Folge uns!

Bad Oldesloe

Trotz massiver Bedenken: Grünes Licht für Trave-Arkaden

Veröffentlicht

am

Finn Fischer

Gegen diesen Plan habe einige Lokalpolitiker Bedenken

Ein ungeliebter Biomarkt, Druck und Drohungen seitens Investor gegen die Politik und ein Ladenflächenmanager, der eingehend vor den Auswirkungen für die Oldesloer Innenstadt warnt. Das Projekt “Trave Arkaden” steht unter keinem guten Stern.

Bei einer außerplanmäßigen Sitzung des Oldesloer Bauausschusses ging es gestern im Endeffekt um nichts weniger als die Frage: Einkaufscenter “Trave Arkaden Ja oder Nein”.

Nur knapp gab es seitens der Politik nach langen, zum Teil heftigen Diskussionen die Zustimmung für den Flächennutzungs- und Bebauungsplan, ohne die das Projekt gestern laut des Investorenehepaars hätte zu den Akten gelegt werden müssen.

Die Auswirkungen des Neubaus auf die Innenstadt mit den geplanten Filialen der Ketten REWE, Budnikowsky und Denn’s-Biomarkt bleiben allerdings unklar.

Vor allem die Ansiedlung eines neuen Bio-Discounters sorgte in den vergangenen Wochen für heftige Diskussionen und für Widerstand.

“Ich habe doch gar nichts gegen den Bau an sich. Aber muss es ein Bio-Supermarkt sein? Da wird ein Verdrängungswettbewerb erzeugt”, ist Wolfgang Bartolain, Sprecher des Protestes überzeugt.

Diese Ansicht teilt selbst Ladenflächenmanager Stefan Pötzsch: “Ich hoffe, es geht alles gut. Aber daran glaube ich nicht. Wenn alles so kommt, wie ich vermute, sieht es für die bestehenden Bioläden in Bad Oldesloe düster aus. Es tut mir wahnsinnig leid für die beiden Bioläden.”

Erst vor kurzem hatte das Reformhaus auch auf seine Empfehlung hin groß investiert und war in neue Geschäftsräume umgezogen. Für den inhabergeführten Bioladen könnte die Konkurrenz durch die Billig-Biokette langfristig das Aus bedeuten. “Hier geht es um persönliche Schicksale, um Existenzen”, so Pötzsch.

Die Warnungen von Pötzsch blieben so gut wie ungehört. Stattdessen beschwichtigte die vom Investor beauftragte Gutachterin Katharina Staiger: “Bad Oldesloe hat einen Versorgungsauftrag auch für die umliegenden Gemeinden. Wir sprechen hier von mehr als 60.000 Menschen. Der Lebensmittelversorger (REWE) geht nicht zulasten der Geschäfte in der Innenstadt.”

Sie gehe von Kunden aus Reinfeld und dem weiteren Umland aus. Einwände dagegen prallten an ihr ab. Doch das alles ist offenbar nur eine Einschätzung. Konkrete Zahlen konnte die Gutachterin der Politik nämlich im Rahmen der Diskussion nicht vorlegen.

“Es war nicht mein Auftrag, eine Verträglichkeitsstudie zu erstellen.” Immer wieder wurde es klar, dass vor allem die “Supermärkte auf der grünen Wiese am Stadtrand” mit Umsatzrückgängen zu rechnen hätten. Auch Reinfeld könnte das neue Angebot in Sachen Kundenabwanderund zu spüren bekommen.

Auch immer weitere Nachfragen der Lokalpolitik brachten kein Licht ins Dunkel. So bleibt wohl nur abzuwarten, welche Effekte das neue Projekt mit sich bringt.

Hartmut Jokisch (Grüne): “Die Befürchtung, dass ein derartiges Einkaufszentrum direkt vor der Innenstadt den Geschäften schaden könnte, halte ich für berechtigt. Wenn hier so ein Markt hinkommt, wird hier ‘plattgewalzt’. Das ist meine Einschätzung.”

SPD und Grüne präsentierten einen Antrag mit der Forderung nach einer unabhängigen Verträglichkeitsstudie über die Auswirkungen des Projektes auf die Innenstadt. “Wenn der durchkommt, machen wir morgen die Bücher zu”, drohte der Investor Hans Jürgen Weber.

Der Antrag scheiterte – seltsamerweise auch an einer Stimme aus der SPD-Fraktion. Ohne den Abweichler wäre der Antrag durchgekommen und der Investor wohl mit leeren Händen abgereist.

Ein Vollversorger in Innenstadtnähe war von der Politik durchaus immer gewünscht gewesen. Doch die zusätzlichen Ladeneinheiten von 200 bis 400 Quadratmetern – also auch die Ansiedlung von denn’s Biomarkt – nicht.

Für die Verwaltung offenbar uninteressant. Die gab dem Investor schon vorher grünes Licht, indem sie ihm eine Aktennotiz mit ausgeschlossenen Sortimenten übermittelte – diese lassen Biowaren aber zu.

