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Bargteheide

Initiative und Demos umsonst? Beschwerde gegen Windpark zurückgewiesen

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Finn Fischer

Eine Demo die nicht erhört wurde

Es wird enger für “Gegenwind”. Aktuell sieht es so aus, als würde der Windpark in Bargteheide wie geplant gebaut werden. Eine Beschwerde bei der Kommunalaufsicht wurde nun zurückgewiesen. Der stellvertretende Bürgermeister und 1. Stadtrat .Claus Christian Claussen geht nicht davon aus, dass der Bau noch verhindert werden wird. Was bleibt sind tiefe Gräben zwischen Bargteheider Bürgern und Politikern, ein gestörtes Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister und zur Lokalpolitik, Frust und offene Fragen. 

Ein wichtiger Punkt bei der Überprüfung durch die Kommunalaufsicht war die Feststellung, dass die Windpark GmbH ein privates Unternehmen sei und keine städtische Einrichtung. Deshalb sei man gar nicht direkt zuständig. Der Kreis hat die Beschwerde von “Gegenwind” in allen Punkten zurückgewiesen. Der Bauauftrag wurde bereits gestellt. Waren die Proteste umsonst?

Dass die Lokalpolitiker es nicht wussten, das mit der Erklärung des Windeignungsrechts bereits Baurecht geschaffen worden sei, sei zwar ein kleiner Fehler, aber kein wirklicher Regelverstoß, bei dem die Kommunalaufsicht tätig werden müsste, heißt es weiterhin.

Auch die Übernahme der Planungs- und Gutachterkosten durch die Stadt Bargteheide im Rahmen einer Vorfinanzierung sei rechtens und sogar positiv, weil so ein Investor nicht vollkommen unkontrolliert handeln könnte. Eine Rückzahlung der entstandenen Kosten durch die GmbH& CO KG sei außerdem vereinbart.  Nur bei einer Ablehnung des Bauvorhabens würde die Stadt vermutlich auf den Kosten sitzen bleiben. Davon sei aber nicht auszugehen, weshalb Bargteheide als Stadt kein Schaden bei diesem Vorgang drohe. Auch die Rolle des Kämmerers als Geschäftsführer der GmbH sei nicht so bedenklich, dass ein rechtliches Einschreiten nötig wäre. 

Der Bauantrag wurde nun gestellt und es scheint so, als wenn die drei geplanten Windkraftanlagen trotz aller Proteste kommen werden, quasi durchgedrückt durch private Investoren und die Lokalpolitik, die etwas ungeschickt bis unbeholfen gegen den Willen eines nicht zu unterschätzenden Teils ihrer Mitbürger zu handeln bereit scheint .

Es bleibt daher die Frage, ob es wirklich glücklich für Bargteheide ist, den Protest von hunderten Mitbürgern im Prinzip einfach zu ignorieren und nur auf Paragraphen zu pochen. Es hat ein wenig den Anschein, als würde man fast froh sein, die Mitbürger nicht befragt haben zu müssen. Auffällig ist, dass der Protest zwar wahr- aber nicht ernst genommen wurde. Beteiligung und der Kampf gegen politische Frustration sehen anders aus. Zumindest wenn sie gut und gelungen sein sollen. Die Zeiten eines harmonischen Miteinanders .- auf das die Kleinstadt immer so stolz zu sein schien – scheinen in Bargteheide auf längere Zeit empfindlich gestört. 

“Maßgeblich ist für mich in der Funktion als stellvertretender Bürgermeister die Beschlusslage der Stadtvertretung. Da diese Beschlüsse eindeutig sind, kann ich nicht auf Bitten Einzelner, egal wieviele es auch sein mögen, diese Beschlüsse ignorieren oder sie nicht umsetzen. Es ist vielmehr meine Aufgabe und Pflicht, die Beschlüsse der Stadtvertretung auszuführen und umzusetzen”, so der stellvertretende Bürgermeister Claus Christian Claussen. 

Soweit die juristisch richtige Haltung, der Bürgermeisterstellvertreters. Doch dass ausgesprochene Windpark-Befürworter, sich so sehr auf der Seite der “Guten” fühlen, dass sie für sich beanspruchen, den Protestlern erklären und diktieren zu können, was richtig und was falsch ist, zeigt fast schon Züge von Betriebsblindheit, hieß es am Rande der Demo gegen die Bürgerwindkraftanlagen. 

