Folge uns!

Kommentiert

Parkplatzproblematik: Ahrensburger Kaufleute fordern Lösungen

Veröffentlicht

am

Stormarnlive Archiv

Die Ahrensburger Innenstadt

Die Ahrensburger Kaufleute sehen eine ernsthafte Parkplatzproblematik in ihrer Innenstadt. In einem offenen Brief richten sie sich nun an die Politiker und die Stadtverwaltung.

Bereits 2014 haben wir Sie in einem Schreiben über die Sorgen unserer Mitglieder in Bezug auf die Parkplatzsituation in Ahrensburg hingewiesen. Die Situation hat sich nicht geändert und die Klagen bei unseren Treffen mehren sich, da die Bebauung des Lindenhof-Geländes und die Sanierung des Parkhauses „Alter Lokschuppen“ näher rücken. Wir befürchten, dass die Verweildauer der Kunden in der Innenstadt abnehmen wird, weil kaum noch Plätze ohne begrenzte Parkzeit zur Verfügung stehen.

Wir wenden uns daher erneut an Sie mit der dringenden Bitte, diesem Thema einen höheren Stellenwert in Ihrer Arbeit zuzumessen.

Bereits im Einzelhandelsentwicklungskonzept der CIMA aus dem Jahr 2012 wurde auf die Notwendigkeit hingewiesen, in der Innenstadt zusätzlichen Parkraum zu schaffen (Prüfstandort Rathausplatz, S. 34, Bereich HolzLand Wulf / EDEKA, S. 20). Ergänzend bzw. als Alternative haben wir folgende Vorschläge entwickelt, die sich an denInteressen der von uns vertretenen Geschäftsleute orientieren:

1.Beschrankung des Rathausplatzes:

Nach dem Muster der Parkhäuser sollten die Autofahrer bei der Auffahrt auf den Platz ein Ticket ziehen, das vor der Ausfahrt – je nach Parkdauer – bezahlt und entwertet wird. Dadurch könnten die Kunden entspannt einkaufen ohne ständig an das Ablaufen ihrer Parkzeit denken zu müssen. Spontane Entscheidungen wie das Einkehren in einem Restaurant oder das entspannte Stöbern in weiter entfernten Geschäften werden heute von Kunde vermieden, da sie jeder Kaffee und jedes lockende Sonderangebot durch ein drohendes „Knöllchen“ teuer zu stehen kommen kann.

2. “Brötchentaste einrichten”

Darüber hinaus befürworten wir die Einrichtung der sog. „Brötchentaste“ an den bestehenden Parkautomaten. Mal schnell zur Post oder in die Apotheke zu gehen wäre dann kein Problem – während die Kunden heute diese Besorgungen, die häufig nur wenige Minuten dauern, nur gegen eine Parkgebühr für mindestens eine halbe Stunde er ledigen können.

Wie schon im vergangenen Jahr bitten wir Sie inständig, mit dafür zu sorgen, dass die Ahrensburger Innenstadt für unsere Kunden nicht nur durch ein gu es Waren- und Dienstleistungsangebot attraktiv bleibt, sondern auch die Infrastruktur bietet, die in modernen Einkaufsregionen erwartet wird.

Selbstverständlich bleibt auch unser Gesprächsangebot aus 2014 bestehen, das bisher leider kaum Resonanz gefunden hat.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

National

“Infodemie”: Ärzte warnen weltweit vor gefährlichen “Fake News” in sozialen Medien

Veröffentlicht

am

Arzt bei der Arbeit Symbolfoto: Bannafarsai_Stock

Berlin – In einem offenen Brief haben sich weltweit zahlreiche Ärzte, Krankenschwestern und Medizinforscher vor den Folgen von medizinischen “Falschbehauptungen” in den sozialen Netzwerken gewarnt. Diese seien eine reale, gesundheitliche Gefahr. Nicht nur Donald Trump kommt nämlich auf wahnwitzige Behandlungsideen, sondern auch andere Menschen, die ganz bewusst die Angst und Verunsicherung ausnutzen wollen.

