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Bad Oldesloe

Trotz Bedenken beim Bürgermeister: Rot-Grün boxt Oldesloer "Radhaus" durch

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Stormarnlive

Linken-Politiker Hendrik Holtz begutachtet bei seiner Ankunft an der Festhalle die Plakate der Rad-Demonstranten

Die Radfahrer-Lobby im Publikum der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung jubelte. Ein Fahrradfahrer rief “Super, das ist die richtige Entscheidung”. Gerade war der Bau des geplanten “Rad-Hauses” am Bad Oldesloer Bahnhof mit 14 zu 13 Stimmen denkbar knapp positiv entschieden worden. 

Vorangegangen war zunächst eine kleine Demonstration von Radfahrern für ein “Radhaus” vor der Stadtverordnetenversammlung und eine längere Diskussion unter den unterschiedlichen politischen Lagern. Die Baukosten von rund einer halben Million Euro waren der FDP, der FBO und vor allem der CDU viel zu hoch. 

Die CDU hatte daher einen Alternativantrag als Kompromiss gestellt. “Wir lassen 120 neue Fahrradboxen bauen. Davon sollen dann sechs mit Ladestationen für E-Bikes ausgestattet sein”, hatte Torsten Lohse vorgeschlagen. Doch schnell war klar: SPD und Grüne waren nicht in die Stadtverordnetenversammlung gekommen, um über Alternativen oder andere Möglichkeiten zu diskutieren – sie wollen das “RadHaus” ohne Abstriche. 

Und genau das störte unter anderem FDP-Mann Hinrich Stange: “Alle sind sich einig, dass wir neue Fahrradstellplätze am Bahnhof benötigen. Aber müssen die 3800 Euro pro Stellplatz kosten? Ich habe leider mehr und mehr das Gefühl, dass Alternativen gar nicht diskutiert werden. Es geht um dieses Prestigeprojekt, das unbedingt durchgedrückt werden soll.” Dieses Vorgehen von SPD und Grünen bedauere er, denn es sei nicht im Interesse der Steuerzahler. 

Das sieht auch Matthias Rohde von der FBO so. “Wir sind angetreten, um die Verschwendung von Steuergeldern der Bürger zu verhindern. Daher können wir nur dagegen stimmen. Den Alternativ-Vorschlag der CDU könnten wir mittragen. Geht es nicht am Ende nur darum, dass dort Stellplätze entstehen? Sollte es doch” Er fürchte, dass der geplante “hässliche Klotz mitten am Bahnhof” nur ein Tummelplatz für Sprayer werde. “Ich denke in zehn Metern höhe sprayen ist schwieriger als bei 120 Boxen am Boden”, entgegnete Maria Herrmann von der SPD. 

Hendrik Holtz von der Linken betonte zwar ebenfalls, dass die Kosten ihm relativ hoch erscheinen, auf der anderen Seite sei es “eine Investition in die Zukunft. Mir ist mein Rad auch unlängst gestohlen worden. Daher verstehe ich, dass die Plätze auch sicher sein müssen”, führte er aus.  

“Ich höre hier immer etwas davon, dass 3800 Euro für einen Radstellplatz am Bahnhof in  der Entstehung teuer sein soll. Ein PKW-Parkplatz kostet beim Bau circa 6000 Euro. Warum bevorteilen wir Autofahrer? Ich kann das nicht verstehen und ich will das auch nicht einsehen”, sagte Sozialdemokrat Björn Wahnfried. 

Besonders positive Auswirkungen erhofft sich der Grüne Wilfried Janson von dem Radhaus. Es werde dafür sorgen, dass noch mehr Menschen mit dem Rad zum Bahnhof fahren und da E-Bikes immer mehr genutzt werden werden in der Zukunft, seien auch die Ladestationen für E-Bikes eine tolle und wichtige Anschaffung für die Stadt. 

Der Liberale Stange macht sich vor allem Sorgen um Nebenkosten und zukünftige Reparaturen. “Das Haus funktioniert ja wie ein Hochregal, in dem das Rad per Fahrstuhl eingestellt wird. Was ist, wenn der klemmt? Wer kommt, um das Rad dann per Hand aus dem Radhaus zu befreien? Wo sich etwas bewegt und dreht, entstehen auch Schäden, die repariert werden müssen. Wer übernimmt das?”, fragte er. 

