Folge uns!

Bad Oldesloe

Trotz Mängeln und Beschwerden: Stadtwerke wollen Travebad-Preise erhöhen

Veröffentlicht

am

Das Oldesloer Travebad. Foto: Stormarnlive

Das Oldesloer Travebad. Foto: Stormarnlive

Bad Oldesloe – Erwachsene zahlen 25 Prozent mehr, Kinder 50 Prozent. Behinderte sollen sogar das Doppelte bezahlen, Vereine das Dreifache. Das sind die neuen Preisvorstellungen der Vereinigten Stadtwerke (VSG) für einen Besuch im Travebad ab 2017.

Das Oldesloer Hallenbad fährt jährlich einen Verlust von einer Million Euro ein. Mit der drastischen Erhöhung der Eintrittspreise will der Betreiber, die Stadtwerke GmbH, das Defizit verringern. “Jeder Gast wird derzeit mit zehn Euro gefördert”, begründete VSG-Geschäftsführer Olaf Poetzing die geplante Preiserhöhung im Hauptausschuss. Die letzte Erhöhung sei schon zehn Jahre her. Es sei nun dringend an der Zeit, etwas zu tun. Schließlich seien die Gehälter der Bürger rein statistisch angestiegen, zugleich aber auch die Personalkosten im Bad.

Dort formierte sich Protest. Vor allem für die Vereine, die in dem Hallenbad trainieren, sind die neuen Preise ein Schock. Sie müssten 30 statt bisher zehn Euro zahlen – ein Anstieg von 200 Prozent.

Der Oldesloer DLRG-Vorsitzende Dominic Gehrken hatte nur durch Zufall von den Plänen erfahren. machte in der Bürgerfragestunde seinem Ärger Luft: “Die Stadtwerke sind auf dem besten Weg, Schwimmen zum Luxusgut zu machen.” Gehrken: “Das können wir uns nicht leisten.” Auch der VfL Oldesloe und Reha aktiv erklärten, dass sie nicht mit der geplanten Erhöhung einverstanden seien. Vor allem wurde auch die Kommunikation bemängelt. Jürgen Fahl, Betriebsleiter der Oldesloer Stadtwerke, zeigte sich verwundert. “Wir schlagen nichts anderes vor, als wir bereits im vergangenen Jahr im Arbeitskreis eingebracht hatten”, sagte er.  “Wir werden unser Programm dann wohl um 50 % reduzieren”, hieß es von VfL Seite.  “Wir würden eine Erhöhung auf 15 Euro verstehen. Das wäre moderat und machbar”, zeigte Gehrken die Kompromissbereitschaft der Vereine.

Für Kritik sorgte auch die Staffelung der Erhöhungen. Während Kinder und Erwachsene mit moderaten Preissteigerungen leben müssten, sollen Behinderte für den Eintritt ins Bad 100 Prozent mehr zahlen – vier statt bisher zwei Euro. Die Stadtwerke können das neue Preissystem nicht ohne Zustimmung der Lokalpolitik einführen.

Immer wieder gibt es Beschwerden über das “Travebad” – etwa wegen der kaputten Sauna oder weil das Frühschwimmen seit Wochen nicht wie geplant möglich ist. Auch am Verhalten des Personals wurde im Ausschuss Kritik laut. “Es gibt Besucher, die haben aber auch eine Anspruchshaltung, die keine Relation mehr kennt”, sagte Poetzing. “Es gibt für diese Besucher nur einen Menschen auf der Welt : sich selbst. Dann werden unsere Mitarbeiter auch noch von Pädagogen – deren Ausbildung man anzweifeln muss – mit Fäkalsprache beleidigt vor anwesenden Kindern. Das ist die andere Seite der Medaille”, so Poetzing.

Der Ruf des Travebades sei so oder so schon jetzt nicht gut in der Öffentlichkeit, befand Maria Herrmann (SPD). Die Preissteigerung sei daher ungeschickt. “Schwimmen darf nicht unattraktiv gemacht werden. Aus kaufmännischer Sicht müsste man das Bad schließen, aber darum geht es nicht. Es geht um Gesundheitsvorsorge und Sport. Wir wollen, dass unsere Bürger schwimmen können”, so Hans-Hermann Roden (SPD) .

Der Hauptausschuss vertagte die Entscheidung schließlich auf Antrag der SPD, bis das Travebad voll funktionsfähig ist. Außerdem müsse sich die VSG mit den Vereinen einigen.

Die CDU-Fraktion sah darin eine “Vertagung auf den Sankt-Nimmerleinstag” und stimmte dagegen – allerdings erfolglos. Der Antrag der CDU, dass die Preise verabschiedet werden und die Differenz für die Vereine mit einer Finanzierungsvereinbarung ausgeglichen, wurde abgelehnt.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe mit erster Turnierteilnahme

Veröffentlicht

am

Gut neun Monate nach Gründung der Fußball-Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe, in Kooperation mit den Stormarner Werkstätten und dem Kreissportverband Stormarn, nahm dieses Team erstmals an einem Turnier teil.

