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Bad Oldesloe

„Hau ab du Angst“: Theaterstück soll Kinder vor Missbrauch schützen

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Machen Theater gegen sexuelle Gewalt (v.l.): Antje Kilian, Annli von Alvensleben, Jörg Isermeyer und Jens Wirsching. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Eines nachts bekommt Lotte unheimlichen Besuch: jemand fasst sie an. Es ist eklig, und Lotte hat Angst. Als sie Onkel Doppelherz davon erzählt, erklärt ihr der, dass das ein Traum gewesen sein muss.

Erwachsene wissen sofort, was die kleine Lotte hier schreckliches erlebt hat. Kinder im Grundschulalter können mit Begriffen wie „sexueller Gewalt“ oder „Missbrauch“ allerdings weniger anfangen. Hier setzt das Kindertheaterstück „Hau ab du Angst“ des Theater Springsfeld an. Seit 1991 beschäftigt sich das Team aus Pädagogen mit der Aufklärung von Kindern im Alter zwischen sechs und 12 Jahren. Zum ersten Mal ist das Theater jetzt in Bad Oldesloe zu Gast gewesen und führte das Stück an mehreren Terminen vor 23 Grundschulklassen auf.

„Wir verzichten bewusst darauf, die Missbrauchshandlung selber darzustellen“, sagt Theaterpädagoge Jens Wirsching, der in der Aufführung Onkel Doppelherz spielt. Im Vordergrund stehen stattdessen Lottes Erleben, Verarbeiten und schließlich ihr Entkommen aus der unerträglichen Situation.

Theater soll Kinder nicht verschrecken oder Missbrauch verharmlosen

Das Stück zur Prävention von sexuellem Missbrauch versucht, für das Unaussprechliche eine Sprache zu finden, die weder verschreckt noch verharmlost.

„Es gibt schon manchmal Kinder, die nach dem Stück nicht fröhlich aussehen“, sagt Annli von Alvensleben („Lotte“). Ob diese Kinder ähnliches erlebt hätten, wie „Lotte“ in dem Theaterstück, könne wie nicht sagen. Es gibt allerdings einige Fälle, in denen sich Kinder nach einer der Aufführungen jemandem anvertraut hätten. „Einmal hat sich herausgestellt, dass ein Kind von seinem Vater missbraucht wurde“, sagt von Alvensleben. In einem anderen Fall hätte eine Grundschulklasse den Mut gefunden, sich gegen Übergriffe ihres Lehrers zu wehren.

In Zahlen ist der Erfolg des Präventionstheaters aber schwer zu benennen. Dass sich ein Kind direkt nach einer Aufführung meldet, komme selten vor: „In der Regel vertrauen sich betroffene Kinder im Nachhinein einer Bezugsperson an“, sagt die Theaterpädagogin.

Im Kreis Stormarn kam es laut Kriminalstatistik im Jahr 2016 zu 29 Fällen sexuellen Missbrauchs von Kindern. Die Aufklärungsquote ist hoch. Sie liegt bei 89,7 Prozent. Grund dafür ist, dass die Täter häufig aus dem familiären Umfeld des Opfers stammen.

Missbrauch und sexuelle Gewalt: Hohe Dunkelziffer

Weitaus problematischer sind die nicht in der Statistik erfassten Taten. Wie hoch die Zahl derer ist, die nie einen Missbrauch anzeigen, ist unbekannt.

Für den Auftritt des Präventionstheaters hat sich die Oldesloerin Bärbel Nemitz eingesetzt: „Das Theater leistet eine tolle Arbeit und es war mit ein Bedürfnis, die Gruppe nach Bad Oldesloe zu holen.“ Froh sei sie auch über die Unterstützung der Stadt, die den KuB-Saal kostenfrei zur Verfügung stellt.

Wie schwer es ist, über einen sexuellen Missbrauch zu reden, zeigt aktuell der Harvey Weinstein-Skandal. Der Hollywood-Regisseur soll über Jahrzehnte Frauen, darunter viele Filmstars, belästigt haben. Erst Jahre später fanden Betroffene den Mut, über die Übergriffe zu sprechen.

„Sexueller Missbrauch ist ein Thema, dass lange Zeit zu kurz gekommen ist“, sagt die Jugendschutzbeauftragte des Kreis Stormarn Petra Linzbach. Durch das Bekanntwerden verschiedener Vorfälle sei die Auseinandersetzung wieder in die Öffentlichkeit gelangt.

In Stormarn hatte zuletzt der Missbrauchs-Skandal in der Nordkirche für Aufsehen und Entsetzen gesorgt. In den 80er-Jahren hatte ein Ahrensburger Pastor dutzende Kinder missbraucht. Der Fall ist beispielhaft: Auch hier fanden die Betroffenen erst Jahre später den Mut, Anzeige zu erstatten.

Kreis will Aufklärungsarbeit ausbauen

Die Aufführung des Theatestücks „Hau ab du Angst“ in Bad Oldesloe ist Teil der bundesweiten Initiative „Schule gegen sexuelle Gewalt“ und wird auch vom Kreis Stormarn unterstützt. Jugendschutzbeauftragte Petra Linzbach: „Das ist erst mal nur der Anfang aber wir planen auch in anderen Städten im Kreis Stormarn aktiver zu werden.“ Ob dann auch das Stück des Theater Springsfeld in anderen Städten aufgeführt wird, ließ sie offen: „So weit sind wir mit der Planung noch nicht.“

An der Umsetzung waren neben dem Kreis Stormarn auch verschiedene Beratungsstellen und Fortbildungsinstitutionen beteiligt. Zum Projekt gehört auch eine Fortbildung für Lehrkräfte und zwei Elterninformationsabende an den vier Oldesloer Grundschulen.

Auch Pro Familia aus Ahrensburg unterstützt das Projekt und berät seit Jahren Kinder jeden Alters an Schulen. Nach Meinung von Magdalena Thams von der Beratungsstelle kann das Thema Sexualität gar nicht früh genug auf den Tisch gebracht werden: „Das muss natürlich immer altersgerecht sein.“ Drittklässler hätten andere Fragen als Kinder aus der 8. Klasse, die sich gerade in der Pubertät befinden.

Bad Oldesloe

„Best of Platt“: Plattdeutscher Blues im KuB

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Foto: Julia Weber/hfr

Bad Oldesloe – Am Samstag, 25. November, gibt’s im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe Leeder, Vertellen un Blues ut Plattdütschland. Auf der Bühne stehen Gerd Spiekermann, Jochen Wiegandt, Lars-Luis Linek „Snutenhobel“ und Wolfgang Timpe – zusammen sind sie das Plattpaket. Gemeinsam wird gelacht, gesungen und humorvoll Tradition und Heute vereint.

Es hat sie immer gegeben, die legendären Hamburger Volkssänger, die mit ihrem speziellen extra-trocknen Humor- und Gesangsattacken das Publikum zum Ausflippen brachten. Ob Hein Köllisch, die Wolfs oder Richard Germer. Jochen Wiegandt (NDR-Moderator, Entertainer / Gitarre und Gesang) ist einer, der es wie seine berühmten Vorgänger längst zur Meisterschaft gebracht hat.

Lieder vor dem Vergessen zu bewahren und wieder unters Volk zu bringen, ist dem Liederaten aus Hamburg eine Herzensangelegenheit. „Hallo Hier Hamburg?“ lautet sein aktuelles Buch und ist eine Fortsetzung der Hamburger Lied-Aktion „Singen Sie Hamburgisch?“ mit gleichnamiger Liederatur.

