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Im Gewerbegebiet: Flüchtlingsfamilie neben Prostituierten-Wohnungen einquartiert

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Gerd-Günter Finck setzte sich für die Familie ein. Foto: Fischer

Gerd-Günter Finck setzte sich für die Familie ein. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Aus Wohnungsnot: Die Stadtverwaltung Bad Oldesloe quartierte eine syrische Familie neben Prostituierten-Appartements ein.

Auf den Klingelschildern stehen Vornamen wie Coco oder Selene. Der von Mia ist mit einem kleinen Herzchen versehen. Vor allem abends bekommen die jungen Nachbarinnen der Familie Abraham (Name geändert) häufig Männerbesuch. Das syrische Ehepaar ist mit seinen beiden Töchtern (14, 16) und seinem Sohn (5) vor dem Krieg im Heimatland geflohen, wohnt jetzt in einem Haus im Oldesloer Gewerbegebiet am Stadtrand.

Gleich mehrere Frauen gehen hier ihrem horizontalen Gewerbe nach. Ein freies Apartment neben den Prostituierten-Wohnungen mietete die Stadtverwaltung im Herbst 2015 an. Seitdem ertrugen die Abrahams zunächst still und leise den Besucher-Verkehr. Doch auf Empfehlung einer Sachbearbeiterin des Jobcenters bat die Familie schließlich den Miet- und Sozialberater Gerd-Günter Finck im Familienzentrum Oase um Hilfe. “Vor allem die beiden Töchter der Familie wurden immer wieder von Freiern belästigt”, sagt Finck, der sich des Falles angenommen hat. Es habe eindeutige Angebote gegeben.

Günter Finck sieht darin einen klaren Fall von Kindeswohl-Gefährdung. Also wandte sich der engagierte Oldesloer umgehend an die Stadtverwaltung. Auf das Schreiben, das der Redaktion vorliegt, und das am 27. April bei der Behörde einging, gab es erst drei Wochen später eine Antwort. Am 19. Mai hieß es, für die Familie sei eine Ausweichunterkunft gefunden worden.

“Wir haben für die Familie eine neue, zentrale Wohnung”, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak am Mittwoch. Die Famlie soll in diesen Tagen umziehen. Sobczak erklärt, wie es zu der ursprünglichen Zuweisung gekommen war, so: “Die Stadt hatte 2015 große Mühe, Wohnungen für die Flüchtlinge zu finden.” Es habe wenig Spielraum gegeben, so der Mann, in dessen Fachbereich die Zuweisung in Bad Oldesloe fällt. Ferner handele es sich “um eine reguläre Wohnung, es war erst einmal nicht unrechtmäßig. Aber natürlich auch nicht ideal.”

Mieter der Prostituierten-Wohnungen kritisiert Stadtverwaltung

„Wir haben diesen Standort gewählt, gerade weil hier niemand wohnt und sich gestört fühlen kann“, sagt Holger Hartmann, dessen Lebensgefährtin Mandy Kuckler bereits vor über zwei Jahren die Wohnungen für die Frauen anmietete.

Nachdem die Stadtverwaltung Interesse an einer leerstehenden Wohnung in dem Gebäude signalisierte, holte der Hausbesitzer zunächst das Einverständnis von seiner Mieterin Mandy Kuckler ein. Seitens der Stadt sei aber nie erwähnt worden, dass es sich um eine fünfköpfige Familie handeln würde, versichert Hartmann. Es sei zunächst von männlichen Flüchtlingen die Rede gewesen: „Wir waren dann aus dem sozialen Gedanken heraus einverstanden, aber dass es sich dann um eine Familie mit drei Kindern handelte war auch für uns nicht tragbar“, sagt Holger Hartmann. Auch er habe Kinder und natürlich sei so eine Situation problematisch. Daher könne er nicht nachvollziehen, warum die Stadt ausgerechnet diese Wohnung im Gewerbegebiet ausgewählt hat.

Vier Frauen bieten hier ihre Dienste an, müssen die Appartements die Nacht über aber verlassen. Das ist Vorschrift. Es handelt sich eben um Geschäfts- und nicht um Wohnräume. Beschwerden über Belästigungen durch Freier gegenüber der Familie seien weder Mandy Kuckler noch Holger Hartmann zugetragen worden und „welchem Gewerbe hier nachgegangen wird, war der Stadt bekannt.“

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Rap und Kunst: “Farbe zeigen statt Grenzen ziehen” am Oldesloer Hölk

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Bad Oldesloe – „Farbe zeigen statt Grenzen ziehen“: Berliner Künstlerin Hera bringt zusammen mit zwölf Bad Oldesloer Jugendlichen große Kunst an die Wände der Hölk-Hochhäuser.

Links Rapper Booz, rechts Kunst von der Berliner Künstlerin Hera. Fotos: Rengtones(l.)/Jasmin Siddiqui

Die Berliner Künstlerin Hera erarbeitet vom 25. bis 29. Oktober mit zwölf Jugendlichen an den Außenmauern der Hochhäuser am Hölk in Bad Oldesloe ein großes und weitere kleinere Wandkunstwerke als Statement gegen Ausgrenzung und für eine offene Gesellschaft.

Das Projekt ist Teil des Kultursommers 2021 „Kultur in Stormarn – Von A(hrensburg) bis Z(arpen)“.

Die Gestaltung des öffentlichen Raumes hat einen unmittelbaren Einfluss auf das Lebensgefühl aller sich dadurch und darin bewegender Personen und besitzt somit das Potential, positive und erhellende Momente zu schaffen.

