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Kiel

Immer mehr Menschen beantragen Cannabis auf Rezept

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Cannabis auf Rezept. Foto: Shutterstock.com

Hamburg/Kiel – Die Nachfrage nach Cannabis auf Rezept ist groß. Bei den Krankenkassen gehen auch in Schleswig-Holstein immer mehr Anträge ein. In Hamburg wird nur jeder zehnte Antrag abgelehnt.

Laut der Apothekenkammer werden derzeit etwa 100 Menschen in Schleswig-Holstein mit Cannabis-Produkten behandelt. „Nach der Gesetzesänderung hat es einen deutlichen Schub an Anträgen gegeben“, sagte Barmer-Sprecher Wolfgang Klink der Deutschen Presse Agentur. Vorher hatte es nur vereinzelt Fälle gegeben.

Auch in Hamburg steigt die Nachfrage nach medizinischem Cannabis: Seit März haben in der Hansestadt Hamburg 110 Menschen eine Therapie beantragt. Während im Rest der Republik die Ablehnungsquote bei etwa 70 Prozent liegt, werden in Hamburg 90 Prozent genehmigt.

Noch bis März war es in Deutschland extrem schwierig, Marihuana für therapeutische Zwecke zu erhalten. Bis dahin brauchte jeder Patient eine Genehmigung vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Jetzt kann jeder Arzt seinen Patienten Cannabis verschreiben, etwa bei einer Schmerz-Therapie.

Kiel

Partizipationsgremien fordern Mitsprache beim neuen Integrationsgesetz

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Toska Jakob, Violetta Seelig-Kiss (beide Servicestelle), Janet Kaiser (FL), Shamsia Azarmehr (SE), Spyridon Aslanidis (HL), Innenstaatssekretär Torsten Geerdts, Thomas Wetterau (KI), Dursiye Aytekin (KI), Elisabeth Dannenmann (NMS), Natali Schnar (NMS), Nilgün Kiroglu (NMS), Rana Hafez (SE), Maryna Christiansen (FL). Foto: hfr

Kiel – Klare Vorstellungen von Integration und Teilhabe: Vertreter der schleswig-holsteinischen Partizipationsgremien haben am Dienstag ein Positionspapier an Innenstaatssekretär Torsten Geerdts übergeben .

Die Gremien formulierten auf 20 Seiten ihre Forderungen zum geplanten Integrations- und Teilhabegesetz. Unter anderem fordern die Verfasser Chancengleichheit und die Teilhabe aller Menschen in allen gesellschaftlichen Bereichen.

Keinen Bereich des Lebens unbeachtet lassen

Von Kita bis Studium und Ausbildung, über Wirtschaft und Arbeitsmarkt, politisches Engagement, Wohnraumpolitik und Aktivitäten in Vereinen lassen die Gremien keinen Bereich des Lebens unbeachtet.

„Der für uns wichtigste Bereich ist natürlich die politische Partizipation. Wir brauchen dauerhafte Strukturen auf kommunaler und landesweiter Ebene“, sagt Dursiye Aytekin, Vorsitzende des Kieler Forums.

Insgesamt waren neben Kiel die Gremien aus Flensburg, Lübeck, Neumünster und Norderstedt gemeinsam mit der Servicestelle für Partizipationsgremien ein Jahr lang am Entstehungsprozess des Positionspapiers beteiligt. Das erst kürzlich konstituierte Forum des Kreises Segeberg entschied sich für die Mitunterzeichnung der Positionen.

Teilhabe leben und die Belange der migrantischen Bevölkerung in Schleswig-Holstein nicht der Politik allein zu überlassen, ist Ziel der Partizipationsgremien.

