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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe ist sicher: "Keine höhere Kriminalitätsrate durch Flüchtlinge"

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Leere Sitzreihen: Statt erwarteten 800 kamen nur etwa 120 Menschen in die Stormarnhalle, um sich über die Flüchtlingssituation in Bad Oldesloe zu informieren. Foto: Fischer

Leere Sitzreihen: Statt erwarteten 800 kamen nur etwa 120 Menschen in die Stormarnhalle, um sich über die Flüchtlingssituation in Bad Oldesloe zu informieren. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Auch weiterhin bewältigt die Stadtverwaltung die Zuweisung von Flüchtlingen ohne große Probleme. Ungebrochen engagieren sich viele freiwillige Helfer bei der Integration der Neuankömmlinge und entgegen des offenbar subjektiven Empfindens vieler Bürger ist die Kriminalitätsrate im Stadtgebiet rückläufig.

Die Stadtverwaltung rechnete mit rund 800 Besuchern. Doch die extra aufgestellten Sitzreihen in der Stormarnhalle blieben weitestgehend leer. Rund 120 Bad Oldesloer informierten sich über die Flüchtlingssituation in der Kreisstadt.

Dominierendes Thema: Die Sicherheitslage in der Stadt. So hat die Kriminalität dem subjektiven Empfinden nach seit den hohen Zuweisungszahlen von Flüchtlingen zugenommen. “Einer Erhebung des BKA nach gehen 95 Prozent der Bevölkerung davon aus, dass Ausländer häufiger kriminell in Erscheinung treten. – und 95 Prozent irren sich”, sagt Hans-Jürgen Köhnke von der Kriminalinspektion Bad Oldesloe. “Es gibt natürlich Kriminelle unter den Flüchtlingen aber nicht mehr als in der übrigen Bevölkerung.”

Laut einem Lagebild des BKA hat sich die Kriminalität durch den Zuzug von Flüchtlingen nicht überproportional erhöht – abgesehen von Straftaten gegen Asylbewerberheime (Zeit Online).

Die Kriminalitätsrate ist züruckgegangen

Hans-Jürgen Köhnke von der Kriminalinsprektion Bad Oldesloe. Foto: Fischer

Hans-Jürgen Köhnke von der Kriminalinspektion Bad Oldesloe. Foto: Fischer

Vielmehr sei die Kriminalitätsrate Anfang 2016 im Vorjahresvergleich zurückgegangen – im gleichen Zeitraum wurden 100 Straftaten weniger angezeigt. Auch würden von Flüchtlingen in der Regel eher geringfügige Delikte begangen.

Zuletzt hatte das Thema nach einer versuchten Vergewaltigung in einem Oldesloer Parkhaus Fahrt aufgenommen. Ein minderjähriger Flüchtling aus Eritrea wurde von Polizisten festgenommen, nachdem er versuchte eine 18-Jährige zu vergewaltigen. „Dazu muss man jedoch auch wissen, ohne die Tat verharmlosen zu wollen, dass sich die beiden Personen kannten“, so Hans-Jürgen Köhnke. Es habe sich nicht um einen Überfall gehandelt.

Nicht nur in Anbetracht der unveränderten Sicherheitslage hält der Polizist die aus dem Publikum geäußerte Idee Bürgerwehren zu gründen für nicht förderlich. Sinnvoller sei es, in der Nachbarschaft einfach auf sich zu achten.

Für weit besorgniserregender hält Köhnke die bundesweite Zunahme von Gewalt zum Nachteil von Flüchtlingen.

“Derzeit hat die Anzahl an Zuweisungen abgenommen”

Derzeit befinden sich im Stadtgebiet rund 275 Asylsuchende, 170 davon haben derzeit in von der Verwaltung angemieteten Wohnungen und in der Gemeinschaftsunterkunft Wohnraum gefunden. Weitere Flüchtlinge konnten in Bad Oldesloe selbst einen Mietvertrag abschließen. Stormarnweit sind 2336 Flüchtlinge untergebracht.

„Derzeit hat die Anzahl an Zuweisungen abgenommen“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Aber es sei sehr ungewiss, wie sich die Situation entwickeln wird. „Die Menschen werden kommen, darauf müssen wir uns einstellen und damit vernünftig umgehen.“

In der neuen Unterkunft am Sandkamp leben aktuell 40 Personen. Im ehemaligen Schwesternwohnheim werden ab Mai 100 Menschen untergebracht.

Integrationshelfer können sich beim Ehrenamtskoordinator der Stadt Klaus Wenderholm unter (04531) 504 346 melden.

