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Ammersbek

Streit um bedrohte Bäume in Hoisbüttel: NABU sieht „Faulstellen“ in Gutachten

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Der NABU Ammersbek kämpft um den Erhalt der beiden Blutbuchen am S-Bahnhof in Hoisdorf. Foto: NABU Ammersbek

Hoisbüttel – Eine der beiden großen Buchen am Bahnhof Hoisbüttel soll gefällt werden, das empfiehlt ein Gutachten im Auftrag des Investors, der den Bereich zwischen Georg-Sasse-Straße und Bahnhof bebauen will. Das Ergebnis überrascht den NABU Ammersbek nicht, denn „es ist der Baum, für den die bisherigen Pläne am stärksten verändert werden müssten.“

Mehr als 1300 Bürger unterstützen inzwischen die Forderung des NABU Ammersbek, die Bebauung am U-Bahnhof Hoisbüttel so zu planen, dass das prächtige Ensemble aus einer 220-jährigen Linde und zwei mindestens 120-jährigen Buchen auf dem Grundstück des ehemaligen Lottbeker Krugs erhalten werden kann. Am 31. Mai wurde dem Bürgermeister dazu eine Petition überreicht.

Nun wendet sich der NABU erneut an die Gemeinde, da er das Gutachten, das der Investor erstellen ließ, als unzureichend erachtet.

Der Gutachter fand „Faulstellen und Risse in der Gabel“ der doppelstämmigen Blutbuche, deren Alter er auf 150 Jahre schätzt. Er geht „von einer akuten Beeinträchtigung der Bruchsicherheit“ aus und empfiehlt „die Fällung“. Grundlage dieser Empfehlung ist eine „Inaugenscheinnahme“ und vor allem eine einzige schalltomographische Aufnahme in 1,30 Meter Stammhöhe.

Der NABU Ammersbek sieht ein Gutachten, das von dem Investor in Auftrag gegeben wurde, der vorher bereits dem Bauamt seine Fällungswünsche mitgeteilt hat, als nicht unabhängig und daher nicht ausreichend glaubwürdig an. Erschwerend kommt hinzu, dass der Gutachter nicht, wie in Hamburg inzwischen Voraussetzung, als Baumsachverständiger „öffentlich bestellt“ ist.

Nach Sichtung der Gutachten und Rücksprache mit anerkannten Experten hat der NABU zudem sachliche Mängel gefunden und fordert dringend eine von der Gemeinde beauftragte unabhängige Untersuchung mit mehreren schalltomographischen Messungen in verschiedenen Höhen. Auch zu einem möglichen Baumerhalt sollten Aussagen getroffen werden.

Kritisch sieht der NABU auch eine der Fällungsempfehlung anhängende „Vorprüfung zum Artenschutz mit Artenschutzrechtlicher Einschätzung“, die zu dem Schluss kommt, dass die Fällung „aus artenschutzrechtlicher Sicht als zulässig angesehen werden“ kann.

„Diese Vorprüfung ist fachlich nicht vertretbar und unüblich“, sagt Dr. Petra Ludwig-Sidow von der NABU-Gruppe in Ammersbek. Auch zeige sie Widersprüche und fehlende Artenkenntnis des Gutachters. Sollte auch ein zweites Gutachten eine Verkehrsgefährdung ergeben, die nicht durch Sicherungsmaßnahmen zu beseitigen ist, muss eine artenschutzrechtlich vorgeschriebene Prüfung vor einer Fällung methodisch korrekt erfolgen.

In dem Schreiben an den Bürgermeister, mit dem der NABU Ammersbek die restlichen der insgesamt 1320 Unterschriften der Gemeinde übergibt, sieht die zweite Vorsitzende, Angelika Schmidt, die Gemeinde „vor allem auch politisch in der Pflicht, einen neutralen, öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen mit der Untersuchung der Verkehrssicherheit der Bäume zu beauftragen.“

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Kultur

„Sultans of Swing“ im Ammersbeker Pferdestall

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Foto: Kaweit/hfr

Ammersbek – Es ist schon zur guten Tradition geworden, das Programm des Ammersbeker Kulturkreises für das erste Halbjahr mit einem Frühschoppen zu beenden. Dazu hat der AKK in diesem Jahr für Sonntag, 1. Juli, die „Sultans Of Swing“ eingeladen. Los geht das Früschoppen um 11.30 Uhr.

