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Bad Oldesloe

Initiatorin entsetzt: Bürgermeister verbietet Tausch-Haus

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Stormarnlive

Kahle Wand statt Tauschhaus. Karin Hoffmann ist enttäuscht

Die Ehrenamtler von “Oldesloe liest” haben es sich zur Aufgabe gemacht, rund um die aufgestellte Buchzelle in der Oldesloer Mühlenstraße für eine belebtere Fußgängerzone zu sorgen. Mit einem”Tauschhaus” sollte nun auch etwas für Müllvermeidung und sinnvolle Weiterverwendung von Gegenständen getan werden. Doch jetzt stoppte Bürgermeister Tassilo von Bary das Projekt. 

Initiatorin Karin Hoffmann ist schockiert. Die grüne Lokalpolitikerin hatte sich bereits für die Bücherzelle eingesetzt. Nachdem diese nach erster Skepsis mancher Mitbürger zu einem echten Erfolg wurde und auch die neu entstandenen Fotowände in der direkten Nachbarschaft großen Anklang fanden, war das kleinere Tauschhaus für sie “eigentlich ein Selbstgänger”. 

Tauschhaus in Bad SegebergIn dem “Tauschhaus” sollten Oldesloer Mitbürger kleine Gegenstände abstellen können, die sie nicht mehr brauchen und sich andere bereits vorhandene Gegenstände entnehmen dürfen. Alles unengeltlich und organisiert auf ehrenamtlicher Basis. Vorbilder dafür – so Hoffmann – gibt es in verschiedensten Städten. So zum Beispiel auch in Bad Segeberg, wo sie diese Art von kleinem Holzhaus besichtigte und selbst später eines für Bad Oldesloe bereits in Auftrag gab. 

Am 22. November sollte die Eröffnung gefeiert werden. In der entsprechenden Genehmigungsanfrage bittet Hoffmann den Bürgermeister sogar noch darum, ein paar Worte zur Einweihung zu sprechen. Doch statt der Zusage zu diesen Grußworten und der Genehmigung flatterte ihr eine Absage ins Haus inklusive des Verbots das 1,40 Meter hohe und 60 Zentimeter tiefe Tauschhäuschen errichten zu dürfen. 

“Das ist das schwachsinnigste Pamphlet, das ich mir zu dem Thema vorstellen kann”, schimpfte Hoffmann. Wenn sie aus dem Schreiben der Stadtverwaltung zitiert, schwankt sie zwischen Lachen und Wut. “Es ist einfach eine Frechheit.” Unter anderem ist in der Absage die Rede davon, dass weder städtebaulich noch baurechtlich ein solches Tauschhaus in die Fußgängerzone gehöre. Der Bebauungsplan im öffentlichen Raum lasse es nicht zu. 

Karin Hoffmann beim Verlesen des "Pamphlets"Außerdem habe die Verwaltung abgewogen, welches Recht wichtiger sei: die Erhaltung des aktuellen Straßenbildes oder ein “privates Interesse”. Dabei sei man zu dem Schluss gekommen, dass eben der Erhalt des bisherigen Zustands wichtiger sei. 

“Privates Interesse? Und dann wundert man sich noch, wenn die Leute sich nicht ehrenamtlich engagieren”, lacht Hoffmann spöttisch. “Mich motiviert das nun gar nicht. Und wenn man diese Aussage richtig deutet, dann sollten wir eigentlich auch besser die Bücherzelle wieder abbauen”, sagt sie. “Die ist dann natürlich auch illegal und stört das Straßenbild.”

Unterstützt wird sie von Bücherzellenwärterinnen, die bisher für den reibungslosen Ablauf in der  beliebten umgebauten gelben Telefonzelle sorgen und auch das Projekt “Tauschhaus” begleiten. “Wir sollten nun nicht in Sachen Bürgermeisterbeschimpfung über das Ziel hinausschießen. Unser Anliegen ist es ja eigentlich noch??eine Lösung zu finden. Das ist jetzt das Ziel. Wir geben das Projekt nicht auf”, so Birgit Weißmann. “Wenn der Bürgermeister das alles liest und noch mal in sich geht, vielleicht gibt es ja doch noch eine Genehmigung.” Auch Birgit Schwitzke und Traute Hoffmann wünschen sich, dass das Tauschhaus noch enstehen darf. 

“Ich habe in dieser Form eigentlich gar keine Lust, mich weiter für die Stadt einzubringen. Man will hier etwas erschaffen und was Schönes entstehen lassen und dann wird man einfach so ausgebremst. Ich finde das ganz schrecklich”, ist Hoffmann frustriert und enttäuscht. Dass der Dank für ihr Engagement so ausfalle, habe sie sich nicht vorgestellt. 

