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Ahrensburg

Expertendiskussion: „Qualität in der nachschulischen Grundschulbetreuung“

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AWO/hfr

Ein Einblick in die Tagung

Veränderte Familienformen sowie kulturelle und religiöse Vielfalt prägen unsere Gesellschaft. Heterogenität ist in den Schulen und Kindertageseinrichtungen seit langem angekommen – Inklusion ist zu einer großen Herausforderung geworden.

Fachtagung2Mit dem Ziel einer inklusiven Bildung ist ein Anspruch an die Bildungspolitik, jede einzelne Schule oder Bil-dungseinrichtung gerichtet, der ohne eine Hinwendung zu individueller Förderung nicht einlösbar ist. Die Krippen und Kindergärten wurden in den vergangenen Jahren – insbesondere durch den umgesetzten Rechtsanspruch – politisch und fachlich aufgewertet.

Gleichzeitig scheint die Qualitätssicherung in der Grundschulkinderbetreuung zusehends aus dem Fokus der Politik zu geraten. Organisiert von den AWO Horten in Ahrensburg, fand am Montag, den 30. November 2015, in der Cafeteria der Grundschule Am Reesenbüttel, eine Fachveranstaltung statt, die Einblick in wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Themen Selbstwirksamkeit, Zeit und individuelle Gespräche bot sowie in einer Expertenrunde verschieden qualitative Gesichtspunkte beleuchtete.

Fachtagung3Mit rund 40 Interessierten aus Politik, Verwaltung und Bildung war die Veranstaltung gut besucht. Als Fachreferentin konnte Frau Prof. Dr. Tanja Pütz, Professorin für Erziehung und Bildung im Kindesalter an der Fachhochschule Kiel, gewonnen werden. Im Anschluss an ihr Impulsreferat „‘Ich weiß dann was und freue mich‘ – Bildungsbedürfnisse ernst nehmen und Kinder professionell begleiten“ diskutierte eine Expertenrunde die Betreuungssituation in der nachschulischen Grundschulbetreuung.

Kinder brauchen verlässliche Bildungspartner, die Bildungsräume gestalten und ihnen ein individuelles Lernen ermöglichen. Bezüglich ihrer Bildungsbedürfnisse haben Kinder klare Vorstellungen. Gleichzeitig erleben sie sich heutzutage zu wenig als sprechende Akteure.

Durch große Klassen und der durch die PISA-Studie ausgelöste Veränderungsdruck im didaktisches Setting, wird die Zeit für intensive Gespräche zunehmend erschwert. „Im Durchschnitt verbleiben den Lehrerinnen und Lehrern rund 2,7 Minuten in der Woche für intensive Einzelgespräche“, erläutert Tanja Pütz die aktuelle Situation. Dabei ist Sprachkompetenz der Schlüssel zu Bildungsteilhabe.

„Ein Gespräch ist Motor der geistigen Entwicklung“, so Tanja Pütz, die sich eine Re-Sensibilisierung für die Bedeutung des Gesprächs wünscht.

Mit allen Kindern im Gespräch zu bleiben braucht einen inklusiven Ansatz. Gerade eine enge Kooperation in der nachschulischen Grundschulbetreuung – zwischen Grundschule und Hort – sei dabei ein günstiger und verstärkender Ansatz. Besonders das Wechselspiel aus formellem und informellem Lernen böte aus pädagogischer und didaktischer Sicht viele Möglichkeiten, den Kindern eine gelingende Lernumgebung zu schaffen.

fachtagun4„Horte sind Bildungseinrichtungen, die Kindern individuelles und freies selbstorganisiertes Lernen ermöglichen“, erläutert Christian Restin. Sowohl im Kinderjugendhilfegesetz (KJHG) als auch im Schulgesetz (SchulG) seien Kooperationen zudem fest- und vorgeschrieben.

Die Qualität der Horte ist bedeutsamer Standortvorteil der Stadt Ahrensburg

Die Stadt Ahrensburg hat sich schon lange auf den Weg gemacht. „Wir haben immer auf Horte gesetzt und dabei gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Anja Gust. Diese hohe Qualität koste Geld. Geld, das die Stadt gerne in die Hand nehme.

Beispielsweise schafft der Neubau der Grundschule am Schloss Raum für gelebte Inklusion. In dem Gebäude werden Schulkinder der Grundschule am Schloss und der Woldenhorn-Schule nebeneinander unterrichtet.

