbleiben, ist der Schaden schon da. Der lässt sich dann gar nicht reparieren. Da ist die Meinungsfreiheit nicht bedroht, wenn so etwas unterbunden und sofort gelöscht wird. Ich habe außerdem ein Problem mit dem Anonymitätsding im Internet. Wer nur anonym an der Meinungsbildung teilnehmen möchte, den verstehe ich in Peking oder Kairo, aber nicht in Bad Segeberg oder Bad Oldesloe. Manche würden das, was sie da schreiben und tun, eben niemals Auge in Auge äußern – und das aus gutem Grund. Das ist schon ein Punkt über den man debattieren muss. Darüber reden wir in der Partei häufiger als andere. Was im normalen Leben nicht geht, geht auch nicht in sozialen Medien. Die Innenminister der Länder sollten in diesem Bereich noch enger zusammenarbeiten“.

Wagner: „Wichtig ist das soziale Korrektiv, das oft fehlt.-. Wenn es vielleicht früher solche Diskussion auch an Stammtischen gab, gab es aber auch jemanden, der sagte, so geht es nicht oder den Wirt, der ihn vor die Tür gesetzt hat“

Politik und Gesellschaft

Mercedes-Auszubildende: Sozialeinsatz in den Stormarner Werkstätten

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Der größte Teil der Auszubildenden von Mercedes Benz hat an Projekten im Sandkamp gearbeitet. Dort ist das Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Unter anderem ist eine Sitzecke entstanden.
Foto: Kuhlmann-Schultz/wfbm-ode/hfr

Bad Oldesloe – Mehr als 20 Auszubildende von Mercedes Benz aus Bremen engagierten sich jetzt im Rahmen ihres einwöchigen Entwicklungsworkshops in den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Zwei Tage lang arbeiteten die Frauen und Männer an insgesamt drei Projekten.

Am Standort in Elmenhorst bauten sie ein Carport, für das Bildungszentrum am Sandkamp in Bad Oldesloe planten und bauten sie eine Sitzgruppe und sanierten die Holzbalken der großen Terrasse.

Warum macht Mercedes Benz das? „Wir machen das, weil wir die jungen Menschen, die bei uns anfangen, in Verantwortung bringen wollen“, erklärt Ausbildungsmeister Paul Dick. „Wir wollen Begegnungen schaffen mit behinderten Menschen, mit Geflüchteten. Das machen wir, um Vorurteile abzubauen und Denkweisen zu durchbrechen. Ein gemeinsames gemeinnütziges Projekt soll die Gruppendynamik stärken und einen interkulturellen Austausch schaffen.“ Zur Mercedes-Gruppe gehören auch drei Flüchtlinge, die mit anpacken und an allen Angeboten teilnehmen.

Durch den Workshop – die jungen Leute werden zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet – solle unter anderem das Thema soziale Arbeit und soziale Dienste wertgeschätzt werden. „Für uns ist total wichtig teilzuhaben an dem, was um uns herum passiert. Wir bauen nicht nur Autos, sondern haben ein großes Interesse an all den Dingen, die um ums herum passieren“, unterstrich der Ausbildungsleiter. Und betonte, dass die Azubis auch für die Themen Rassismus und Fremdenhass sensibilisiert werden sollen.

In Elmenhorst – hier ist die Polsterei und der Büroservice der Stormarner Werkstätten untergebracht – haben die Auszubildenden ein Carport aufgebaut.
Foto: Kuhlmann-Schultz/hfr

Für die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe hat das Engagement von Mercedes Benz Bremen eine besondere Qualität. „Ich bin beeindruckt davon, dass Mercedes mit dieser Projektarbeit gerade zu Beginn der Ausbildung junger Leute deutlich macht, dass es immer auch um soziales Engagement anderen und insbesondere benachteiligten Menschen gegenüber geht“, erklärte Einrichtungsleiter Stephan Bruns. „Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, mit welcher Freude und welchem Elan die Auszubildenden ans Werk gegangen sind und die Projektideen umgesetzt haben. Dafür danke ich den jungen Leuten und ihren Ausbilderinnen und Ausbildern ganz herzlich!“

Auch der Leiter des Bildungszentrums am Sandkamp, Jan Domeier, zeigte sich beeindruckt von den Auszubildenden. „Das sind sehr engagierte junge Menschen, sehr motiviert. Sie in die Verantwortung gegangen. Sie haben vorrausschauend gearbeitet, waren sehr pflichtbewusst“, erklärte er. „Die Kollegen und Kolleginnen mit Handicap und die Mercedes-Auszubildenden hatten keine Berührungsängste. Es war von beiden Seiten eine wunderbare Neugierde da.“ Der Autobauer, so nimmt Domeier es wahr, investiere in seine Auszubildenden, „die nehmen das ernst“.

