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Bad Oldesloe

Zank um Baumschutzsatzung: Bürgerbegehren? Welches Bürgerbegehren?

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Finn Fischer

Ein Oldesloer Baum im

Eigentlich ist die Baumschutzsatzung für Bad Oldesloe schon längst beschlossen, passierte bereits die Stadtverordnetenversammlung. Nun hatten sich die Freien Wähler (FBO) in den Kopf gesetzt; ein Bürgerentscheid müsse her.

Bad Oldesloe ist offenbar voll von Gegnern der beschlossen Baumschutzsatzung. Das zumindest behauptete Patricia Rohde von der FBO und legte prompt einen Antrag zur Durchführung eines Bürgerentscheides vor. Doch weder “zivile” Gegner noch Befürworter ließen sich bei der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses blicken.

“Ich bin im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen FÜR die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger bei der Gartengestaltung und GEGEN zusätzliche städtische Vorschriften zur Regelung des Umgangs mit Bewuchs auf privaten Grundstücken”, sollte nach Wunsch der FBO die Frage im Bürgerentscheid lauten.

Nun ja… wer ist schon für immer neue bürokratische Papiertiger und Herumregelungen. Und sicher ist auch jeder für die Freiheit, in seinem Garten die Geranien dorthin zu pflanzen, wo man das halt gerade möchte. 

Aber eigentlich besteht die Gefahr der Bevormundung nicht: Besitzer von Privatgrundstücken können ihre Bäume in das Kataster eintragen – oder sie lassen es bleiben. Von Zwang ist bisher keine Rede.

Mit der Baumschutzsatzung soll in erster Linie der Stadt die Möglichkeit gegeben werden, sich gegen die Zerstörung von Bäumen – etwa durch Bauarbeiten Dritter – zur Wehr zu setzen. Private Baumbesitzer könnten nach Eintragung erhaltenswerter Bäume Gelder für Pflegemaßnahmen beantragen. So stellen es sich zumindest SPD und Grüne vor, die die Satzung in der Stadtverordnetenversammlung auf den Weg brachten. 

Doch die Verwaltung erkennt den innovativen Nutzen des Ganzen offenbar derzeit auch noch nicht so ganz. . “Es ist ja nicht so, das wir nicht jetzt schon Schadensersatzansprüche geltend machen könnten. Wenn etwa die Telekom bei Bauarbeiten die Wurzeln eines Baumes zerstört, muss sie zahlen”, zeigte sich Bürgermeister Tassilo von Bary genervt vom Herumlamentieren.

Der Verlauf der Diskussion warf immer mehr Unklarheiten auf: Was ist eigentlich privat, was öffentlich? Wer entscheidet bei vermieteten Flächen? In welche Kategorie fallen private Liegenschaften? An diesem Abend tauchten beachtlich viele Fragezeichen auf – wenn man bedenkt, dass die Satzung schon längst auf den Weg gebracht ist. 

Doch die Frage nach einem Bürgerentscheid überschattete die Inhalte immer deutlicher und am Ende vollkommen. “Wir wollen den Bürgern die Angst nehmen”, legitimierte Patricia Rohde ihren Antrag.

Das Gegenteil sei der Fall, beschwerte sich Diakon Wolfgang Schmidt (Parteilos). “Die FBO nutzt das Thema aus, um Angst zu schüren und es für sich auszunutzen. Das ist doch Unfug. Die großen Parteien sollten hier den Mut haben sich diesem Quatsch entgegen zu stellen”, schäumte Schmidt. Doch die Parteien haben Angst, dass es nachher heiße, sie seien gegen Mitbestimmung des Bürgers. Das sei der Grund, weshalb die Diskussion überhaupt geführt werde. 

An Kritik gegen FBO und deren populistisches Vorgehen mangelte es anfangs nicht – auch nicht bei den Sozialdemokraten. “Wenn Sie sich das nächste Mal mit einem Thema öffentlich ins Gespräch bringen wollen, in dem Sie falsche Behauptungen aufstellen, seien Sie dann doch ehrlich und sagen den Bürgern, dass das Lügen sind. Schreiben Sie: Ich lüge”, zeterte Björn Wahnfried Richtung Patricia Rohde. “Wenn Sie von Artikeln sprechen, die ihnen breite Unterstützung zeigen  – welche meinen Sie dann? Die, die Sie selbst schreibe”, schimpfte er weiter. 

So ganz Unrecht schien Diakon Schmidt mit seiner Einschätzung nicht gehabt zu haben. Der Idee des Bürgerentscheides zu widersprechen, traute sich so recht niemand.

“Wir wollen die beschlossene Satzung durch den Entscheid konkretisieren lassen”, hieß es dann von Hajo Krage (SPD), dessen Fraktion eigentlich schon für die Baumschutzsatzung in der jetzigen Form gestimmt hatte. Die SPD brachte dann eine eigene Fragestellung in die Abstimmung.

Die CDU unterstützte einen Bürgerentscheid aus anderen Beweggründen heraus. Sie witterte die Chance, die Baumschutzsatzung durch ein negatives Votum der Bürger doch noch kippen zu können – und daraus machte sie auch keinen Hehl: “In unserer Fraktion lehnen wir die Baumschutzsatzung schon seit Jahren ab. Daher würden wir einen Bürgerentscheid unter Umständen unterstützen”, führte Horst Möller pragmatisch an.

So wurde letztendlich über die mögliche Fragestellung (mit 6 zu 5 angenommen) abgestimmt, anschließend über den Bürgerentscheid (mit 5 zu 5 abgelehnt durch eine Enthaltung der Grünen). Im Endeffekt blieb nach zweieinhalb Stunden Diskussion also alles beim Alten.

Die Organisation eines Bürgerentscheides hätte etwa 15.000 Euro gekostet.

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Bad Oldesloe

Musikstudierende bringen Händel-Oper „Radamisto“ ins KuB

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Bad Oldesloe An der Musikhochschule Lübeck (MHL) laufen zurzeit die Proben für das neue Opernprojekt „Radamisto“, das im Juni auch in Bad Oldesloe zu sehen sein wird.

Regisseur Christian Carsten und Dirigent Pieter-Jan Belder. Fotos: MHL

Am Freitag, 17. Juni um 20 Uhr feiert die selten zu hörende Händel-Oper unter musikalischer Leitung von Pieter-Jan Belder und der Regie von Christian Carsten Premiere im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe (KUB). Weitere Vorstellungen finden am 18. Juni um 20 Uhr und am 19. Juni um 17 Uhr.

Seit diesem Semester proben vierzehn Studierende der MHL-Gesangsklassen verschiedener Ausbildungsstufen mit dem Regisseur Christian Carsten, der seit Herbst 2021 eine Stelle für Regie an der MHL bekleidet und sich mit dieser Regiearbeit erstmals dem Publikum in Bad Oldesloe vorstellen wird. Die Handlung siedelt er im Heute an, die Bühnenausstattung ist bis zum Äußersten reduziert: Mit 15 Stühlen auf der Bühne und Lichteffekten inszeniert Carsten das Drama um Liebe und Krieg, das eine Dynastie beinahe zersprengt, dann aber doch noch zu einem guten Ende findet. Unter Leitung des MHL-Spezialisten für Alte Musik Pieter-Jan Belder, der ebenfalls erstmals im KUB zu Gast ist, stellt das MHL-Ensemble für Alte Musik Händels vor Klangfarben sprühende, expressive Musik vor. 

Die Handlung dreht sich um Zenobia, die Frau des gescheiterten Titelhelden Radamisto. Radamistos Bruder Tiridate begehrt seine Schwägerin und lässt nichts unversucht, um sie und gleich auch ihr Land zu erobern. In seiner Leidenschaft entpuppt Tiridate sich als Bösewicht, dem jedes Mittel Recht ist: Auf die Liebeswirren folgt ein Eroberungskrieg und schließlich ein Finale, in dem Tiridate Zenobia vor die Wahl stellt, sich ihm hinzugeben oder ihr Mann wird sterben. Am Ende zieht der Bösewicht dann den Kürzeren: Von seinen Soldaten verlassen, muss Tiridate schließlich aufgeben. Seine Frau Polissena verzeiht ihm und auch Radamisto will nichts von Rache wissen.

