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Bad Oldesloe

Demo in Oldesloe: „Krieg wird nie Frieden schaffen“

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Oldesloer demonstrieren für Frieden. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Mit einer Demo für den Frieden erinnerten Oldesloer Bürger, Parteien und Organisationen am 1. September an den Kriegsbeginn.

Knapp 100 Menschen beteiligten sich an der Demo durch die Stadt und der anschließenden Kundgebung auf der Hude. 

„Sie alle machen deutlich, für wie verabscheuungswürdig wir kriegerische Auseinandersetzungen halten und wie wichtig uns der Frieden auf dieser Erde ist“, sagte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann als erster Redner an die Zuhörer gerichtet. „Wir haben gerade vor unserer Haustür erlebt, dass Krieg nicht nur mit anderen Nationen oder Völkern stattfindet, sondern auch im Inneren eines Landes.“

Fehrmann meinte damit „die bürgerkriegsähnlichen Zustände“ im vorletzten Monat in Hamburg: „Was ich da sehen konnte, hat mein Vorstellungsvermögen übertroffen, was Menschen zu tun in der Lage sind.“ Er kritisierte, dass sich Gewalttäter unter friedliche Demonstranten mischten und damit das Leben ihrer Mitmenschen riskierten. 

„Alle, die sich gewaltbereit im Umgang mit Andersdenkenden zeigen, bewegen sich nicht auf demokratischer Grundlage“, so Fehrmann. Sie seien Brandstifter, die erst den Frieden aufs Spiel setzen und dann die Basis für Kriege schaffen. Ob links oder rechts, spiele für ihn da keine Rolle.

Obwohl es aktuell immer mehr Krisenherde auf der Welt gibt, Deutschland den Militäretat erhöht und 2016 Waffen für sieben Milliarden Euro exportierte – kamen zur Friedensdemo nur eine handvoll Leute.

„Es gibt immer mehr Konflikte und jetzt haben wir auch noch eine Debatte über atomare Aufrüstung an den Backen“, sagte Cornelia Möhring (Die Linke). Medienberichten zufolge gibt es in der Nato Überlegungen, das Atomwaffenarsenal in Europa aufzustocken, um damit auf einen Verstoß gegen das Abrüstungsabkommen durch Russland zu reagieren. 

In ihrer Rede kritisierte Möhring außerdem, dass künftig zwei Prozent des Deutschen Bruttoinlandsprodukt ins Militär investiert werden sollen: „Das wären 70 Milliarden Euro pro Jahr und damit so viel, wie der Gesundheits- und Bildungshaushalt zusammen.“ Auch sei dies am Bundestag vorbei entschieden worden. „Krieg und Androhung militärischer Gewalt hat nie und wird nie Frieden schaffen“, so die Linken-Politikerin. 

Auch Ingrid Nestle (Bündnis 90/Die Grünen) nutze die Demonstration in Bad Oldesloe, um sich gegen eine Aufrüstung zu positionieren: „Statt sind Militär sollte lieber in die Krisenprävention investiert werden.“

Kreispolitiker Wolfgang Gerstand (CDU) hofft darauf, dass sich mehr junge Menschen politisch engagieren: „Ich rufe alle jungen Europäer auf, sich zu engagieren. Alle jungen Menschen sollte sich nicht bei Facebook beschweren oder nur einen Klick oder Like hinterlassen, sondern vom Sofa hoch und zu den Leuten gehen, die Entscheidungen treffen und nicht irgendwo im im Netz kurz kommentieren“

Organisator Walter Albrecht (Bündnis gegen Rechts) zeigte sich zufrieden mit der Resonanz, auch wenn es hätten mehr Teilnehmer sein können: „Es gab eine breite Unterstützung durch viele Parteien, Vereine und Gewerkschaften.“

 

Politik und Gesellschaft

Mercedes-Auszubildende: Sozialeinsatz in den Stormarner Werkstätten

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Der größte Teil der Auszubildenden von Mercedes Benz hat an Projekten im Sandkamp gearbeitet. Dort ist das Bildungszentrum der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Unter anderem ist eine Sitzecke entstanden.
Foto: Kuhlmann-Schultz/wfbm-ode/hfr

Bad Oldesloe – Mehr als 20 Auszubildende von Mercedes Benz aus Bremen engagierten sich jetzt im Rahmen ihres einwöchigen Entwicklungsworkshops in den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. Zwei Tage lang arbeiteten die Frauen und Männer an insgesamt drei Projekten.

Am Standort in Elmenhorst bauten sie ein Carport, für das Bildungszentrum am Sandkamp in Bad Oldesloe planten und bauten sie eine Sitzgruppe und sanierten die Holzbalken der großen Terrasse.

Warum macht Mercedes Benz das? „Wir machen das, weil wir die jungen Menschen, die bei uns anfangen, in Verantwortung bringen wollen“, erklärt Ausbildungsmeister Paul Dick. „Wir wollen Begegnungen schaffen mit behinderten Menschen, mit Geflüchteten. Das machen wir, um Vorurteile abzubauen und Denkweisen zu durchbrechen. Ein gemeinsames gemeinnütziges Projekt soll die Gruppendynamik stärken und einen interkulturellen Austausch schaffen.“ Zur Mercedes-Gruppe gehören auch drei Flüchtlinge, die mit anpacken und an allen Angeboten teilnehmen.

Durch den Workshop – die jungen Leute werden zur Fachkraft für Metalltechnik ausgebildet – solle unter anderem das Thema soziale Arbeit und soziale Dienste wertgeschätzt werden. „Für uns ist total wichtig teilzuhaben an dem, was um uns herum passiert. Wir bauen nicht nur Autos, sondern haben ein großes Interesse an all den Dingen, die um ums herum passieren“, unterstrich der Ausbildungsleiter. Und betonte, dass die Azubis auch für die Themen Rassismus und Fremdenhass sensibilisiert werden sollen.

In Elmenhorst – hier ist die Polsterei und der Büroservice der Stormarner Werkstätten untergebracht – haben die Auszubildenden ein Carport aufgebaut.
Foto: Kuhlmann-Schultz/hfr

Für die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe hat das Engagement von Mercedes Benz Bremen eine besondere Qualität. „Ich bin beeindruckt davon, dass Mercedes mit dieser Projektarbeit gerade zu Beginn der Ausbildung junger Leute deutlich macht, dass es immer auch um soziales Engagement anderen und insbesondere benachteiligten Menschen gegenüber geht“, erklärte Einrichtungsleiter Stephan Bruns. „Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, mit welcher Freude und welchem Elan die Auszubildenden ans Werk gegangen sind und die Projektideen umgesetzt haben. Dafür danke ich den jungen Leuten und ihren Ausbilderinnen und Ausbildern ganz herzlich!“

Auch der Leiter des Bildungszentrums am Sandkamp, Jan Domeier, zeigte sich beeindruckt von den Auszubildenden. „Das sind sehr engagierte junge Menschen, sehr motiviert. Sie in die Verantwortung gegangen. Sie haben vorrausschauend gearbeitet, waren sehr pflichtbewusst“, erklärte er. „Die Kollegen und Kolleginnen mit Handicap und die Mercedes-Auszubildenden hatten keine Berührungsängste. Es war von beiden Seiten eine wunderbare Neugierde da.“ Der Autobauer, so nimmt Domeier es wahr, investiere in seine Auszubildenden, „die nehmen das ernst“.

Für die jungen Leute aus Bremen war der Aufenthalt in Bad Oldesloe bereits der zweite Entwicklungsworkshop. Gleich zu Beginn ihrer Ausbildung im September vergangenen Jahres gab es schon einen in Bad Zwischenahn. „Das hat schon eine hohe Qualität. Projektarbeit wird gefördert, in Teams zu arbeiten wird gefördert. Die jungen Leute müssen sich auseinandersetzen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Die Sozialkompetenzen werden gefördert, das ist klasse“, so Jan Domeier.

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Bad Oldesloe

Angst vor Amokläufen: TMS-Eltern fordern Alarmsystem

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Polizeieinsatz an der TMS in Bad Oldesloe

Bad Oldesloe – Zum Schutz vor möglichen Amokläufen soll das Oldesloer Schulzentrum ein Alarmsystem bekommen.

Auslöser für die Planungen ist ein Amokalarm an der Theodor-Mommsen-Schule (TMS), der vor einigen Monaten einen Polizeieinsatz auslöste. Immer wieder kommt es auch an Stormarner Schulen zu Drohungen, die sich bisher aber immer als gegenstandslos herausstellten.

Dennoch vergrößert sich unter Eltern scheinbar die Sorge, dass es irgendwann doch zu einem Ernstfall kommen könnte. „Die Eltern wünschen ein Alarmsystem“, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak im städtischen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Das habe ein Treffen mit dem Schulelternbeirat der TMS ergeben.

„Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“

Am 4. Juli wird eine Firma der Stadtverwaltung zwei Alarmsysteme vorstellen. Umfang und Kosten sind noch nicht bekannt. „Wir werden mit dem Thema nach der Sommerpause in die Politik gehen“ , sagte Sobczak. Der Sicherheitswunsch der Eltern wird auch bauliche Maßnahmen nach sich ziehen. In den Sommerferien sollen zunächst feste Türknäufe nachgerüstet werden, damit ein Amokläufer im Ernstfall nicht mehr ohne weiteres in die Klassenräume gelangen kann. Nach dem Schulzentrum mit Ida-Ehre-, Theodor-Mommesen- und Theodor-Storm-Schule könnten auch an anderen Schulen Vorkehrungen getroffen werden.

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Bad Oldesloe

Erle-Abenteuerspielplatz: Stadt soll sich mit Verein einigen

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Viel Besucher beim Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Oldesloer Abenteuerspielplatz Erle bekommt zunächst keine höhere Förderung. Stattdessen soll es einen Kompromiss geben. Das hat der städtische Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss beschlossen. Der Erle-Verein, der das naturnahe Betreuungsprojekt vor drei Jahren gründete, hatte eine Erhöhung der städtischen Förderung von 36.000 auf 88.000 Euro für hauptamtliche Betreuer beantragt.

Im nächsten Jahr läuft die Anschubfinanzierung durch den Projektförderer Holsteins Herz wie berichtet aus. Dadurch ist die Grundfinanzierung des Abenteuerspielplatz in Gefahr.

„Wir müssen einen Mittelweg finden“

„Wir wollen auf keinen Fall, dass das Engagement und die bereits investierten 100.000 Euro verloren gehen aber wir müssen einen Mittelweg finden“, sagte Hajo Krage (SPD).

Sollte die Stadt die Zuschüsse für den Erle-Verein aber mehr als verdoppeln, könnten sich andere Vereine benachteiligt fühlen. Auf SPD-Antrag einigte sich der Ausschuss darauf, dass Verein und Stadt gemeinsam eine Lösung suchen sollen, „die deutlich günstiger ist, als die beantragte Summe.“ Das Ergebnis wird nach den Sommerferien erneut im Ausschuss beraten.

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