Hier der offene Brief im Wortlaut:

Als Ärztinnen und Ärzte, Krankenpfleger/innen und Gesundheitsexpert/innen aus der ganzen Welt müssen wir jetzt Alarm schlagen. Es ist unsere Aufgabe, für die Sicherheit der Menschen zu sorgen. Wir haben es in diesem Moment allerdings nicht nur mit der COVID-19-Pandemie zu tun, sondern auch mit einer weltweiten “Infodemie”, bei der durch Fehlinformationen, die sich in den sozialen Medien viral verbreiten, auf der ganzen Welt Menschenleben gefährdet werden.

Berichte, in denen behauptet wird, dass Kokain ein Heilmittel sei oder dass COVID-19 von China oder den USA als biologische Waffe entwickelt wurde, haben sich schneller verbreitet als das Virus selbst. Technologieunternehmen versuchen zu reagieren, indem sie bestimmte Inhalte, wenn sie gemeldet werden, löschen und es der Weltgesundheitsorganisation gleichzeitig erlauben, kostenlose Anzeigen zu schalten.

Diese Anstrengungen sind aber bei weitem nicht genug.

Die Flutwelle an falschen und irreführenden Inhalten über das Coronavirus ist kein isolierter Ausbruch von Desinformation, sondern Teil eines globalen Problems. Auf Facebook haben wir Behauptungen beobachtet, dass Chlordioxid Menschen hilft, die an Autismus und Krebs leiden, dass Millionen von Amerikanern durch die Polio-Spritze ein „Krebsvirus“ verabreicht wurde oder dass ADHS von den großen Pharmakonzernen erfunden wurde usw.

Diese Lügen sind von Bedeutung, weil sie falsche Heilmittel anpreisen oder die Menschen von Impfungen und wirkungsvollen Behandlungen abbringen wollen. Und sie haben eine große Reichweite — ein Beitrag auf Facebook, laut dem Ingwer 10.000-mal effektiver bei der Krebsbekämpfung sein soll als eine Chemotherapie, wurde fast 30.000-mal geliked, geteilt und kommentiert.

Deswegen rufen wir heute die Technologieunternehmen dazu auf, sofort und systematisch aktiv zu werden, um die Flut an medizinischen Fehlinformationen sowie die dadurch ausgelöste Gesundheitskrise zu stoppen. 

Durch unsere Arbeit in Krankenhäusern, Kliniken und Gesundheitsämtern auf der ganzen Welt kennen wir uns nur zu gut mit den tatsächlichen Auswirkungen dieser Infodemie aus. Wir sind diejenigen, die Kleinkinder mit Masern stationär behandeln – eine vollkommen vermeidbare Krankheit, die in Ländern wie den USA bereits als ausgerottet galt, jetzt aber vor allem dank Impfgegner-Propaganda wieder auflebt.

Als Angehörige der Gesundheitsberufe müssen wir uns nicht nur um die Folgen kümmern, sondern werden oft auch noch dafür verantwortlich gemacht. Fehlinformationen verschlechtern so die Moral eines ohnehin schon unter großem Druck stehenden Berufsstandes, während die finanziellen Kosten der Behandlung ohnehin übermäßig beanspruchte Budgets noch mehr belasten.

Die Diagnose sieht finster aus, was kann also getan werden?

Die sozialen Medien müssen mit zwei offensichtlichen und dringenden Schritten vorangehen.

Zunächst einmal müssen sie Richtigstellungen zu den Gesundheits-Fehlinformationen veröffentlichen. Das bedeutet, dass jede einzelne Person, die auf ihren Plattformen mit Gesundheits-Fehlinformationen in Berührung gekommen ist, gewarnt und benachrichtigt wird, und dass eine gut konzipierte und unabhängig überprüfte Korrektur angezeigt wird — etwas, das nachweislich dabei helfen kann, dass Benutzer nicht an gefährliche Lügen glauben. Während Plattformen wie Facebook bereits dazu übergegangen sind, auf Fakten geprüfte Fehlinformationen zu kennzeichnen, geht dieses Verfahren nicht weit genug, da Millionen von Menschen einen Beitrag sehen können, bevor er auf Fakten geprüft und gekennzeichnet wurde. Deshalb fordern wir Facebook dringend auf, ALLE Nutzer, die solchen Inhalten zum Opfer gefallen sind, zu warnen. Das bedeutet, einen Schritt weiterzugehen als die bloße Kennzeichnung, nämlich indem den Nutzern rückwirkend Richtigstellungen mitgeteilt werden.

