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Bad Oldesloe

Foodsharing: Lebensmittel retten und Rohstoffe schützen

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shutterstock.com (Symbolfoto)

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Bad Oldesloe – Die erste war, dass an einem Freitagabend, der eigentlich ja schon Wochenende bedeutet, fast 30 Bürgerinnen und Bürger sich zu diesem, für Bad Oldesloe bisher fremden Thema “Foodsharing” im Bürgerhaus einfanden.

Die beiden anderen Überraschungen gab es am Ende dieses “Grünschnacks”, der tatsächlich mehr ein lebendiger Klönschnack als ein Top-down-Vortrag war. Die Referentin aus Kiel, Mareike Jokisch, schilderte sehr anschaulich mit Grafiken und Beispielen, wie sich die Idee des Lebensmittelteilens (Foodsharing) vor 5 Jahren entwickelt hatte. Ursache war die Erkenntnis, dass 1/3 aller Lebensmittel in Deutschland im Müll landen (11 Millionen Tonnen), den größten Anteil daran haben mit 61 Prozent die privaten Verbraucher.

Das bedeutet eine immense Verschwendung von Rohstoffen und schreit geradezu nach Veränderung. Wenn der Verbraucher z.B. eine Banane nicht kaufe, weil sie eine braune Stelle in der Schale habe, so sei das absolut übertrieben, wie Jokisch an einer solchen Banane live demonstrierte: Die eigentliche Frucht sei immer noch schier und schmecke vorzüglich. “Benutzen Sie Ihre Sinne”, forderte die Foodsaving-Botschafterin das Auditorium auf, “das Mindeshaltbarkeitsdatum MHD ist kein Kriterium dafür, dass man sich einen Tag nach dem MHD bereits vergiftet”. Neben diesen gewissermaßen banalen Beispielen wurden auch viele rechtliche Fragen der Zuhörerinnen geklärt, wie die “Sind die Lebensmittelretter eine Konkurrenz zu den Tafeln?”. Nein, die Tafeln gelten als Lebensmittelbetriebe und würden viele Lebensmittel gar nicht abnehmen dürfen. Die Lebensmittelretter handelten als Privatpersonen und gäben das gerettete Gut auch nur privat weiter, der Kooperationshändler, z.B. ein Supermarkt, sei dadurch aus der Haftung für das Lebensmittel entlassen.

Die beiden Überraschungen am Schluss der Veranstaltung: Es gibt auch in Bad Oldesloe neuerdings eine Foodsharing-Gruppe (Initiatorin ist Maike Hoffmann) – und: Der Tisch voller geretteter Lebensmittel am Ende des Bürgerhaussaales war ein Geschenk an alle Zuhörer, die das Angebot erfreut annahmen.

Wer auch Teil dieser Lebensmittelretter-Bewegung werden möchte, kann sich gerne unter www.foodsharing.de anmelden. Neue Unterstützer sind jederzeit herzlich willkommen.

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Bad Oldesloe

Jahrestag: Oldesloer gedenken der Befreiung des KZ Auschwitz

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Bad Oldesloe – Etwa zwei Dutzend Menschen waren dem Aufruf des Stadtverordneten Hendrik Holtz (Die Linke) gefolgt und haben auf dem Bad Oldesloer Kirchberg dem Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz gedacht.

Oldesloer erinnern an die Befreiung des KZ Auschwitz. Foto: hfr

„Ich bin unglaublich froh, dass so viele junge Menschen erschienen sind. Dies zeigt das in Bad Oldesloe und besonders bei den jungen Menschen dieser Stadt, eine lebendige Erinnerungskultur vorhanden ist”, freute sich Hendrik Holtz, der auch im Bündnis gegen Rechts in Bad Oldesloe aktiv ist. “Die Faschisten haben insbesondere in Osteuropa die grausamste Schreckensherrschaft errichtet, die mit Auschwitz ihren Höhepunkt fand. Und dies waren nicht die Taten von ein paar tausend SS Angehörigen, sondern auch von weiten Teilen der Wehrmacht.“ Und wenn die AfD heute erkläre, sie sei stolz auf die “Leistungen” von deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg, sei das in jeder Beziehung abstoßend.

Lennard Hammelberg vom Kinder und Jugendbeirat (KJB) ging in seinem Redebeitag auf die heutige Situation in der Bundesrepublik ein: „Es gibt noch sehr viel zu tun, wenn es in Deutschland Orte gibt wo Menschen Strafanzeigen fürchten müssen, wenn sie Naziaufkleber entfernen.“

Lars Friese von der Linken Initiative Bad Oldesloe erinnerte an den Lebensweg des Sozialdemokraten Robert Kersten: „Hier am Kirchberg liegt der Stolperstein von Robert Kersten und sein Schicksal beweist nur zu gut, dass kein Leben in Nazideutschland sicher war, sein Verbrechen war schlichtweg Demokrat gewesen zu sein.“

Stolperstein zu Ehren von Robert Kersten am Oldesloer Kirchberg. Foto: hfr

Birgit Mahner vom Bella Donna Haus forderte in ihrem kurzen Redebeitrag eine bessere Aufklärung über die Zeit des Nationalsozialismus: „Einige Menschen in Deutschland wissen nicht mehr wie schlimm die Verbrechen der Nazis wirklich waren“

Am Ende der Kundgebung wurde eine Schweigeminute abgehalten und im Anschluss Kerzen und Blumen am Stolperstein von Robert Kersten niedergelegt.

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Bad Oldesloe

Drei Courage-Preise gegen Rassismus und politische Hetze

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Bad Oldesloe – Nachdem die für den 9. November geplante öffentliche Präsenzveranstaltung für die Vergabe des Courage-Preises aus den bekannten Gründen abgesagt werden musste, hat der Trägervereinseine seine Absicht umgesetzt und aus Respekt vor dem Engagement der Nominierten eine Corona-gerechte Ersatzvergabe organisiert, statt auf immer neue, aber letztlich nicht belastbare Alternativtermine zu hoffen.

Foto: hfr

Vom 22. bis zum 25. Januar 2020 wurden die Urkunden, Pokale und Preisgelder an unterschiedlichen Orten an Vertreter der jeweiligen Projekte übergeben.

Der Jury lagen sieben sehr unterschiedliche, aber jeweils überzeugende Preisvorschläge vor. In der Reihenfolge ihrer Einreichung waren dies:

1) Lene Priebsch für ihre langjährige ehrenamtliche Arbeit, sei es im Kinder- und Jugendhaus St.Josef, in der Jugendfreizeitstätte oder bei der Initiierung einer Typisierungsaktion von Stammzellenspendern. Mit ihrem stets überzeugenden Engagement gehört Lene zu denen, ohne die unser Gemeinwesen so nicht funktionieren würde.

2) Die Handballdamen des SV Sülfeld mit ihrer mutigen Aktion „Wir setzen ein Zeichen gegen Neonazis“. Dieses und andere Zeichen der Solidarität und Courage haben dazu geführt, dass die Neonazis ihre Hetze in Sülfeld eingestellt haben. Darüber hinaus ist davon eine wichtige Signalwirkung ausgegangen, weit über Sülfeld hinaus, Neonazis an jedem Ort mit der gleichen Entschlossenheit zu bekämpfen.

3) Frederike Wrohn für die Organisation der Friday for Future – Aktivitäten in Bad Oldesloe. Sie gilt als Kopf und treibende Kraft der lokalen Aktionen. Frederike hat aber nicht nur Demos organisiert, sondern das Klimathema für die Jugend auch gegenüber der Politik, z.B. im Kreistag, vertreten.

4) Die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Beruflichen Schule, die seit Jahren innerhalb und außerhalb der Schule mit tollen Aktivitäten in unterschiedlicher Zusammensetzung überzeugt. Das aktuelle Projekt „Bunt-Stark-Kulturell“ verfolgt das Ziel, die Integration von knapp 50 unterschiedlichen Nationalitäten an der Schule zu fördern.

5) Die Schülervertretung (SV) der Theodor-Mommsen-Schule (TMS). Diese hat Anfang des Jahres 2020 dem Oldesloer Hospiz einen Betrag von 3250,00 € gespendet. Die Leitung des Hospizes war davon so beeindruckt, dass sie unabhängig vom Vertrauenslehrer der TMS, die SV auch für den Courage-Preis vorgeschlagen hat.

6) Die Jugendgruppe Arandela, deren Initiative die Aufstellung der Gedenktafel für die Opfer des Todesmarsches bewirkt hat, der Anfang Mai 1945 auch durch Oldesloe führte. Damit wurde am 03.Mai 2020 für Bad Oldesloe ein Ort der Erinnerung und der Mahnung geschaffen, der auch einen Beitrag dazu leistet, den Opfern des Naziregimes ihre Würde zurückzugeben.

7) Johannes Jensen und Felix Schutt, die einen Videofilm gedreht haben. Der Kurzfilm „Heimweg“ steht unter dem Motto „Gelegenheit macht Helden – zeig Courage“. Der Film ist unter www.youtu.be/Rlq85jWyxFU zu sehen.

Jury bestimmte drei Preisträger

Alle Nominierten und deren Projekte können, so die Jury, uneingeschränkt als Gewinner bezeichnet werden.

Fenja Truberg und Merle Fischer nahmen den Preis für die Jugendgruppe Arandela entgegen.

Aber nicht alle Gewinner können auch Preisträger sein. In Würdigung aller Vorschläge hat die Jury für drei Projekte ein Preisgeld von jeweils 1000 Eurp ausgelobt.

Die gleichberechtigten Preisträger für den Oldesloer Jugend-Courage-Preis 2020 sind:

Die Handballdamen des SV Sülfeld für den Mut, sich gegen Gewalt, politische Hetze und Rassismus zu engagieren.

Die Arbeitsgemeinschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe, die die Aufforderung des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier „Es reicht nicht aus, kein Rassist zu sein. Wir müssen Antirassisten sein.“ seit Jahren mit überzeugenden Projekten einlöst und damit aktiv und nachhaltig für gesellschaftliche Solidarität eintritt.

Die Jugendgruppe Arandela, die mit Ihrer Initiative zur Aufstellung der Gedenktafel aktive Erinnerungsarbeit geleistet und Spuren vergangener Unmenschlichkeit in der Gegenwart sichtbar gemacht hat.

Alle Preisträger und alle Nominierten haben deutlich gemacht, dass das Leitmotiv des Trägervereins „Demokratie leben – Courage zeigen“ keine abstrakte Formel ist, sondern haltungsorientiert in unterschiedlichsten Formen gelebt werden kann.

“Die darin begründete Hoffnung, dass wir das weitere Auseinanderdriften der Gesellschaft mit Unterstützung der nachwachsenden Generationen abwenden können, macht Mut”, sagt Wolfgang Abel vom Trägerverein.

Am 9. November 2021 wird der Oldesloer Jugend-Courage Preis für das Jahr 2021 vergeben. Dazu werden auch alle Nominierten des Jahres 2020 eingeladen, um die öffentliche Ehrung in diesem Rahmen nachzuholen.

Der Trägerverein bedankt sich abschließend bei allen, die Preisvorschläge eingereicht haben sowie bei allen Nominierten, für das gezeigte Engagement.

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Bad Oldesloe

Stormarn meldet Corona-Zahlen für Dienstag: Fünf Tote, Inzidenz bei 90

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Bad Oldesloe – Das Gesundheitsamt des Kreises Stormarn meldet seit gestern Nachmittag 44 Neuinfektionen (Stand: 26.1., 15:00 Uhr).

Ausgehend von der gestrigen Mitteilung der Landesmeldestelle zur offiziellen Gesamtzahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn (4.056) ergibt sich, sofern die Landesmeldestelle im Laufe des Tages keine Veränderungen vornimmt, für heute eine neue Gesamtzahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle von 4.100.

3.663 Personen gelten als genesen, 309 Personen sind aktuell infiziert.

Leider müssen wir auch mitteilen, dass fünf weitere infizierte Personen verstorben sind. Es handelt sich um Frauen der Altergruppen über 70 Jahre (1), über 80 Jahre (1) und über 90 Jahre (3). 128 Personen sind somit verstorben.

Ausgehend von der gestrigen Mitteilung der Landesmeldestelle zur 7-Tage-Inzidenz sind im Kreis Stormarn innerhalb der letzten sieben Tage 219 Neuinfektionen zu bestätigen. Das entspricht einem Inzidenzwert von 89,7 Infektionen pro 100.000 EinwohnerInnen.

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