Nachmittags nutzt der AWO Hort am Schloss die Räume. Gleichwohl wirbt Anja Gust um Verständnis. Die Stadt Ahrensburg könne nicht so schnell reagieren und müsse sich von daher auch nach Zwischenlösungen umsehen.

In diesem Zusammenhang lobt Andreas Hausmann die gute Kita-Landschaft und die sehr gute Hortbetreuung in Ahrensburg. Er schätze das pädagogische Fachpersonal und deren hochwertige Arbeit. Viele Zugezogene seien nach Ahrensburg gekommen weil sie wissen, dass ihre Kinder hier gut betreut werden. „In keinem Hort in Ahrensburg sind weniger als 60 Prozent der Schüler“, so Andreas Hausmann.

Die Hortbetreuung koste zwar Geld, dies sei aber eine hervorragende Investition in die Zukunft seiner Kinder. Seine Tochter sei sehr selbstständig, weshalb der Übergang in die weiterführende Schule problemlos verlief. Die- sen Erfolg schreibt Andreas Hausmann auch der hochwertigen pädagogischen Arbeit des AWO Hort am Hagen zu.

Auch Sabine Knuth ist begeistert von der Hortarbeit. Die pädagogischen Fachkräfte des AWO Kinderhuus Am Reesenbüttel böten die für die Kinder so wichtige Verlässlichkeit in Personen und Zeit. „Perspektivisch müsse man allerdings mit personellen Belastungssituationen in den Horten rechnen“, beschreibt Andreas Hausmann die Situation. Christian Restin bestätigt, dass die Frage von Qualität in der nachschulischen Grundschulbetreuung leider zusehends aus dem Fokus der Politik geraten sei.

„Einige Städte im Kreis Stormarn bieten das an den fachlichen Bedingungen des Kindertagesstättengesetzes ausgerichtete Angebot gar nicht mehr an. Sie versuchen der hohen Anzahl von Kindern, deren Eltern aus beruflichen Gründen einen Betreuungsbedarf haben, durch andere Angebote gerecht zu werden“, ergänzt Anette Schmitt, Geschäftsführerin der AWO Soziale Dienstleistungen gGmbH.

Dabei werde häufig eine große Gruppe Kinder von Personen betreut, die keine grundständige Ausbildung haben. Darüber hinaus gäbe es zum Beispiel bei Krankheit keine Ressourcen mehr. Werden LehrerInnen oder ErzieherInnen krank, erhöht sich die Belastungssituation der pädagogischen Fachkräfte. Die Pädagogen- Kind-Relation verschiebt sich und der vorgeschriebene Betreuungsschlüssel von 1,5 : 15 sei dann nicht mehr haltbar.

Wie muss sich Schule und die nachschulische Grundschulbetreuung insgesamt auf stellen, um individuelle Förderung erfolgreich zu machen? Wie muss sich das Rollenverständnis der Lehrenden entwickeln und erweitern? Was braucht es darüber hinaus?

„Trotz des hohen fachlichen Niveaus in Ahrensburg muss sich strukturell etwas ändern“, betont Barbara Wohldorf, pädagogische Fachkraft vom AWO Kinderhuus Am Reesenbüttel. Gemeinsame Fortbildungen zum Thema Haltung und Arbeitsweisen sind für sie ein wichtiger Baustein. Zudem wünscht sie sich eine kontinuierliche Übergabezeit als gemeinsame Arbeitsgrundlage und für die Nutzung von Synergieeffekten zwischen Grundschule und Hort. Den nächsten Schulentwicklungstag gestalten die Grundschule Am Reesenbüttel und der AWO Kinderhuus Am Reesenbüttel bereits gemeinsam, berichtet Sabine Knuth.

Um Kinder in der nachschulischen Grundschulbetreuung professionell zu begleiten und damit ihre B
ildungsbedürfnisse ernst zu nehmen, braucht es klar definierte Raumstandards, einen eigenständigen Bildungsauftrag, verbindliche Bildungsleitlinien sowie Zeit für Netzwerkarbeit. Ebenso bedarf es multiprofessioneller Teams, die Kinder und Eltern partizipativ begleiten, verlässliche Beziehungen anbieten und pädagogische Angebote unterbreiten und dadurch Inklusion erfolgreich gestalten und so den Herausforderungen von heute gerecht werden.

