Folge uns!

Familie und Freizeit

Jedes zehnte Kind ist arm: SPD diskutierte in Reinfeld über Kinderarmut

Veröffentlicht

am

Die SPD diskutierte in Reinfeld über Kinderarmut. Foto: hfr

Reinfeld – Auf Einladung der SPD Reinfeld um ihren Vorsitzenden Jochen Gehrke waren Susanne Danhier und Martin Habersaat ins Bildungszentrum gekommen, um über Strategien gegen Kinderarmut zu berichten und zu diskutieren.

Susanne Danhier, Vorsitzende der SPD Stormarn und Landtagskandidatin für Nordstormarn, leitete lange eine kirchliche Familienberatungsstelle im Kreis Segeberg. Sie berichtete von den besonderen Problemen alleinerziehender Mütter und Väter, von der Vererbbarkeit von Armut, aber auch von Strategien, dieser zu begegnen. Martin Habersaat, Landtagsabgeordneter aus Reinbek, legte als bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion den Schwerpunkt auf Kosten rund um die Schule.

Jedes 12. Kind in Stormarn lebt in einer Familie, die Sozialleistungen bezieht. Jedes 10 Kind in Reinfeld gilt als arm, berichtete Susanne Danhier. Sie hob hervor, dass der Kita-Besuch für Kinder aus Familien, die ALG II beziehen, kostenfrei ist. Zur besseren Beratung von Familien habe die Landesregierung die Gründung von 100 Familienzentren in Schleswig-Holstein finanziert, es gebe auch eines in Reinfeld. Wichtig seien Unterstützungssysteme, die niedrigschwellig sind und nicht beschämen. Beratungscafés und die Kiel-Card, mit der etwa im Sportverein oder der Mensa bezahlt werden kann, wurden als Beispiele genannt.

Der Landtag hatte im vergangenen Jahr die Universität Kiel untersuchen lassen, welche Kosten auf Eltern zukommen, die ein Kind in der Schule haben. Es sind im Schnitt 996 Euro. „Auch wenn dort der heimische Schreibtisch und das Mittagessen eingerechnet sind, wird deutlich, dass man mit 100 Euro, die bedürftige Familien aus dem Bildungs- und Teilhabepaket jährlich bekommen können, nicht weit kommt“, meinte Habersaat. Bei zwei runden Tischen hat der Bildungsausschuss des Landtags die Diskussion darüber begonnen, wie diese Kosten zu reduzieren sind. Muss jedes Kind einen Atlas kaufen? Was darf eine Klassenreise maximal kosten? Diese und ähnliche Fragen müssen nach der Landtagswahl geklärt werden.

In einer lebhaften Diskussion ging es um eine mögliche Erhöhung der Mittel für Bildung und Teilhabe, das eigentliche Ziel, so Danhier, müsse aber eine eigenständige Kindergrundsicherung sein. Die SPD Reinfeld hat sich zudem vorgenommen, die örtlichen Unterstützungssysteme unter die Lupe zu nehmen, um Verbesserungsmöglichkeiten zu erkennen.

Politik und Gesellschaft

Scherben und Müll: Sportverbot auf dem Oldesloer Kunstrasenplatz?

Veröffentlicht

am

Bürgermeister Jörg Lembke ist enttäuscht: Sogar ein Lagerfeuer wurde auf dem Kunstrasenplatz am Exer gemacht. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Da schauten einige Vereinsvertreter und Hobbysportler unter den Ausschussbesuchern nicht schlecht. Weil es immer wieder zu Problemen mit Müll und vor allem Glassplittern auf dem Kunstrasenplatz am Oldesloer Exer kommt, die Stadtverwaltung laut Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke es aber nicht sicherstellen könne, dass dieses Fehlverhalten einiger Nutzer des Platzes aufhört, ist es möglich, dass bald untersagt wird, auf dem Platz Fußball zu spielen oder andere Sportarten zu betreiben. Ja, richtig gelesen. „Wir müssen das prüfen und dann vielleicht untersagen, dass auf dem Kunstrasen Sport betrieben wird, weil es zu gefährlich wird“, so Lembke. 

Da die Politik beschlossen habe, den Platz offen zu lassen, sei das Betreten nicht verboten- auch wenn die Personen nicht Fußball spielen wollen. Es gebe aber auch keine Chance die Besucher und ihr Verhalten zu kontrollieren. Komme es weiterhin zu Scherbenfunden auf dem Platz, sei die wohl notwendige Konsequenz, dass aus Sicherheitsgründen der Sportbetrieb auf dem Platz verboten wird. Dann wäre es die wohl teuerste Luxus-Liegewiese in Norddeutschland. 

Zuletzt hatten mehrfach Jugendliche nachts auf dem Platz kleine Partys gefeiert und stets Müll und Glasscherben hinterlassen. „Wir können kein Personal dafür abstellen, um die Einhaltung der Platzregeln durchzusetzen“, so der Bürgermeister. Damit bleibe am Ende mit Blick auf die Verletzungsgefahr keine andere Lösung, wenn das Problem weiterhin auftauche. 

