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Bad Oldesloe

Neue Oper im KuB: „Auch für ‚Faust-Einsteiger‘ geeignet“

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Schüler der Musikhochschule Lübeck zeigen „Faust“ im KuB. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – So war Faust noch nie zu sehen: Regisseur und Dozent Jürgen Weber bringt Goethes Tragödie als eigenwillige Inszenierung auf die Bühne im KuB. Als ironische Oper mit Musical-Elementen, dargestellt von Schülern der Musikhochschule.

Pumuckl-Frisur für Faust, Bommel-Perücke für Gretchen, gebastelte Wischmob-Bärte, eine Garage aus Pappe. Schon Bühnenbild und Garderobe wirken absurd. Geht es doch um das bedeutendste und meistzitierte Werk der deutschen Literatur, dessen Opern-Inszenierung an diesem Wochenende in Bad Oldesloe Premiere feiert.

„Eigentlich ist das hier eine skandalös-konservative Inszenierung“, behauptet Regisseur Jürgen Weber. Noch zwei Tage sind es bis zur Uraufführung. Der 54-jährige steht vor der Bühne und gibt seinen Schülern Regieanweisungen. Seit Anfang der Woche wird im Großen Saal des KuB geprobt. „Es gibt bei mir immer verrückte und ironische Sachen in den Stücken“, sagt der Vollbart- und Sonnenbrillenträger, der das Skript bereits vor Jahren für den Hamburger Schauspieler Ulrich Wildgruber geschrieben hatte und es nach dessen Selbstmord in eine Schublade packte. Bis heute.

Erzählt wird in der Operninszenierung die Geschichte des alternden Faust, der in einer Retrospektive auf sein Leben zurückblickt und die entscheidenden Momente noch einmal durchlebt. Alle Rollen werden im Wechsel von den verschiedenen Darstellerinnen und Darstellern gespielt. Verständlich bleibt das Stück dennoch – auch für Menschen, die Goethes „Faust“ nicht gelesen haben. Es ist Weber wichtig, dass seine Inszenierung auch ohne Vorkenntnisse verstanden werden kann: „Ich bin noch mit dem Faust aufgewachsen und kann ‚Faust I‘ fast komplett auswendig aber das ist heute nicht mehr selbstverständlich“, sagt der Regisseur. Die Inszenierung sei für ‚Faust‘-Einsteiger absolut geeignet – für Kenner, die vieles wiederentdecken, werde sie ein doppelter Genuss.

Mit dem neuen Stück setzen die Musikhochschule Lübeck und das KuB in Bad Oldesloe ihre Kooperation „Junges Musiktheater“ fort, in deren Rahmen bereits die Opernproduktionen „Mad Lovers“ und „Gefährliche Liebschaften“ gezeigt wurden.

Mitte des Jahres sah es durchaus noch schwierig aus für die Weiterführung des gemeinsamen Projekts: In Anbetracht der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sah sich der Sachbereich Kultur der Stadt Bad Oldesloe gezwungen, den ursprünglich im Kooperationsvertrag vereinbarten Kostenanteil zu reduzieren. Letztendlich rang sich die Musikhochschule dazu durch, die wegfallenden städtischen Mittel aufzufangen.

„Faust“ ist mehr als Oper. Jürgen Weber verlangt seinen Schülern alles ab: Ausdruckstanz, Schauspiel, Gesang. „Die klassische Art der Opernausbildung führt häufig zu einem etwas statischen Auftreten“, sagt Weber. der neben Musiktheaterregie auf für TV-Formate – unter anderem für Gute Zeiten, Schlechte Zeiten (GZSZ) – geschrieben und Regie geführt hat: „Ich will Genre-Grenzen aufbrechen und etwas vom amerikanischen Musiktheater in die deutsche Opernausbildung einzubringen.“

Das Ensemble besteht aus neun Gesangsolisten, die derzeit eine Ausbildung an der Musikschochschule Lübeck machen. Die Aufführung im KuB ist Teil der Bachelorarbeit.

