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Bad Oldesloe

Autobahnlärm bedroht die Ruhe im Kloster Nütschau

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Bruder Johannes und Bruder Benedikt zwischen Kloster- und Schallschutzmauer. Foto: Fischer

Travenbrück – Verkehrslärm bedroht die Ruhe im Kloster Nütschau. Noch hat der Störfaktor keine biblischen Ausmaße angenommen. Doch mittlerweile stören sich auch immer mehr Gäste der Benediktinermönche in dem Travenbrücker Ortsteil an der Geräuschkulisse.

“Wenn jemand fragt, dann behaupte ich, das Rauschen käme von der Ostsee”, sagt Bruder Johannes und lacht. Was sich mit viel Fantasie und gutem Willen nach Meeresrauschen anhört, sind in Wirklichkeit Lastwagen und Autos. Die donnern Tagaus Tagein über die nahegelegene A21. Nur am Sonntag ist es verhältnismäßig ruhig. An den anderen Tagen ist die Schallschutzwand aus den 80er Jahren mit dem Verkehrsaufkommen überfordert.

Die Mönche stören sich weniger an dem gleichmäßigen Grundrauschen, dass das Klostergelände seit einiger Zeit von Westen her heimsucht. Die Gemeinschaft hat sich an den Verkehrslärm gewöhnt. “Wir leben und arbeiten hier”, sagt Bruder Johannes. Um Stille zu finden, gehe er woanders hin. “Doch um uns geht es hier auch nicht”, so der Prior des Klosters.

Immer wieder fühlen sich Gäste des Hauses gestört. Einige sind deswegen bereits wieder abgereist. Bruder Johannes kann das verstehen. Immerhin suchen die Menschen hier nach Entspannung, wollen dem Alltag entfliehen und bei vielen liege der Fokus dabei auf der erhofften Stille.

Jährlich bewirtet das Benediktinerkloster 23.000 Übernachtungsgäste. Hinzu kommen die Tagesgäste, die morgens anreisen und abends wieder nach Hause fahren. Wald und Brennermoor in Klosternähe gelten als eines der schönsten Naherholungsgebiete der Region. Stormarner Radwanderweg, Mönchs- und Jakobsweg treffen hier aufeinander. Entsprechend groß ist auch die touristische Bedeutung.

“Für viele Menschen ist das hier ein sehr sinnstiftender Ort und die Natur trägt einen großen Teil dazu bei”, sagt Bruder Benedikt. Auch er hat gelernt, mit der nahe gelegenen Autobahn zu leben. “Aber auch ich merke, dass der Verkehr zunimmt”, sagt der stellvertretende Leiter des Klosters. Wie viel Lärm auf dem Klostergelände ankommt, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Besonders schlimm ist es bei Westwind und wenn die Bäume zwischen Priorat und Autobahn keine Blätter tragen.

Alles begann mit dem Ausbau der B404 zur Autobahn. Das war in den 80er Jahren. Damals kämpfte das Kloster für den Bau einer Schallschutzmauer – sogar mit juristischen Mitteln. Die Mönche schalteten einen Rechtsanwalt ein, bis der Bund endlich nachgab und eine etwa vier Meter hohe Holzwand entlang der Autobahn errichten ließ. Die tat lange Zeit auch ihren Dienst und hielt den Lärm im Zaum. Doch mittlerweile scheint die zunehmende Verkehrsdichte das 1986 errichtete Bauwerk zu überfordern. Durch den geplanten Ausbau der verbliebenen B404 ab dem Kreuz Bargteheide könnte sich die Situation mittelfristig noch verschärfen.

Um ihren Gästen innerhalb der zum Kloster gehörenden Gebäude ihre Ruhe zu bieten, wurden bereits Schallschutzfenster eingebaut. Weitere Nachbesserungen sollen folgen.

Der Autobahnlärm ist nicht das erste Verkehrsproblem, das Kloster und die Gemeinde Travenbrück belastet. Vor Jahren verirrten sich immer wieder große Sattelzüge nach Nütschau und mussten auf der schmalen Straße vor dem Priorat rangieren. Grund dafür war eine fehlerhafte Navigationssoftware, die vielen Lkw-Fahrern den ungeeigneten Weg durch die Gemeinde zu einem Autobahnzubringer empfahl. “Das hat sich mit einem Softwareupdate der Navigationsgeräte-Hersteller glücklicherweise erledigt”, sagt Bruder Benedikt.

Um das Problem mit dem Autobahnlärm zu beheben, braucht es wohl etwas mehr als ein Softwareupdate. Doch vielleicht erhört Gott – und die Bundesregierung – die Gebete nach etwas mehr Ruhe in dem nördlichsten Benediktinerkloster der Republik.

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Bad Oldesloe

21. Tombola für die Kinderkrebshilfe im Bürgerhaus

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Das Bürgerhaus in Bad Oldesloe. Foto: Stormarnlive.de

Bad Oldesloe – Am 15. Dezember findet zum nun schon 21. Mal eine große, ehrenamtlich von ehemaligen Fußballern und Fußballfunktionären aus dem Kreis organisierte Spenden-Tombola für die “Lübeckhilfe für krebskranke Kinder” im Bürgerhaus der Kreisstadt statt.

Die Ziele des Vereins, der die Spenden erhält, liegen:

• in der Verbesserung der psychosozialen
und medizinischen Situation krebskranker
Kinder und ihrer Familien
• im Ankauf von zusätzlichen Geräten für
die Behandlung krebskranker Kinder
• in der Unterstützung patientenbezogener
Forschungsvorhaben im Bereich der
pädiatrischen Onkologie.