Weiterlesen

Kultur

Ahrensburg: Ausstellung über genialen Amateurforscher Flögel

Veröffentlicht

am

Metta Braake und Karin Voß
FOto: Stadt Ahrensburg/hfr

Ahrensburg – Seit Mai informiert im Ahrensburger Rathaus eine Ausstellung über den Ahrensburger Naturforscher J.H.L. Flögel , die der Historische Arbeitskreis anlässlich seines 100. Todestages erstellt hat. Aufgrund des hohen Publikumsinteresses wird die Ausstellung zwei Monate länger als ursprünglich geplant, bis Ende August 2018 zu sehen sein.

Viele Besucher haben sich bereits die großen Info-Tafeln, die Nachbildung seines Arbeitszimmers oder auch die vielfältig bestückten Vitrinen angesehen. So auch die Ahrensburger Künstlerin Metta Braake.

Das Mikroskop findet man nun in der verlängerten Ausstellung
Foto: Stadt Ahrensburg/hfr

Beim Anblick des wertvollsten Nachlasses von Flögel, den weltweit ersten Fotos von Schneekristallen aus dem Jahr 1879 sowie Querschnitten von Insektengehirnen, fiel ihr sofort das Mikroskop im Familienbesitz aus genau jenem Jahr ein. Ein Original-Mikroskop aus Flögels Zeiten wurde bisher noch nicht gezeigt. Umso mehr freute es den Historischen Arbeitskreis, als Metta Braake anbot, ihr Mikroskop mit auszustellen.

Die Vorstandsvorsitzenden Karin Voss und Dirk-Müller-Brangs nahmen das Mikroskop mit Zubehör für den Historischen Arbeitskreis entgegen und arrangierten es gut sichtbar in einer Hochvitrine. Die historische Korrektheit garantierte dabei der Kurator der Ausstellung Bernd Reher.

Fast wäre sein Werk dem Vergessen anheimgefallen, doch ein Zufallsfund sorgte viele Jahrzehnte nach seinem Tod für eine Sensation: Der Universalgelehrte Johann Heinrich Ludwig Flögel (1834 – 1918) hat als erster weltweit 1879 einen Schneekristall fotografiert.

Den genialen Amateurforscher faszinierten alle Phänomene der Natur und Technik, egal ob winzig klein oder unendlich groß. Vom Nordlicht über Insektengehirne bis zur Kieselalge, von Technischen Anlagen bis hin zu Mikroskopen und Fernrohren. Als Pionier der Fotografie unter dem Mikroskop war er international anerkannt. Seine Untersuchungen über Insektengehirne haben bis heute in der Neurobiologie ihren Platz. Vor 100 Jahren starb er als Dr. phil. h. c. Flögel in Ahrensburg.

Aus Anlass des 100. Todestages zeigt der Historische Arbeitskreis Ahrensburg in Kooperation mit dem Stadtarchiv Ahrensburg seit dem 3. Mai 2018 noch bis Ende August 2018 eine Ausstellung im Rathausfoyer über das Leben und die Forschungen von J.H.L. Flögel.

Kostenfreie Führungen können gebucht werden unter: info@historischer-arbeitskreis-ahrensburg.de

Weiterlesen

Familie und Freizeit

NABU-Ferienprogramm: Insekten erforschen und Preise gewinnen

Veröffentlicht

am

Großes Heupferd. Fotos: P. Ludwig-Sidow

Ammersbek – Der NABU Ammersbek startet eine große Sommeraktion für Schüler, die in Ammersbek leben oder häufig zu Besuch sind. Er ruft Kinder im Alter von sechs bis 14 dazu auf, ab Beginn der Sommerferien bis Ende September in einem Tagebuch Beobachtungen zu Insekten aufzuschreiben, ergänzt mit Zeichnungen, Fotos, Erlebnissen mit Insekten, Geschichten und Gedichten.

Ab Ende Juni liegen Flyer in den Schulen und Geschäften aus, auf denen zu lesen ist, wie es genau geht. Auf der Internetseite des NABU Ammersbek kann man diesen Flyer schon jetzt herunterladen. Alle die Lust haben, mitzumachen, können sich ab dem 2. Juli beim NABU anmelden und dort ein Tagebuch abholen.

Wer schon mal den Umgang mit und das Beobachten von Insekten üben möchte, meldet sich am besten zum Insektenforschertag an, den der NABU im Ammersbeker Ferienprogramm am 9. Juli veranstaltet. Wer dann Lust bekommen hat, ein Insekten-Tagebuch zu führen, kann das Büchlein dafür auch dort erhalten.

Bis Ende September müssen die Tagebücher beim NABU oder in der Lottbeker Apotheke wieder abgegeben werden. Am 28. Oktober, auf der Jubiläumsfeier des NABU Ammersbek, werden dann im Gemeindesaal der Kirche Hoisbüttel für die besten Insekten-Tagebücher, nach Altersgruppen getrennt, Preise vergeben. Die schönsten Seiten werden dort auch in einer Ausstellung zu sehen sein. Weitere Informationen im PDF-Flyer.

Weiterlesen