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24 Stunden – 4 Musicals – hunderte begeisterte Fans

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24H Musicals/Natali Frisch/hfr

Drew Sarich in seiner Rolle als Märchenprinz

Es war eine große Herausforderung, eine irrwitzig erscheinende Idee und am Ende stand ein gelungener Konzertabend mit vielen Höhepunkten. Die Ahrensburger Musicalschulbetreiber Hauke Wendt und Jacqui Dunnley Wendt holten die 24-Stunden-Musical Idee erfolgreich vom Broadway nach Stormarn. 

Das Publikum johlte und jubelte als Moderator Marko Formanek auf die Bühne kam, es jubelte frenetisch als Hauke Wendt und seine Frau Jacqui hinter dem Vorhang hervortraten – keine Frage: die Musicalfans, die aus ganz Deutschland nach Ahrensburg gekommen waren, fieberten den Aufführungen und ihren Stars entgegen. 

Alles war vorbereitet und sogar die Original-Producer der “24hrs plays” waren aus New York nach Ahrensburg gekommen. Philip Naude und Kelcie Beene sorgten für internationales Flair im Alfred-Rust-Saal, der ja ansonsten einen familiären Charme zwischen Provinztheater und Schulaula versprüht. 

Aber gerade diese besondere Atmosphäre unterstrich auch die Besonderheit des Abends zusätzlich und rundete das Erlebnis ab. Die Herausforderung für die teilnehmenden Musikprofis war so einfach formuliert, wie komplex auszuführen: Ein Musical in 24 Stunden erfinden, konzipieren, schreiben, komponieren, Darsteller casten, einproben und auf die Bühne bringen. 

Das geht natürlich nur mit absoluten Vollprofis. Und genau die hatten die Organisatoren in die Stadt holen können. “Dieses spektakuläre Projekt, das erstmalig in Deutschland stattfindet, unterstreicht Ahrensburgs Anspruch als Nachbarin der Musicalhauptstadt Hamburg eine eigene kulturelle Identität mit einem interessanten und breit aufgestellten Angebot zu besitzen, welches durch in unserer Stadt ansässige Künstler und Unternehmen der Kreativbranche maßgeblich geprägt wird”, hob auch Schirmherr und Bürgermeister Michael Sarach die Bedeutung für die Schlossstadt hervor. 

Über zu wenig Druck auf ihren Schultern konnten sich die Autoren, Komponisten, Choreografen und Aufführenden also nicht beklagen. Schließlich sollten sie mit der Deutschlandpremiere auch ein deutliches Zeichen setzen. Dabei konnten sie auf einen ausverkauften Saal mit einem dankbarem, begeisterungsfähigem Publikum setzen. Selbst wenn nun ein Sänger nach dem nächsten danebengehauen hätte – das Publikum war alleine schon von der Idee begeistert und der Möglichkeit seine Stars so hautnah zu erleben. 

Doch kommen wir zu den vier entstandenen Musicals selbst. Was wurde eigentlich geboten? Zusammenfassend kann man sagen, dass alle Teams es schafften, ihre Stücke fertigzustellen und ohne größere Aus- und Unfälle über die Bühne zu bringen. Standing Ovations gab es auch für jede der Darbietungen. 

Wie die beiden Original-Producer aus New York schon angekündigt hatten, erwartete die Zuschauer eine ganze Menge Blödsinn und alberne Ideen – im positiven Sinne. Wer auf ernsthafte Themen und tiefgründig, romantische Momente gesetzt hatte, war falsch. Aber welchen Anspruch kann und darf man denn auch an Musicalstücke haben, die in wenig Stunden geschrieben und komponiert wurden?! 

Der Schwan  Foto: Frisch/hfrDen Auftakt machte “Der Schwan” ( Buch Kevin Schroeder, Musik: Lukas Höfling, Regie: Geriet Schieske, musikalische Leitung: Patricia Martin, Assistenz Regie und Choreo: Silvia Varelli ) mit Nicky Wuchinger, Martin Pasching, Andy Bieber und Marja Hennicke. 

Die Story: Drei sehr unterschiedliche Männer vom Frauenschwarm bis zum hippiesken Ur-Hipster kämpfen um eine junge, leicht pummelige Dame (Marja Hennicke), die offensichtlich auf dem Jahrmarkt arbeitet und “Der Schwan” heißt. Der Schwan verführt die Männer und lässt sie alle abblitzen. Als die Herren der Schöpfung ihr auf die Schliche kommen, wollen sie sich rächen und verfallen ihr nur erneut. 

Hennicke fühlte sich sichtlich wohl in ihrer Rolle als Femme Fatale und setzte sich gekonnt in Szene. Bei den Herren überzeugte Martin Pasching am meisten. Doch auch Andy Bieber und Nicky Wuchinger hatten sichtlich Spaß und waren gesanglich natürlich über jeden Zweifel erhaben. 

Das zweite Stück: “Was kleines Gemeines” (Buch: Titus Hoffmann, Musik: Thomas Borchert, Regie und Choreo: Jacqui Dunnley Wendt, Musikalische Leitung: Jon Mortimer, Assistenz Regie und Choreo: Anne-Katrin Böhm). Es spielten Drew Sarich (“Rocky”), Diana Mercoli Böge, Silke Braas und Lisa Antoni. 

Die Story: Ein eingebildeter Prinz muss jede Prinzessin im Märchenland verführen, um von seinem Fluch erlöst zu werden. Das gelingt ihm fast. Doch am Ende scheitert er, weil er halt nur ein “Prinz” und kein “Traumprinz” ist. Er wird zurückgewiesen und zum Frosch. 

Der vom Publikum begeistert gefeierte Musicalstar Drew Sarich war der Mittelpunkt dieses unterhaltsamens Stücks. Mit seiner enormen Präsenz spielte er den Rest des Casts an die Wand und ließ die drei weiteren Sängerinnen zu Statistinnen seiner Show werden. Nette kleine Pointen, angenehme Selbstironie bei Sarich. Viel Applaus. 

"Am Faden"  Foto: Frisch/hfr Stück drei: “Am Faden” (Buch: Nina Schneider, Musik: Adrian Werum, Regie und Choreo: Christoph Derwitz, musikalische Leitung: Holger Kolodziej, Assistenz: Kira-Lena Scharold. )

Die Story: Zwei WG-Mitbewohnerinnen diskutieren über Online-Dating und die Vor- und Nachteile von Facebook und Co. In einem Amazonpaket kommt statt der erhoffen Sex and the City Staffel nur eine Marionette an. Diese scheint verhext. Die beien jungen Frauen rufen die Ghostbuster, die sich allerdings als Diebe entpuppen. Die Marionette ist der Geist eines Internetpioniers, der seine Entwicklung rückgängig machen wollte. Doch er kommt zu spät – es wird weiter getwittert und gefacebooked. 

Das vielleicht thematisch noch tiefgründigste Stück mit seiner Kritik an der Onlinewelt. Unterhaltsam inszeniert und gut besetzt. Besonders Jennifer Siemann (“Hinterm Horizont”) und Matthias Edenborn (“Phantom der Oper”) überzeugten. Doch auch Wietske von Tongeren (“Rocky”) und Enrico de Pieri (“Kein Pardon”) waren in Spiellaune und sorgten für einen echten Höhepunkt des Abends. 

"Käse oder Wurst"     Foto:Frisch/hfr Stück vier: “Käse oder Wurst” (Buch: Heiko Wolgemuth, Musik: Johannes Glück, Regie und Choreo: Denny Berry, Musikalische Leitung: Bob Edwards, Assistenz: Sascha Thies )

Die Story: Vier ungleiche Fluggäste treffen sich in der Kabine. Ein Haarexperte mit Glatze, ein Duschkopfvertreter, ein Drogenschmuggler und eine frustrierte Stewardess. Man kommt in Turbulenzen über den Wolken – gleich in mehrfacher Hinsicht. Es entwickelt sich eine Romanze zwischen dem Haarexperten und dem Duschkopfvertreter und zwischen dem Schmuggler und der Stewardess. Am Ende wird der Flug auf Grund der schlechten Wetterbedingungen nach Acapulco umgeleitet – dem Ziel der
Träume. 