Die Kritik der Gegner und Demonstranten wurde von Pro-Windparklern in den letzten Wochen sehr häufig zur “Polemik” herabgestuft, wie es in einem Text von Windparkverfechtern geschrieben wurde. Dabei wurde auch mehrfach von Pro-Windpark-Vertretern die  Behauptung in Umlauf gebracht, dass Gegenwind komplett gegen Windkraft sei. Eine Unterstellung gegen die sich die “Gegenwindler” entschieden wehren.

“Wir glaubten bis vor kurzem, dass der Bürgermeister und die Stadtvertreter in ihrem Amtseid versprochen hätten, sich nach besten Kräften für das „Wohl aller Bürger von Bargteheide“ einzusetzen. Mit ihrem Einsatz für die drei Windriesen im Naherholungsgebiet von Bargteheide
werden sie diesem Versprechen nicht gerecht. Wir sind überzeugt, dass die Mehrheit der Bargteheider Bürger gegen die Errichtung der Windkraftanlagen am Glindfelder Weg ist. Mit einer Bürgerbefragung ließe sich das leicht beweisen!”, zeigen sich die Initiatoren von Gegenwind in einem offenen Brief enttäuscht. 

Einem Gespräch möchte Claussen sich nicht verschließen, zeigt aber schon auf, dass es nicht unbedingt nach den Wünschen von Gegenwind verlaufen wird, beziehungsweise, dass er diese nicht berücksichtigen könnte, selbst wenn er wollte. “Ihrem Gesprächsangebot zur Konfliktlösung möchte ich mich nicht verschließen. Allerdings weise ich noch einmal darauf hin, dass ich hier an die politische Beschlusslage der Stadtvertretung gebunden bin. Schließlich weise ich auch noch einmal darauf hin, dass durch die Ausweisung der Fläche im Regionalplan ein privilegiertes Baurecht geschaffen worden ist. Aus meiner Sicht ist es daher nicht möglich, die Windkraftanlagen zu verhindern. Bislang habe ich aber genau dieses als Ihr Begehren verstanden, so dass ich derzeit nicht sehe, wo eine Lösung liegen könnte.”

Wie eine Befragung hätte ausgehen können, zeigt auch unsere noch laufende Umfrage zu dem Thema auf Stormarnlive.de . Dort stimmten bisher 79,5 Prozent von über 400 Teilnehmern gegen die Bürgerwindkraftanlage in ihrer jetzt geplanten Form. 

 

Offener Brief “Gegenwind”

Brief stv. Bürgermeister Claussen

 

 

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Bargteheide

Nachwuchspolitiker Nils Bollenbach aus Bargteheide geht in Knast

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Nachwuchspolitiker Nils Bollenbach aus Bargteheide geht in Knast. Ganz freiwillig. Etwas ausgefressen hat der 21-Jährige nicht. „The Knast“ ist ein Kunstprojekt in in Berlin.

Nils Bollenbach geht in Knast. Foto: Privat

Nils Bollenbach hatte in den vergangenen Jahren eine steile Karriere Hingelegt. Mit 17 ist er bereits in den Ortsvorstand der Grünen Bargteheide gewählt worden, im Jahr darauf in den Kreisvorstand. 2019 wurde er zusätzlich in den Landesparteirat der Grünen Schleswig Holsteiner gewählt, kandidierte 2021 für den Bundestag und zuletzt für den Landtag.

„Es war eine super intensive Zeit. Ich habe sehr viel gelernt über mich, unsere Gesellschaft und das politische Zusammenleben“, sagt Bollenbach rückblickend auf die letzten Jahre. „Danken möchte ich vor allem den Mitgliedern im Orts- und Kreisverband die alle immer sehr herzlich zu mir wahren und mich auf meinem Weg unterstützt haben.“

Jetzt, wo die Politik für ihn erst mal ruht, setzt er dieses Interesse fort.

Im ehemaligen Frauengefängnis in Berlin Lichterfelde. Schon im Wahlkampf machte Bollenbach keinen Hehl darum, dass es in seinem Leben auch noch was anderes gibt als Politik – die Kunst.

„The Knast“ auf deutsch „der Knast“ heißt das neue Projekt, das von Künstler Lars Deike und dem prideART Berlin e.V. gestartet wurde. Das ehemalige Gefängnis diente bereits als Filmkulisse in Produktionen wie „Babylon Berlin“, nun dient es insgesamt 28 queeren Künstler*innen als Atelier und Ausstellungsfläche. Seit Anfang des Jahres ist auch Bollenbach Mitglied und bezieht seit Juni eine eigene Zelle, in der er sich überwiegend der Malerei und Akt Fotografie widmet. Auch neue Filmprojekte sind geplant.

