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Ottfried Fischer im Interview: "Wenn du krank bist, wollen die Leute dich krank sehen"

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(c) Walter SchoenenbroecherOttfried Fischer hat Parkinson. Doch das hindert den Pfundskerl nicht daran, weiterhin öffentlich aufzutreten. Mit den Auswirkungen der verheerenden Krankheit geht der Schauspieler und offen um, immer auch mit einer Portion Selbstironie. Sein neues Programm: “Jetzt noch langsamer”. Ottfried Fischer im Interview.

“Jetzt noch langsamer” lautet der Titel Ihres aktuellen Programms – die Anspielung ist klar. Was genau kann Ihr Publikum in Trittau und Lübeck erwarten?

Unter anderem bekommt das Publikum einen Nuschel-Workshop, dass es mich leichter versteht.

Sind Ihre Programme variabel, ist Raum für Improvisation, oder lassen Sie sich in Vorstellungen auch vom Momentum oder dem Geist des Ortes tragen?

Zur Progamm-Philosophie gehört es, dass ich mir am Anfang mindesten 20 Minuten Zeit nehme,auch um mit den Leuten zu reden, wenn auch von der Bühne herab, denn der Theater gedanke möchte schon auch vorhanden sein.

Parkinson: Wie hat Ihre Parkinson-Erkrankung Ihr Leben verändert – und wie hat sie Ihre Sicht auf die Welt, auf andere Menschen, Beziehungen beeinflusst? Was haben Sie selbst durch Parkinson gelernt? Sie sprechen in einem Interview von Entschleunigung…

Entschleunigung ist die Generalklausel der Parkinsonvorteile: Mehr Zeit für die Dinge, dadurch weniger Stress- wäre allerdings bei voller Gesundheit auch sehr schön. Die Maxime lautet, nicht grübeln, nicht hadern, zufrieden sein.

Sie haben bei Maischberger gesagt: “Wenn du krank bist, wollen die Leute dich krank sehen.” Haben Sie das Gefühl, dass es in der Öffentlichkeit ein Problem mit Ihrer Krankheit gibt? Wenn ja, woran machen Sie das fest?

Um’s zu präzisieren: Die Presse, die oft die gleichen Sachen verkaufen muss, hat eine Sehnsucht nach Abwechslung. Die kann aber oft nur durch Gewichtung der Themen erzeugt werden und so wird manchmal die Krankheit wichtiger bzw. oder eben weniger wichtig. Gesundheit allein, eher unspektakulär.

Sie haben in der SZ gesagt, Sie hätten nie mit der Krankheit gehadert. Ist Selbstironie für Sie die Form, die es Ihnen am leichtesten macht, damit in die Öffentlichkeit zu gehen?

Ich gehe als alter Optimist davon aus, da jeder Parkinson anders ist, also meiner ganz anders und viel besser als die bisherigen und dadurch so schlimm nicht sein kann.

Wie stark schränkt die Krankheit Sie bei der Arbeit ein?

Also, wenn ich einen schönen Satz gefunden habe, garnieren ich ihn nicht mehr, wie früher mit einem Purzelbaum. Der Purzelbaum ist weg, aber der wichtige Satz bleibt und dass ist die Hauptsache.

Welche Seite Ihres Wesens nimmt die Öffentlichkeit kaum wahr? Ist es manchmal auch ein Fluch, immer mit einem Image verwechselt zu werden?

Sie gehen also davon aus, dass ich ein Image bin. Im Prinzip müsste das Publikum, so wie es den Prominenten sieht, nicht von Leben sprechen, sondern vielleicht von einem Vorgang der lauten könnte: Ich bin ein Posten in einem Facebook.

Sie haben mit “Ottis Aquarium” ein neues Fernsehformat im Heimatkanal des Pay-TV-Senders Sky? Sind Sie zufrieden mit dem Debüt? Wer waren die Gäste, über welche Themen haben Sie gesprochen? Wie war die Resonanz? Was ist dort weiter geplant?

Das alles kann ich Ihnen beantworten, wenn die Aufzeichnung live on tape stattgefunden hat. Nur soviel sei verraten, meine Gäste in der Sendung Nr. 1 sind zwei Vertreter aus dem linguistischen Notstandsgebiet Bayerns, der Oberpfalz. Lissi Aumeier und Helmut Binser und das Thema wird lauten, wie soll es anders sein – Sprache. Ich gehe davon aus, dass der Durchschnitts-Oberpflälzer keine andere Chance hat als zu brillieren. Begleitet wird das von den zauberhaften Dornrosen.

Ihre Agentin sagte, Sie hätten ein Faible für Hamburg und den Norden – was sicherlich nicht zuletzt mit dem “Pfundskerl” zusammenhängt. Was mögen Sie am Norden, was sind Ihre positiven Erinnerungen? Kann man als Urbayer hier gut leben? Was fehlt?

Hamburg hat eine hohe Lebensqualität, weil sie als Hafenstadt schon ewige Zeiten mit dem Fremden gut umgehen kann. Außerdem sind die Hamburger, wenn sie mal losgelassen, ein zauberhaftes Publikum, was sich auch auf das private Leben positiv auswirkt. Hamburg ist zwar kein München aber Hamburg und das ist gut so.

Wie haben Sie als Kabarettist das norddeutsche Publikum erlebt? Anders als im Süden?

Man muss sich an jedes Publikumsgebiet als Kabarettist gewöhnen, aber dann sind die Norddeutschen ein genauso tolles Publikum wie in anderen deutschen Landstrichen.

Was für ein Publikum brauchen Sie, damit es ein gelungener Abend wird?

Ein aufgeschlossenes.

Sind Sie schon einmal in der Trittauer Wassermühle aufgetreten?

Nein, irgendwann ist ja alles das erste Mal, aber ich freue mich.

Was wünschen Sie sich für diesen Abend?

Gute Laune, Sympathie und gute Unterhaltung.

Ottfried Fischer in “Jetzt noch langsamer“, Sonntag, 2. November, 2014, um 19 Uhr (Einlass 18 Uhr) in der Wassermühle Trittau. 20 Euro (zzgl. Vorverkaufs-Gebühr), Abendkasse: 25 Euro. Telefonische Kartenbestellung unter: 0179-781-7548 oder unter www.reservix.de.

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2. Bargteheider Kulturpicknick mit “Wort für Wort”

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Foto: Jan Roßmanek/hfr

Bargteheide – Der Bargteheider Poetry Slam “Wort für Wort” ist nach der Corona-Pause zurück. Nach einem halben Jahr Pause erklimmen am 12. September wieder Poetinnen und Poeten die Bühne um mit ihren selbstgeschriebenen Texten gegeneinander anzutreten, diesmal zum ersten Mal unter freiem Himmel.

Der Dichterwettstreit feiert sein Comeback mit einem Open Air Slam auf der Kircheninsel. Alles unter Einhaltung der Hygieneauflagen und mit genügend Abstand.

Die Organisatoren Lennart Hamann und Hannes Maaß haben in Zusammenarbeit mit dem Bargteheider Pastor Jan Roßmanek, dem Kulturpicknick Bargteheide und der Kirchengemeinde wieder vier der besten SlammerInnen des Landes eingeladen, die sich nur an drei einfache Regeln halten müssen: Die Texte müssen selbst geschrieben sein, kommen ohne Hilfsmittel aus und dürfen ein Zeitlimit von 6 Minuten nicht überschreiten. Ansonsten ist alles erlaubt.

Kulturpicknick Foto: Jan Roßmanek/hfr

Ob witzig, ernst, albern oder traurig, ob Kurzgeschichte oder Gedicht. Am Ende entscheidet das Publikum wer den Sieg und die Trophäe davonträgt. Abwechslungsreich und unterhaltsam, spannend und idyllisch wird es am 12 September zugehen.

Der Eintritt ist frei, es heißt aber: Wer zuerst kommt mahlt zuerst, denn die Kircheninsel hat unter den einzuhaltenden Auflagen ein BesucherInnen Limit von 150 Personen. Stühle sind nicht vorgesehen, können aber für ältere Gäste, die nicht auf dem Boden sitzen können bereitgestellt werden.