Von Seiten des Bürgermeisters war zu erfahren, dass der Bauplan den Bau des Tauschhauses ganz einfach nicht erlaube. Die Ablehnung habe keine persönlichen Gründe. Ehrenamtliches Engagement sei lobenswert, müsse sich aber an Gesetze und Regeln halten. Vollendete Tatsachen schaffen und dann auf ein Abnicken der Verwaltung zählen, nur weil sie einer vermeindlich guten Sache dienen, funktioniere nicht. 

“Wenn hier alle Regeln so wichtig sind und das Stadtbild unbedingt erhalten werden muss, dann frage ich mich, warum hier manche Fahrräder seit Wochen und Monaten stehen und sich nichts tut, egal ob man das meldet oder nicht. Sie haben platte Reifen und an einem wächst schon Unkraut hoch. Das stört offensichtlich nicht so sehr, wie ein kleines Tauschhaus, das für eine Belebung und mehr Kommunikation hier in der Stadt gesorgt hätte”, so Hoffmann. “Wir hätten Müll vermieden, Ressourcen besser genutzt und Menschen geholfen. Aber das ist wohl nicht gefragt….”

Am Rande des Gesprächs kam noch ein weiteres Thema auf. Dem 94-jährigen Oldesloer Gerhard Ströhl ist es laut eigener Aussage von der Stadt verboten worden, ehrenamtlich die Innenstadt zu säubern und Aufkleber von Laternenmasten, Bushaltestellen, Bänken und Mülleimern zu kratzen. Das sei nicht seine Aufgabe. “Zu solchen Dingen fällt einem nichts mehr ein”, so die Initiatiorinnen des Tauschhauses. 

 

 

 

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Bad Oldesloe

Protest oder Hetze?

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In einer Stellungnahme zeigt Die Linke in Stormarn Verständnis für rationale Maßnahmen-Kritik – verurteilt aber die sogenannten “Querdenker”-Proteste. Denn die Szene tritt im Netz und auf der Straße immer aggressiver auf

Protestaktion in der Oldesloer Innenstadt

Es ist mehr als verständlich, dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und auch ihre Begründung kritisch betrachtet werden. Bei so weitreichenden Eingriffen ins wirtschaftliche und private Leben muss sowohl ihre Ausgewogenheit als auch ihre Wirksamkeit klar begründet sein, damit sie Akzeptanz finden.

Kritik an den Maßnahmen kann und sollte geäußert und diskutiert werden.

Dass etwa derzeit der Eindruck entsteht, dass die Maßnahmen genau da ihre Grenzen haben, wo das Interesse großer Wirtschaftszweige beginnt, trägt ebenso wie die oft mangelnde Einbeziehung der Parlamente sicher nicht zur Glaubwürdigkeit von Regierungshandeln bei.

Es gab und gibt Proteste – etwa von Kulturschaffenden bei „Alarmstufe Rot“ oder von völlig überlasteten PflegerInnen –, die eine völlig legitime Kritik formulieren. Solange diese unter Einhaltung der Hygieneregeln stattfinden, sind solche Proteste nicht zu kritisieren, oft sogar sehr notwendig.

Doch leider gibt es derzeit nicht nur solche rationale Kritik. Eine im Netz und auf der Straße immer aggressiver auftretende Szene von GegnerInnen der Maßnahmen hat sich in den letzten Monaten formiert.

Hier dominieren Verschwörungsmythen, Impfgegnerschaft und bewusste und unbewusste Halb- und Unwahrheiten über die Pandemie.

Diese sich gerne aus „alternativen Medien“, wie z. B. Rubikon oder dem Verschwörungsportal KenFM, informierende Szene bezieht sich auf eine kleine Gruppe von MedizinerInnen und WissenschaftlerInnen, die – entgegen dem wissenschaftlichen Konsens ihrer Fachwissenschaften – ihnen die passenden Argumente liefern und die Pandemie kleinreden oder gar ihre Gefährlichkeit ganz leugnen. Sie hat in den letzten Monaten deutlichen Zulauf bekommen.

Unverkennbar ist auch, dass eine Abgrenzung der Szene nach ganz rechts außen nicht stattfindet, wenn eben antisemitisch-verschwörungsmythische Portale als „Informationsquellen“ sorglos zitiert werden, wenn mit Schildern wie „Impfen macht frei“ oder dem Missbrauch von Judensternen für die eigene Opferinszenierung der Holocaust relativiert wird und die Opfer der Nazis verhöhnt werden. Auch sind auf vielen dieser Demonstrationen bekannte Rechtsextreme mitgelaufen und aufgetreten, deutlich sichtbar mit den Symbolen ihrer Parteien und Bewegungen. Identitäre, AfD und NPD haben zu vielen der Veranstaltungen mobilisiert. In dieser Form des irrationalen Protestes, der hinter allem eine bewusste Verschwörung dunkler Mächte wittert, von Plänen „der Bilderberger“ oder „der Rothschilds“ raunt und der völlig widersinnigen Annahme Raum gibt, es könne eine globale Verschwörung geben, die die Wirtschaft und Gesellschaft aller großen Industrienationen bewusst lahmlegt, finden rechte Gruppen und Parteien, die ja selbst nichts außer irrationaler Angst und Hass anzubieten haben, ganz natürlich ihren Platz. Es ist keine Instrumentalisierung, die wir hier sehen, sondern Bewegungen, die da zusammenkommen, die ideologisch nah beieinander sind.

Auch in Stormarn gibt es Kundgebungen und Aktionen, die aus diesem Umfeld stammen. Auch hier werden in Reden „die Bilderberger“ als Strippenzieher insinuiert.

Auch hier werden Schilder getragen, die die Opfer des Faschismus verhöhnen. Die Fraktionen Die Linke im Kreistag Stormarn und in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe haben sich bereits klar von diesen Aktivitäten distanziert und alle Mitglieder und SympatisantInnen der Linken dazu aufgerufen, sich hier nicht zu beteiligen. Für linke, fortschrittliche Menschen kann dies kein Umfeld sein, in dem berechtigte Kritik an den bestehenden und geplanten Maßnahmen formuliert werden kann. Die Linke steht für eine Kritik, die die Probleme unserer Welt als Folgen unseres kapitalistisch geprägten sozial-ökonomischen Systems und nicht als Ergebnis einer düsteren und böswilligen Verschwörung sieht. Wir rufen weiterhin dazu auf, diesen Veranstaltungen fern zu bleiben und Widerspruch gegen die aktuelle Politik in anderen Zusammenhängen vorzubringen.

Bei dem Text handelt es sich um eine Stellungnahme der Fraktion Die Linke im Stormarner Kreistag und der Fraktion Die Linke in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe. Um zu verhindern, dass einzelne Mitglieder der Fraktionen zu Zielscheiben für die Szene werden, wurde die Redaktion gebeten, auf die Nennung von Namen der Verfasser zu verzichten. Das respektieren wir.

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Bad Oldesloe

Gemeinschaftsaktion: Bad Oldesloe wird zur Sternenstadt

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Bad Oldesloe – Um den Menschen in der Kreisstadt trotz Corona eine weihnachtliche Stimmung in der Innenstadt zu präsentieren, haben sich in gemeinsamer Kooperation die Stadt, die Wirtschaftsvereinigung, der Wir-Verein sowie der Wirtschaftsbeirat mit der Oldesloer Bühne verschiedene Highlights für die Adventszeit einfallen lassen und wollen unter dem Motto “Sternenstadt Bad Oldesloe” weihnachtliches Flair in die Innenstadt bringen.

Gemeinsam für die Sternenstadt (von links): Agnes Heesch (Stadtverwaltung), Phillip Marz (Wirtschaftsbeirat), Astrid Hintze und Günter Knubbe (Wir-Verein), Angela Dittmar und Nicole Brandstetter (Wirtschaftsvereinigung). Foto: Luna Brandstetter

“Gerade vor dem Hintergrund, dass wir die Weihnachtsmärkte absagen mussten, freue ich mich, dass die Organisatoren eingesprungen sind und Alternativen initiiert haben”, zeigt sich Bürgermeister Jörg Lembke begeistert. Die Stadtverwaltung hat die Koordination übernommen und hat alle Ideen der Akteure zusammengetragen und freut sich, dass bereits Erfolge zu sehen sind: Die Weihnachtsbeleuchtung ist durch den Bauhof aufgehängt und eingeschaltet, die großen Tannen stehen beleuchtet auf dem Marktplatz, der Hude und dem Bahnhofsvorplatz.