„Ich bin unglaublich froh, Teil dieser wunderbaren Gemeinschaft sein zu können. „The Knast“ bietet mir viele Möglichkeiten, mich als Künstler zu entfalten und weiterzuentwickeln“, so Bollenbach.

Dem Norden bleibt der 21-Jährige allerdings noch erhalten.

Anfang des Monats ist er nach Hamburg gezogen: „Berlin ist aufregend und ich bin gerne dort, da leben kann ich mir jedoch nicht vorstellen. Ich brauche meinen sicheren Anker und mein Herz schlägt nach wie vor für Bargteheide, nur braucht es im leben auch Veränderung um neue Prozesse zu starten.“

Auch der Politik will Bollenbach erhalten bleiben. Zwar legt er bis auf weiteres alle Ämter nieder, um sich auch auf seine berufliche Zukunft zu konzentrieren. Ab Oktober würde er gerne in Hamburg studieren. Jedoch fängt er bereits im nächsten Monat an, für den Hamburger Abgeordneten Dennis Paustian-Döscher zu arbeiten:

„Ich glaube, wenn man einmal drin war bleibt man politisch. Auch meine Kunst ist teilweise politisch und natürlich werde ich mich auch in Zukunft einmischen, wenn ich mit einer Sache unzufrieden bin. Ich freue mich meine Erfahrungen aus der Mitarbeiter Perspektive zu stärken und den Abgeordneten tatkräftig zu unterstützen.“

In jedem Fall steht fest, Bollenbach bleibt nicht tatenlos und wird auch in Zukunft von sich hören lassen.

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Bargteheide

Die DLRG in Bargteheide sucht kurzfristig einen neuen Bufdi

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Bundesfreiwilligendienst bei den Lebensrettern: Bei der DLRG Bargteheide ist kurzfristig eine Stelle freigeworden. Bewerbungen werden ab sofort angenommen.

Rettungsring (Symbolbild). Foto: Shutterstock.com

„Wir waren so glücklich, dass wir frühzeitig in diesem Jahr die Stelle besetzen konnten, um so schmerzlicher ist es, dass wir jetzt eine kurzfristige Absage aufgrund persönlicher Umstände erhalten haben“, so Martin Knaffel, Vorsitzender der Ortsgruppe.

Die Stelle ist zum 1. August oder spätestens zum 1. September dieses Jahres frei. „Wir bieten vielfältige Aufgabengebiete und geben viel Raum für die persönliche Gestaltung und Projektarbeit. Die Mitarbeit erfolgt hauptsächlich in der Schwimmausbildung, der Jugendarbeit, dem Kindergartenprojekt und im Wasserrettungsdienst, dazu kommt dann noch der persönliche Einsatz nach eigener Interessenslage.“, ergänzt Carsten Rüscher, stellv. Vorsitzender der Ortsgruppe.

Die DLRG Bargteheide hofft nun, dass die Stelle sehr schnell besetzt werden kann und freut sich auf die Kontaktaufnahme von interessierten jungen Menschen, die die kommenden 12 Monate die Ortsgruppe unterstützen möchte, über die Homepage unter www.bargteheide.dlrg.de/bfd oder telefonisch oder per Mail an einen der beiden Vorsitzenden.

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Bargteheide

Neue Babysitter in Bargteheide ausgebildet

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In den zurückliegenden Ferien startete im Kinderhaus Blauer Elefant Bargteheide erstmals wieder eine Ausbildung für Jugendliche, die gern Kinder betreuen möchten.

Foto: Kinderhaus Blauer Elefant

Nun stehen in Bargteheide neun neue und motivierte Babysitter*innen zur Verfügung.

Diese haben eine Ausbildung durchlaufen, in der sie die wesentlichen Dinge im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern gelernt haben.

Jugendliche wurden von Hebammen ausgebildet

Dazu gehörte Basiswissen in der Säuglingspflege, das sie von einer erfahrenen Hebamme erlernen konnten, ein Erster-Hilfe-Kurs speziell für Kinder, die Grundlagen der Kleinkindpsychologie und ein Repertoire an Beschäftigungsmöglichkeiten mit Kindern.

Darüber hinaus hospitierten sie einen Tag in einer KiTa, welche die Jugendlichen freundlicherweise aufnahm.

Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder benötigen, egal, ob sie dies nur einmal oder regelmäßig wünschen, können sich an das Kinderhaus Blauer Elefant Bargteheide wenden, das die Babysitter*innen vermittelt. Es ist erreichbar von montags bis freitags von 9:00 bis 17:00 Uhr unter der Telefonnummer 04532 5170.

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