Doc Koehler’s Sultans Of Swing sind seit 1998 als Band aktiv. Vier Bläser und eine Rhythmusgruppe: Trotzdem klingen die Sultans oft wie eine ganze Bigband. Offenbar versteht es Gitarrist und Bandleader Jens „Doc“ Köhler, die Raffinesse und Harmonik der Großmeister mit viel künstlerischem Geschick an die Besonderheiten einer Combo anzupassen“, so die Veranstalter.

Als Leiter des LandesJugendJazzOrchesters Schleswig-Holstein weiß er darüber hinaus stets seine Solisten effektvoll einzusetzen – und natürlich die Sängerin der Band: Johanna Bularczyk.

Die Musik von Count Basie, Duke Ellington, Frank Sinatra oder Glenn Miller erlebt zurzeit ein bemerkenswertes Revival – und das über alle Altersgrenzen hinweg. Dazu passt dieser Auftritt natürlich wunderbar.

Der Eintritt kostet 12 Euro, für Mitglieder des Abendkasse 9 Euro.

Bereits ab 10 Uhr begleitet die Band den Gottesdienst, der an diesem Tag im Pferdestall stattfindet.

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Polizei und Feuerwehr

Ammersbek: Mofafahrer kollidiert mit einem Bus

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Symbolfoto: SL

Ammersbek – Am 12.Juni kam es gegen 15:20 Uhr bei Ammersbek zu einem Verkehrsunfall, bei dem ein Mofafahrer verletzt wurde.

Ein 84-jähriger Mann aus Siek befuhr mit seinem Mofa die Lübecker Straße (L 225) aus Hoisbüttel kommend in Richtung Rehagen.

In Höhe der Hausnummer 25 wurde der Mofafahrer von einem in gleicher Richtung fahrenden Linienbus überholt. Nach ersten Erkenntnissen zog der Mofafahrer unvermittelt nach links und wurde von dem Bus trotz sofortigem Ausweichmanöver erfasst. Der Mofafahrer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert.

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Ammersbek

Ammersbeker Sozialdemokraten wählen Fraktionsvorstand

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Der Fraktionsvorsitzende der Ammersbeker SPD Jürgen Ehrig. Foto: Foto Jessen Bargteheide

Ammersbek – Gemeindevertreter der Ammersbeker SPD haben ihren Fraktionsvorstand gewählt. Jürgen Ehrig wurde einstimmig als Fraktionsvorsitzender bestätigt. An seiner Seite bleiben die beiden Stellvertreter Rita Thönnes und Jürgen Kestien dabei.

Erst am 6. Mai wurden in vier der fünf Wahlkreise die Gemeindevertreter gewählt und am 3. Juni folgte eine Nachwahl. Die SPD ist mit sechs direkt gewählten Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertretern vertreten. „Trotz Verluste sind wir weiterhin stärkste Fraktion und möchten uns herzlich bei unseren Wählerinnen und Wählern bedanken“ so Jürgen Ehrig.

27,9 Prozent hat die SPD erreicht und ihre Gemeindevertreter sind neben Jürgen Ehrig, Rita Thönnes, Jürgen Kestien, Bettina Schäfer, Holger Lehmann und Sven Schäfer.

„Unsere Fraktion wird noch im Zuge der konstituierenden Sitzung mit Bürgerlichen Mitgliedern erweitert, welche wir in den Fachausschüssen einsetzen möchten“ so Ehrig. Auf Initiative der SPD wird folgend ein Kinder- und Jugendbeirat eingerichtet, die Ortsteile werden nicht zusammenwachsen und sie setzen sich weiterhin dafür ein, dass eine maßvolle Bebauung im Rahmen von Schließung der Baulücken erfolgt. Auch die Vereine und Verbände werden weiterhin unterstützt. Viele weitere Themen möchte die SPD in den nächsten fünf Jahren voranbringen.

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