Die rundeste Vorstellung des Abends. Hier stimmte schon sehr viel. Es wurde viel gelacht und auch die Musik hatte in Relation die größte Eigenständigkeit und den höchsten Wiedererkennungswert. Das Team wirkte, als hätte es in dieser Kombination schon hunderte Aufführungen über die Bühne gebracht. 

Insgesamt lässt sich das Fazit ziehen, dass die “wahnsinnige” Idee sich zu einem echten Erfolgsprojekt entwickelte und in einem Abend mündete, wie ihn Ahrensburg noch nie erlebte und wohl auch so schnell in dieser Form nicht wieder erleben wird. Die eigentliche Leistung ist nicht unbedingt in der musikalischen oder erzählerischen Qualität der einzelnen Stücke zu suchen, sondern vor allem auch in der Bereitschaft und der Fähigkeit in so kurzer Zeit überhaupt etwas Vorführbares auf die Bühne zu bekommen. 

Ein mehr als schöner Nebeneffekt ist, dass die Einnahmen an die “Lebenshilfe Stormarn” gespendet werden. Alle Beteiligten verzichteten auf ihr Honorar und unterstreichen so, worum es geht: den Spaß an der Sache, den Spaß auf der Bühne zu stehen, das Vergnügen daran mit den Kollegen auf und den Zuschauern vor der Bühne einen gute Zeit auf musikalisch hohem Nievau zu verbringen. 

Am Ende war das Publikum immer noch so begeistert wie zu Beginn – es gab eine letzte Standing Ovation und die Organisatoren und Darsteller atmeten durch. Sie hatten es tatsächlich geschafft und damit Ahrensburg eine echte Deutschlandpremiere bescherrt, die die Schlossstadt nun in einer Reihe mit New York und London stehen lässt. 

 

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2. Bargteheider Kulturpicknick mit “Wort für Wort”

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Foto: Jan Roßmanek/hfr

Bargteheide – Der Bargteheider Poetry Slam “Wort für Wort” ist nach der Corona-Pause zurück. Nach einem halben Jahr Pause erklimmen am 12. September wieder Poetinnen und Poeten die Bühne um mit ihren selbstgeschriebenen Texten gegeneinander anzutreten, diesmal zum ersten Mal unter freiem Himmel.

Der Dichterwettstreit feiert sein Comeback mit einem Open Air Slam auf der Kircheninsel. Alles unter Einhaltung der Hygieneauflagen und mit genügend Abstand.

Die Organisatoren Lennart Hamann und Hannes Maaß haben in Zusammenarbeit mit dem Bargteheider Pastor Jan Roßmanek, dem Kulturpicknick Bargteheide und der Kirchengemeinde wieder vier der besten SlammerInnen des Landes eingeladen, die sich nur an drei einfache Regeln halten müssen: Die Texte müssen selbst geschrieben sein, kommen ohne Hilfsmittel aus und dürfen ein Zeitlimit von 6 Minuten nicht überschreiten. Ansonsten ist alles erlaubt.

Kulturpicknick Foto: Jan Roßmanek/hfr

Ob witzig, ernst, albern oder traurig, ob Kurzgeschichte oder Gedicht. Am Ende entscheidet das Publikum wer den Sieg und die Trophäe davonträgt. Abwechslungsreich und unterhaltsam, spannend und idyllisch wird es am 12 September zugehen.

Der Eintritt ist frei, es heißt aber: Wer zuerst kommt mahlt zuerst, denn die Kircheninsel hat unter den einzuhaltenden Auflagen ein BesucherInnen Limit von 150 Personen. Stühle sind nicht vorgesehen, können aber für ältere Gäste, die nicht auf dem Boden sitzen können bereitgestellt werden.