„Für uns nun Chefsache“

Torsten Geerdts hatte im Sommer 2017 einen offenen Prozess angekündigt, in dem nicht über sondern mit den Migrantinnen und Migranten Schleswig-Holsteins gesprochen werden sollte:

„Ich bin sehr froh über ihre Ausarbeitungen und verspreche Ihnen, dass ich es sehr aufmerksam lesen werde und wo es nur geht versuchen möchte, es umzusetzen.“

Vor allem beim Thema der Interkulturellen Öffnung, welches für die Gremien einen hohen Stellenwert hat, sagte Geerdts, dass dieses Anliegen auch in der Landesregierung hoch angesehen ist und aus diesem Grund bereits in die Verantwortung der Staatskanzlei übergegangen sei. „Interkulturelle Öffnung der Verwaltung und Institutionen ist für uns nun Chefsache“, versprach Geerdts.

Der Innenstaatssekretär möchte die Positionen der Partizipationsgremien nun auch in alle anderen relevanten Ressorts tragen, um die Anliegen der Gremien zu unterstützen.

Bei der Gestaltung des Entwurfs wollen die Partizipationsgremien weiterhin die Landesregierung genau beobachten und hoffen, viele der ihnen wichtigen Punkte im späteren Gesetz wiederzufinden. Toska Jakob von der Servicestelle lud Staatssekretär Geerdts dazu ein, die Kompetenz der Partizipationsgremien für das Gesetz zu nutzen: „Alle in dieser Runde sind jederzeit bereit, ihnen und der Landesregierung als Expertinnen und Experten im weiteren Prozess beratend zur Seite zu stehen.“

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Kiel

Software-Challenge: Bargteheider Schüler gewinnen Informatik-Stipendien

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Jannis Gehrt, Cora Luise Theuerkauf, Tobias Göger, Leon Fischer, Vincent Helbig, Anton Sohn, Friederike Kahler, Informatiklehrer Heiko Rahf
Foto: Eckhorst-Gymnasium/hfr

Bargteheide – Großer Erfolg für Bargtheider Schüler. Im Bundesfinale der Software-Challenge Germany, einem Programmierwettbewerb für Schulen, erreichten Jannis Gehrt und Tobias Göger aus dem Q1-Jahrgang des Gymnasiums Eckhorst den dritten Platz hinter den Teams aus Eggenfelde/Bayern und Dresden.

Von ursprünglich 58 teilnehmenden Teams spielten die besten acht Mannschaften im Finale am 8. Juni im Citti-Park in Kiel um den Sieg.

 „Hase und Igel“ war das digitale Brettspiel dieses Schuljahrs: 68 virtuelle Karotten und fünf Salatköpfe waren die Wegzehrung, die neben 4 auszuspielenden Karten geschickt eingesetzt werden musste, um schnell ins Ziel zu kommen.

Mit Unterstützung einer wissenschaftlichen Hilfskraft der Universität programmierten 3 Eckhorst-Jahrgangs-Teams jeweils einen wettkampftauglichen Computerspieler („Client“), der dann gegen die anderen Clients antrat.

Die Spiele wurden fortlaufend analysiert, taktisch verbessert und entsprechend umprogrammiert. Jannis Gehrt (17) und Tobias Göger (17) schafften es ins Finale: Sie arbeiteten als Zweier-Team im Informatikunterricht am Programm, investierten aber auch über Monate hinweg einen erheblichen Teil ihrer Freizeit für diese Aufgabe.

Neben dem Mannschaftspreis wurden einzelne Schüler für ihre herausragenden Leistungen und ihre maßgebliche Beteiligung an der Entwicklung eines Clients im Rahmen der Software Challenge Germany gewürdigt: Cora Luise Theuerkauf (16), Friederike Kahler (16), Anton Sohn (16) und Jannis Gehrt (17) erhielten ein Stipendium für ein Informatik-Studium an der Universität Kiel.

Leon Fischer (18) erhielt ein Stipendium für sein angestrebtes E-Commerce-Studium an der Fachhochschule Wedel; Tobias Göger (17) und Vincent Helbig (16) erhielten Sachpreise.

Das Gymnasium Eckhorst rundet mit der Informatik seinen MINT-Bereich in der Oberstufe ab. Die Schule nimmt seit 2007 an der Software Challenge teil. Im Jahre 2015 hatten Eckhorst-Teams im Finale die Plätze 2, 4 und 5 erreicht, im Jahr 2016 sogar den Platz 1.

„Wir möchten begabte Schüler motivieren, Informatik zu studieren“, betonte Initiator Prof. Manfred Schimmler vom Institut für Informatik an der Uni Kiel. Gleichzeitig sollten ungeeignete Kandidaten davon abgehalten werden. Denn die Abbrecherquote ist hoch: „Ich habe eine Anfängervorlesung mit 500 Studenten, nur 119 haben die Klausur bestanden.“

Die Software-Challenge habe das Ziel, den Informatikunterricht an den gymnasialen Oberstufen aufzuwerten, mitzugestalten und den Jugendlichen mit Spaß das Studienfach Informatik näher zu bringen. So gab es am Freitag vor dem Finale ein mehrstündiges Rahmenprogramm in der Uni: kreative Handy-App-Programmierung, Forschung in der Bilderkennung bei Fliegenlarven und bei der Schweinemast, ein Hochhaus als Anzeigemonitor und eine digital gesteuerte Modelleisenbahn waren die Themen, die die Schüler faszinierten.

Weitere Informationen auf der HOmepage der Software-Challenge

 

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Schleswig-Holstein

Mehr Beamte im Einsatz: Polizei geht gegen Vatertags-Eskalationen vor

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Symbolfoto: SL

Kiel / Bad Oldesloe – Immer häufiger eskalierten in den letzten Jahren Himmelfahrts- beziehungsweise Vatertagstouren, die ganz einfach nur noch ein sinnloses Besäufnis waren.  Die Landespolizei Schleswig-Holstein wird am Himmelfahrtstag daher mit deutlich mehr Kräften als im Regeldienst im Einsatz sein.

Sie ist landesweit mit annähernd 350 zusätzlichen Polizistinnen und Polizisten am Himmelfahrtstag im Einsatz, darunter auch zahlreiche Diensthundestaffeln.

Die Polizeidirektionen setzen an den jeweiligen örtlichen Schwerpunkten vermehrt eigene und teilweise zusätzliche Kräfte der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und der Bereitschaftspolizei (PD AFB) in Form von Einsatzzügen und Einsatzgruppen ein.

Bei den Schwerpunkten handelt es sich um bekannte Einsatzorte wie in der Polizeidirektion Neumünster rund um den Einfelder See, in der Polizeidirektion Bad Segeberg am Segeberger See, in der Polizeidirektion Itzehoe in Kollmar am Hafen und am Strand und im Bereich der Polizeidirektion Ratzeburg an verschiedenen Seen. Auch in Stormarn sind unter anderem in Bargteheide verschärfte Kontrollen vorgesehen. 

Die Polizeidirektion Lübeck wird die Ostseestrände besonders im Auge behalten sowie die Hüxwiese in Lübeck. Die Hüxwiese ist für den Himmelfahrtstag durch die Polizeidirektion Lübeck als so genannter „gefährlicher Ort“ eingestuft worden, ebenso durch die Polizeidirektion Kiel der Freistrand von Heikendorf/Möltenort.

Rechtlich ist es der Polizei dann nach dem Prinzip der Ortshaftung gestattet, die Identität von Personen festzustellen und diese zu durchsuchen. Dies bedeutet, dass unter Berücksichtigung der Verhältnismäßigkeit allein die Anwesenheit an einem „gefährlichen Ort“ ausreicht, um Adressat polizeilicher Maßnahmen zu werden.

Darüber hinaus wird die Polizeidirektion Kiel am Feiertag noch eine Demonstration mit etwa 200 Teilnehmern durch die Innenstadt begleiten.

„Junge Menschen und andere Feiernde sollen Spaß am Himmelfahrtstag haben – dem steht die Polizei nicht entgegen. Nur wenn der gemeinsame Bummel eine Schneise der Verwüstung hinterlässt, das kühle Bier zum Alkohol-Exzess, die wilde Grillwurst zum Flächenbrand und die Musik zur Ruhestörung wird, werden die Einsatzkräfte tätig. Dadurch schützen wir die Feiernden und natürlich auch die Unbeteiligten“, so Polizeisprecher Jürgen Börner. 

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