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Bad Oldesloe

Exer-Koop-Vertrag möglich: Einigen sich jetzt die Freizeitkicker mit dem VfL?

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Patrick Niemeier

Detlef Rädisch, Vorsitzender des VfL Oldesloe:

Alle zerren an den Ecken des neuen Kunstrasenplatzes: Der VfL Oldesloe will dort Training und Spielzeiten abhalten, während Freizeitkicker dort nach Feierabend oder Schule bolzen wollen. Beim Sozialausschuss kam es nun zum Showdown.

“Wenn Sie uns den Platz wegnehmen, haben wir nichts mehr”, beschwerte sich Leon Hollatz vom Kinder- und Jugendbeirat, der sich bei der gut besuchten Sitzung offenbar selbst zum Sprecher der Freizeitkicker ernannte.

Ähnliches hätte auch VfL-Vorsitzender Detlef Rädisch von sich geben können. Der Fußball-Verein kämpft seit Jahren gegen akuten Platzmangel. “Wir haben regelmäßig in jeder Sommer und Wintersaison vier bis fünf Spielflächen zu wenig in Bad Oldesloe”, beschrieb Rädisch die derzeitige Situation.

Vor dem Umbau zum Kunstrasenfeld hatte der VfL auf dem Exer weitestgehend Hausrecht. Jetzt haben dort ausschließlich die Freizeitkicker die Zügel in der Hand.

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Kommentar zum Kunstrasen: In Bad Oldesloe mangelt es nicht an Bolzplätzen

Zyniker sprechen bereits über “Deutschlands teuersten Bolzplatz”. 600.00 Euro hat das Grün gekostet. Nun heißt es: “Der Kunstrasenplatz ist für alle da.”

Doch das stimmt offenbar nicht so ganz. Für Vereine scheint der Platz tabu bei der aktuellen Regelung. Aus einem einfachen Grund: “Wir dürfen gar nicht auf einem Platz spielen, auf dem wir nicht das Hausrecht haben”, sagt Detlef Rädisch. Das ist Vorschrift.

Anders wäre ein Trainings- und Spielbetrieb auch gar nicht zu gewährleisten. “Wir können schließlich nicht bei jedem Training diskutieren.”

Vor einem Monat war dem VfL in der Debatte um die Nutzung des Kunstrasenplatzes auf dem Exer sozusagen das Trikot geplatzt. Nach kommunikativen Missverständnissen zwischen Vereinsvertretern und Ausschussmitgliedern kam es zu harscher Kritik und teils persönlichen verbalen Angriffen gegen Lokalpolitiker. Zuletzt sah Bürgerworthalter Rainer Fehrmann die Veranlassung, sich schützend vor die Politiker zu stellen.

Beim gestrigen Ausschuss für Bildung, Soziales und Kultur sollte es nun zu einer Aussprache zwischen den zerstrittenen Seiten kommen.

Nach einem Beschluss aller Parteien wird die Verwaltung nun beauftragt, bei Oldesloer Sportvereinen und anderen organisierten Nutzern der Stadt (Jugendherberge, Schulen, etc.) den Nutzungsbedarf zu erfragen. Danach soll ein Gespräch zwischen VfL und dem Kinder- und Jugendbeirat mit dem Ziel eines Kooperationsvertrages anberaumt werden.

“Wir wünschen uns lediglich, dass wir zu gewissen Zeiten ein Vorrecht haben. Mit Gesprächen sind wir natürlich sehr einverstanden, müssen aber bis Mai planen und unsere Spielzeiten der Saison anmelden”, kommentierte Detlef Rädisch das Ergebnis der erneuten Diskussion.

Doch damit ist wohl nicht zu rechnen. Bürgermeister Tassilo von Bary: “Die Verwaltung ist zurzeit stark ausgelastet.” Eine Bearbeitung des Antrags bis Mai scheint nicht realistisch.

Allerdings ist es wohl fraglich, wie rechtlich bindend ein Vertrag mit dem Kinder- und Jugendbeirat ist. Zumal der Beirat nicht demokratisch legitimiert ist. Es stimmten nur 15 Prozent der Wahlberechtigten (12 bis 21) ab. Bereits die Wahl war eine Farce, gab es doch zunächst weniger interessierte Jugendliche als Beiratsplätze. Es handelt sich dabei also wohl nur um eine “Good Will”-Vereinbarung.

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Bad Oldesloe

App gegen Depression: Bürger-Stiftung Stormarn hilft UKE-Forschern

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Die Bürger-Stiftung Stormarn hat das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) finanziell bei der Entwicklung einer App unterstützt, die an Depression erkrankten Menschen helfen soll.

Gemeinsam im Kampf gegen Depressionen (v. l.): Die Ehrenamtler Ralph Klingel-Domdey, Ahrensburgs ehemalige Bürgermeisterin Ursula Pepper, Ernst-Jürgen Gehrke, und das UKE-Forscherteam Ruth Veckenstedt, Steffen Moritz und Brooke Viertel. Foto: Andreas Laible

Antriebs- und Appetitlosigkeit, Schlaf- und Konzentrationsstörung, Interessensverlust, herabgesetztes Selbstvertrauen und das Gefühl, wertlos zu sein – jeder Fünfte in Deutschland im Alter über 65 Jahren zeigt Symptome einer Depression. Bei Bewohnern von Seniorenwohnheimen gilt dies sogar für bis zu 42 Prozent.

Eine Psychotherapie kann helfen, aber weniger als jeder Dritte erhält sie.

Lange Wartezeiten auf einen Therapieplatz und mangelnder Zugang machen die Hilfe schwer.

Eine Forschergruppe am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) entwickelte deshalb ein weltweit neues, niedrigschwelliges Angebot, das depressionsfördernden Denkmustern entgegenwirkt.

Es basiert auf kognitiver Verhaltenstherapie und soll als offenes Gruppenangebot in verschiedenen Gesundheitsbereichen zum Einsatz kommen, darunter geriatrische Kliniken, Seniorenheime oder Ergotherapiepraxen.

„Unser Fokus auf metakognitive Verzerrungen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von Depressionen beitragen, ist neu“, sagt Prof. Dr. Steffen Moritz, Leiter der Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKE:

„Wir setzen auf spielerische Weise bei Denkverzerrungen an, die die Wahrnehmung auf uns Selbst, die Welt und unsere Zukunft trüben. Wir nehmen eine Vogelperspektive auf das eigene Denken ein, hinterfragen Denkmuster und erarbeiten Alternativen. Das wird auch als Metakognition bezeichnet – also das Denken über das Denken.“

Ergänzend dazu würden ungünstige Verhaltensweisen wie Grübeln oder sozialer Rückzug betrachtet.

Trainingsprogramm MKT-Silber soll Rückfälle verhindern
Bei älteren Menschen seien Themen wie die Bewältigung von körperlichen Veränderungen, die Anpassung an neue soziale Rollen im Ruhestand, die Neudefinition von Werten, Einsamkeit oder der Umgang mit unabwendbaren Situationen Auslöser für eine Depression, so Dr. Brooke Viertel, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der MSH Medical School Hamburg und Psychologische Psychotherapeutin. 

Was zudem unterschätzt werde, sei die psychische Belastung bei Erkrankungen wie Krebs, chronischen Schmerzen oder neurologischen Problemen. 

„Mit unserem Metakognitiven Training, kurz MKT-Silber, wollen wir die Versorgung von älteren Menschen mit Depression verbessern, Behandlungslücken verkleinern, die Wartezeit auf einen Einzeltherapieplatz verringern oder nach erfolgter Therapie damit für eine Rückfallprophylaxe sorgen“, erklärt Viertel, die gemeinsam mit Moritz und Prof. Dr. Lena Jelinek das Programm 2018 auf Basis eines bereits vorhandenen Metakognitiven Trainings entwickelt hat. 

Rund 15 Institutionen nutzen das MKT-Silber bereits in der Hansestadt, bis heute wurden die kostenlosen und online verfügbaren Trainingsunterlagen in deutscher Sprache knapp 5.000 Mal heruntergeladen

Das Training besteht aus acht Modulen, eine Sitzung dauert 45 bis 60 Minuten und ist für drei bis acht Teilnehmende konzipiert.

Ein Einstieg ins Programm ist jederzeit möglich. Eine Besonderheit des MKTs ist, dass neben Psychologen auch geschulte Pflegekräfte, Ergotherapeuten oder sogenannte Gesundheitsbegleiter (ausgebildete ehemalige Patienten) die Gruppensitzungen anleiten können – Voraussetzung dafür ist eine Schulung, für die die Forscher neben Workshops ein E-Learning-Format vorsehen. 

Bürger-Stiftung Stormarn fördert Weiterentwicklung der App

Angesichts knapper Kassen sind die UKE-Wissenschaftler auf Spendenmittel angewiesen, um dieses Angebot bereitstellen und weiterentwickeln zu können. 

Die Bürger-Stiftung Stormarn, unter deren Dach auch die Eheleute Schmöger-Stiftung organisiert ist und die sich zum Thema Depressionen engagiert, hat den Forschern 10.000 Euro für das MKT-Silber zur Verfügung gestellt. Von der Spende werden die Produktion von Lernvideos, in denen Therapiesitzungen nachgestellt werden, sowie die Übersetzung der Trainingsunterlagen in weitere Sprachen finanziert.

„Wir sind der Stiftung dankbar für die Förderung. Ohne ihre Unterstützung hätten wir die Videos nicht produzieren können, die uns helfen, das Training vom Elfenbeinturm der Wissenschaft in die Praxis zu bekommen“, sagt Moritz. Die Förderung sei zudem eine wichtige Anerkennung fürs Team. 

„Die Arbeit der Forscher markiert einen weiteren wichtigen Schritt bei der Bekämpfung depressiver Erkrankungen“, sagt Ernst-Jürgen Gehrke, Vorstandsvorsitzender der Bürger-Stiftung Stormarn. „Das hat uns bei den Gesprächen mit Dr. Moritz und seinem Team überzeugt.“ Gehrke hatte sich im Vorwege der Entscheidung zusammen mit der Vize-Stiftungsratsvorsitzenden und ehemaligen Ahrensburger Bürgermeisterin, Ursula Pepper, über die Apps informiert. 

Weitere 5.000 Euro der Sparkassen-Stiftung Holstein und der Bürger-Stiftung Stormarn fließen in die Weiterentwicklung der neuen Selbsthilfe-Smartphone-App COGITO Kids. COGITO Kids beruht auf der bereits verfügbaren App COGITO

Diese App schickt Nutzern tägliche Übungen, die bei regelmäßiger Ausübung helfen, emotionale Probleme zu reduzieren. Die Version für Erwachsene gibt es seit April 2021. Sie wurde bis jetzt in zwölf Sprachen übersetzt, darunter Portugiesisch, Türkisch, Arabisch, Farsi und Persisch. Gerade ist eine ukrainische Version in Arbeit.

„Die App ist wie eine Zahnbürste für die Seele, nicht nur für akut Betroffene“, sagt Steffen Moritz. „Sie dient zur Begleitung der MKT-Programme, um erlernte Strategien zu verinnerlichen, aber auch zur Prävention. Ältere Patienten tun sich bei der Anwendung nicht schwerer als Jüngere“, so Moritz. 

Die neue App COGITO Kids soll ab Ende dieses Jahres verfügbar sein.

Für die Kinderversion, bei der Übungen in kurzen Geschichten vermittelt werden, arbeiten Moritz und Kolleginnen mit der Kinderbuchautorin Astrid Frank und der Illustratorin Mariana Ruiz Villareal zusammen. Später soll noch eine gesprochene Version hinzukommen für Kinder mit Leseschwäche.

Weltweit wachsendes Interesse am UKE-Angebot
Das Interesse am neuen Ansatz der Hamburger Psychiater und Psychologen ist groß: „Die meisten Therapeuten, die zu unseren Workshops kommen, stammen nicht aus Hamburg. Seit wir das Training auch auf Englisch anbieten, ist das internationale Interesse enorm gewachsen“, sagt Brooke Viertel:

„Wir haben Anfragen von Kollegen aus der Türkei, Portugal, Spanien, Chile und Argentinien. Eine Version des Metakognitiven Trainings wurde in den Leitlinien der Deutschen Gesellschaften für Psychiatrie und Psychotherapie aufgenommen, aber zum Beispiel auch in die Empfehlungen der australischen Psychiater.“

Eine Pilotstudie aus dem Jahr 2018 sowie eine kontrollierte Studie zum MKT-Silber wies einen Rückgang der depressiven Symptome bei den Teilnehmenden nach, die das Programm selbst als nützlichen Teil ihrer Behandlung empfanden.