Die Berliner Künstlerin Hera erarbeitet an den Außenmauern der Hochhäuser am Hölk in Bad Oldesloe mit Jugendlichen -mit und ohne Migrationshintergrund- ein großes Wandkunstwerk und weitere Kleinere als Statement gegen Ausgrenzung und für eine offene Gesellschaft.

Die Künstlerin und eine Sozialarbeiterin tauschen sich bereits im Vorfeld mit den Jugendlichen über eigene Ausgrenzungserfahrungen aus und vermitteln Methoden, sich dem Thema künstlerisch anzunähern. Es findet eine Auseinandersetzung mit den allgemeinen Motiven für Ausgrenzung statt. In diesem Prozess entstehen Skizzen für Wandgemälde, die die Jugendlichen selbst an die Wand bringen werden und eine Inspirations-Grundlage für ein Großgemälde der Künstlerin Hera.

Die Hölk- und Poggenbreeden-Hochhäuser in Bad Oldesloe. Foto: Fischer

Hera wird zwischen dem 25. und 30. Oktober mit Hilfe eines Steigers an der 36 Meter hohen Außenwand der Hochhäuser arbeiten – die Jugendlichen arbeiten im selben Zeitraum an dem korrespondierenden Gemälde in geringerer Höhe.

Am Samstag, den 30. Oktober findet zwischen 11:30 bis 16 Uhr ein Nachbarschaftsfest statt, welches gleichzeitig Finissage und Abschlussfest für das Projekt ist.

Um 12 Uhr wird Rapper Booz aus Hamburg dabei ein Konzert spielen.

Der in Hamburg geborene und aufgewachsene Booz macht seit über 10 Jahren Musik. Er ist der geborene Entertainer, tanzte auf internationalen Krump-Festivals, spielte Rollen in Kinofilmen und Serien, unter anderem bei „Skylines“ auf Netflix, und stand bereits mit Rapgrößen wie Kool Savas, Jan Delay und Samy Deluxe auf der Bühne. Ferner wird auch das musiculum Mobil das Fest besuchen.

Das musiculum MOBIL ist ein großer bunter Transporter, der mit vielfältigen Musikinstrumenten, Musikspielen und Klangexponaten ausgestattet ist und der Kinder für Musik begeistert.

Das Projekt „Farbe zeigen statt Grenzen ziehen“ findet im Rahmen des Kultursommers 2021 „Kultur in Stormarn – Von A(hrensburg) bis Z(arpen)“ statt und wird durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) mit Mitteln aus NEUSTART KULTUR gefördert. Projektträger ist der Stabsbereich Kultur des Kreises Stormarn. Initiator des Projektes ist der Sachbereich Kultur der Stadt Bad Oldesloe und die Stadt Bad Oldesloe.

Termine zum Zuschauen beim Arbeiten: 25.-29.10.2021, jeweils 11 bis 17 Uhr Termin Nachbarschaftsfest: Sa. 30.10. mit Live-Musik und weiteren Programmpunkten vor den Hölk-Hochhäusern, Im Hölk 2, 23843 Bad Oldesloe. Eintritt frei.

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Arbeiter stirbt in Stapelfeld bei Unfall in Müllverbrennungsanlage

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Stapelfeld – Am 5. Oktober kam es gegen 11:10 Uhr auf dem Gelände der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld zu einem Arbeitsunfall.

Feuerwehr im Einsatz Symbolfoto: SL

Nach ersten Erkenntnissen stürzte ein Bauarbeiter aus ungefähr 25 Meter Höhe in ein Betonsilo und erlag noch vor Ort seinen Verletzungen.

Die Ermittlungen zur Unfallursache dauern an. Weitere Informationen können derzeit nicht gegeben werden.

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Wegen Hassrede: Facebook löscht rund 150 “Querdenken”-Seiten

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Wegen der Verbreitung von Hassrede und Verschwörungserzählungen: Facebook geht gegen “Querdenken” auf der eigenen Plattform vor und hat eigenen Angaben zufolge zahlreiche Seiten, Gruppen und Einzelaccounts der Bewegung gelöscht.

Bei vielen Querdenken-Kanälen erscheint jetzt der Hinweis, dass die Seite entfernt wurde. Screenshot: Facebook

Neben Facebook-Seiten sind auch Accounts auf der zu Facebook gehörenden Plattform Instagram betroffen.

Wie viele Seiten, Gruppen und Accounts genau gelöscht wurden, sagte das Unternehmen nicht und nannte nur eine grobe Zahl: 150.

Darunter ist auch die Facebook- und Instagram-Seite “Querdenken711” und der Account von Querdenken-Gründer Michael Ballweg. Dieser hat angekündigt, gegen die Löschung vorgehen zu wollen.

Facebook begründete den Schritt damit, dass die betroffenen Seiten wiederholt gegen die Gemeinschaftsrichtlinien verstoßen hätten:

“Hierzu zählen die Veröffentlichung von gesundheitsbezogenen Falschinformationen, Hassrede und Anstiftung zur Gewalt.”

Laut Facebook haben die Seiten unter anderem die Verschwörungserzählung einer “Coronadiktatur” verbreitet und dass die Corona-Beschränkungen Teil eines groß angelegten Plans der Regierung seien, Freiheiten und Grundrechte einzuschränken.

Mit der Löschung setzt Facebook erstmals eine neue Regel in der Praxis um, mit der das Unternehmen stärker gegen sogenannte “bedrohliche Netzwerke” vorgehen will.

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