Regisseur Christian Carsten erläutert: „Die Handlung spielt im Krieg. Beim Proben haben wir gemerkt, wie anders wir aktuell über den Krieg denken als noch vor einem Jahr. In unserer Oper wird der Krieg beendet, einfach weil Radamisto beschließt, dass er nicht mehr kämpfen will. Die Figuren lösen so den Krieg selber auf“.

 „Die Handlung ist so verwickelt, dass es kaum jemand von uns schafft, sie fehlerfrei widergeben“, erzählt Carsten: „Die Emotionen und Affekte in den vielen Rezitativen und Arien sind jedoch total klar und ein gutes Übungsfeld für die Studierenden.“ Dem Wechsel der Stimmungen entspricht Händels klanglich kontrastreiche Partitur: Zwischen kriegerisch auftrumpfenden Trompetentönen und melancholischen Trauergesängen gibt es zahlreiche Schattierungen. Die Oper war zu Händels Zeiten überaus erfolgreich, verschwand dann aber in der Versenkung und wird auch heute selten in die Spielpläne gehoben. Sie wurde von Händel selber mehrmals überarbeitet, die MHL zeigt die Urfassung, die in ihrer Ursprünglichkeit und Direktheit am besten für die Inszenierung mit den Studierenden geeignet schien.

Termine: Freitag (17. Juni) 20 Uhr, Samstag (18. Juni) 20 Uhr und Sonntag (19. Juni) 17 Uhr im KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe, Beer-Yaacov-Weg 1, 23843 Bad Oldesloe. Tickets: Tel. 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de. Preise: VVK: 18,50 € / 12,50 € (erm.); AK: 20,50 € / 14,50 € (erm.)

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Bad Oldesloe

Zehn Streifenwagen verfolgen gestohlenen Lkw durch Stormarn

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Bad Oldesloe Am 18. Mai kam es im Bereich Bad Oldesloe zu einem LKW- Diebstahl. Nach einer Verfolgungsfahrt konnte der Tatverdächtige festgenommen werden.

Foto: Stormarnlive.de (Symbolbild)

Nach aktuellem Erkenntnisstand gelangte ein 33-jähriger Hamburger an einer Bushaltestelle am Mühlenberg (B 208) in Bad Oldesloe in einen unverschlossenen LKW, dessen Fahrer diesen kurz verlassen hatte.

Der Hamburger fuhr mit dem LKW in Richtung Autobahn. Durch Hinweise des LKW- Fahrers konnten Polizeibeamte die Verfolgung aufnehmen.

Auf der Autobahn rammte der Hamburger das Heck eines vorausfahrenden Streifenwagens.

Kurz darauf fuhr der 33- Jährige am Kreuz Bargteheide von der Autobahn ab und mit überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Todendorf und Hoisdorf. An einer Baustellenampel missachtete er das Rotlicht und kollidierte einen entgegenkommenden Kleintransporter, dieser wurde stark beschädigt.

In der Ortschaft Hoisdorf konnte der LKW mit mehreren Streifenwagen gestoppt und der Fahrer festgenommen werden. Bei den Unfällen wurden keine Personen verletzt. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.

Insgesamt waren mehr als 10 Streifenwagen an dem Einsatz beteiligt.

Bei den anschließenden polizeilichen Maßnahmen wurde festgestellt, dass der Tatverdächtige sich in einem psychischen Ausnahmezustand befand. Weiterhin besteht der Verdacht, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Eine Blutprobenentnahme wurde angeordnet. Durch einen richterlichen Beschluss wurde der Beschuldigte in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Die Kriminalpolizeiinspektion Bad Oldesloe ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des Fahrzeugdiebstahls, illegalen Kraftfahrzeugrennens, Straßenverkehrsgefährdung und Angriff auf Vollstreckungsbeamte.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Renommierte Fußball-Clubs starten beim VfL-Jugendturnier

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Bad Oldesloe Manchester United, Rapid Wien und RB Leipzig starten beim Jugend-Fußballturnier des VfL Oldesloe. Die Engländer schickten vorab einen Offiziellen ins Travestadion.