Der parteilose Wolfgang Schmidt (Ex-FBO) wollte ein Votum der Verwaltung hören, welche Variante sie denn bevorzuge. Bürgermeister Tassilo von Bary äußerte Bedenken mit Hinblick auf ein Radhaus. “Ich denke, dass so ein Projekt auch mit möglichen Problemen in der Zukunft für Bad Oldesloe eigentlich eine Nummer zu groß geplant ist”, sagte der Verwaltungschef. “Ich denke, dass die Boxen reichen würden”, gab er ein kleines Votum der Verwaltung ab. 

Doch wie schon eingangs erwähnt, stand das Ergebnis für rot-grün offensichtlich sowieso vor der Diskussion schon fest. Mit der knappst möglichen Mehrheit von 14:13 brachten sie zur Freude der anwesenden Fahrradfahrer das Projekt “Radhaus” auf den Weg. “Ich finde, dass wir es auch gleich rot-grün-kariert anmalen lassen, damit jeder sieht, wer sich das ausgedacht hat”, schimpfte Christdemokrat Horst Möller. Beim Herausgehen sagte einer der Radfahrdemonstranten “Der sieht nun auch echt nicht so aus, als wenn er oft das Fahrrad benutzt…”

 

 

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Bad Oldesloe

Brand in Mehrfamilienhaus in Bad Oldesloe: Bewohnerin (83) von Feuerwehr gerettet

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Bad Oldesloe – Gestern, gegen 12:30 Uhr, ist in der Küche einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus mit neun Wohneinheiten, in der Segeberger Straße in Bad Oldesloe, ein Feuer ausgebrochen.

Oldesloer Feuerwehr im Einsatz Archivfoto: SL

Die 83-jährige Wohnungsinhaberin wurde mit Verdacht auf Rauchgasintoxikation in ein Krankenhaus gebracht.

Durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr konnte den Brand schnell gelöscht und ein Übergreifen auf weitere Wohnungen verhindert werden.

Es entstand ein geringer Gebäudeschaden in noch unbekannter Höhe.

Die Kriminalpolizei in Bad Oldesloe hat die Brandstelle beschlagnahmt und die Ermittlungen aufgenommen.

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Bad Oldesloe

Coronavirus in Stormarn: Zwei weitere Todesfälle, Inzidenz bei knapp 90

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Bad Oldesloe – Erneut meldet der Kreis Stormarn zwei Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Einer von ihnen war keine 40 Jahre alt.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Wie das Kreis-Gesundheitsamt am Donnerstag mitteilt, sind zwei weitere Menschen gestorben, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Es handelt sich dabei um einen Mann in der Altersgruppe 30 bis 40 und einen Mann zwischen 80 und 90 Jahren.

Damit sind insgesamt 105 Personen seit Beginn der Pandemie verstorben.

Innerhalb eines Tages meldet der Kreis Stormarn 41 Neuinfektionen. Die Gesamtzahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn beträgt 3.734 (Stand: 14.1., 15:00 Uhr).

Davon gelten 3.157 Personen als genesen, 472 Personen sind aktuell infiziert.

Im Kreis Stormarn wurden innerhalb der letzten sieben Tage 214 Neuinfektionen bestätigt. Das entspricht einem Inzidenzwert von 87,6 Infektionen pro 100.000 EinwohnerInnen.

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Bad Oldesloe

Nachruf: Oldesloer Schützen trauern um Mitgründer des Jugend-Fördervereins

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Bad Oldesloe – Am 10. Januar 2021 verstarb nach schwerer Krankheit Wolfgang Twesten, Gründungsmitglied des Fördervereins der Jugendarbeit im Kreisschützenverband Stormarn im Alter von 79 Jahren.

Wolfgang Twesten ist im Alter von 79 Jahren verstorben

26 Jahre, mit zwei bis drei Jahren Unterbrechung, war Gründungsmitglied Wolfgang Twesten der Vorsitzende des Fördervereins der Jugendarbeit des Kreisschützenverbandes Stormarn v. 1912.e.V..

Der damalige stellvertretende Kreisjugendleiter Olaf Schippmann hatte sich 1991 Gedanken gemacht wie man das sportliche Schießen der Jugend im Kreis fördern könne. Seine Idee war, einen Förderverein für die Jugend zu gründen. Damit stieß er bei dem amtierenden Kreisjugendleiter Wolfgang Twesten und damaligen Kreisvorsitzenden K.-Günter Wasilewski auf offene Ohren.

Dieses wurde dann am 30. Januar 1992 auf der Gründungsversammlung des Fördervereins in die Tat umgesetzt. Zweck des Vereins war und ist es die Förderung der Jugendabreit.

Wie Anschaffungen von Sportgeräten und Zubehör, Förderung von Trainingsmaßnahmen, internationalem Austausch und vieles mehr. Mit stolz verkündete der damalige Kreisvorsitzende K.-Günter Wasilewski auf dem Kreisschützenschützentag am 7. März 1992 in Elmenhorst, dass die Gründung des Fördervereins einmalig in Schleswig-Holstein sei. Auf dem Kreisschützentag wurde dann einstimmig beschlossen, dass alle Vereine, Sparten und Gilden des Kreisschützenverbandes dem Förderverein beitreten. Und der Ahrensburger Schießstand wurde Leistungszentrum der Jugend, die Gilde, wie auch alle anderen Vereine und Gilden haben dem Förderverein ihre Schießstände für Trainingsmaßnahmen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Auf der Gründungsversammlung traten zehn Mitglieder dem Förderverein bei. Heute zählt der Förderverein 27 Mitglieder, würde aber gerne noch Mitglieder aufnehmen. Denn die Sportgeräte und Zubehör, die vor etlichen Jahren angeschafft wurde, sind mittlerweile aufgebraucht, und man möchte gerne die Ausrüstung und das Zubehör auf den neuesten Stand bringen.

Damals konnte der Vorstand des Fördervereins auch die Sparkasse Holstein mit ins Boot holen. Seitdem unterstützt die Sparkassen Stiftung Stormarn den Förderverein jährlich mit einem nicht unerheblichen Betrag.

Neben den vielen Trainingsmaßnahmen, wie allgemeine und spezielle Kondition, Aufbautraining und richtige Technik, unterstützt der Förderverein auch Fahrten zu nationalen und internationalen Schießsportwochen. Neben den jährlichen Schießsportwochen in ganz Schleswig-Holstein und in anderen Landesverbänden fuhr die Kreisjugend mit Trainern und Betreuern u.a. auch zum LG 3 Stellungs-Walther-Cup nach Frankfurt, zum Ems Dollart Turnier und auch nach Finnland.

Wolfgang Twesten lag die Jugend sehr am Herzen, daher hat er sich so für sie eingesetzt. Er hat, um die Jugend beim Training weiterzubringen, 1993 den B-Trainerschein absolviert. Bis zu seiner Krankheit vor zwei Jahren trainierte der langjährige Vorsitzende noch auf Schießständen im Kreis, um Jugendliche weiterzubringen. So trainierte er unter anderen über neun Jahre die Pölitzer Jungschützen. Auch viele andere Vereine im Kreis nutzten seine Hilfe. „Wenn ich sehe wie pflichtbewusst-, trainingsfleißig und zuverlässig die Jugendlichen sind, macht es immer wieder Spaß mit ihnen zu trainieren“, sagte Wolfgang Twesten immer wieder.

Auf der Mitgliederversammlung im Dezember 2018 stellte sich Wolfgang Twesten mit 77 Jahren nicht wieder zur Wahl. Ihm wurde von allen Anwesenden ein ganz großes Lob und Dank ausgesprochen.

Auch auf Initiative von Wolfgang Twesten wurde das Sesiani Jugendpokalschießen, was seit 1992 jährlich geschossen wird, eingeführt. Nach einem Gespräch mit dem Zeltwirt Adolf Sesiani überzeugte er Adolf und Rosi Sesiani, die Jugend im Kreisschützenverband zu unterstützen. Auch heute noch unterstützt der Zeltwirt Axel Sesiani die Jugend im Kreisschützenverband Stormarn jährlich mit 750 €.

„Der amtierende Vorsitzende Thomas Looft“ sagte, Wolfgang Twesten hat in Jahrzehnte langer ehrenamtlicher Tätigkeit für den Förderverein den Grundstein gelegt, und er habe mit seinem Team etwas Einmaliges aufgebaut.

Der Kreisschützenverband, und hier besonders die Jugend, haben ihm viel zu verdanken. Sein Engagement und seinen Erfahrungsschatz werden wir vermissen.

Die Schützen verneigen sich vor dem Verstorbenen: “Den Hinterbliebenen sprechen wir unser aufrichtiges Beileid aus.”

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