„Wir wünschen uns, dass die Hausärzte, die meist die erste Anlaufstelle für Patienten mit seelischen Problemen sind, unser Angebot kennen und darauf hinweisen“, sagt Viertel. Die Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie hat noch viel vor.

Das Metakognitive Training soll samt COGITO-App auch noch für Patienten mit chronischen Schmerzen und Schlafstörungen weiterentwickelt werden – wenn ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.

Ralph Klingel-Domdey, Vorstandsmitglied der Stormarner Stiftung, stellt mögliche weitere finanzielle Hilfen für das UKE-Team in Aussicht:

„Dieses Thema hat leider in jüngerer Vergangenheit durch die Corona-Pandemie, durch den Krieg in der Ukraine und die Sorgen vieler wegen des Klimawandels so viel Fahrt aufgenommen, dass jedes effiziente Hilfsangebot gefragt ist. Etwaige neue Stifter, die sich unserer Dachorganisation in Bad Oldesloe anschließen wollen und noch über einen Stiftungszweck nachdenken, werden wir entsprechende Vorschläge unterbreiten.“ 

Wer dieses oder andere Hilfsprojekte unterstützen möchte, kann sich an die Bürger-Stiftung Stormarn per Mail an info@buerger-stiftung-stormarn.de wenden. Rückfragen beantwortet Stiftungsreferent Jörg Schepers, Telefon 04537 70 700 13.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: 23-Jähriger stirbt bei Verkehrsunfall auf A1

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Bei einem Verkehrsunfall ist am 7. Juli ein 23-Jähriger ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich auf der A1 bei Bad Oldesloe.

Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Nach bisherigen Erkenntnissen befuhr gegen 5:45 Uhr ein 23-jähriger Fahrer eines Audi A4 bei starkem Regen den linken Fahrstreifen der BAB 1 in Fahrtrichtung Lübeck.

Der 23- Jährige aus dem Kreis Stormarn verlor laut Polizei vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug.

Der Audi geriet ins Schleudern und prallte gegen den Auflieger eines auf dem rechten Fahrstreifen fahrenden Sattelzuges.

Das Fahrzeug kam an der Mittelschutzplanke zum Stehen. Aufgrund seiner schweren Verletzungen verstarb der Audi- Fahrer noch an der Unfallstelle. Der Fahrer des Sattelzuges blieb unverletzt.

Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Bergungsmaßnahmen musste die Autobahn bis ca. 8:15 Uhr voll gesperrt werden. Zur Höhe des Sachschadens können noch keine Angaben gemacht werden.

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Bad Oldesloe

Polizei sucht Zeugen nach Unfallflucht in Rethwisch

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Am 7. Juli kam es gegen 14 Uhr auf der B 208 in der Nähe von Rethwisch zu einer Verkehrsunfallflucht.

Polizei im Einsatz Symbolfoto: SL

Nach bisherigem Erkenntnisstand befuhr ein 58-jähriger Schwarzenbeker mit einem Opel Astra die B 208 von der Autobahn1 kommend in Richtung Ratzeburg.

Kurz hinter der Autobahn kam dem Schwarzenbeker ein weißer Transporter auf seiner Fahrspur entgegen.

Um einen Zusammenstoß zu vermeiden wich der Opel- Fahrer nach rechts aus und prallte gegen eine Warnbake.

Hierdurch entstand an dem Opel Astra ein Sachschaden von circa 5.000 Euro. Der Fahrer des Transporters entfernte sich unerlaubt vom Unfallort.

Die Polizei sucht Zeugen. Wer hat den Unfall beobachtet? Wer kann Angaben zu dem Transporter machen? Sachdienliche Hinweise nimmt das Polizeirevier Bad Oldesloe unter der Telefonnummer: 04531/ 501-0 entgegen.

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