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Bad Oldesloe

Stadtschul-Kinder schreiben Weihnachtspost an Oldesloer SeniorInnen

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Bad Oldesloe – Der Bürgerverein Wir für Bad Oldesloe hat sich zusammen mit der Stadtschule vorgenommen, BewohnerInnen von verschiedenen Heimen und Wohnanlagen eine kleine extra Weihnachtsfreude zu bereiten.

Die Oldesloer Stadtschule. Foto: Stormarnlive.de

Die SchülerInnen der zweiten, dritten und vierten Klassen der Stadtschule fertigen im Rahmen ihres Deutsch-Unterrichts mehr als 300 individuelle Briefe und weihnachtliche Aushänge mit selbst gemalten Bildern, Gedichten, persönlichen Wünschen und Grüßen unter dem Motto „Sternenstadt Bad Oldesloe“.

Mit dieser besonders liebevollen und kreativen Aktion wollen sie helfen, die Vorweihnachtszeit für unsere SeniorInnen trotz Corona ein wenig leuchtender und abwechslungsreicher zu gestalten. Gestartet wurde die Initiative vom WIR-Verein.

Entstanden ist die Idee im Rahmen eines gemeinsamen Treffens von Wirtschaftsbeirat, Wirtschaftsvereinigung, Stadt und dem WIRVerein.

Es wurden Vorschläge gesammelt, die nun kurzfristig und gemeinsam umgesetzt werden sollten.

Astrid Hintze und Günter Knubbe vom WIR-Verein erklären: „Wir wollen die diesjährige Vorweihnachtszeit trotz der Einschränkungen zu etwas Besonderem machen, alle gemeinsam für unsere schöne Stadt.“

Sabine Prinz, Schulleiterin der Stadtschule: „Diese schöne Idee von Frau Hintze und dem WIR-Verein haben wir sehr gerne aufgenommen, denn die Aktion passt auch gut zu unserem Ansatz ‚Miteinander – Füreinander‘. Sie wirkt in beide Richtungen und ist nachhaltig. Für unsere SchülerInnen ist sie Schreib- und Gestaltungsübung und zugleich ein richtiges kleines Sozialprojekt; für die SeniorInnen hoffentlich eine schöne und herzliche Überraschung.“ Die Briefe werden schon geschrieben und sollen ab dem 2. Adventswochenende übergeben werden.

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Bad Oldesloe

Corona-Leugner schmieren wirre Impf-Thesen an Oldesloer Jugendherberge

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Bad Oldesloe – “Zwangsgeimpft mit dem Gift des Teufels”: In der Nacht zu Sonnabend ist die Oldesloer Jugendherberge mit wirren Impfkritik-Parolen beschmiert worden. Die Polizei ermittelt.

Foto: Stormarnlive.de

Nachdem der Kreis Stormarn bekanntgegeben hatte, dass eines von drei Impfzentren in der Jugendherberge in Bad Oldesloe eingerichtet wird, ist es in der Nacht zu Sonnabend zu Sachbeschädigungen gekommen.

“Es gab sieben oder acht Parolen am Gebäude”, sagte Thilo Scheuber, Fachbereichsleiter Bauen, Umwelt und Verkehr bei der Kreisverwaltung. Diese stammen offenbar alle von einem Verfasser. “Die Handschrift ist dieselbe”, so Scheuber.

Die Sachbeschädigung fiel am Sonnabendvormittag auf, als Vertreter des Kreises und des Technischen Hilfswerks das Gebäude begutachteten.

Seit Freitag ist das THW damit beschäftigt, die Jugendherberge herzurichten.

Das Impfzentrum soll Mitte Dezember einsatzbereit sein. Das Bundeskriminalamt (BKA) hält es für möglich, dass es im Umfeld von Impfzentren in den nächsten Wochen zu Störungen kommen könnte.

Das scheint sich hier zu bestätigen. Andreas Rehberg, zuständig für Sicherheit und Gefahrenabwehr beim Kreis Stormarn: “Wir werden auch einen Sicherheitsdienst einsetzen. Dieser Vorfall bestätigt uns darin, dass das nötig ist.”

Hinweise auf den Verfasser der Parolen an die Oldesloer Polizeidienststelle (04531/5010)

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Bad Oldesloe

Protest oder Hetze?

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In einer Stellungnahme zeigt Die Linke in Stormarn Verständnis für rationale Maßnahmen-Kritik – verurteilt aber die sogenannten “Querdenker”-Proteste. Denn die Szene tritt im Netz und auf der Straße immer aggressiver auf

Protestaktion in der Oldesloer Innenstadt

Es ist mehr als verständlich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und auch ihre Begründung kritisch betrachtet werden. Bei so weitreichenden Eingriffen ins wirtschaftliche und private Leben muss sowohl ihre Ausgewogenheit als auch ihre Wirksamkeit klar begründet sein, damit sie Akzeptanz finden.

Kritik an den Maßnahmen kann und sollte geäußert und diskutiert werden.

Dass etwa derzeit der Eindruck entsteht, dass die Maßnahmen genau da ihre Grenzen haben, wo das Interesse großer Wirtschaftszweige beginnt, trägt ebenso wie die oft mangelnde Einbeziehung der Parlamente sicher nicht zur Glaubwürdigkeit von Regierungshandeln bei.

Es gab und gibt Proteste – etwa von Kulturschaffenden bei „Alarmstufe Rot“ oder von völlig überlasteten PflegerInnen –, die eine völlig legitime Kritik formulieren. Solange diese unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden, sind solche Proteste nicht zu kritisieren, oft sogar sehr notwendig.

Doch leider gibt es derzeit nicht nur solche rationale Kritik. Eine im Netz und auf der Straße immer aggressiver auftretende Szene von GegnerInnen der Maßnahmen hat sich in den letzten Monaten formiert.

Hier dominieren Verschwörungsmythen, Impfgegnerschaft und bewusste und unbewusste Halb- und Unwahrheiten über die Pandemie.

Diese sich gerne aus „alternativen Medien“, wie z. B. Rubikon oder dem Verschwörungsportal KenFM, informierende Szene bezieht sich auf eine kleine Gruppe von MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen, die – entgegen dem wissenschaftlichen Konsens ihrer Fachwissenschaften – ihnen die passenden Argumente liefern und die Pandemie kleinreden oder gar ihre Gefährlichkeit ganz leugnen. Sie hat in den letzten Monaten deutlichen Zulauf bekommen.

Unverkennbar ist auch, dass eine Abgrenzung der Szene nach ganz rechts außen nicht stattfindet, wenn eben antisemitisch-verschwörungsmythische Portale als „Informationsquellen“ sorglos zitiert werden, wenn mit Schildern wie „Impfen macht frei“ oder dem Missbrauch von Judensternen für die eigene Opferinszenierung der Holocaust relativiert wird und die Opfer der Nazis verhöhnt werden. Auch sind auf vielen dieser Demonstrationen bekannte Rechtsextreme mitgelaufen und aufgetreten, deutlich sichtbar mit den Symbolen ihrer Parteien und Bewegungen. Identitäre, AfD und NPD haben zu vielen der Veranstaltungen mobilisiert. In dieser Form des irrationalen Protestes, der hinter allem eine bewusste Verschwörung dunkler Mächte wittert, von Plänen „der Bilderberger“ oder „der Rothschilds“ raunt und der völlig widersinnigen Annahme Raum gibt, es könne eine globale Verschwörung geben, die die Wirtschaft und Gesellschaft aller großen Industrienationen bewusst lahmlegt, finden rechte Gruppen und Parteien, die ja selbst nichts außer irrationaler Angst und Hass anzubieten haben, ganz natürlich ihren Platz. Es ist keine Instrumentalisierung, die wir hier sehen, sondern Bewegungen, die da zusammenkommen, die ideologisch nah beieinander sind.

Auch in Stormarn gibt es Kundgebungen und Aktionen, die aus diesem Umfeld stammen. Auch hier werden in Reden „die Bilderberger“ als Strippenzieher insinuiert.

Auch hier werden Schilder getragen, die die Opfer des Faschismus verhöhnen. Die Fraktionen Die Linke im Kreistag Stormarn und in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe haben sich bereits klar von diesen Aktivitäten distanziert und alle Mitglieder und SympatisantInnen der Linken dazu aufgerufen, sich hier nicht zu beteiligen. Für linke, fortschrittliche Menschen kann dies kein Umfeld sein, in dem berechtigte Kritik an den bestehenden und geplanten Maßnahmen formuliert werden kann. Die Linke steht für eine Kritik, die die Probleme unserer Welt als Folgen unseres kapitalistisch geprägten sozial-ökonomischen Systems und nicht als Ergebnis einer düsteren und böswilligen Verschwörung sieht. Wir rufen weiterhin dazu auf, diesen Veranstaltungen fern zu bleiben und Widerspruch gegen die aktuelle Politik in anderen Zusammenhängen vorzubringen.

Bei dem Text handelt es sich um eine Stellungnahme der Fraktion Die Linke im Stormarner Kreistag und der Fraktion Die Linke in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe. Um zu verhindern, dass einzelne Mitglieder der Fraktionen zu Zielscheiben für die Szene werden, wurde die Redaktion gebeten, auf die Nennung von Namen der Verfasser zu verzichten. Das respektieren wir.

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