Zweitens müssen die Plattformen ihre Algorithmen entgiften, die bestimmen, was den Benutzern angezeigt wird. Das bedeutet, dass gefährliche Lügen sowie diejenigen Seiten und Gruppen, die sie verbreiten, in den Benutzer-Feeds herab- und nicht heraufgestuft werden. Schädliche Fehlinformationen sowie Seiten und Kanäle, die “Wiederholungstätern” gehören, die diese Informationen verbreiten, sollten ebenfalls aus den inhaltsempfehlenden Algorithmen herausgenommen werden. Die Algorithmen konzentrieren sich derzeit mehr darauf, die Benutzer online zu halten, als ihre Gesundheit zu schützen. Und das führt zu einer Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Wohlbefindens.

Technologieunternehmen, die sowohl die Verbreitung von Ideen erleichtern, als auch davon profitiert haben, befinden sich in einer unvergleichlichen Machtposition und sind dafür verantwortlich, der tödlichen Verbreitung von Fehlinformationen entgegenzuwirken, um zu verhindern, dass soziale Medien unsere Gesellschaft kränker machen. Um Leben zu retten und das Vertrauen in die wissenschaftlich fundierte Gesundheitsversorgung wiederherzustellen, müssen die Tech-Giganten aufhören, die Lügen, Verdrehungen und Fantasien, die uns alle bedrohen, weiter anzufachen.

Weiterlesen

Berlin

Berlin: Angriff auf ZDF-Team – wenn Aufgehetzte den Restverstand verlieren

Veröffentlicht

am

Abstoßende Dummheit in Form von Pöbel-Parolen in Bad Oldesloe Foto: SL

Berlin – Das kommt also irgendwann dabei raus, wenn man das pauschale “Lügenpresse” Geschreie und die andauernde Hetze gegen Satire zu lange als “Meinung” zulässt.

Wie wir alle seit längerer Zeit merken, nimmt die Dummheit und die Bereitschaft zur Gewalt der Mitmenschen in diese Gesellschaft offenbar weiter zu. So manche sind nicht in der Lage sich mit der Realität auseinanderzusetzen und greifen dann irgendwann lieber zur Gewalt.

“Kritische” halten sich für aufgeklärt, weil sie irgendwelche Blogs und Verschwörungstheoretiker gelesen haben und “Demonstranten”, die für ihre Meinungsfreiheit auf die Straße gehen – und die ja durchaus ein Recht darauf haben – greifen immer häufiger Kollegen der Medien an. Das ist nicht hinzunehmen. Die Meinungsfreiheit der Demonstranten steht dabei nicht über der Pressefreiheit der Medien über diese Demonstrationen zu berichten.

Auch wir haben uns schon auf Veranstaltungen angiften lassen müssen. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Gewaltspirale sich immer weiter fortsetzt. Wie sich in Berlin nun heute wieder zeigte, folgen auf Worte irgendwann Taten. Das “Lügenpresse”-Geschreie ist ein Angriff auf die Pressefreiheit, das im Endeffekt die Demokratie gefährdet. Wer ein Kamerateam angreift, greift die Demokratie an.

In Berlin ist ein Fernsehteam des ZDF bei Dreharbeiten für die Satiresendung "heute-show" von Unbekannten angegriffen worden. Fünf Teammitglieder wurden dabei verletzt.

Gepostet von ZDF heute am Freitag, 1. Mai 2020

In Berlin waren es im Endeffekt 15 asoziale Aufgehetzte, die ihren Restverstand offenbar verloren haben und auf ein 7-köpfiges Kamerateam der Kollegen der “Heut-Show” losgingen. Mehrer Mitarbeiter des Senders wurden verletzt.

Das ist in keiner Weise entschuldbar oder hinnehmbar. Diese Verrohung der Gesellschaft ist bedenklich. Es ist total egal mit welcher politischen Ausrede oder sonstige Motivation und Rechtfertigung von sonstwo diese menschlichen Totalausfälle um die Ecke kommen werden. Sie sind ein gesellschaftliches Problem. Sie sind ein nicht mehr hinnehmbares demokratisches Problem.

Auch wir werden keinerlei pauschalen Verunglimpfungen und Pöbelein im Stil von “das ist eh alles gelogen” oder “Lügenpresse” mehr akzeptieren. Wer das für seine “Meinung” hält, mag das irgendwo ausleben. Wir werden diese Dummheit nicht länger dulden, weil man die Einfältigkeit auf Dauer nicht mehr erträgt und wir keine Plattform dafür bieten werden.

Weiterlesen

Politik und Gesellschaft

Corona-Blockwarte, Youtube-Experten und Assis mit Handschuhen

Veröffentlicht

am

Symbolfoto: Teodor Lazarev/shutterstock

Bad Oldesloe – Eines vorweg. Ja, es ist immer gut kritisch zu sein. Ja, es ist gut Dinge zu hinterfragen und ja, es ist mehr als okay, wenn man eine eigene Meinung hat. Aber und nun kommt das aber: eine eigene Meinung zu haben befreit einen in einer Gesellschaft mit vielen unterschiedlichen Indivduen nicht davon, sein Gehirn, seine Vernunft und vor allem Empathie und Rücksicht zu üben.

In diesen Tagen seit dem Beginn der ersten “Lockerungen” mehren sich die Stimmen, dass es doch alles nicht so schlimm sei. Es hat sich eine Routine eingeschlichen, ein gefährlicher Eindruck von Normalität in den Stormarner Kleinstadtinnenstädte. Kaufleute berichten von Stammkunden die entsetzt sind, dass sie sich an strenge Regeln halten sollen oder in einer Schlange warten. Es sind Ausnahmen, aber es gibt sie. Man möchte fragen: “Was stimmt mit euch nicht?”. Ein Gefühl, das auch aufkommt, wenn man lustige Treffen dreier Generationen in der Fußgängerzone beobachtet und seufzend mit zwei Meter Abstand an die Hauswand gedrückt vorbeischleicht.

Gleichzeitig zeigt sich an vielen Orten, dass die Geduld vieler Mitmenschen am Ende ist. Sie hatten eine Art Rücksichtsnahme “Akku” und der ist nun zum Teil halt offenbar leer. Doch darauf kann keine Rücksicht genommen werden.

Ihre gesellschaftlich problematische “Müdigkeit” zeigt sich auf verschiedene Arten und Weisen. Zum Einen ist es natürlich ziemlich lächerlich, wenn Menschen, die sich zwei , drei Youtube-Videos von esoterischen Alternativmedizin-Gurus angeschaut haben, glauben, sie könnten damit Virologen widerlegen.

Wenn das so einfach wäre, wären bestimmt mehr Menschen Mediziner geworden. Doch der Großteil ist es eben nicht und sollte sich bei der Einschätzung medizinischer Sachverhalte einfach zurückhalten. Ein “Ich denke aber, dass das Virus dieses und jenes macht”, ändert nichts an der Realität. Und es befreit nicht von Rücksichtnahme. Da kann man sich noch hundert Mal zum Löffel machen und das Grundgesetz gemeinsam mit Rechtspopulisten in der Querfront von Eso-Spinnern, ehrlich Besorgten und Neurechten spazieren tragen.

Glaubt jemand wirklich, das Querlesen dreier Verschwörungstheorien und das anschauen zweier Youtube-Videos ersetzt jahrelanges Studium, eine Doktorarbeit und Erfahrung im medizinischen Sektor? Es kommt einem leider so vor. Nun wäre es ja noch ertragbar, wenn diese Menschen dann halt ihren Kram einfach nur rausposaunen würden – anstrengend, aber hinnehmbar.

Aber damit ist ja leider bei zu vielen Zeitgenossen nicht Schluss. Sie denken (wenn man das so nennen kann ) offenbar, dass sie sich wegen ihrer eigenen Superkenntnisse nicht an Regeln halten müssen, denn sie haben das ja alles widerlegt dank der fragwürdigen Gurus.

Wie weit weg von Gut und Böse man sein kann, sieht man , wenn man sich die vollkommen verrückten Talkshows der nach rechts gestürzten Ex-Nachrichtensprecherin Eva Hermann oder des verwirrten nach rechts außen abgedrifteten Schnulzenbarden Xavier Naidoo anschaut. Tatsächlich wurden Videos dieser Kategorie auch an uns geschickt, als “Beweise”, dass das alles ganz anders ist.

Klar, weil Naidoo ja auch offenbar Ahnung von allen Dingen hat, wenn er nicht gerade in einem Wahn etwas von Kindern faselt, die von Hillary Clinton in unterirdischen Gefängnissen gefangengehalten werden. Klar, so einem “Experten” kann man ja nur vertrauen.

Gleichzeitig haben offenbar zu viele Mitmenschen immer noch nicht verstanden, dass die “Lockerungen” nicht bedeuten, dass nun alles gut sei. Besonders absurd sind die Exemplare der menschlichen Spezies, die mit Mundschutz einem auf die Pelle rücken, als bestehe keine Gefahr mehr, wenn sie sich den im Heimwerkerkeller gebastelten Schutz aufgesetzt haben. Ein Irrtum.

Andere ziehen sich Latexhandschuhe zum Einkaufen ein und werfen ihre gesammelten Bakterien und Viren dann einfach vor der Supermarkttür auf den Boden. Geht eigentlich noch mehr Egoismus und Ignoranz? Assis mit Handschuhen halt.

Weggeworfener Latexhandschuh FOto: SL

Fast jede Diskussion – sei es nun das Rufen nach “normalen Kitas”, was leider aktuell komplett unrealistisch und weltfremd bleibt oder die Hoffnung auf Events mit ein paar hundert Besuchern im Mai oder das Bestreben sofort alle Gastronomien zu öffnen – all diese menschlich ja durchaus nachvollziehbaren Wünschen bleiben geprägt von Befindlichkeiten und Egoismen, die oft leider ausklammern, welche Konsequenzen das für Mitmenschen hat.

So bleibt bei vielen leider sehr populistisch, emotional aufgeplustert geführten Diskussionen rund um Kita-Öffnungen die Rolle der ErzieherInnen zunächst erstaunlich lange unbeleuchtet und unkommentiert. Doch eine Öffnung könnte nur stattfinden wenn die ErzieherInnen, die danach wieder in den Alltag gehen, in Ganzkörperschutz und mit Maske auf arbeiten. Ob das dann die Kinder nicht in Angst und Schrecken versetzt ? Die Rolle der Kinder als Überträger ist nicht erforscht. Wie geht man damit um, ohne Ergebnisse aus Langzeitstudien? Gehen dann alle Familien der betreuten Kinder in Quarantäne, wenn in der Kita ein Corona-Fall auftaucht? Es bleibt alles kompliziert und eben nicht auf wütende Parolen reduzierbar, auch wenn man die Not mancher Familien durchaus verstehen kann.

Ebenso bleibt der Ruf nach “Herdenimmunität” erstaunlich. Kein Mensch weiß bisher zu 100 Prozent, ob es Immunität nach einer Genesung überhaupt gibt. Es braucht auch hier Langzeitstudien und nicht die Wunschvorstellung.

Und dann sind auf der anderen Seite noch die Corona-Blockwarte, die jetzt auch aufleben und die genau abzuschätzen wissen, welcher Besuch beim Nachbarn zur Familie gehört und welcher wohl nicht oder die hinterfragen, ob der Besuch einzelner Einkäufer im Supermarkt wirklich unbedingt notwendig war. Sie erweitern die bestehenden Regeln auch gerne um wichtige Regeln aus ihrer eigenen Erlebnis- oder Wunschwelt. Da lacht der Gartenzwerg hinter der akkurat geschnittenen Hecke.

All das sind Beispiele, dass der große “Zusammenhalt” und “Zusammen durch die Krise” immer häufiger nur in der Hochglanzwerbung der Supermärkte existiert, die mit der albernen, kitschig Ernennung ihrer Mitarbeiter zu “Helden” darüber hinwegtäuschen wollen, dass sie ihr Personal seit vielen Jahren unterbezahlen. Nebelkerzen garniert mit einer Bonuszahlung, die an den grundsätzlichen Arbeitsbedingungen für viele Menschen in der Branche nachhaltig nichts ändern.

Dass die Hilfe und Rücksicht untereinander langsam (und das kommt schon ziemlich schnell) bröckelt, sieht man in diversen Online-Hilfsgruppen in den Sozialen Medien, die immer häufiger zu Diskussionsplattformen verkommen oder virtuellen Orten an denen sich die oben genannten Charaktere treffen. Ob wir aus der Krise etwas für ein bessers Zusammebleben lernen? Es sieht nicht so aus. Aber beweist uns gerne das Gegenteil. Es ist noch nicht zu spät.

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung