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Bad Oldesloe

Brandschutzmängel: St.-Jürgen-Heim muss dicht machen – Innerhalb von drei Wochen!

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Fachanwältin Sigrun Römer (mitte) mit dem Stiftungsvorstand Horst Möller, Manfred Brembach, Rainer Fehrmann (Vorsitzender) und Rosemarie Behrend vor dem Pflegeheim St. Jürgen. Foto: Fischer

Fachanwältin Sigrun Römer (mitte) mit dem Stiftungsvorstand Horst Möller, Manfred Brembach, Rainer Fehrmann (Vorsitzender) und Rosemarie Behrend vor dem Pflegeheim St. Jürgen. Foto: Fischern

Bad Oldesloe – Es ist ein Schock für Angehörige, Bewohner, Pflegepersonal und Vorstand: In nicht einmal drei Wochen muss das Pflegeheim St. Jürgen geschlossen sein. Die Stadtverwaltung hat der Stiftung St. Jürgen die Nutzung das Gebäudes am Kirchberg als Pflegeheim untersagt. Bei einer Nachschau zur Brandschutzprüfung waren gravierende Mängel festgestellt worden. Nicht betroffen sind die Appartements im neuen Gebäude (Kirchberg 3).

„In der abschließenden Besprechung zeigte sich dann, was auf uns zukommen würde“, sagt Rainer Fehrmann, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes. „Und das war mehr als wir geahnt hätten.“ Es folgte eine Sondersitzung des Vorstandes. Am Mittwoch wurden die Kündigungen an die Mitarbeiter übergeben, abends Angehörige und Bewohner informiert.

„Das geht nicht spurlos an einem vorbei“, so ein sichtlich betroffener Rainer Fehrmann. Sowohl Angehörige als auch Personal hätten die Nachricht ruhig aufgenommen.

Einrichtungsleiter Harald Krüchten sucht nach passenden Worten: „Es war nicht absehbar, dass die Frist so kurz ausfallen würde. Es ist eine menschliche Tragödie.“

Seine Angestellten verlieren ihre Jobs, die betagten Bewohner müssen ihre Zimmer räumen und in andere Pflegeeinrichtungen ziehen. Für viele eine Umstellung, die nicht spurlos vorübergehen dürfte. „Viele unserer Bewohner haben eigene Ärzte und sind auf individuelle und intensive Pflege angewiesen“, sagt Harald Krüchten. Mit dem baldigen Ende des Betriebes war zu rechnen. Doch die Frist bis zum 18. Juni kam unerwartet.

Heimleitung und Stiftungsvorstand sind seit gestern mit der Vermittlung der Angestellten und der Heimbewohner beschäftigt. Keiner soll im Stich gelassen werden.

Mit der Brandschau vor fünf Jahren begannen die Probleme. Für die festgestellten Mängel nötige Summe beläuft sich auf mehr als 400.000 Euro. Eine zu große Investition. Die akuten Mängel wurden beseitigt, doch eben nicht alle.

Einzige Lösung: Der Verkauf. Doch auch das schlug fehlt. Immer wieder begutachteten Pflege-Untermehmen das Gebäude, zu einem Deal kam es nie. Interesse hatte auch die Familie Riedel, die unter anderem ein Pflegeheim am Kurpark in Bad Oldesloe betreibt. Der Vertrag war schon fertig zur Unterschrift. Im letzten Moment sprang der Interessent ab. Immer wieder wurde dem Haus eine „schöne Lage und tolles Personal“ bescheinigt. Doch gerechnet hätte sich der Betrieb nicht: Keine Erweiterungsmöglichkeiten, zu hohe Investitionen. Wie es jetzt mit der Stiftung weitergeht, ist ungewiss. Die Fachanwältin für Insolvenz- und Steuerrecht Sigrun Römer prüft derzeit die finanzielle Lage der Stiftung.

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Bad Oldesloe

Covid-19 in Stormarn – 199 bestätigte Infektionen. 22 Stormarner in Kliniken

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Mundschutz Symbolfoto: Christo Anestev/pixabay

Bad Oldesloe– Die Zahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn seit Beginn der Pandemie beträgt 199 (Stand: 06.04)

22 in Stormarn wohnende infizierte Personen befinden sich in stationärer Behandlung, 124 in häuslicher Quarantäne”, teilte der Kreis am Montagnachmittag mit.

51 Personen konnten zwischenzeitlich als genesen aus der Quarantäne entlassen werden. Zwei Personen sind leider an den Folgen der Covid-19–Infektion verstorben.

Landesweit sind seit Beginn der Pandemie 1678 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Aktuell werden 156 Mitbürger landesweit in Kliniken behandelt. 20 Menschen in Schleswig-HOlstein sind mittlerweile landesweit an den Folgen einer Covid-19- Infektion verstorben.

Die meisten betätigen Infektionen gab es bisher im Kreis Pinneberg (325). Stormarn liegt immer noch bei der Anzahl der Infektionen auf Platz zwei.

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Bad Oldesloe

Nur noch mit Personal ohne Handicap: Werkstätten stellen jetzt auch Behelfsmasken her

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Bad Oldesloe – Die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe in Zeiten von Corona: Mitarbeitende mit Handicap müssen zu Hause bleiben, die Übrigen halten den Betrieb so weit es geht aufrecht und stellen jetzt auch noch Behelfsmasken her.

Normalerweise arbeiten in der Besteckkonfektionierung bis zu 36 Mitarbeitende mit Handicap. Jetzt sind es höchstens elf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap – wie Tine Werner (li.) und Karina Marschner. Fotos: Stormarner Werkstätten

Aber auch trägerübergreifend werden die Frauen und Männer in Wohneinrichtungen für Menschen mit Einschränkungen gerade unterstützend eingesetzt.

„Gerade in diesen Zeiten, ist es wichtig, sich gegenseitig zu helfen, sich zu unterstützten. Ich bin sehr froh und dankbar, dass sich unsere Kolleginnen und Kollegen sofort bereit erklärt haben, den Einrichtungen und damit auch den dort lebenden Menschen zu helfen“, sagt Stephan Bruns, Einrichtungsleiter der Stomarner Werkstätten Bad Oldesloe. Das sei das Gebot der Stunde.

Für die etwa 270 Mitarbeitenden der Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe mit Handicap ist es gerade keine leichte Zeit – wie für viele andere Menschen auch nicht.

Sie dürfen nicht in den Werkstätten arbeiten. Das entschied das Land Schleswig-Holstein bereits Mitte März für alle Werkstätten als Schutzmaßnahme vor einer Corona-Erkrankung für die Menschen mit Beeinträchtigungen.

Nicht arbeiten zu dürfen, wirbelt ihr Leben durcheinander. Halt gebende Strukturen brechen weg, der persönliche Austausch mit den Arbeitskollegen fehlt.

Neben einer von den Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe eingerichteten Hotline, die wochentags von 10 bis 12 Uhr besetzt ist, stehen den Mitarbeitenden mit Handicap deshalb jetzt online und per Post Bildungsangebote zur Verfügung, die über diese werkstattlose Zeit hinweghelfen sollen.

Dass schlagartig 270 Kolleginnen und Kollegen nicht mehr in den Werkstätten arbeiten, hat starke Auswirkungen auch auf den Werkstattalltag.

Es ist still geworden, aber nicht ganz still: Denn der Betrieb geht eingeschränkt weiter.

Auch wenn die Arbeitsbereiche runtergefahren wurden, Aufträge müssen trotzdem noch abgearbeitet werden.

Gefragt sind jetzt umso mehr die Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap, die sogenannten Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB).

Sie, die quasi als Ansprechpartner und Anleiter für die Mitarbeitenden mit Handicap agieren, stehen jetzt täglich an den Förderbändern, an dem die Besteckkonfektionierung für Hamburger Kliniken läuft.

Neu aufgenommen wird jetzt die Herstellung von einfachen Behelfs-Masken.

Schneiderei-Leiterin Judith Lübberstedt arbeitet mit vier weiteren Kolleginnen und Kollegen die Aufträge ab

Der Bedarf ist sehr groß, entsprechende Anfragen beispielsweise von Feuerwehren und Wohneinrichtungen wie den Stormarner Wegen erreichten die Stormarner Werkstätten Bad Oldesloe. In der Schneiderei werden diese Masken jetzt genäht – von fünf Kolleginnen und Kollegen ohne Handicap.

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Bad Oldesloe

195 bestätigte Corona-Fälle in Stormarn

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Bad Oldesloe – Anfang der Woche wird die Zahl der Corona-Infizierten im Kreis Stormarn 200 erreichen. Am Sonntag meldete die Behörde 195 bestätigte Fälle.

21 der betroffenen Personen befinden sich in stationärer Behandlung, 126 in häuslicher Quarantäne. 46 gelten als genesen, zwei Erkrankte haben da Virus nicht überlebt.

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