Neu ist eine Holzhütte auf dem Marktplatz, die der Wirtschaftsbeirat gemeinsam mit dem Hagebaumarkt aufgestellt und mit der Oldesloer Bühne geschmückt hat. “Wenn die Kinder aufs Weihnachtsmannwecken dieses Jahr verzichten müssen, wollen wir ihnen wenigstens das Wohnzimmer vom Weihnachtsmann zeigen”, sagt Thomas Benthien, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats, mit einem Augenzwinkern. Das Jugendaufbauwerk der Kreishandwerkerschaft Stormarn hat einen großen, mit einem Weihnachtsmann bemalten Briefkasten neben die Hütte gestellt. Dort können Kinder bis zum 15. Dezember ihre Post an den Weihnachtsmann einstecken, dann bekommen sie noch rechtzeitig Antwort. Um Post geht es auch bei der Aktion des Wir-Vereins. Der Bürgerverein hat die Schüler der Stadtschule dazu aufgerufen, Adventsbriefe an die Bewohner der Altenheime zu schreiben. “In den Einrichtungen gibt es viele Leute ohne Verwandte. Gerade in der Corona-Zeit können viele Besuche nicht stattfinden. Deshalb wollen wir den alten Menschen eine Freude bereiten”, erklärt Wir-Vereins-Vorsitzender Günter Knubbe gemeinsam mit Astrid Hintze.

Die Wirtschaftsvereinigung setzt auf Sterne als zentrales Thema. Über 1.500 rote Dekorationssterne hat der Unternehmerverein an rund 80 Geschäfte verteilt und stellt zusätzlich große Holzsterne in der Innenstadt auf. “Wir freuen uns, dass unsere Idee der Sternenstadt aufgenommen wurde und nach und nach mit Leben gefüllt wird. Es ist wichtig, dass wir für Bad Oldesloe ein Alleinstellungsmerkmal kreieren. Mit der gemeinsamen Dekoration tragen die Händler zum Wir-Gefühl in der Innenstadt bei”, ist Nicole Brandstetter, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldelsoe, überzeugt. Gemeinsam mit der Stadt hat sich der Unternehmerverein auch eine stimmungsvolle Dekoration für die Laternen in der Fußgängerzone einfallen lassen.

Beleuchtet wird dieses Jahr auch die Brücke von Exer zum KuB. Die Firma Bork Stahl und Metallbau hat eine Konstruktion geschaffen, die es ermöglicht, zwei leuchtende Tannen über der Trave schweben zu lassen.

Eine kleine Alternative zum ausgefallenen Adventsmarkt bietet der Verein Kaktus, zusätzlich am Nachmittag werden Accessoires aus Wolle, Patchwork und Taschen angeboten.

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Bad Oldesloe

Kreis richtet Impfzentrum in Oldesloer Jugendherberge ein

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Bad Oldesloe – In Stormarn werden zeitnah drei Impfzentren eingerichtet, eines davon in der Jugendherberge in Bad Oldesloe.

Mittlerweile haben mehrere Pharmaunternehmen mitgeteilt, einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt zu haben. Die Impfstoffe befinden sich noch in der Zulassung. Doch sobald die Mittel Marktreife erreicht haben, soll die Infrastruktur stehen, um in kurzer Zeit möglichst viele Impfdosen verabreichen zu können.

Die bestehende Infrastruktur wie Krankenhäuser oder Arztpraxen reicht dafür nicht aus. Deswegen hat das Land Schleswig-Holstein die Landkreise angewiesen, Impfzentren einzurichten.

Neben Bad Oldesloe sind auch in Reinbek und Großhansdorf solche Zentren vorgesehen, die in den nächsten Wochen mit medizinischem Equipment ausgestattet werden. Die Raumkonzepte stehen bereits.

In Bad Oldesloe laufen schon jetzt die Vorbereitungen – in der zentral gelegenen Jugendherberge am Exer.

“Dass der Kreis sich für die Jugendherberge entschieden hat, ist für uns eine Win-Win-Situation”, sagt Herbergsvater René Petzold. Die Jugendherberge lebt im Grunde von Jugendgruppen. Das Coronavirus macht solche Reisen jedoch derzeit unmöglich.

“Je schneller das alles vorbei ist, desto besser für uns. Daher unterstützen wir gern dabei und stellen unsere Jugendherberge für die Einrichtung eines Impfzentrums zur Verfügung”, sagt er. Zusätzlich werde dadurch der Verlust durch das Fernbleiben der Kundschaft etwas aufgefangen.

Weil ein Impfzentrum für die knapp 250.000 StormarnerInnen nicht reichen würde, werden weitere in Reinbek (Jürgen-Rickertsen-Haus) und Großhansdorf (ehemalige Gymnastikhalle, LungenClinic) eingerichtet.

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