Hans-Herrmann Roden (SPD): “Die Aktennotiz deutet darauf hin, dass auch die Verwaltung eine gewisse Unverträglichkeit zwischen Trave Arkaden und Innenstadt sieht.”

Eine Festlegung des Sortiments ist aus juristischen Gründen nicht möglich. Daher wurde der Investor in dieser Notiz gebeten, sich per Selbstverpflichtung an die Vorgaben zu halten.

Es entstand der Eindruck, dass ein Teil der Verwaltung als “Advokat des Investors” fungierte. Nicht zuletzt durch das scheinbar vertraute Verhältnis zwischen Petra Engert, Mitarbeiterin der Oldesloer Bauverwaltung, und dem Investor. Nach der Entscheidung gratulierte man sich gegenseitig. Auch während der Diskussion machte Engert eher den Eindruck, als vertrete sie die Interessen des Investors.

Auf die Einwände von Grünen und SPD gegen die kleinen – nach deren Ansicht für die Innenstadt besonders gefährlichen – Ladenflächen reagierte sie geradezu allergisch. “Das was sie da wollen und sagen, gibt es aber nicht. Das (nur einen Vollsortimenter, d. Red.) bekommen Sie nicht.”

Auch das die Verwaltung – sei es aus Kalkül oder unbeabsichtigt – Informationen lange zurückgehalten hat, wirft ein gewisses Zwielicht auf das Projekt.

Beim Investoren-Ehepaar Weber lagen die Nerven zum Ende hin blank. “Nur ein Vollversorger auf diesem großen Gelände, das rechnet sich für keinen Investor der Welt. Und dann wird das auch kein Eyecatcher wie geplant, sondern ein Standardklotz”, zeterte Alexandra Weber.

Das zeigte Wirkung: “Sehen Sie”, erzürnte sich Uwe Rädisch auf (CDU). “Sie machen hier alles kaputt, was wir jahrelang aufgebaut haben. Das ist eine Katastrophe!”

Die Rechnung der Investoren ging am Ende der Sitzung auf. Der Weg ist von politischer Seite her frei. Doch ein anderer Kampf steht noch an. Denn mit der derzeitigen Mieterin, einer Ergotherapie-Praxis, konnte sich Weber bis heute nicht einigen.

Informiert bleiben und folgen! Facebook und Twitter

Bad Oldesloe

Gemeinschaftsaktion: Bad Oldesloe wird zur Sternenstadt

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Um den Menschen in der Kreisstadt trotz Corona eine weihnachtliche Stimmung in der Innenstadt zu präsentieren, haben sich in gemeinsamer Kooperation die Stadt, die Wirtschaftsvereinigung, der Wir-Verein sowie der Wirtschaftsbeirat mit der Oldesloer Bühne verschiedene Highlights für die Adventszeit einfallen lassen und wollen unter dem Motto “Sternenstadt Bad Oldesloe” weihnachtliches Flair in die Innenstadt bringen.

Gemeinsam für die Sternenstadt (von links): Agnes Heesch (Stadtverwaltung), Phillip Marz (Wirtschaftsbeirat), Astrid Hintze und Günter Knubbe (Wir-Verein), Angela Dittmar und Nicole Brandstetter (Wirtschaftsvereinigung). Foto: Luna Brandstetter

“Gerade vor dem Hintergrund, dass wir die Weihnachtsmärkte absagen mussten, freue ich mich, dass die Organisatoren eingesprungen sind und Alternativen initiiert haben”, zeigt sich Bürgermeister Jörg Lembke begeistert. Die Stadtverwaltung hat die Koordination übernommen und hat alle Ideen der Akteure zusammengetragen und freut sich, dass bereits Erfolge zu sehen sind: Die Weihnachtsbeleuchtung ist durch den Bauhof aufgehängt und eingeschaltet, die großen Tannen stehen beleuchtet auf dem Marktplatz, der Hude und dem Bahnhofsvorplatz.

Neu ist eine Holzhütte auf dem Marktplatz, die der Wirtschaftsbeirat gemeinsam mit dem Hagebaumarkt aufgestellt und mit der Oldesloer Bühne geschmückt hat. “Wenn die Kinder aufs Weihnachtsmannwecken dieses Jahr verzichten müssen, wollen wir ihnen wenigstens das Wohnzimmer vom Weihnachtsmann zeigen”, sagt Thomas Benthien, Vorsitzender des Wirtschaftsbeirats, mit einem Augenzwinkern. Das Jugendaufbauwerk der Kreishandwerkerschaft Stormarn hat einen großen, mit einem Weihnachtsmann bemalten Briefkasten neben die Hütte gestellt. Dort können Kinder bis zum 15. Dezember ihre Post an den Weihnachtsmann einstecken, dann bekommen sie noch rechtzeitig Antwort. Um Post geht es auch bei der Aktion des Wir-Vereins. Der Bürgerverein hat die Schüler der Stadtschule dazu aufgerufen, Adventsbriefe an die Bewohner der Altenheime zu schreiben. “In den Einrichtungen gibt es viele Leute ohne Verwandte. Gerade in der Corona-Zeit können viele Besuche nicht stattfinden. Deshalb wollen wir den alten Menschen eine Freude bereiten”, erklärt Wir-Vereins-Vorsitzender Günter Knubbe gemeinsam mit Astrid Hintze.