Wie jedes Jahr gibt es attraktive Preise zu gewinnen, man kann gemütlich zusammensitzen, Glühwein, Kaffee oder Bier trinken, eine Wurst vom Grill oder einen Kuchen genießen und am Ende dient das alles dem guten Zweck.

In den ersten 20 Jahren konnte stolze 140 000 Euro gesammelt werden. 100 Prozent der Erlöse fließen in die Aktion.

Los geht es um am 15. Dezember um 15 Uhr im Oldesloer Bürgerhaus

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Bad Oldesloe

Heimatmuseum findet vergessenen Fossilien-Schatz auf Dachboden

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Bad Oldesloe – Das Oldesloer Heimatmuseum hat einen Schatz gefunden: Die „Kronjuwelen“ der Fossilien-Sammlung des Ahrensburger Hobby-Paläontologen Richard Wenck.

Versteckt unter Kartons entdeckte ein Mitarbeiter auf dem Dachboden acht Kisten mit seltenen Versteinerungen, darunter ein Tier mit dem Namen „Whitbyceras pingue“. Ein schneckenähnliches Wesen, das vor 180 Millionen Jahren im Urzeitmeer lebte.

Zur Sensation wird der Fund durch den Ort seiner Entdeckung. Richard Wenck stieß bei Ausgrabungen in Stormarn Mitte des 20. Jahrhundert auf die Versteinerung, die anschließend zwischen seinen anderen rund 2000 Artefakten in Vergessenheit geraten sein muss.

Diethelm Schark vom Oldesloer Heimatmuseum zeigt eines der spektakulären Stücke aus der Sammlung des Ahrensburger Hobby-Forschers Richard Wenck

„Es gibt in Deutschland nur vier dokumentierte Funde des Whitbyceras pingue“, sagt Diethelm Schark (Foto) vom Heimatmuseum. Eigentlich sei diese Art in wärmeren Gefilden beheimatet gewesen. So zumindest die bisherige wissenschaftliche Annahme.

Die neue Entdeckung belegt jetzt, dass die Tiere, bei denen es sich um entfernte Vorfahren der Tintenfische handelt, zumindest vereinzelt nach Mitteleuropa gelangten.

Nur vier dokumentierte Funde des schneckenähnlichen Urzeittieres mit dem sperrigen Namen “Whitbyiceras pingue” existieren in Norddeutschland

Neben dem Whitbyceras förderten die Museums-Mitarbeiter noch weitere Stücke aus den Kisten zutage. Unter anderem mehrere gut erhaltene und außerordentlich große Versteinerungen des „Eleganticeras Elegantulum“, ebenfalls ein urzeitlicher Verwandter des Tintenfischs – in Europa allerdings wesentlich häufiger zu finden.

Bemerkenswert sind die Umstände, unter denen das Team des Oldesloer Heimatmuseums auf die „Kronjuwelen“ stieß.

Seit einem halben Jahr zeigt das Museum in der Ausstellung „Lebensspuren im Stein“ den fossilen Nachlass von Wenck und ausgerechnet jetzt tauchten die acht Kisten auf. „Unser Mitarbeiter Andreas Ahne wollte eigentlich ein Werkzeug vom Dachboden holen und kam stattdessen mit einer der Kisten in der Hand wieder“, sagt Diethelm Schark. Ahne hatte sie geöffnet und gleich die Bedeutung seiner Fundes erkannt.

Warum die Kisten nicht zusammen mit der übrigen Sammlung aufbewahrt wurden, lässt sich nur erahnen. Der 2013 verstorbene frühere Museumsleiter Dr. Klaus-Christoph Baumgarten muss sie irgendwann beiseite geschafft haben, vermutet Diethelm Schark: „Vielleicht wollte er daraus irgendwann eine Ausstellung machen und war dann wegen seiner Krankheit nicht mehr dazu gekommen.“ Seit den 90er-Jahren ist das Heimatmuseum im Besitz Wenck-Sammlung. Mitte 2019 startete eine Ausstellung mit 150 der interessantesten Stücke. Für Schark ist es ein glücklicher Zufall, dass gerade jetzt die acht weiteren Fossilien-Kisten gefunden wurden:

„Wir sichten gerade den Inhalt und werden dann die Ausstellung ergänzen.“

In den vergangenen Monaten hatten immer wieder auch Wissenschaftler und Mitarbeiter anderer Museen mit dem Oldesloer Heimatmuseum Kontakt aufgenommen, um einige der Stücke zu begutachten. Bis Neujahr will das Heimatmuseum die „Kronjuwelen“ in die laufende Ausstellung aufnehmen, die noch bis Frühjahr 2020 zu sehen sein wird.

„Lebenspuren in Stein“ im Heimatmuseum, Königstraße 30, Bad Oldesloe. Öffnungszeiten: Freitag 14 bis 16 Uhr und Sonnabend von 10 bis 12 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 04531/504180.

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Bad Oldesloe

Oldesloer Musikschule lädt zum Weihnachtskonzert

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Symbolfoto: Peeyarot / shutterstock

Bad Oldesloe – Am Sonnabend, 14.12., lädt die Musikschule für Stadt und Land in Bad Oldesloe unter dem Motto “Fröhliche Weihnacht überall” zum traditionellen Weihnachtskonzert in den KuB-Saal.

Schülerinnen und Schüler der Instrumental-,Gesangs- und Ballettklassen werden ihr Können auf der Bühne präsentieren. Neben Einzelauftritten sollen dieses Mal auch vermehrt Ensemble-Auftritte zu erleben sein.

Am Ende – auch das hat Tradition – werden dann noch gemeinsam bekannte Weihnachtslieder mit dem Publikum angestimmt. Für die Musikschule ist es zusätzlich der Konzertausklang des Jahres.

Los geht es im Saal des KuBs um 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. Spenden sind aber herzlich willkommen.

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