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Bad Oldesloe

„Das deutsche Krokodil“: „Die Zeit“-Literaturchef liest aus seiner Autobiografie

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Ijoma Mangold liest aus seiner Autobiografie. Foto: Sebastian Haenel

Bad Oldesloe – Am 16. November um 19 Uhr liest Ijoma Mangold, heute einer der besten Literaturkritiker Deutschlands, im KuB-Saal aus „Das deutsche Krokodil“.

Als Sohn einer Deutschen und eines Nigerianers waren Kindheit und Jugend in diesen Jahren nicht einfach – auch davon schreibt Ijoma Mangold in seiner Autobiografie. Eine bewegende Geschichte über Herkunft, Anpassung und Widerstand.

Ijoma Alexander Mangold lautet sein vollständiger Name; er hat dunkle Haut, dunkle Locken. In den siebziger Jahren wächst er in Heidelberg auf. Seine Mutter stammt aus Schlesien, sein Vater ist aus Nigeria nach Deutschland gekommen, um sich zum Facharzt für Kinderchirurgie ausbilden zu lassen. Weil es so verabredet war, geht er nach kurzer Zeit nach Afrika zurück und gründet dort eine neue Familie.

Manchmal habe ihm seine Mutter afrikanische Märchen vorlesen wollen, „Das habe ich gehasst“, sagt er. Ein Krokodil aus Ebenholz im heimischen Wohnzimmer erinnerte daran, dass dieser Haushalt eine Verbindung mit Afrika hatte. Dafür habe er sich eher geschämt, als dass er etwa stolz darauf gewesen wäre. „Da hätte man sich ja gleich selbst bei der Polizei anzeigen können“ so Mangold. Das Krokodil habe gleich auf zwei „Irregularitäten“ verwiesen: einen afrikanischen und einen abwesenden Vater zu haben. Wie überhaupt „dem Jungen“ – so nennt Mangold im Buch sich selbst während der Kindheitsjahre – alles unangenehm war, was von der Norm abwich, war ihm auch die unkonventionelle Art seiner Mutter unangenehm.

Erst zweiundzwanzig Jahre später meldet sich sein Vater wieder und bringt Unruhe in die Verhältnisse.

Ijoma Mangold erinnert sich an seine Kindheits- und Jugendjahre. Wie wuchs man als «Mischlingskind» und «Mulatte» in der Bundesrepublik auf? Wie geht man um mit einem abwesenden Vater? Wie verhalten sich Rasse und Klasse zueinander? Und womit fällt man in Deutschland mehr aus dem Rahmen, mit einer dunklen Haut oder mit einer Leidenschaft für Thomas Mann und Richard Wagner? Erzählend beantwortet Mangold diese Lebensfragen, hält er seine Geschichte und deren dramatische Wendungen fest, die Erlebnisse mit seiner deutschen und mit seiner afrikanischen Familie. Und nicht zuletzt seine überraschenden Erfahrungen mit sich selbst.

Ijoma Mangold liest aus seiner Autobiografie „Das deutsche Krokodil“ am Donnerstag, 16. November, um 19 Uhr. Tickets sind für 7,50 Euro (ermäßigt 5,50 Euro) online (www.kub-badoldesloe.de) oder in der Stadtinfo (04531/504-199) in Bad Oldesloe zu erhalten, Kurzentschlossene können auch an der Abendkasse im KuB noch Tickets erwerben.

Bad Oldesloe

Straßenausbaubeiträge: Stadt soll Möglichkeiten einer Finanzierung klären

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Straßensanierung (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

Bad Oldesloe – Nachdem der Landtag den Kommunen im Dezember die Selbstbestimmung über die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen zurückgegeben hat, beschäftigt sich der Oldesloer Finanzausschuss jetzt mit der Frage der Finanzierung.

„Wir können die Beiträge nicht einfach abschaffen, ohne uns über die Gegenfinanzierung Gedanken zu machen“, sagte Torsten Lohse (CDU). Seine Fraktion hatte daher einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung erstellt, der in der weiteren Diskussion als Grundlage dienen soll. Er soll Ausschluss darüber geben, welche Sanierungen in den nächsten zehn Jahren anstehen, welche Kosten dadurch entstehen und wie Beitragsausfälle kompensiert werden könnten. Bis zum 14. März soll die Verwaltung außerdem Kontakt mit der Stadt Husum (Nordfriesland) aufnehmen. Dort wurde bereits auf sogenannte „wiederkehrende Beiträge“ umgestellt.

Die FBO kritisierte den Fragenkatalog weitestgehend unnötig: „Über wiederkehrende Beiträge haben wir uns hier schon vor Jahren unterhalten und aufgrund des großen Verwaltungsaufwandes nicht weiter verfolgt“, sagte Matthias Rohde (FBO). 

Alle Parteien beschäftigen sich mittlerweile mit einer möglichen Neuregelung in der Finanzierung der Sanierung von Gemeindestraßen.