Die Wirtschaftsvereinigung setzt auf Sterne als zentrales Thema. Über 1.500 rote Dekorationssterne hat der Unternehmerverein an rund 80 Geschäfte verteilt und stellt zusätzlich große Holzsterne in der Innenstadt auf. “Wir freuen uns, dass unsere Idee der Sternenstadt aufgenommen wurde und nach und nach mit Leben gefüllt wird. Es ist wichtig, dass wir für Bad Oldesloe ein Alleinstellungsmerkmal kreieren. Mit der gemeinsamen Dekoration tragen die Händler zum Wir-Gefühl in der Innenstadt bei”, ist Nicole Brandstetter, Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldelsoe, überzeugt. Gemeinsam mit der Stadt hat sich der Unternehmerverein auch eine stimmungsvolle Dekoration für die Laternen in der Fußgängerzone einfallen lassen.

Beleuchtet wird dieses Jahr auch die Brücke von Exer zum KuB. Die Firma Bork Stahl und Metallbau hat eine Konstruktion geschaffen, die es ermöglicht, zwei leuchtende Tannen über der Trave schweben zu lassen.

Eine kleine Alternative zum ausgefallenen Adventsmarkt bietet der Verein Kaktus, zusätzlich am Nachmittag werden Accessoires aus Wolle, Patchwork und Taschen angeboten.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Kreis richtet Impfzentrum in Oldesloer Jugendherberge ein

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – In Stormarn werden zeitnah drei Impfzentren eingerichtet, eines davon in der Jugendherberge in Bad Oldesloe.

Mittlerweile haben mehrere Pharmaunternehmen mitgeteilt, einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt zu haben. Die Impfstoffe befinden sich noch in der Zulassung. Doch sobald die Mittel Marktreife erreicht haben, soll die Infrastruktur stehen, um in kurzer Zeit möglichst viele Impfdosen verabreichen zu können.

Die bestehende Infrastruktur wie Krankenhäuser oder Arztpraxen reicht dafür nicht aus. Deswegen hat das Land Schleswig-Holstein die Landkreise angewiesen, Impfzentren einzurichten.

Neben Bad Oldesloe sind auch in Reinbek und Großhansdorf solche Zentren vorgesehen, die in den nächsten Wochen mit medizinischem Equipment ausgestattet werden. Die Raumkonzepte stehen bereits.

In Bad Oldesloe laufen schon jetzt die Vorbereitungen – in der zentral gelegenen Jugendherberge am Exer.

“Dass der Kreis sich für die Jugendherberge entschieden hat, ist für uns eine Win-Win-Situation”, sagt Herbergsvater René Petzold. Die Jugendherberge lebt im Grunde von Jugendgruppen. Das Coronavirus macht solche Reisen jedoch derzeit unmöglich.

“Je schneller das alles vorbei ist, desto besser für uns. Daher unterstützen wir gern dabei und stellen unsere Jugendherberge für die Einrichtung eines Impfzentrums zur Verfügung”, sagt er. Zusätzlich werde dadurch der Verlust durch das Fernbleiben der Kundschaft etwas aufgefangen.

Weil ein Impfzentrum für die knapp 250.000 StormarnerInnen nicht reichen würde, werden weitere in Reinbek (Jürgen-Rickertsen-Haus) und Großhansdorf (ehemalige Gymnastikhalle, LungenClinic) eingerichtet.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Corona in Stormarn: Vier Tote seit Anfang der Woche

Veröffentlicht

am

Bad Oldesloe – Die Todeszahlen in Zusammenhang mit Covid-19 steigen. Seit Anfang der Woche sind in Stormarn vier Menschen gestorben, die sich zuvor mit dem Coronavirus infiziert hatten.

Am Mittwoch teilte das Gesundheitsamt den Tod eines Mannes aus der Altersgruppe über 80 mit. Am Dienstag starb ein über 50-Jähriger und ein weiterer Mann über 70. Am Montag ein Mann der Altersgruppe über 70 Jahre.

Damit liegt die Anzahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 bei 52.

Im Kreis Stormarn wurden innerhalb der letzten sieben Tage 151 Neuinfektionen bestätigt. Das entspricht einem Inzidenzwert von 61,7 Infektionen pro 100.000 EinwohnerInnen.

Die Gesamtzahl der klinisch bestätigten COVID-19-Fälle in Stormarn beträgt 1.671 (Stand: 25.11., 13:00 Uhr). Davon sind 1.332 Personen wieder genesen, 252 aktuell in Quarantäne, 35 in stationärer Behandlung.

Weiterlesen
Werbung

Unterstütze unsere Arbeit

Stormarlive.de lesen ist kostenlos. Aber ihr könnt uns freiwillig über Paypal unterstützen.

 

Werbung