„Faust“ feiert am Freitag, 12. Januar, um 20 Uhr im Kultur- und Bildungszentrum (KuB) in Bad Oldesloe Premiere. Eine weitere Vorstellung folgt am Sonnabend, 20 Uhr, und Sonntag um 17 Uhr. Tickets gibt es für 18,50 Euro im Vorverkauf (Abendkasse 20,50 Euro) unter www.kub-badoldesloe.de. In Lübeck ist die Oper am 27. und 28. Januar im Saal der Musikhochschule zu sehen.

Bad Oldesloe

Fahrrad im Gleisbett sorgte für Zugausfälle in Stormarn

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Einsatzkräfte an der Bahnstrecke.
Foto: Mopics.eu

Bad Oldesloe – Auf der Bahnstrecke Hamburg Lübeck ist der Bahnverkehr am  späten Mittwochnachmittag vorübergehend eingestellt worden. Grund dafür war ein Polizei- und Feuerwehreinsatz im Gleisbett kurz hinter dem Bahnhof Bad Oldesloe. Eine Lok wurde beschädigt, als sie mit einem zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Gegenstand kollidierte. 

Auf den Gleisen wurden ein Fahrrad, Krücken und diverse Kleidungsstücke sowie eine Puppe gefunden. Einsatzkräfte veranlassten daraufhin die Sperrung der Strecke und suchten das Gleisbett ab, fanden jedoch keine Person. Die Hintergründe des  Vorfalls bleiben bisher ungeklärt. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. 

Laut der Deutschen Bahn wurde die Strecke ab 18.30 Uhr wieder freigegeben. 

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Bad Oldesloe

Krebs‘ Vision: Architekt im Ruhestand entwickelt Innenstadtkonzept

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Der Oldesloer Architekt im Ruhestand Dr. Rudolf Krebs stellte dem Bau- und Planungsausschuss seine Ideen für die südliche Innenstadt vor. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Eine Tiefgarage soll den ebenerdigen Parkplatz ersetzen, ein mehrstöckiges Hotel Touristen in die Innenstadt ziehen. Rudolf Krebs hat eine Vision. Der Architekt im Ruhestand hat für den südlichen Eingang zur Innenstadt an der Lübecker Straße ein städtebauliches Konzept entwickelt. Seine Überlegungen stellte der Rentner jetzt dem Oldesloer Bau- und Planungsausschuss vor.

Seit Jahren steht das ehemalige Kaufhaus Nickel in prädestinierter Lage leer. Die Freifläche zwischen Lübecker Straße und Fußgängerzone gegenüber den neuen Trave Arkaden wird als öffentlicher Parkplatz genutzt. An den Ufern wuchernde Bäume verdecken die Trave. Der für Stadtplaner attraktive Bereich im Zentrum wirkt seit Jahren heruntergekommen. „Die Stadt muss hier neue Wege gehen“, appelliert Rudolf Krebs an die Lokalpolitik.

Bad Oldesloe dürfe nicht den Anschluss verliert. Damit der Einzelhandel mit der Online-Konkurrenz mithalten könne, müsse die Fußgängerzone attraktiver werden. Weil er „sich mit seiner Stadt verbunden fühlt“, hat der Rentner in seiner Freizeit ein Konzept entwickelt, wie die Fläche gestaltet werden könnte: „Es sollte hier ein Erlebnisbereich mit regionaler und individueller Qualität entstehen.“

Seine Ideensammlung sieht unter anderem den Abriss des verwahrlosten Nickel-Kaufhauses und die Schaffung von Wohnraum vor. Dort, wo jetzt Besucher der Innenstadt parken, könnte ein Hotelkomplex mit Restaurant entstehen. „Die Hotelbranche im Norden boomt“, sagt Krebs. Das größte Hotel der Stadt befinde sich derzeit drei Kilometer vom Zentrum entfernt. „Die meisten Besucher setzten daher keinen Fuß in die Innenstadt“, so der Oldesloer. Für ihn ist das verschwendetes Potenzial. Natürlich müsste dafür der Parkplatz weichen. Der könnte durch eine unterirdische Tiefgarage ersetzt werden.

Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses zeigten sich beeindruckt von der freiwilligen Arbeit: „Uns alles ist klar, dass das Gebiet ein Schandfleck ist und wir haben schon viele Vorschläge gesehen“, sagte Hans-Hermann Roden (SPD). Besonders hierbei sei, dass das Konzept Vorschläge für das gesamte Gebiet liefere und auch die Innenstadt in die Überlegungen einbeziehe.

Ob das Konzept in dieser oder ähnlicher Form in nächster Zeit umgesetzt werden kann, ist fraglich. Das Gelände befindet sich im Besitz unterschiedlicher Privatpersonen. Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Es ist Konsens in der Verwaltung, dass hier etwas passieren muss und wir befinden uns in Gesprächen mit den Eigentümern.“ Bislang allerdings ohne Ergebnis. Bis dahin bleibt das Konzept eine Vision.

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Große Nachfrage: Stormarnfilm-DVD jetzt wieder erhältlich

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Das Cover der beliebten Stormarnfilm-DVD
Foto: Frackmann/hfr

Bad Oldesloe – Da war die Kreiskultur-Abteilung rund um Tanja Lüthje und Daniela Frackmann selbst  ein wenig überrascht : Die DVD des ersten Dokumentarfilms über Stormarn erfährt eine sehr große Nachfrage und war innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Bestellungen werden allerdings weiter entgegengenommen, denn die Neuauflage ist bereits unterwegs und wird ab Donnerstag, 18. Januar sowohl in der Stadtinfo im KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe als auch über die Kreiskulturabteilung wieder erhältlich sein.

„Wir freuen uns über die große Nachfrage, denn mit einem Ausverkauf in rund drei Wochen haben wir nicht gerechnet. Nach vielen positiven Rückmeldungen und nicht abreißenden Bestellungen war schnell klar, dass wir eine zweite Auflage bestellen“, so Daniela Frackmann vom Kulturmarketing des Kreises.

Der erste Dokumentarfilm über Stormarn entstand als eines der Leitprojekte des 150jährigen Kreisjubiläums. Im September feierte der Film „Stormarn – gestern, heute, morgen“ dann auf der Kinoleinwand bei den Stormarner Filmtagen seine Premiere.

Filmemacher und Regisseur Rolf Schwarz arbeitete rund ein Jahr lang an Konzept, Drehbuch, Film- und Schnittarbeiten. Das knapp einstündige Ergebnis stieß bisher auf viel positive Resonanz und Begeisterung. Als abwechslungsreich, kurzweilig, mit betont hochwertigen Bildern und Kamerafahrten sowie als gute Übersicht der vielen Facetten des Landkreises wurde die Doku von Premierenbesuchern beschrieben.

In Form einer filmischen Collage zeigt die Doku viele Facetten Stormarns: leuchtende Rapsfelder, Schlösser, Museen und Kulturzentren werden neben öffentlichen, kulturellen und sozialen Einrichtungen und Vereinen schlaglichtartig beleuchtet.

Doch „stormarn – gestern, heute, morgen“ bleibt bei weitem nicht nur an landschaftlichen oder kulturellen Aspekten des Landkreises haften. Vielmehr eröffnen sich im Laufe der 52-minütigen Dokumentation persönliche Geschichten und Aspekte der eigentlichen Hauptdarsteller des Films: die Menschen, die im Kreis leben, arbeiten oder sich ehrenamtlich engagieren. Der Spannungsbogen reicht von der Flüchtlingshilfe, über die Wirtschaftsförderung, die lokale Kultur- und Musikszene bis hin zum Heimatbund. „stormarn – gestern, heute, morgen“ ist ein Kaleidoskop aus Geschichten aus dem Kreis Stormarn.

Die DVD ist in der Stadtinfo im Kultur- und Bildungszentrum, Beer-Yaacov-Weg 1, Bad Oldesloe für 10 Euro erhältlich. Öffnungszeiten: Mo, Di, Fr: 10 bis 16 Uhr

und Do: 10 bis 18 Uhr. Auch über die Kreiskulturabteilung kann die DVD portofrei bestellt werden: kultur@kreis-stormarn.de.

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