Christian Bauer (blaues Trikot) stoppt diesen Angriff mit vollem Einsatz. Fotos: VfL Oldesloe

Es ging zum „Kalle-Stawikowski-Cup“, der von der Vorwerker Diakonie ausgerichtet und an der Lübecker Lohmühle auf Kunstrasen ausgetragen wurde. Hier sollte man auf Kleinfeld auf andere Werkstätten, Förderschulen und soziale Einrichtungen treffen.

Die Aufregung war bei allen Spielern riesengroß. Für die meisten Kicker des Teams war es absolutes Neuland.

„Aufgrund von Corona konnten wir leider auch nicht so trainieren wie wir es uns gewünscht hätten, aber für mich war klar das wir diese Einladung gerne annehmen“, so Trainer Rainer Fischer. Schon vor dem Beginn war die Platzierung für den bekannten Oldesloer Coach Nebensache.

„Sie sollen das hier einfach genießen und auf sich wirken lassen. Der Spaß steht absolut im Vordergrund“, erklärte „Fischi“. So hatte der Veranstalter auch extra darauf hingewiesen das man keine Scheu haben sollte spielschwächere Akteure mitspielen zu lassen. Da immer ein Betreuer mit auf dem Platz stehen durfte, kickten Daniel Elten von den Stormarner Werkstätten und Pia Görrissen vom KSV Stormarn mit.

Für Görrissen, die selbst Fußball gespielt hat, und die Inklusionsmannschaft wie Elter bei jedem Training begleitet auch eine tolle Erfahrung.

Im ersten Spiel sah man allen die Aufregung und Nervosität an. Mit einer knappen 0:1 Niederlage verließ man den Platz.

Im zweiten Vorrundenspiel steigerte man sich schon ein wenig und spielte Remis, wobei Stephan Knorr für seinen bereits geschlagenen Keeper in höchster Not rettete. Nach der Vorrunde wurde in zwei leistungsgerechte Gruppen eingeteilt.

Im dritten Spiel konnte man gegen Marli II dann auch endlich jubeln. Das erste Tor war zudem wohl auch das Tor des gesamten Turnieres, denn Davor Peric hob den Ball gekonnt aus 30 Metern über den Torwart hinweg. „Der Jubel nach dem ersten eigenen Tor war unbeschreiblich“, beschrieb VfL-Pressewart Nico v. Hausen die Szenerie nach dem Treffer.

Nun hatte man Blut geleckt und gewann die Partie noch mit 3:0. Zwischen den Spielen bot der VfB Lübeck eine Stadionführung an.

Auch der VfL nahm dieses Angebot gerne an und ließ sich von dem Geschäftsstellenleiter Florian Möller das Innenleben der alterwürdigen Lohmühle zeigen.

Nach dem Mittagsessen gab es noch weitere Partien. Und die Inklusionsmannschaft des VfL Oldesloe wurde immer stärker, zeigte als Mannschaft sogar richtige Spielzüge. Auch der Leiter des Bildungszentrums der Stormarner Werkstätten, Jan Domeier, konnte sich davon überzeugen und staunte wie einige mitgereiste Eltern nicht schlecht. „Das sieht ja schon nach Fußball aus. Wie haben Sie das gemacht“, fragte ein Elternteil in Richtung Trainer Fischer.

Rainer Fischer grinste erfreut und war sichtbar stolz auf seine Schützlinge. Wobei gerade er einen großen Anteil daran hat.

„Rainer hat seine ganz eigene Art mit den Jungs umzugehen. Sie vertrauen ihm und das ist die halbe Miete. Wie er in dieser kurzen Zeit aus den Jungs eine richtige Einheit geformt hat ist schon eine ganz tolle Sache“, so von Hausen. Auch Werkstätten-Betreuer Daniel Elter ist voll des Lobes.

„Einige Jungs sind bei ihrer Arbeit oft allein oder kapseln sich ab. Hier blühen sie richtig auf. Einige reden jetzt wo sie früher kaum ein Wort gesprochen haben. Und vorallem, sie lachen. Das ist besonders schön!“ In der Tat genoss jeder Spieler diese für sie neuen Eindrücke und Erlebnisse auf diesem Turnier. Am Ende langte es sogar für Platz zwei in ihrer Leistungsgruppe, punktgleich und ungeschlagen.

Steven Burmeister freute sich als Sieger der Geschicklichkeitsübung über Eintrittskarten für ein Heimspiel des VfB Lübeck

Bei der Siegerehrung herrschte nochmal große Freude, denn neben Pokalen und Medaillen hatte die Vorwerker Diakonie auch einige Geschicklichkeitsübungen wie Fußballcurling oder Torwandschießen als Rahmenproramm vorbereitet. Und hier sahnte die Inklusionsmannschaft des VfL ab. Der 1. Platz ging an Steven Burmeister, der sich über zwei Karten für ein Heimspiel des VfB Lübeck freute. Auch Panuwatra Tangboon und Günter Timmann belegten vordere Plätze und bekamen Präsente.