 

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Ahrensburg

Zeugen nach Apotheken-Einbrüchen in Ahrensburg gesucht

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Ahrensburg – In der Nacht von Montag (17.01.2022) auf Dienstag (18.01.2022) kam es in Ahrensburg zu einem Einbruch und zwei Einbruchsversuchen. Die Kriminalpolizei Ahrensburg führt die Ermittlungen und sucht Zeugen.

Polizei Symbolfoto: Maximilian Weber/Pixabay

Nach bisherigen Erkenntnissen drangen unbekannte Täter in der Zeit von 18.35 Uhr bis 06.30 Uhr über eine gewaltsam geöffnete Tür in eine Apotheke in der Hagener Allee ein. Dort entwendeten sie einen unteren vierstelligen Bargeldbetrag. Es entstand hier ein Sachschaden von ca. 10.000 Euro.

Auch eine Apotheke in der Hamburger Straße wurde zwischen 19.30 Uhr und 07.50 Uhr ins Visier von unbekannten Tätern genommen. Es gelang ihnen jedoch nicht in die Innenräume der Apotheke einzudringen.

Ein Lebensmittelmarkt in der Manhagener Allee wurde ebenfalls in der Zeit von 20.00 Uhr bis 06.00 Uhr von unbekannten Tätern heimgesucht. Mit Gullydeckeln versuchten sie die Türen des Geschäftes einzuwerfen, was nicht gelang.

Die Ahrensburger Kriminalpolizei sucht nun nach Zeugen oder auch Hinweisgebern. Wer hat in den genannten Tatzeiträumen in der Hagener Allee, Manhagener Allee und Hamburger Straße in Ahrensburg verdächtige Beobachtungen machen können? Sachdienliche Hinweise nehmen die Beamten unter der Telefonnummer 04102/809-0 entgegen.

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Ahrensburg

ADFC und BUND unterstützen Fahrradstraße im Ahrensburger Starweg

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Ahrensburg – In jüngster Zeit sind Stimmen laut geworden, den von der Stadt bereits beschlossenen Ausbau des Starweges in Ahrensfelde im Rahmen der Veloroute 4 zu unterlassen. ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) und BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) Ahrensburg sprechen sich daher nun deutlich für den Bau der Fahrradstraße aus.

Foto: Malte Matzen/BUND Ahrensburg

Die kritisierte Flächenversiegelung des Sandweges sei relativ klein und der Niederschlag könne in die vorhandenen Gräben ablaufen und damit versickern. Natürlich solle unnötige Flächenversiegelungen vermieden werden, aber in der Abwägung mit einer möglichen Verlagerung vom bisherigen Autoverkehr auf das Fahrrad spräche alles für den weiteren Ausbau der Veloroute, so die beiden Umweltverbände.

Weg ist bei Dunkelheit wegen Schlaglöchern kaum befahrbar

„Bisher ist die Strecke für Radfahrer*innen zwar die kürzeste Verbindung nach Ahrensburg, aber durch die Oberfläche und häufigen Schlaglöcher besonders bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit kaum zu befahren“, sagt Jürgen Griebel vom ADFC Ahrensburg.

„Angesichts der Klimakrise und der Notwendigkeit CO2 auch in Ahrensburg einzusparen, sollte Ahrensburg alle Möglichkeiten nutzen, um das Fahrrad attraktiver gegenüber dem Auto zu machen“, ergänzt Dr. Claus Urbach vom BUND Ahrensburg.

Der Bauausschuss hatte in seiner Sitzung am 19.05.2021 beschlossen, zur Förderung des Radverkehrs das bisher unbefestigte Reststück des Starweges zwischen Ahrensfelde und Ahrensburg in einer Breite von 3,50 Metern mit einer Asphaltdecke und Bewegungsmelder gesteuerten LED-Lampen zu versehen.

Außerdem soll die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge mit umklappbaren Pollern gesperrt werden, da es bislang auf dem Schleichweg immer wieder zu Verkehrsproblemen kommt.

Die Strecke ist Teil der Veloroute 4 und stellt eine wichtige Verbindung zwischen Ahrensfelde, dem U-Bahnhof Ahrensburg-Ost und der Innenstadt dar.

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Kultur

Ahrensburger Jugend-Sinfonieorchesters spielt in der Laeiszhalle

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Ahrensburg – Nachdem das Laeiszhallenkonzert des Jugend-Sinfonieorchesters im vergangenen Januar noch Pandemie-bedingt abgesagt werden musste, hat sich das Orchester von diesem traurigen Moment mehr als erholt. Rückblickend haben dazu besonders drei Projekte beigetragen.