Borussia Dortmund, Sieger des letzten Internationalen Sparkassen-Holstein-Cups 2019.

Es sind klanghafte Namen, die die Herzen aller Fußballfans höher schlagen lassen: Manchester United, Rapid Wien, Banik Ostrau , HSV, St. Pauli, VfL Wolfsburg, RB Leipzig, Union Berlin – um nur einige zu nennen. Sie alle – und viele weitere renommierte Clubs – sind dabei, wenn der VfL Oldesloe am 28. und 29 Mai den Internationalen Sparkassen-Holstein-Cup 2022 austrägt.

Manchester United schickte vorab sogar einen Offiziellen, der sich vor Ort von den Gegebenheiten einen Eindruck verschaffte.

Erik Balschun (Hauptorganisator VfL Oldesloe), Neil Gittins (Manchester United), Stefan Möding (Orgateam VfL Oldesloe). Fotos: VfL Oldesloe

Aus der Region mit dabei sind unter anderem der VfB Lübeck, der Bargfelder SV, die SG Stormarn Süd und die Gastgeber mit zwei Teams. „Wir freuen uns riesig das große Turnier nach zwei Jahren Corona-Pause wieder ausrichten zu können und fiebern dem Wochenende entgegen“, betont VfL-Pressewart Nico v. Hausen.

Schirmherr des in Norddeutschland am hochkarätigsten besetzten E-Jugendturniers ist Rouwen Hennings, Fußballer aus Bad Oldesloe, der seit 2016 bei Fortuna Düsseldorf unter Vertrag steht und seine ersten Schritte mit dem runden Leder beim VfL Oldesloe machte.

Einer der Höhepunkte steht am Sonnabend gegen 9.30 Uhr mit dem feierlichen Einlauf der 28 Mannschaften ins Travestadion auf dem Programm. Zwischen 12 und 14 Uhr – während der Mittagspause – steht der beliebte HSV-Dino für ein gemeinsames Gruppenfoto oder Selfie zur Verfügung. Der AMC Stormarn wird neben dem Exer einen Infostand haben und Interessierte über sein Vereinsleben informieren.

Gespielt wird mit sechs Feldspielern und einem Torwart auf dem Kleinfeld sowohl im Travestadion als auch auf dem Kunstrasenplatz Exer in vier 7er-Gruppen.

Die Spielzeit beträgt 16 Minuten. Es gibt neben der Vorrunde eine Zwischen-, Haupt-, und eine Finalrunde. Die Platzierung wird erstens durch Punktzahl und danach durch Torverhältnis, die mehr erzielten Tore, der direkte Vergleich oder abschließend durch ein 9-Meter-Schießen ermittelt.

Am Sonnabend wird der erste Anpfiff um 10 Uhr von den Schiedsrichtern ertönen. Das letzte Gruppenspiel ist für 17.12 Uhr terminiert. Am Sonntag wird bereits um 9 Uhr mit der Zwischenrunde begonnen. Das große Finale ist am 29. Mai gegen 14.45 Uhr angesetzt.

Auch der Fair-Play-Gedanke kommt an beiden Turniertagen nicht zu kurz, denn die Firma Ferrotec, die das Turnier seit vielen Jahren begleitet, hat auch 2022 wieder einen Fair-Play-Award ins Leben gerufen.

Nico von Hausen: „Hinter diesem Preis steht die Idee, respektvollen, freundlichen Umgang mit anderen zu honorieren. Sportliches Verhalten zählt nicht nur beim Wettkampf, sondern ist die Voraussetzung für einen kooperativen, erfolgreichen Umgang mit anderen. Wir freuen uns sehr das Guido Jasmund und sein Team diesen Award auch in diesem Jahr ausspielen.“

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