„Wir bedanken uns bei der Vorwerker Diakonie für dieses tolle Turnier bei dem Toleranz und Fairplay im Vordergrund standen und auch beim VfB Lübeck für die Stadionführung. Die strahlenden Gesichter unserer Spieler sprachen Bände“, so VfL-Pressewart von Hausen abschließend.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Betrunken durchs Parkhaus: Oldesloer Polizei nimmt Seat-Fahrer Führerschein ab

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe Am vergangenen Mittwoch (25.05.2022), gegen 19.25 Uhr fuhr ein 44-jähriger Bad Oldesloer mit einem Seat Ibiza im Parkhaus in der Lübecker Straße diverse “Schleifen”.

Alkoholtest (Symbolbild). Foto: polizei

Bei einer Kontrolle kam zutage, dass der Fahrzeugführer unter dem Einfluss von Alkohol stand. Ein freiwillig durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen vorläufigen Wert von 1,82 Promille.

Es folgte eine Entnahme einer Blutprobe, die Beschlagnahme seines Führerscheines und die Sicherstellung des Fahrzeugschlüssels.

Ihn erwartet nun ein Verfahren wegen Trunkenheit im Verkehr.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Musikstudierende bringen Händel-Oper „Radamisto“ ins KuB

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe An der Musikhochschule Lübeck (MHL) laufen zurzeit die Proben für das neue Opernprojekt „Radamisto“, das im Juni auch in Bad Oldesloe zu sehen sein wird.

Regisseur Christian Carsten und Dirigent Pieter-Jan Belder. Fotos: MHL

Am Freitag, 17. Juni um 20 Uhr feiert die selten zu hörende Händel-Oper unter musikalischer Leitung von Pieter-Jan Belder und der Regie von Christian Carsten Premiere im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe (KUB). Weitere Vorstellungen finden am 18. Juni um 20 Uhr und am 19. Juni um 17 Uhr.

Seit diesem Semester proben vierzehn Studierende der MHL-Gesangsklassen verschiedener Ausbildungsstufen mit dem Regisseur Christian Carsten, der seit Herbst 2021 eine Stelle für Regie an der MHL bekleidet und sich mit dieser Regiearbeit erstmals dem Publikum in Bad Oldesloe vorstellen wird. Die Handlung siedelt er im Heute an, die Bühnenausstattung ist bis zum Äußersten reduziert: Mit 15 Stühlen auf der Bühne und Lichteffekten inszeniert Carsten das Drama um Liebe und Krieg, das eine Dynastie beinahe zersprengt, dann aber doch noch zu einem guten Ende findet. Unter Leitung des MHL-Spezialisten für Alte Musik Pieter-Jan Belder, der ebenfalls erstmals im KUB zu Gast ist, stellt das MHL-Ensemble für Alte Musik Händels vor Klangfarben sprühende, expressive Musik vor. 

Die Handlung dreht sich um Zenobia, die Frau des gescheiterten Titelhelden Radamisto. Radamistos Bruder Tiridate begehrt seine Schwägerin und lässt nichts unversucht, um sie und gleich auch ihr Land zu erobern. In seiner Leidenschaft entpuppt Tiridate sich als Bösewicht, dem jedes Mittel Recht ist: Auf die Liebeswirren folgt ein Eroberungskrieg und schließlich ein Finale, in dem Tiridate Zenobia vor die Wahl stellt, sich ihm hinzugeben oder ihr Mann wird sterben. Am Ende zieht der Bösewicht dann den Kürzeren: Von seinen Soldaten verlassen, muss Tiridate schließlich aufgeben. Seine Frau Polissena verzeiht ihm und auch Radamisto will nichts von Rache wissen.

Regisseur Christian Carsten erläutert: „Die Handlung spielt im Krieg. Beim Proben haben wir gemerkt, wie anders wir aktuell über den Krieg denken als noch vor einem Jahr. In unserer Oper wird der Krieg beendet, einfach weil Radamisto beschließt, dass er nicht mehr kämpfen will. Die Figuren lösen so den Krieg selber auf“.

 „Die Handlung ist so verwickelt, dass es kaum jemand von uns schafft, sie fehlerfrei widergeben“, erzählt Carsten: „Die Emotionen und Affekte in den vielen Rezitativen und Arien sind jedoch total klar und ein gutes Übungsfeld für die Studierenden.“ Dem Wechsel der Stimmungen entspricht Händels klanglich kontrastreiche Partitur: Zwischen kriegerisch auftrumpfenden Trompetentönen und melancholischen Trauergesängen gibt es zahlreiche Schattierungen. Die Oper war zu Händels Zeiten überaus erfolgreich, verschwand dann aber in der Versenkung und wird auch heute selten in die Spielpläne gehoben. Sie wurde von Händel selber mehrmals überarbeitet, die MHL zeigt die Urfassung, die in ihrer Ursprünglichkeit und Direktheit am besten für die Inszenierung mit den Studierenden geeignet schien.

Termine: Freitag (17. Juni) 20 Uhr, Samstag (18. Juni) 20 Uhr und Sonntag (19. Juni) 17 Uhr im KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe, Beer-Yaacov-Weg 1, 23843 Bad Oldesloe. Tickets: Tel. 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de. Preise: VVK: 18,50 € / 12,50 € (erm.); AK: 20,50 € / 14,50 € (erm.)

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung