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Ahrensburg

Bewährungsstrafen, mangelnde Haftgründe: Geht die Justiz zu lasch mit Einbrechern um?

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Braucht sich vor der Jutiz nicht viel Sorgen machen: Ein Einbrecher bei der Arbeit (Symbolfoto). Foto: shutterstock.com

Braucht sich vor der Jutiz nicht viel Sorgen machen: Ein Einbrecher bei der Arbeit (Symbolfoto). Foto: shutterstock.com

Großhansdorf/Kiel – Einbrecher müssen sich offenbar keine großen Sorgen machen, im Gefängnis zu landen. Gründe für eine U-Haft gibt es selten, Gerichte verhängen meist Bewährungsstrafen. In Hamburg musste keiner von 87 Intensivtätern in eine JVA.

Wenn Einbrecher durch die Polizei festgenommen und kurz danach von der Justiz laufen gelassen werden, ist das schwer nachzuvollziehen. Ein „Mangel an Haftgründen“ liegt sogar vor, wenn Männer das Schlafzimmer durchwühlen, während die Besitzerin im Bett schläft. Ralf Stegner, Landesfraktionschef der SPD, kritisierte in einem Interview derartige Fälle. Jetzt hat das Thema das Justizministerium erreicht.

“Die Festnahme von diesen zwei Tatverdächtigen ist eines von vielen positiven Beispielen dafür, dass sich ein umsichtiges Verhalten und schnelles Alarmieren der Polizei auf jeden Fall lohnt”, heißt es in einer Presseinformation der Polizei. Zuvor erwischten Beamte in Großhansdorf zwei Männer (26, 27) bei einem Einbruchsversuch. Die Polizei leistete hier gute Arbeit, wie auch die Zeugen. Mit großen Konsequenzen müssen die mutmaßlichen Täter offenbar dennoch nicht rechnen: Die Staatsanwaltschaft Lübeck setzte die Männer noch am gleichen Tag wieder auf freien Fuß – mangelnde Haftgründe. Das war vor ein paar Tagen.

Fälle wie dieser rufen jetzt auch die Landespolitik auf den Plan. Ralf Stegner, Landesfraktionschef der SPD, äußert sich in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt zum Thema. So habe er wenig Verständnis dafür wenn Täter, die von der Polizei auf frischer Tat ertappt werden, von der Justiz wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Diesbezüglich “habe es im Zusammenwirken von Polizei und Justiz in Stormarn zweifelhafte Fälle gegeben.”

Schlafende OMA beklaut: Kein Haftgrund!

Auch die Festnahme zweier Männer (20, 23) im August 2015, ebenfalls in Großhansdorf, dürfte so ein “zweifelhafter Fall” sein. Hier hebelten Einbrecher die Terrassentür eines Hauses auf, durchwühlten unter anderem das ganze Schlafzimmer – während die Besitzerin (90) im Bett geschlafen hatte! Polizisten nahmen die mutmaßlichen Täter fest, fanden sogar Diebesgut. Die Männer waren polizeibekannt, verweigerten die Aussage. Und dennoch: “Ein dringender Tatverdacht lag hier nicht vor. Sie sind wieder auf freiem Fuß”, heißt es in dem Polizeibericht. Ähnlich passiert einen Monat zuvor in Ahrensburg. Auch hier erwischte die Polizei einen mutmaßlichen Einbrecher (30). Dieser räumte die Tatbeteiligung ein, Haftgründe lagen auch hier nicht vor. Doch wenn nicht hier, wann dann?

Der Justiz sind in vielen Fällen die Hände gebunden: Haftgründe liegen vor, wenn Fluchtgefahr besteht oder ein Beschuldigter bereits geflohen ist. Ersteres könnte der Fall sein, wenn es keinen festen Wohnsitz gibt. Untersuchungshaft droht auch bei Verdunkelungsgefahr, also wenn ein Beschuldigter Beweismittel vernichten könnte. Auch könnte ein Haftgrund vorliegen, wenn ein mutmaßlicher Täter dringend verdächtig ist, bestimmte Delikte aus dem Bereich der Schwerkriminalität begangen zu haben oder wenn Wiederholungsgefahr besteht.

87 Intensivtäter: Keiner in Haft. Weiter auf der nächsten Seite.

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1 Comment

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  1. Patrick Breyer, MdL

    13. Juli 2016 at 7:14

    Bezüglich der hier kritisierten Freilassung Einbruchsverdächtiger dürfte ein grundlegendes Missverständnis vorliegen:

    Vor einer Verurteilung werden Tatverdächtige nur in Untersuchungshaft genommen, wenn besondere Gründe vorliegen und das ordentliche Strafverfahren nicht abgewartet werden kann. Ihre Freilassung heißt also nicht, dass die mutmaßliche Tat keine Konsequenzen hätte, sondern dass die Konsequenzen im ordentlichen Strafverfahren geklärt werden müssen.

    Was die Bewährungsstrafen angeht, zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass Haftstrafen nicht abschreckender wirken. Umgekehrt ist die Rückfallquote und damit die Gefahr für die Bevölkerung höher, wenn Haftstrafen ohne Bewährung verhängt werden (von den hohen Haftkosten für den Steuerzahler abgesehen).

    Und was den Wohnungseinbruch angeht, während dessen die Besitzerin im Haus schlief: Es war gar nicht klar, ob die in der Nähe festgenommenen Männer die Einbrecher waren. Bei ihnen wurde kein Diebesgut aus dem Haus gefunden, auch sonst waren sie mit der Tat nicht in Verbindung zu bringen. Deswegen entschied der Richter nachvollziehbarerweise: kein dringender Tatverdacht. Siehe http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43735/3106648

    Natürlich müssen Wohnungseinbrüche konsequent verfolgt und bestraft werden – aber bitte die wahren Täter und mit rechtsstaatlichen Mitteln. Auch wir Bürger selbst können durch bessere Sicherung unserer Wohnungen, durch Abschluss von Versicherungen usw. einen Beitrag leisten.

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Ahrensburg

Haus der Natur: Vortrag über Sri Lanka

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Foto: E. Ballstaedt/hfr

Ahrensburg – Sri Lanka, ist eine Insel, die ein wenig kleiner als Bayern ist. Drei verschiedenen Klimazonen und eine unvorstellbare Vielfalt an Habitaten und Landschaftsformen zeichnen sie aus.

In kürzester Zeit fährt man aus dem tropischen Regenwald ins Hochgebirge auf über 2.000 Meter und von dort wiederum in ein paar Stunden an den nächsten Strand.

Auf Grund ihrer Vielfalt gilt Sri Lanka als einer der biologischen Hotspots in Asien mit einer Vielzahl an endemischen Vogelarten.

Foto: Ballstaedt/hfr

Bei dem Vortrag von Elmar Ballstaedt am Donnerstag, den 23.01. im “Haus der Natur” tauchen Sie ein in eine mystische und überwältigende Artenvielfalt und werden in tropische Regionen aber auch kalte Gebirgsregionen entführt.

Foto: Ballstaedt/hfr

Der Vortrag beginnt 19.30 Uhr im Haus der Natur, Bornkampsweg 35 in 22926 Ahrensburg.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Der Verein Jordsand freut sich über Spenden.

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Kultur

Kulturstiftung: Kunst entdecken und selbst kreativ werden!

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Ahrensburg – Auch im neuen Jahr 2020 schreiben die Stiftungen der Sparkasse Holstein die Bildungsarbeit groß: kulturelle Bildung ist ein integraler Bestandteil der Stiftungsarbeit.

Foto: Sparkassen-Kulturstiftung

„Die Kunst in unseren Ausstellungen an Kinder und Jugendliche zu vermitteln ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, sagt Dr. Katharina Schlüter, Geschäftsführerin der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn.

Die Förderung der Kreativität sowie die Anregung der Fantasie und Experimentierfreude der Kinder steht auch dieses Jahr im Vordergrund.

Malen mit Kea-Sophia Möricke

Das neueste Angebot der Stiftungen ist „Malen mit Kea-Sophia Möricke“. Angelehnt an die aktuelle Ausstellung der Malerin Miwa Ogasawara „Picturing“ in der Galerie im Marstall Ahrensburg, begleitet Kea-Sophia Möricke die Kinder in ihrem kreativen Prozess und unterstützt sie in ihrer Kreativität. Dabei ist es ihr wichtig den Kindern Raum für das Ausleben ihrer Persönlichkeit zu geben, das was sie tun und wie sie sind, wertzuschätzen und auf sie individuell einzugehen.

Denn malen ist Selbstwert- und Ressourcen stärkend, förderlich für Konzentration und Klarheit, wirkt anregend und heilsam, aktiviert innere Potenziale und ist unterstützend für die Ausgeglichenheit. Die Bilder werden künstlerisch weder bewertet noch interpretiert. Dies gibt den Malenden viel Freiheit und kann somit zu einer ganz neuen Erfahrung werden.

Innerhalb der zwei Stunden holen sich die Kinder Anregungen von den ausgestellten Bildern und können dann mit verschiedenen Materialien wie Buntstiften, Ölpastellkreiden und Tusche auf Papier oder Leinwänden Bilder entstehen lassen sowie malen und der individuellen Malspur folgen.

So können sich die Kinder kreativ frei nach Lust und Laune ausdrücken. Mit viel Spaß, Freude und Ideen, entstehen die eigenen Bilder.

Stormarner Kinderatelier

Zu den Kunstausstellungen in der Galerie im Marstall Ahrensburg und in der Galerie in der Wassermühle Trittau bietet die Sparkassen-Stiftung Stormarn wieder jeweils einen Workshop für Kinder von 6 bis 12 Jahren an. Die Kunstvermittlerinnen vom Atelier Mamülei entdecken gemeinsam mit den Kindern die Ausstellungen und regen damit ihre Fantasie an. Im Anschluss an den Ausstellungsbesuch können sich die Kinder selbst kreativ austoben, verschiedene Materialien und Techniken erlernen und anwenden und ihr eigenes Kunstwerk für zu Hause schaffen.

Alle Termine und weitere Informationen zum Stormarner Kinderatelier erteilt die Sparkassen-Kulturstiftung online und per Telefon unter (0 41 02) – 707810-15.

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Ahrensburg

Ahrensburg: Zeugen nach Einbruch gesucht

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Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Ahrensburg – Bereits am 9. Januar, zwischen 10:50 und 18:50 Uhr, kam es in einem Einfamilienhaus im Eichenweg in Ahrensburg zu einem Einbruch.

Unbekannte Täter drangen durch ein im rückwärtigen Bereich gelegenes Fenster in das Haus ein.

Nachdem sie die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen abgesucht hatten, verließen der oder die Täter das Haus vermutlich durch eine Nebeneingangstür. Stehlgut und die Schadenshöhe stehen zurzeit noch nicht fest.

Die Polizei sucht nun Zeugen des Einbruches. Wer hat um den oben genannten Zeitraum herum in Ahrensburg, Eichenweg, oder Umgebung verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen? Zeugenhinweise bitte an die Kriminalpolizei in Ahrensburg unter der Telefonnummer 04102/809 -0.

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