Der Hamburger Musiker Lars-Luis Linek (NDR-Lars-Luis-Linek-Band, Mundharmonika und Gesang) mit dem typischen Snutenhobel-Mundharmonika-Sound ist ein Meister der puren Spielfreude. Bekannt aus über 3.000 Musikproduktionen von Weltstars bis zur Sesamstraße ist er ein regelmäßiger Gast bei TV- und Radiosendungen.

Neben seinen internationalen Alben widmet er sich vor allem dem „Blues op Platt“. Der ist längst zu seinem Markenzeichen geworden. Gerade erschien auch sein „Hamborg Tuur“, ein gemeinsames Projekt mit Gerd Spiekermann.

Mit Wolfgang Timpe (akustische Gitarre und Gesang) hat Lars-Luis Linek ein Urgestein der Hamburger Szene (Okko, Lonzo, Berry, Chris & Timpe; Tennesee, Duesenberg, Broadway) an seiner Seite. „Schiet op La Paloma“ heißt das gemeinsam produzierte Album von „Lars & Timpe“.

Gerd Spiekermann (NDR-Moderator, Buchautor und Entertainer) schreibt das Plattdeutsch unserer heutigen Zeit – frech, witzig und absolut treffend. Triumphe und Niederlagen im Kampf mit der „Tücke des Objekts“ stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die kleinen und großen Konflikte im menschlichen Miteinander. Gerd Spiekermann erzählt lebensnah und unverblümt. Kein Wunder, dass die Arbeit als Plattdeutsch-Redakteur bei der NDR Hamburg-Welle 90,3 sein Traumberuf war. Sein aktuelles Buch mit Geschichten aus der NDR-Sendereihe „Hör mal `n beten to“, bei der er seit 1985 Autor und Sprecher ist, erschien gerade unter dem Titel „Koom mi nich an de Farv“.

Tickets sind online und in der Stadtinfo in Bad Oldesloe erhältlich. Kurzentschlossene können auch an der Abendkasse im KuB ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn Tickets erwerben.

Termin: Samstag, 25. November 2017, 20 Uhr

Ticketbestellung: 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de.

Preise: VVK: 23,50  / 17,50 Euro (erm.)

Abendkasse: 25,50 Euro / 19,50 Euro (erm.)

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Weihnachtsbeleuchtung hängt ohne Diskussion

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Foto: SL

Bad Oldesloe – Die Adventszeit rückt unaufhaltsam näher. Das ist auch daran zu bemerken, dass die Weihnachtsbeleuchtung in der Oldesloer Innenstadt in diesen Tagen aufgehängt wird.

Der Bauhof der Stadt und der Elektro Service Bad Oldesloe montierten in dieser Woche die Deko-Girlanden die in der Fußgängerzone hängen.

Dieses Jahr ging das alles übrigens sehr geräuschlos über die Bühne. In der Vergangenheit hatte es seit der Auflösung der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute (GOK) immer wieder Diskussionen um die Finanzierung dieser weihnachtlichen Deko gegeben. Die Hauptfrage ( wie auch bei anderen Themen der Innenstadtverschönerung ) liegt die Aufgabe der möglichst attraktiven Gestaltung der Einkaufszonen in der Fußgängerzone hauptsächlich in der Verantwortung der Stadtverwaltung oder der Kaufleute.

Aktuell finanziert die Stadtverwaltung die Beleuchtung. In Zukunft besteht die Hoffnung, dass sich die Kosten mindestens mit der neuen Wirtschaftsvereinigung geteilt werden können.

 

 

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Bad Oldesloe

Rock am Schloss: Lions geben geförderte Projekte bekannt

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„Magic of Queen“ auf der Bühne bei „Rock am Schloss 2017
Foto: SL

Bad Oldesloe – Nach dem Benefizkonzert Rock am Schloss hat die Jury über die Vergabe der eingenommenen Eintrittsgelder entschieden.

Der Lions Club Stormarn vergibt in diesem Jahr 15.200 Euro an Organisationen oder Personen, die sich für bedürftige Kinder und Jugendliche einsetzen.

Zwar waren die Besucherzahlen wegen des extrem schlechten Wetters niedriger als in den Vorjahren aber mit den Bands The Magic of Queen und Days of Northern Lights konnte der Lions Club Stormarn zwei Bands gewinnen, die das Publikum begeisterten.“

Für den Lions Club Stormarn ist Rock am Schloss ein besonderes Ereignis, wie Lions-Präsident Stefan Woelke erklärt: „Der gesamte Club einschließlich der Familien engagiert sich, ehrenamtliche Helfer und zahlreiche Stormarner Unternehmen sind Jahr für Jahr bereit, zu helfen. Baron Jenisch, der Hausherr von Schloss Blumendorf, ist mit seiner Familie immer wieder ein großzügiger Gastgeber.“

17 Anträge sind in diesem Jahr eingegangen

Die Einnahmen spendet der Lions Club Stormarn in jedem Jahr für soziale Zwecke.

„Damit wollen wir Kinder und Jugendliche unterstützen, die Hilfe brauchen. Aber wir wollen damit auch allen, die sich für diese jungen Menschen einsetzen, unseren Respekt und unsere Anerkennung für Ihren Einsatz zeigen“, so Woelke.

Sowohl Einzelpersonen als auch Vereine und andere Organisationen konnten sich vorher um ein Teil der Fördergelder bewerben. Eine unabhängige Jury entschied dann über die Vergabe.

„17 Anträge sind dieses Mal eingegangen“, sagt Rolf Rüdiger Reichardt, Organisation Rock am Schloss. „Wir sind immer wieder neu beeindruckt von dem breiten Spektrum großartigen Engagements im sozialen und gesellschaftlichen Leben im Kreis Stormarn, das mit diesen Anträgen deutlich wird.“

Diese Projekte erhalten eine Förderung:

  • Kreisjugendring Stormarn (Förderung von Freizeitaktivitäten „Kein Kind ohne Ferien“)
  • Jugendfeuerwehr Trittau (Beitrag für neues gemeinsames T-Shirt)
  • ERLE – Erleben leben e.V. B.O. (Bau eine Schmiede)
  • Verein zur Förderung der Erziehungs- und Lebensberatung (Pferdegestützte Psychotherapie für Pflegekinder mit Gewalterfahrungen)
  • Klaus-Groth-Schule B.O. (Selbstbehauptungskurs für Grundschüler)
  • Theodor-Mommsen-Schule B.O. (Förderung des Medienzentrums der TMS)
  • Klasse2000 (Stabilisierung von Kindern gegen Suchtgefahren etc.)
  • Kinderschutzbund Stormarn (Familienhilfe Notfonds und Armutsprävention mit dem ELEFANTO-Spielmobil)
  • TSV Bargteheide, Abteilung Schwimmen (Kauf von Material für Schwimmausbildung)
  • Volleyball Club B. O. (Sportausrüstung für Skateboardfahren im Rahmen „Sport vor Ort“)
  • Pferde Stärken – Reittherapie Travenbrück (Förderung von Kindern mit Entwicklungsstörungen)
  • Theodor-Storm-Schule B.O. – Deutsch als Zweitsprache-Zentrum (Finanzierung von Wörterbüchern für Kinder mit geringen Deutschkenntnissen)
  • TSV Glinde (Zuschuss für Ferienfahrten)

Rolf Rüdiger Reichardt, Organisation Rock am Schloss: „Rock am Schloss ist als größtes Benefizkonzert im Kreis zu einem festen Bestandteil des Stormarner Kulturlebens geworden, und darauf sind wir stolz. Deshalb wird Rock am Schloss auch 2018 stattfinden.

Der Termin steht mit dem 25. August 2018 bereits fest, und Planungen und Vorbereitungen haben begonnen. Gespräche über die Bands laufen noch. Final ist noch nichts entschieden.

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