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Bargteheide

Brandstifter von Hammoor zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt

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Heydasch/KFV

Nach dem Feuer in der alten Reetdachkate wurde Sebastian K. festgenommen.

Dreieinhalb Jahre muss Sebastian K. (Name geändert) ins Gefängnis. Über zwei Jahre hinweg hat der damalige Feuerwehrmann in seiner Heimatgemeinde Hammoor mehrere Brandstiftungen begangen.

Strohballen an fünf Standorten, ein leerer Pferdestall und eine 300 Jahre alte Reetdachkate gehen auf das Konto des 24-jährigen Mannes. Sachschaden: Rund 260.000 Euro. “Der Angeklagte war geständig, es gibt keine Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit. Es waren auch keine minder schweren Fälle”, begründete Richter Jörg Hentschel das Strafmaß. Die Staatsanwaltschaft hatte sogar drei Jahre und zehn Monate gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe.

Der in der Verhandlung geschilderten Version des Angeklagten, sein ältester Bruder habe ihn zu den Taten angestiftet, glaubte das Gericht nicht.

Es war ein Donnerstag Anfang 2013, der 31. Januar. An diesem Datum brannten das erste Mal Strohballen in der Gemeinde. Seitdem lebte das Dorf in Angst – über zwei Jahre hinweg kam es immer wieder zu neuen Brandstiftungen. „Ich war in der Küche und schaute aus dem Fenster. Da sah ich einen Mann auf einem Fahrrad vorbei fahren, in der linken Hand einen Benzinkanister“, schildert Zeuge Detlef A. (Name geändert). „Ich habe mir erst mal nichts dabei gedacht. Doch eine halbe Stunde später brannten dann die Strohballen.“

Die Serie gipfelte in dem verheerenden Feuer der historischen Reetdachkate, erbaut vor rund 300 Jahren. Das war im Juni 2015. Es war das letzte Mal, dass Sebastian F. mit Benzin ein Feuer legte. Kurz darauf wurde er festgenommen. Die Nachricht, dass es sich bei dem Brandstifter von Hammoor um ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr handeln sollte, erschütterte die Dorfgemeinschaft und die Feuerwehr gleichermaßen.

Der zentrale Dauerdienst (ZDK) aus Lübeck ermittelte bereits in den Reihen der Feuerwehr, befragte nach dem Brand die Kameraden. K. war der Einzige, der bleiben musste. Er legte ein umfassendes Geständnis ab. Bis zum Prozess saß der Mann in Untersuchungshaft.

Eine Nachbarin der Reetdachkate erinnert sich an die Nacht: „Ich habe Sirenen gehört, dachte es wäre wieder etwas auf der Autobahn passiert. Auf einmal klingelte jemand Sturm an der der Tür. Ich öffnete und ein mir unbekannter rief ‘schnell raus, es brennt. Es war wie ein Spuk. Plötzlich war er wieder weg“, beschreibt die Zeugin die unheimliche Begegnung mit dem geheimnisvollen Fremden. Wer der Unbekannte war, ist bis heute ungeklärt.

Zum Motiv äußerte sich die Gutachterin Dr. Christine Heisterkamp vor Gericht: „Er wollte als Held gesehen werden.“ Bei den Löscheinsätzen zu den eigens gelegten Bränden wollte er sich beweisen. Er habe den Leuten im Dorf zeigen wollen, dass er da ist und hilft und eben nicht der ist, der nichts auf die Reihe bekommt, so die Expertin.

Immer wieder scheinen es Feuerwehrleute zu sein, sie für Brandserien verantwortlich sind. Auch in Ahrensfelde wurden zum Schrecken der dortigen Freiwilligen Feuerwehr Ende 2014 mehrere Kameraden festgenommen, die immer wieder Strohballen angezündet hatten. Doch dieses Bild trügt, es sind Ausnahmen: Laut dem deutschen Fachverband der Feuerwehren DFV sind allerdings nur 0,3 Promille aller Brandstiftungen auf Feuerwehrleute rückführbar und damit bleibt es die Ausnahme.

Vor der Urteilsverkündung entschuldigte sich Sebastian K. mit Tränen in den Augen bei den Geschädigten. Mit vielen seiner ehemaligen Feuerwehrkollegen bestand auch während der mehrmonatigen Untersuchungshaft Kontakt. Sogar einer der Geschädigten beschrieb K. als „eigentlich guten Jungen“. Die Dorfgemeinschaft in Hammoor scheint stark. Dennoch wird Sebastian K. über mehrere Jahre wohl nicht dorthin zurück kehren können. Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

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Bargteheide

Nachwuchspolitiker Nils Bollenbach aus Bargteheide geht in Knast

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Nachwuchspolitiker Nils Bollenbach aus Bargteheide geht in Knast. Ganz freiwillig. Etwas ausgefressen hat der 21-Jährige nicht. „The Knast“ ist ein Kunstprojekt in in Berlin.

Nils Bollenbach geht in Knast. Foto: Privat

Nils Bollenbach hatte in den vergangenen Jahren eine steile Karriere Hingelegt. Mit 17 ist er bereits in den Ortsvorstand der Grünen Bargteheide gewählt worden, im Jahr darauf in den Kreisvorstand. 2019 wurde er zusätzlich in den Landesparteirat der Grünen Schleswig Holsteiner gewählt, kandidierte 2021 für den Bundestag und zuletzt für den Landtag.

