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Der Kreis

TG hat das Filmset verlassen: Ein Nachruf auf unseren Freund Thomas Gericke

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Der Filmemacher und Medienpädagoge Thomas Gericke ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Foto: Fischer

Der Filmemacher und Medienpädagoge Thomas Gericke ist im Alter von 60 Jahren gestorben. Foto: Fischer

Das ganze Trübsal, die verweinten und trauernden Gesichter, hättest du wohl kurz und pragmatisch kommentiert mit einem Satz wie: „Macht euch mal nicht so’n Stress wegen mir, sowas passiert.“

Der Filmemacher Thomas Gericke, unser Freund, Kollege, Nachbar, ist am Dienstagmorgen ganz unvermittelt in Bad Oldesloe gestorben. Er wurde nur 60 Jahre alt.

Wäre das hier ein Film, die Laufzeit von 60 Minuten wäre quantitativ reichlich dünn. Der Abspann kommt zu früh. Aber TG, du hast nie viel Aufhebens um deine Person gemacht, im Mittelpunkt zu stehen war dir ein Graus. Statt Hauptprotagonist warst du lieber hinter der Kamera und hast dich am Schnittplatz durch Rohmaterial gewühlt. Die knappe Laufzeit machst du durch Inhalt wieder wett.

Du hast mit deiner Arbeit als Filmemacher und Sozial- und Medienpädagoge beim Kreisjugendring Stormarn hunderte, vielleicht tausende Menschen – allen voran die Kinder und Jugendliche – bei Workshops und Videoprojekten beeinflusst. Du hast ihnen mit DV-Kasetten, Kameras und Adobe Premiere das Handwerk gelehrt, Kreativität zu konservieren. Aus manchen deiner Schüler ist etwas Anständiges geworden, andere sind ins Mediengeschäft oder in den Journalismus abgerutscht, wie der Autor dieses Nachrufs. Kleiner Scherz am Rande.

Immerhin stehen in deinem Abspann viele Namen, die problemlos die restlichen 30 Minuten bis Spielfilmlänge füllen dürften. Auch einige Gastkommentare, Bonusmaterial sozusagen, haben noch Platz, bis die DVD voll ist:

Max Wiechmann, Teilnehmer einer Ferienpass-Aktion vor sieben Jahren, Wegbegleiter und Freund: „Er wirkte schon damals unheimlich motivierend auf die jungen Teilnehmer, eine Eigenschaft die er sich bis heute bewahrt hat. Die Arbeit mit ihm hat mir immer Spaß gebracht, seine Art Dinge pragmatisch anzugehen und trotzdem kompromissbereit zu sein hat mich jedes Mal wieder beeindruckt! Er war auch neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Filmemacher jederzeit bereit, bei Problemen zu helfen und dort wo es ging zu unterstützen. Sei es bei Vereinsarbeit, persönlichen Projekten, schulischen Dingen oder banalen Computerproblemen. Wenn man sein Büro im Kreisjugendring betritt, fallen einem Poster von Filmprojekten aus dem Jahre 1988 ins Auge. In seinem Regal reihen sich annähernd 250 DVDs mit den Ergebnissen seiner jahrzehntelangen Arbeit. Der Gedanke, dass sich zu diesen DVD-Hüllen keine weiteren gesellen werden, schmerzt. Jedoch wird gerade dieses beeindruckende Lebenswerk, zusammen mit seiner absolut sympathischen Art dafür Sorgen, dass ich Thomas Gericke niemals vergessen werde.“

Thomas Gericke war seit 30 Jahren für den Kreisjugendring Stormarn tätig und seit 2004 fest angestellter Sozial- und Medienpädagoge in Teilzeit. Der gebürtige Oldesloer und ehemalige Polizist wirkte auch ehrenamtlich an vielen Projekten mit.

KjR-Chef Uwe Sommer: „Wir sind hier unfassbar betroffen. Für Thomas war das hier kein Beruf, sondern eine Berufung. Für die Jugendmedienarbeit ist das ein Bruch, die wird es ohne ihn in dieser Form nicht mehr geben. Er war ein Menschenfreund und hatte auf Kinder eine unheimlich charismatische Ausstrahlung und war auf seine spezielle Art immer aufgeschlossen und hilfsbereit, auch mal grummelig, aber immer freundlich und geduldig. Im Mittelpunkt stehen wollte er nie. Dennoch wird er vielen Menschen im Gedächtnis bleiben.“

Sein letztes Projekt, an dem er auch am Abend vor seinem Tod gearbeitet hat, bleibt unvollendet: Videoportraits über die Hauptnutzer des Kultur- und Bildungszentrums (KuB), die bei der Eröffnung am Freitagabend gezeigt werden sollten.

Unsere Gedanken sind in dieser Zeit bei deiner Familie, bei deiner Lebensgefährtin Andrea, bei deinen Geschwistern und Kindern, deinem Enkelkind, das viel Freude an seinem Opa gehabt hätte. Bei deinem besten Freund Frank, den du seit 50 Jahren kanntest, bei deinen vielen Freunden und Doppelkopfgegnern, bei deinen Arbeitskollegen beim KjR und bei uns in der Redaktion. Du hinterlässt eine Lücke.

Ich persönlich verneige mich vor einem Menschen, der den Personen in seinem Umfeld viel gegeben und in der Jugendarbeit im Kreis Stormarn viel bewegt hat. Das mit dem “kein Stress machen” fällt nicht leicht, TG.

Grüße ins Produktionsbüro. Dein ehemaliger KjR-Praktikant,

Finn Fischer

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Bad Oldesloe

TÜV gefälscht: Oldesloer Polizei zieht Gammel-Sprinter aus dem Verkehr

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Bad Oldesloe – Völlig durchgerostet und mit gefährlichen Mängeln: Die Oldesloer Autobahnpolizei hat einen Sprinter aus dem Verkehr gezogen. Wie sich herausstellte, war das HU-Gutachten gefälscht.

Fotos. Polizei

Am 25.September 2021, gegen 10:30 Uhr, stoppten Beamte des Polizeiautobahn- und Bezirksrevieres Bad Oldesloe auf der A1 an der Anschlussstelle Bad Oldesloe, einen Hamburger Fiat-Sprinter zu einer Fahrzeugkontrolle.

Bei der Begutachtung des Baufahrzeuges aus Hamburg fielen diverse Mängel wie Unfallschäden, starke Durchrostungen und technische Mängel an der Beleuchtung auf.

Stutzig wurden die Beamten bei der Durchsicht der Fahrzeugpapiere und der Inaugenscheinnahme des Kennzeichens, als diese eine Fälligkeit zur nächsten Hauptuntersuchung für den Juni 2022 aufwiesen.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der Stempel eines technischen Überprüfungsvereins in den Fahrzeugpapieren gefälscht und die Hauptuntersuchungsplakette von einem anderen Fahrzeug abgelöst und auf das Kennzeichen des LKW geklebt wurde.

Das Fahrzeug selbst fiel zuletzt Ende 2020 mit diversen Durchrostungen und dem Hinweis “gefährlichen Mängel” durch die Hauptuntersuchung.

Die Polizei ermittelt nun gegen den 20- jährigen Halter und den 52- jährige Fahrer aus Hamburg wegen des Verdachts der Urkundenfälschung in zwei Fällen. Die Weiterfahrt mit dem Fahrzeug wurde untersagt.

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Bad Oldesloe

Nach CDU-Pannen-Wahlkampf: Junge Union greift Laschet an

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Zahnloses Programm, Beschimpfungen im Wahlkampf, zahlreiche Patzer des CDU-Kandidaten: Die Junge Union Herzogtum Lauenburg übt nach der Bundestagswahl heftige Kritik an Armin Laschet und fordert “personelle Konsequenzen”.

Foto: JU

„Lange Monate haben wir nichts gesagt und an einem Strang gezogen“, sagt Florian Slopianka, Kreisvorsitzender der Jungen Union Herzogtum Lauenburg und Mitglied im Landesvorstand der Jungen Union Schleswig-Holstein.

Mit dem Rückhalt ist es jetzt, einen Tag nach dem CDU-Wahldesaster, offenbar vorbei:

„Wir haben an tausenden Haustüren geklingelt, uns an Wahlständen für Lacher und Ideenlosigkeit beschimpfen lassen und rechtfertigen müssen. Geholfen hat dies offensichtlich nichts.“

In einer Pressemitteilung schreibt sich der Jungpolitiker den Frust der letzten Monate von der Seele. Armin Laschet und alle, die für seine Kanzlerkandidatur verantwortlich sind, kommen dabei alles andere als gut weg.

„Die Bundestagswahl ist eine Katastrophe für die CDU. Dieses Ergebnis haben diejenigen persönlich zu verantworten, die der Parteibasis und der Bevölkerung bei der Nominierung des Kanzlerkandidaten bewusst den Rücken zugekehrt haben. Hier müssen jetzt auch persönliche Konsequenzen folgen.“

Und für die JU ist an der Zeit für einen „radikalen Neuanfang“

„Zu sehr haben Proporz und Genügsamkeit die letzten Jahre geprägt. Zu wenig haben wir den Mut zu klaren Positionen gefunden. Das muss sich jetzt dringend ändern. Die alten Parteistrukturen der CDU haben ausgedient“, so Florian Slopianka. Er fordert eine stärkere Einbindung aller Parteimitglieder, „um den Neuanfang auf die Beine zu stellen.“

Neben dem Kanzlerkandidaten und „zahnlosen“ Programm kritisiert Florian Slopianka auch die Kampagne zur Bundestagswahl:

„Die SPD spielte in den Betrachtungen des Adenauerhauses offensichtlich keine Rolle. Eine fatale Fehleinschätzung. Konfrontationen wurden bei nahezu keinen Themen gesucht.“

Gleichzeitig bekennt er: „Es tut mir weh, diese Worte zu wählen. Jetzt werden sicherlich viele Kritik üben daran, dass ich meine Einschätzung der Dinge öffentlich mache. Doch das, was wir mit dieser Bundestagswahl erlebt haben, verlangt nach einem lauten Aufschrei.“

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Mann verletzt sich während der Fahrt mit Schusswaffe

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Bad Oldesloe – Während der Fahrt hat sich ein Mann auf der Autobahn 1 bei Bad Oldesloe mit einer Schusswaffe lebensgefährlich verletzt. Der Hamburger verstarb Stunden später im Krankenhaus.

Rettungsdienst im Einsatz Symbolfoto: SL

Zu dem tragischen Vorfall kam es am 25. September zwischen den Anschlussstellen Bad Oldesloe und Bargteheide.

Nach derzeitigen Erkenntnissen ist ein 68- jähriger Fahrer aus Hamburg in Fahrtrichtung Fehmarn unterwegs gewesen. Im Verlauf der Fahrt habe er vermutlich in suizidaler Absicht eine Schusswaffe gegen sich selbst gerichtet. Das Fahrzeug fuhr danach gegen die Mittelschutzplanke und kam im Anschluss nach rechts von der Fahrbahn ab. Ungefähr 100 Meter neben der Fahrbahn kam das Fahrzeug auf einem Feld zum Stehen.

Der Fahrzeugführer wurde lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenige Stunden später verstarb.

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