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Bad Oldesloe

Zwischen Vermögenssteuer und Glücksrad: Politiker diskutierten im KuB

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Bad Oldesloe – Weitaus weniger klamaukig oder albern als von manchen Mitbürgern erwartet oder befürchtet, diskutierte der Klngstdt e.V. am Sonntag im Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum (Kub) mit vier Kandidaten, die sich zur Bundestagswahl aufstellen lassen.

Christian Bernardy als Moderator und Patrick Niemeier als Sidekick am Lichtpult begrüßten zur „Late Night am Nachmittag“ Gero Storjohann (CDU), Alexander Wagner (SPD), Ulrike Täck (Die Grünen) und Tobias Mährlein (FDP) im KuB-Saal. 55 Besucher kamen, um sich die Diskussion anzuschauen.

Der große Streit zwischen den Parteien blieb bei allen Themen aus, aber kleine Sticheleien gab es trotzdem zu hören. „Ich finde es wichtig, dass man sich auch bei Themen unterscheidet, dass man das benennt, denn ansonsten kann ich die Wähler verstehen, die sagen, dass das ja alles nur eine Soße ist irgendwo“, erklärte Wagner. „Auch wenn ich weiß, dass das Herrn Storjohann nicht so gut gefällt, wenn ich da mal was sage“, führte er weiter aus. Storjohann – als einziger der vier Gäste aktuell bereits Abgeordneter – stichelte zurück. „Wem der Wahlkampf schon zu viel und zu anstrengend ist, der ist nicht als Abgeordneter geeignet. Denn das zeigt schon gleich, was da auf einen zukommt“.

Diskutiert wurde zum Beispiel auch über ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Ein Bereich, in dem Storjohann gar keinen Handlungsbedarf sieht, während Täck durchaus über Fahrzeuge berichtete, die mit 180 an ihr vorbeirauschen und dass sie in der Schweiz ganz andere Erfahrungen gesammelt habe. Beim Dieselskandal waren sich alle einig, dass man mit Fahrverboten gerade nichts erreiche. Wagner und Täck betonten, dass viel mehr die Manager vor Gericht gehören. „Der Skandal ist doch, dass dort betrogen wurde“, so Wagner.

Storjohann glaubt im Bezug auf Populismus nicht, dass sich sehr viele Deutsche von der Politik abgehängt fühlen oder dass die Kluft zu groß werde. Insgesamt gehe es Deutschland und seinen Bürgern gut. Manche Probleme würden größer geredet, als sie sind. „Ich finde , dass man den Bürgern zuhören muss, dann erfährt man viel“, glaubt Wagner. „Ich finde es gefährlich. Die Schere zwischen reich und arm geht weiter auseinander, als Sie beide offenbar denken. Ich verstehe meine Frisörin schon, die nach Abzug aller Steuern nichtmal ans Existenzminium kommt“, so Täck.

Mährlein berichtete aus dem Wahlkampf und von vielen Eindrücken, mit denen er kontaktiert wurde. Nach der anstrengenden Phase – an deren Ende er hofft im Bundestag zu sitzen – sei er er aber auch froh, wenn der Wahlkampf zuende ist. Die größeren Parteien hätten aus seiner Sicht Vorteile im Wahlkampf, weil sie über ganz andere Finanzmittel verfügen. „Ich mach auch alles noch selbst“, betonte Täck ebenfalls. Mährlein hofft, dass die FDP wieder in den Bundestag einzieht und dadurch liberalen Themen mehr Gewicht gegeben wird.  Auf die zum Teil stark kritisierten Plakate der FDP, die sich auf Lindner als Spitzenkandidaten und dessen Inszenierung zu konzentrieren scheinen, angesprochen, sagte er „Herr Lindner kann ja nichts dafür, dass er so gut aussieht“, betonte aber, dass sie die einzige Partei seien, die auch viel Text auf ihren Plakaten habe.

Sven Müggenburg sorgte für die musikalische Untermalung der „Late Night am Nachmittag“
Foto: SL

Von einer Besteuerung von Vermögen halte seine Partei nichts.“Dann zahlt man ja quasi zwei Mal Steuer. Es gibt viele Menschen, die dann erst über ihre Einkommensteuer, dann über ihr Vermögen und dann sogar beim Einkaufen über die Mehrwerststeuer doppelt und dreifach belastet würden“, so Mährlein.  „Da ist die SPD gespalten. Das gebe ich zu. Man muss aber definieren, was eigentlich Vermögen ist, wann fängt das an. Wer ist wann reich? Wir wollen ja nicht an das kleine Einfamilienhaus der Großmutter von nebenan“, so Wagner.

Allgemein machten alle Vertreter deutlich, dass sie zum Teil deutlicher und besser mit der Bevölkerung kommunizieren müssten, um gegen Politikverdrossenheit vorzugehen.

Natürlich gab es – Qualityzeittypisch – auch noch einen unterhaltsamen Teil des Nachmittags. Dabei wurde gemeinsam Glücksrad gespielt. Dieses Spiel gewann Täck für ihre Partei. „Alle anderen sind leider bankrott gegangen“, hieß es am Ende.

Die interne geheime, anonyme Wahl unter den Gästen ließ Alexander Wagner als Sieger aus dem KuB hervorgehen. „Das lässt sich aber nicht einklagen oder einfordern am Wahltag“, scherzte Bernardy, der sich insgesamt sehr zufriedne mit der „Late Night am Nachmittag“ zeigte.

Für den musikalischen Rahmen sorgte Sven Müggenburg von der Oldesloer Band „The Ages.

 

Politik und Gesellschaft

Mercedes-Auszubildende: Sozialeinsatz in den Stormarner Werkstätten

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Der größte Teil der Auszubildenden von Mercedes Benz hat an Projekten im Sandkamp gearbeitet. Dort ist das Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Unter anderem ist eine Sitzecke entstanden.
Foto: Kuhlmann-Schultz/wfbm-ode/hfr

Bad Oldesloe – Mehr als 20 Auszubildende von Mercedes Benz aus Bremen engagierten sich jetzt im Rahmen ihres einwöchigen Entwicklungsworkshops in den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Zwei Tage lang arbeiteten die Frauen und Männer an insgesamt drei Projekten.

Am Standort in Elmenhorst bauten sie ein Carport, für das Bildungszentrum am Sandkamp in Bad Oldesloe planten und bauten sie eine Sitzgruppe und sanierten die Holzbalken der großen Terrasse.

Warum macht Mercedes Benz das? „Wir machen das, weil wir die jungen Menschen, die bei uns anfangen, in Verantwortung bringen wollen“, erklärt Ausbildungsmeister Paul Dick. „Wir wollen Begegnungen schaffen mit behinderten Menschen, mit Geflüchteten. Das machen wir, um Vorurteile abzubauen und Denkweisen zu durchbrechen. Ein gemeinsames gemeinnütziges Projekt soll die Gruppendynamik stärken und einen interkulturellen Austausch schaffen.“ Zur Mercedes-Gruppe gehören auch drei Flüchtlinge, die mit anpacken und an allen Angeboten teilnehmen.

Durch den Workshop – die jungen Leute werden zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet – solle unter anderem das Thema soziale Arbeit und soziale Dienste wertgeschätzt werden. „Für uns ist total wichtig teilzuhaben an dem, was um uns herum passiert. Wir bauen nicht nur Autos, sondern haben ein großes Interesse an all den Dingen, die um ums herum passieren“, unterstrich der Ausbildungsleiter. Und betonte, dass die Azubis auch für die Themen Rassismus und Fremdenhass sensibilisiert werden sollen.

In Elmenhorst – hier ist die Polsterei und der Büroservice der Stormarner Werkstätten untergebracht – haben die Auszubildenden ein Carport aufgebaut.
Foto: Kuhlmann-Schultz/hfr

Für die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe hat das Engagement von Mercedes Benz Bremen eine besondere Qualität. „Ich bin beeindruckt davon, dass Mercedes mit dieser Projektarbeit gerade zu Beginn der Ausbildung junger Leute deutlich macht, dass es immer auch um soziales Engagement anderen und insbesondere benachteiligten Menschen gegenüber geht“, erklärte Einrichtungsleiter Stephan Bruns. „Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, mit welcher Freude und welchem Elan die Auszubildenden ans Werk gegangen sind und die Projektideen umgesetzt haben. Dafür danke ich den jungen Leuten und ihren Ausbilderinnen und Ausbildern ganz herzlich!“

Auch der Leiter des Bildungszentrums am Sandkamp, Jan Domeier, zeigte sich beeindruckt von den Auszubildenden. „Das sind sehr engagierte junge Menschen, sehr motiviert. Sie in die Verantwortung gegangen. Sie haben vorrausschauend gearbeitet, waren sehr pflichtbewusst“, erklärte er. „Die Kollegen und Kolleginnen mit Handicap und die Mercedes-Auszubildenden hatten keine Berührungsängste. Es war von beiden Seiten eine wunderbare Neugierde da.“ Der Autobauer, so nimmt Domeier es wahr, investiere in seine Auszubildenden, „die nehmen das ernst“.

Für die jungen Leute aus Bremen war der Aufenthalt in Bad Oldesloe bereits der zweite Entwicklungsworkshop. Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung im September vergangenen Jahres gab es schon einen in Bad Zwischenahn. „Das hat schon eine hohe Qualität. Projektarbeit wird gefördert, in Teams zu arbeiten wird gefördert. Die jungen Leute müssen sich auseinandersetzen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Sozialkompetenzen werden gefördert, das ist klasse“, so Jan Domeier.

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Bad Oldesloe

Angst vor Amokläufen: TMS-Eltern fordern Alarmsystem

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Polizeieinsatz an der TMS in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe – Zum Schutz vor möglichen Amokläufen soll das Oldesloer Schulzentrum ein Alarmsystem bekommen.

Auslöser für die Planungen ist ein Amokalarm an der Theodor-Mommsen-Schule (TMS), der vor einigen Monaten einen Polizeieinsatz auslöste. Immer wieder kommt es auch an Stormarner Schulen zu Drohungen, die sich bisher aber immer als gegenstandslos herausstellten.

Dennoch vergrößert sich unter Eltern scheinbar die Sorge, dass es irgendwann doch zu einem Ernstfall kommen könnte. „Die Eltern wünschen ein Alarmsystem“, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak im städtischen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Das habe ein Treffen mit dem Schulelternbeirat der TMS ergeben.

„Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“

Am 4. Juli wird eine Firma der Stadtverwaltung zwei Alarmsysteme vorstellen. Umfang und Kosten sind noch nicht bekannt. „Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“ , sagte Sobczak. Der Sicherheitswunsch der Eltern wird auch bauliche Maßnahmen nach sich ziehen. In den Sommerferien sollen zunächst feste Türknäufe nachgerüstet werden, damit ein Amokläufer im Ernstfall nicht mehr ohne weiteres in die Klassenräume gelangen kann. Nach dem Schulzentrum mit Ida-Ehre-, Theodor-Mommesen- und Theodor-Storm-Schule könnten auch an anderen Schulen Vorkehrungen getroffen werden.

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Bad Oldesloe

Erle-Abenteuerspielplatz: Stadt soll sich mit Verein einigen

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Viel Besucher beim Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Oldesloer Abenteuerspielplatz Erle bekommt zunächst keine höhere Förderung. Stattdessen soll es einen Kompromiss geben. Das hat der städtische Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss beschlossen. Der Erle-Verein, der das naturnahe Betreuungsprojekt vor drei Jahren gründete, hatte eine Erhöhung der städtischen Förderung von 36.000 auf 88.000 Euro für hauptamtliche Betreuer beantragt.

Im nächsten Jahr läuft die Anschubfinanzierung durch den Projektförderer Holsteins Herz wie berichtet aus. Dadurch ist die Grundfinanzierung des Abenteuerspielplatz in Gefahr.

„Wir müssen einen Mittelweg finden“

„Wir wollen auf keinen Fall, dass das Engagement und die bereits investierten 100.000 Euro verloren gehen aber wir müssen einen Mittelweg finden“, sagte Hajo Krage (SPD).

Sollte die Stadt die Zuschüsse für den Erle-Verein aber mehr als verdoppeln, könnten sich andere Vereine benachteiligt fühlen. Auf SPD-Antrag einigte sich der Ausschuss darauf, dass Verein und Stadt gemeinsam eine Lösung suchen sollen, „die deutlich günstiger ist, als die beantragte Summe.“ Das Ergebnis wird nach den Sommerferien erneut im Ausschuss beraten.

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