Foto: JSOA

Zum einen hat das JSOA im März an einem digitalen internationalen Musikfestival teilgenommen, das von einem Jugendorchester aus Flint (USA) organisiert wurde. Zum anderen gab es im Oktober eine aufregende Reise in die Schweiz, auf der die jungen Musiker:innen neben einem intensiven Austausch, Proben und Konzert mit einem Austauschorchester auch Wanderungen, Rodelbahnen und eine Bootstour erleben durften. Schließlich fingen die ersten öffentlichen Konzerte im November wieder an. Es gab u.a. zwei Konzerte mit dem Mozart-Requiem, bei denen das Orchester über sich hinausgewachsen ist und mit beeindruckender Präzision und Ausdruckskraft geglänzt hat.

Das nun anstehende Konzert im Großen Saal der Hamburger Laeiszhalle am 30. Januar 2022 um 18 Uhr beginnt mit der Carmen Suite Nr. 1 von Bizet.

Der Inhalt der dazugehörigen Oper strotzt von impulsiven Gefühlen: Es geht um Don Jose der seine Verlobte Michaela verlässt, um mit Carmen zusammenzukommen.

Dieser wiederum möchte allerdings nach einiger Zeit wieder frei sein und verlässt Don Jose für den Stierkämpfer Escamillo. Von Eifersucht getrieben ersticht Don Jose Carmen schließlich. Im Kontrast zu dieser aufgewühlten Emotionslage folgen zwei Werke für Solocello, die die gesangliche Komponente dieses Instrumentes in den Fokus rückt: Kol Nidrei von Max Bruch und Waldesruh von Antonín Dvořák. Der Solist Jacob Turnbull spielt schon seit vielen Jahren im Orchester. Mit beeindruckender Reife und musikalischen Gespür bringt er die langen Linien zum Leben.

Nach der Pause erklingt dann die Sinfonie Nr. 5 (Reformationssinfonie) von Felix Mendelssohn Bartholdy. Mendelssohn schrieb diese Sinfonie bereits im Alter von 23 Jahren und war mit dem Ergebnis sehr unzufrieden. In einem seiner Briefe lässt sich folgende Passage finden: „Die Reformations-Symphonie kann ich gar nicht mehr ausstehen, möchte sie lieber verbrenne als irgendeines meiner Werke; soll niemals herauskommen.“

Die Sinfonie verschwand in der Schublade und wurde erst 20 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht.

Ein Grund für die Unzufriedenheit des Komponisten über das eigene Schaffen liegt unter andere in der Experimentierfreudigkeit des Werkes.

Mendelssohn mischt antike und romantische Klänge, vokale und instrumentale Stile sowie geistliche und weltliche Musikelemente. Diese Verschmelzung macht das Stück aus heutiger Sicht so unglaublich reizvoll.

Das Jugend-Sinfonieorchester Ahrensburg (JSOA) besteht seit 1968 und hat seitdem auf vielen internationalen Bühnen Erfahrung gesammelt. In über 50 Jahren haben die jungen Musiker nicht nur Werke von Beethoven bis Wagner, sondern auch Film- und Musicalmusik sowie Uraufführungen internationaler zeitgenössischer Komponisten aufgeführt. Weiterhin haben viele Instrumentalisten des Orchesters durch Solokonzerte auch die Möglichkeit, einzigartige Bühnenerfahrung zu erhalten.

Das JSOA und seine zwei ebenfalls sinfonisch besetzten Vororchester unterhalten Partnerschaftskontakte zu Ensembles in Europa, Asien und den USA.

Bei Auslandsreisen übernimmt das JSOA die Aufgabe eines Kulturbotschafters und ermöglicht damit einen internationalen menschlichen und musikalischen Austausch.

Die musikalische Leitung hat Sönke Grohmann (Foto), Jahrgang 1988, er studierte von 2009 bis 2015 Schulmusik mit Querflöte als Hauptfach in Hamburg und schloss das Studium mit dem Master erfolgreich ab. Darauf aufbauend studierte er von 2015 bis 2017 den Master-Studiengang Chor- und Ensembleleitung in Hannover bei Prof. Frank Löhr. Als Dirigent arbeitet Grohmann mit unter anderem mit der Orchester Lübecker Universität und dem collegium musicum der Leibniz Universität Hannover. Seit September 2018 leitet er das Jugend‐Sinfonieorchester Ahrensburg.

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