Bündnis 90/Die Grünen sprechen am Donnerstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr in der Hindenburgstraße 25 beim Grünschnack „Straße saniert – Mieter frustriert?“ über Straßenausbaukosten.

Die CDU Bad Oldesloe veranstaltet am Donnerstag, 1. Februar, 19 Uhr im Gasthaus Mäcki (Alte Ratzeburger Landstraße 31) eine Podiumsdiskussion mit Landespolitikern und einem Vertreter der Eigentümer-Interessenvertretung „Haus und Grund“.

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Bad Oldesloe

Fahrrad im Gleisbett sorgte für Zugausfälle in Stormarn

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Einsatzkräfte an der Bahnstrecke.
Foto: Mopics.eu

Bad Oldesloe – Auf der Bahnstrecke Hamburg Lübeck ist der Bahnverkehr am  späten Mittwochnachmittag vorübergehend eingestellt worden. Grund dafür war ein Polizei- und Feuerwehreinsatz im Gleisbett kurz hinter dem Bahnhof Bad Oldesloe. Eine Lok wurde beschädigt, als sie mit einem zu diesem Zeitpunkt noch unbekannten Gegenstand kollidierte. 

Auf den Gleisen wurden ein Fahrrad, Krücken und diverse Kleidungsstücke sowie eine Puppe gefunden. Einsatzkräfte veranlassten daraufhin die Sperrung der Strecke und suchten das Gleisbett ab, fanden jedoch keine Person. Die Hintergründe des  Vorfalls bleiben bisher ungeklärt. Die Bundespolizei hat die Ermittlungen wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet. 

Laut der Deutschen Bahn wurde die Strecke ab 18.30 Uhr wieder freigegeben. 

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Krebs‘ Vision: Architekt im Ruhestand entwickelt Innenstadtkonzept

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Der Oldesloer Architekt im Ruhestand Dr. Rudolf Krebs stellte dem Bau- und Planungsausschuss seine Ideen für die südliche Innenstadt vor. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Eine Tiefgarage soll den ebenerdigen Parkplatz ersetzen, ein mehrstöckiges Hotel Touristen in die Innenstadt ziehen. Rudolf Krebs hat eine Vision. Der Architekt im Ruhestand hat für den südlichen Eingang zur Innenstadt an der Lübecker Straße ein städtebauliches Konzept entwickelt. Seine Überlegungen stellte der Rentner jetzt dem Oldesloer Bau- und Planungsausschuss vor.

Seit Jahren steht das ehemalige Kaufhaus Nickel in prädestinierter Lage leer. Die Freifläche zwischen Lübecker Straße und Fußgängerzone gegenüber den neuen Trave Arkaden wird als öffentlicher Parkplatz genutzt. An den Ufern wuchernde Bäume verdecken die Trave. Der für Stadtplaner attraktive Bereich im Zentrum wirkt seit Jahren heruntergekommen. „Die Stadt muss hier neue Wege gehen“, appelliert Rudolf Krebs an die Lokalpolitik.

Bad Oldesloe dürfe nicht den Anschluss verliert. Damit der Einzelhandel mit der Online-Konkurrenz mithalten könne, müsse die Fußgängerzone attraktiver werden. Weil er „sich mit seiner Stadt verbunden fühlt“, hat der Rentner in seiner Freizeit ein Konzept entwickelt, wie die Fläche gestaltet werden könnte: „Es sollte hier ein Erlebnisbereich mit regionaler und individueller Qualität entstehen.“

Seine Ideensammlung sieht unter anderem den Abriss des verwahrlosten Nickel-Kaufhauses und die Schaffung von Wohnraum vor. Dort, wo jetzt Besucher der Innenstadt parken, könnte ein Hotelkomplex mit Restaurant entstehen. „Die Hotelbranche im Norden boomt“, sagt Krebs. Das größte Hotel der Stadt befinde sich derzeit drei Kilometer vom Zentrum entfernt. „Die meisten Besucher setzten daher keinen Fuß in die Innenstadt“, so der Oldesloer. Für ihn ist das verschwendetes Potenzial. Natürlich müsste dafür der Parkplatz weichen. Der könnte durch eine unterirdische Tiefgarage ersetzt werden.

Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses zeigten sich beeindruckt von der freiwilligen Arbeit: „Uns alles ist klar, dass das Gebiet ein Schandfleck ist und wir haben schon viele Vorschläge gesehen“, sagte Hans-Hermann Roden (SPD). Besonders hierbei sei, dass das Konzept Vorschläge für das gesamte Gebiet liefere und auch die Innenstadt in die Überlegungen einbeziehe.

Ob das Konzept in dieser oder ähnlicher Form in nächster Zeit umgesetzt werden kann, ist fraglich. Das Gelände befindet sich im Besitz unterschiedlicher Privatpersonen. Bauamtsleiter Thilo Scheuber: „Es ist Konsens in der Verwaltung, dass hier etwas passieren muss und wir befinden uns in Gesprächen mit den Eigentümern.“ Bislang allerdings ohne Ergebnis. Bis dahin bleibt das Konzept eine Vision.

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