Auch der gewohnte Getränkeverkauf wird nicht stattfinden. Es empfiehlt sich also, eine Picknick-Decke, Getränke und eure Liebsten einzupacken.

Da die Veranstaltungsbranche seit März einen kompletten Shutdown erlebt, bitten wir bei der Veranstaltung um Spenden für die Veranstalter und die Auftretenden.

Am Einlass werden die Kontaktdaten der Gäste abgefragt. Abseits der Plätze, auf den Toiletten, sowie am Einlass ist ein Mund-Nasenschutz zu tragen. “Bei Symptomen von Covid-19 bzw. bei einem kürzlichen Aufenthalt in einem der Risikogebiete bitten wir euch, Zuhause zu bleiben”, so die Veranstalter.

Einlass: 17 Uhr

Beginn: 18 Uhr

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Bad Oldesloe

“Bleib zuhause – Sause” – Livestream als “Tele-Party”

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Jelle Stoltenberg und Julian Kott vor dem Inihaus Foto: SL

Bad Oldesloe – Am 25. Juli kehrt Musik ins oder besser vor das Bad Oldesloer Inihaus zurück. Noch gibt es keine Livekonzerte mit Publikum doch ab 17:30 Uhr laden Julian Kott und Jelle Stoltenberg zur “Tele-Party”.

Seit Monaten gibt es quasi kein richtiges Kulturleben und keine Konzerte einer sonst so lebendigen lokalen und regionalen Musikszene mehr. Die beiden Initiatoren der “Tele-Party” wollen dem entgegenwirken.

Schon viele Wochen planen sie daher an einem besonderen Stream-Format, das am 25. Juli, vor dem Inihaus stattfindet. Anders als bei anderen Streams werden hier vor allem semiprofessionelle Musiker aus der Region zu sehen sein und die Genres sind breit gestreut.

So gibt es akustische Musik mit dem bekannten Oldesloer Trio “irgendwiehörbar” als Auftakt ab 17:30 Uhr.

Auch Jon McKillin sorgt für akustische Klänge. Dazu kommt Hip-Hop unter anderem mit Sambosen, „Shaggie Sween“ und Frank Walter P.

“Schlagerbernd” moderiert und tritt natürlich auch selbst auf. Für Stoltenberg und Kott ist es ihre Streamingpremiere. Sie hoffen auf viele Zuschauer. Die Vorbereitungen seien umfangreich gewesen und vor allem das Suchen nach der passenden Location schwieriger als zunächst gedacht. Doch nun hat man den perfekten Ort gefunden. Zusätzlich werden – quasi als lebendige Kulisse – Grafitti-Künstler zu sehen sein.

Während des Konzerts kann gespendet werden, um die Produktionskosten wieder einzufahren. Überschüsse werden an kulturelle Zwecke gespendet.

Das Konzert wird live auf Twitch übertragen (www.twitch.tv/inihaus) . Anschließend sollen die Auftritte auch bei Youtube verfügbar sein. Los geht es live am 25. Juli um 17.30 Uhr.

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Kreis Steinburg

Wacken-Festival kündigt Metal-Online-Festival “Wacken world wide” an

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Wacken – Auch das weltgrößte Heavy Metal Festival “Wacken” im gleichnamigen Ort in Schleswig-Holstein fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ins Wasser.

In den vergangenen Wochen hat sich das Wacken-Team daher ein neues Format überlegt: ein online-Metal-Festival.

Gemeinsam mit der Telekom als Partner möchte man dieses mit “innovativen Digitalbühnen” in die ganze Welt übertragen.

Eine entsprechende Homepage wurde gelauncht.

Versprochen werden exklusive, gestreamte Konzerte bekannter Metal-Combos. Diese sollen auf der Homepage aber auch auf der Website und in der App von MagentaMusik 360 und MagentaTV zwischen dem 29. Juli und 1. August zu erleben sein.

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