„Es war eine super intensive Zeit. Ich habe sehr viel gelernt über mich, unsere Gesellschaft und das politische Zusammenleben“, sagt Bollenbach rückblickend auf die letzten Jahre. „Danken möchte ich vor allem den Mitgliedern im Orts- und Kreisverband die alle immer sehr herzlich zu mir wahren und mich auf meinem Weg unterstützt haben.“

Jetzt, wo die Politik für ihn erst mal ruht, setzt er dieses Interesse fort.

Im ehemaligen Frauengefängnis in Berlin Lichterfelde. Schon im Wahlkampf machte Bollenbach keinen Hehl darum, dass es in seinem Leben auch noch was anderes gibt als Politik – die Kunst.

„The Knast“ auf deutsch „der Knast“ heißt das neue Projekt, das von Künstler Lars Deike und dem prideART Berlin e.V. gestartet wurde. Das ehemalige Gefängnis diente bereits als Filmkulisse in Produktionen wie „Babylon Berlin“, nun dient es insgesamt 28 queeren Künstler*innen als Atelier und Ausstellungsfläche. Seit Anfang des Jahres ist auch Bollenbach Mitglied und bezieht seit Juni eine eigene Zelle, in der er sich überwiegend der Malerei und Akt Fotografie widmet. Auch neue Filmprojekte sind geplant.

„Ich bin unglaublich froh, Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft sein zu können. „The Knast“ bietet mir viele Möglichkeiten, mich als Künstler zu entfalten und weiterzuentwickeln“, so Bollenbach.

Dem Norden bleibt der 21-Jährige allerdings noch erhalten.

Anfang des Monats ist er nach Hamburg gezogen: „Berlin ist aufregend und ich bin gerne dort, da leben kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Ich brauche meinen sicheren Anker und mein Herz schlägt nach wie vor für Bargteheide, nur braucht es im leben auch Veränderung um neue Prozesse zu starten.“

Auch der Politik will Bollenbach erhalten bleiben. Zwar legt er bis auf weiteres alle Ämter nieder, um sich auch auf seine berufliche Zukunft zu konzentrieren. Ab Oktober würde er gerne in Hamburg studieren. Jedoch fängt er bereits im nächsten Monat an, für den Hamburger Abgeordneten Dennis Paustian-Döscher zu arbeiten:

„Ich glaube, wenn man einmal drin war bleibt man politisch. Auch meine Kunst ist teilweise politisch und natürlich werde ich mich auch in Zukunft einmischen, wenn ich mit einer Sache unzufrieden bin. Ich freue mich meine Erfahrungen aus der Mitarbeiter Perspektive zu stärken und den Abgeordneten tatkräftig zu unterstützen.“

In jedem Fall steht fest, Bollenbach bleibt nicht tatenlos und wird auch in Zukunft von sich hören lassen.

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Die DLRG in Bargteheide sucht kurzfristig einen neuen Bufdi

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Bundesfreiwilligendienst bei den Lebensrettern: Bei der DLRG Bargteheide ist kurzfristig eine Stelle freigeworden. Bewerbungen werden ab sofort angenommen.

Rettungsring (Symbolbild). Foto: Shutterstock.com

„Wir waren so glücklich, dass wir frühzeitig in diesem Jahr die Stelle besetzen konnten, um so schmerzlicher ist es, dass wir jetzt eine kurzfristige Absage aufgrund persönlicher Umstände erhalten haben“, so Martin Knaffel, Vorsitzender der Ortsgruppe.

Die Stelle ist zum 1. August oder spätestens zum 1. September dieses Jahres frei. „Wir bieten vielfältige Aufgabengebiete und geben viel Raum für die persönliche Gestaltung und Projektarbeit. Die Mitarbeit erfolgt hauptsächlich in der Schwimmausbildung, der Jugendarbeit, dem Kindergartenprojekt und im Wasserrettungsdienst, dazu kommt dann noch der persönliche Einsatz nach eigener Interessenslage.“, ergänzt Carsten Rüscher, stellv. Vorsitzender der Ortsgruppe.

Die DLRG Bargteheide hofft nun, dass die Stelle sehr schnell besetzt werden kann und freut sich auf die Kontaktaufnahme von interessierten jungen Menschen, die die kommenden 12 Monate die Ortsgruppe unterstützen möchte, über die Homepage unter www.bargteheide.dlrg.de/bfd oder telefonisch oder per Mail an einen der beiden Vorsitzenden.

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Bargteheide

Neue Babysitter in Bargteheide ausgebildet

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In den zurückliegenden Ferien startete im Kinderhaus Blauer Elefant Bargteheide erstmals wieder eine Ausbildung für Jugendliche, die gern Kinder betreuen möchten.

Foto: Kinderhaus Blauer Elefant

Nun stehen in Bargteheide neun neue und motivierte Babysitter*innen zur Verfügung.

Diese haben eine Ausbildung durchlaufen, in der sie die wesentlichen Dinge im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern gelernt haben.

Jugendliche wurden von Hebammen ausgebildet

Dazu gehörte Basiswissen in der Säuglingspflege, das sie von einer erfahrenen Hebamme erlernen konnten, ein Erster-Hilfe-Kurs speziell für Kinder, die Grundlagen der Kleinkindpsychologie und ein Repertoire an Beschäftigungsmöglichkeiten mit Kindern.

Darüber hinaus hospitierten sie einen Tag in einer KiTa, welche die Jugendlichen freundlicherweise aufnahm.

Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder benötigen, egal, ob sie dies nur einmal oder regelmäßig wünschen, können sich an das Kinderhaus Blauer Elefant Bargteheide wenden, das die Babysitter*innen vermittelt. Es ist erreichbar von montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 04532 5170.

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