Für die jungen Leute aus Bremen war der Aufenthalt in Bad Oldesloe bereits der zweite Entwicklungsworkshop. Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung im September vergangenen Jahres gab es schon einen in Bad Zwischenahn. „Das hat schon eine hohe Qualität. Projektarbeit wird gefördert, in Teams zu arbeiten wird gefördert. Die jungen Leute müssen sich auseinandersetzen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Sozialkompetenzen werden gefördert, das ist klasse“, so Jan Domeier.

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Familie und Freizeit

„Kind Kind ohne Sport“: Starterpakete für den SV Großhansdorf

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Klaus Rienecker  vom Landssportverband , Markus Kratz vom Kreissportverband, Eike Biemann (Abteilungsleiterin Turnen im SV Großhansdorf), Thomas Zimn (Trainer/Übungsleiter der Inklusionsgruppe im SV Großhansdorf).
Foto: SV Großhansdorf/Biemann

Großhansdorf – Der SV Großhansdorf wurde im Rahmen des Trainings seiner Inklusionssportgruppe „Springspaß für alle“ von der Sportjugend Schleswig-Holstein und der Schleswig-Holstein Netz AG mit einem Starter-Paket „Kein Kind ohne Sport!“ ausgezeichnet.

Der Verein erhielt das Paket als Unterstützung für sein besonderes Engagement zugunsten sozial benachteiligter junger Menschen.

Die Starter-Pakete werden von der Sportjugend Schleswig-Holstein mit Unterstützung der Schleswig-Holstein Netz AG an Initiativen gegen Zugangshürden im Sport verliehen. Sie sollen es den Sportvereinen ermöglichen, ihre Initiative zu starten oder durch einen neuen Förderaspekt zu erweitern.

Gerade auch bei der Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern in den organisierten Sport, stellen die Starter-Pakete eine hilfreiche Unterstützung dar. Sie bestehen aus einem zweckgebundenen finanziellen Zuschuss, Sportmaterialien, einem Beratungsangebot und Fortbildungsgutscheinen im Gesamtwert von etwa 450 Euro.

„Die Starter-Pakete sollen Unterstützung und Ansporn für die an der Initiative mitwirkenden Personen sein, um dieses großartige soziale Engagement fortzuführen und weiter durchzustarten“, erläuterte Klaus Rienecker, Referent der Sportjugend Schleswig- Holstein, den zusätzlichen Wert der Pakete.

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Polizei und Feuerwehr

Glinde: Mann belästigt und verfolgt Frau bis nach Hause

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Polizei im Einsatz
Symbolfoto: SL

Glinde – Wie die Polizei jetzt mitteilte, kam es bereits am 31. Mai in Glinde zu einem beängstigenden Zwischenfall, bei dem eine Frau sexuell belästigt und bis nach Hause verfolgt wurde.

Am 31.Mai, gegen 22.45 Uhr, kam es in der in Glinde zu einem sexuellen Die 56-jährige gegen 22.45 Uhr zu Fuß in der Avenue St. Sebastien auf dem Weg nach Hause als sie sich verfolgt fühlte. Sie drehte sich um und sah einige Schritte hinter sich einen Mann. Der Mann folgte Ihr wortlos.

Nach kurzer Zeit fasste er Ihr an die Schulter und berührte sie anschließend auch unsittlich. Die 56-jährige lief daraufhin weg. Jedoch folgte er ihr erneut, griff sie von hinten am Handgelenk und berührte sie erneut unsittlich. Zeitgleich versuchte er die Geschädigte in Richtung eines Spielplatzes zu ziehen.

„Die Frau riss sich los lief schnell nach Hause und schloss die Tür hinter sich. Auch jetzt folgte Ihr der Mann. Er schlug noch mehrfach mit beiden Händen gegen die Tür, um dann in unbekannte Richtung wegzugehen“, so Polizeisprecherin Rena Bretsch.

Der Tatverdächtige wurde wie folgt beschrieben:

– schlank, – südländisches Aussehen, – weißes Cap, – weißes Sweatshirt, – Jeans, weiße Turnschuhe

Die Polizei sucht nun mögliche Zeugen.

Wer hat am 31. Mai, in der Zeit zwischen 22:30 Uhr und 22:45 Uhr, eine männliche Person, auf dem die o. g. Beschreibung passt, gesehen, bzw. wer kennt diese Person? Zeugenhinweise bitte an die Kriminalpolizei in Reinbek unter der Telefonnummer 040 / 727 70 7-0. Hinweise: Nachfragen zu dieser Medieninformation richten Sie bitte an die Pressestelle der Polizeidirektion Ratzeburg

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