Auch der gewohnte Getränkeverkauf wird nicht stattfinden. Es empfiehlt sich also, eine Picknick-Decke, Getränke und eure Liebsten einzupacken.

Da die Veranstaltungsbranche seit März einen kompletten Shutdown erlebt, bitten wir bei der Veranstaltung um Spenden für die Veranstalter und die Auftretenden.

Am Einlass werden die Kontaktdaten der Gäste abgefragt. Abseits der Plätze, auf den Toiletten, sowie am Einlass ist ein Mund-Nasenschutz zu tragen. “Bei Symptomen von Covid-19 bzw. bei einem kürzlichen Aufenthalt in einem der Risikogebiete bitten wir euch, Zuhause zu bleiben”, so die Veranstalter.

Einlass: 17 Uhr

Beginn: 18 Uhr

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Bad Oldesloe

“Bleib zuhause – Sause” – Livestream als “Tele-Party”

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Jelle Stoltenberg und Julian Kott vor dem Inihaus Foto: SL

Bad Oldesloe – Am 25. Juli kehrt Musik ins oder besser vor das Bad Oldesloer Inihaus zurück. Noch gibt es keine Livekonzerte mit Publikum doch ab 17:30 Uhr laden Julian Kott und Jelle Stoltenberg zur “Tele-Party”.

Seit Monaten gibt es quasi kein richtiges Kulturleben und keine Konzerte einer sonst so lebendigen lokalen und regionalen Musikszene mehr. Die beiden Initiatoren der “Tele-Party” wollen dem entgegenwirken.

Schon viele Wochen planen sie daher an einem besonderen Stream-Format, das am 25. Juli, vor dem Inihaus stattfindet. Anders als bei anderen Streams werden hier vor allem semiprofessionelle Musiker aus der Region zu sehen sein und die Genres sind breit gestreut.

So gibt es akustische Musik mit dem bekannten Oldesloer Trio “irgendwiehörbar” als Auftakt ab 17:30 Uhr.

Auch Jon McKillin sorgt für akustische Klänge. Dazu kommt Hip-Hop unter anderem mit Sambosen, „Shaggie Sween“ und Frank Walter P.

“Schlagerbernd” moderiert und tritt natürlich auch selbst auf. Für Stoltenberg und Kott ist es ihre Streamingpremiere. Sie hoffen auf viele Zuschauer. Die Vorbereitungen seien umfangreich gewesen und vor allem das Suchen nach der passenden Location schwieriger als zunächst gedacht. Doch nun hat man den perfekten Ort gefunden. Zusätzlich werden – quasi als lebendige Kulisse – Grafitti-Künstler zu sehen sein.

Während des Konzerts kann gespendet werden, um die Produktionskosten wieder einzufahren. Überschüsse werden an kulturelle Zwecke gespendet.

Das Konzert wird live auf Twitch übertragen (www.twitch.tv/inihaus) . Anschließend sollen die Auftritte auch bei Youtube verfügbar sein. Los geht es live am 25. Juli um 17.30 Uhr.

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Kreis Steinburg

Wacken-Festival kündigt Metal-Online-Festival “Wacken world wide” an

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Wacken – Auch das weltgrößte Heavy Metal Festival “Wacken” im gleichnamigen Ort in Schleswig-Holstein fällt in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ins Wasser.

In den vergangenen Wochen hat sich das Wacken-Team daher ein neues Format überlegt: ein online-Metal-Festival.

Gemeinsam mit der Telekom als Partner möchte man dieses mit “innovativen Digitalbühnen” in die ganze Welt übertragen.

Eine entsprechende Homepage wurde gelauncht.

Versprochen werden exklusive, gestreamte Konzerte bekannter Metal-Combos. Diese sollen auf der Homepage aber auch auf der Website und in der App von MagentaMusik 360 und MagentaTV zwischen dem 29. Juli und 1. August zu erleben sein.

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