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Der Kreis

Bundestagswahl: Sozialdemokraten Wagner und Stegner besuchen Stormarnlive

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Stormarnlive-Redaktionsleiter Finn Fischer (r.) im Gespräch mit Alexander Wagner und Ralf Stegner von der SPD
Foto: SL

Bad Oldesloe – Tausende Haushalte besuchte SPD-Bundestagskandidat Alexander Wagner in den letzten Wochen im Wahlkeis, zu dem auch ein Teil Stormarns gehört. Auch an der Stormarnlive – Redaktion klopfte der junge Politiker an, der in den Bundestag einziehen will. Nach kurzer Beratschlagung entschlossen wir uns, uns gerne mit ihm auf ein Gespräch hinzusetzen. Im Schlepptau hatte er seinen sozialdemokratischen Kollegen Ralf Stegner. Auch mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD sprachen wir bei Wasser , Tee und Kaffee über einige Themen. 

Welche Themenbereiche unterscheiden sich im Wahlkampf in Stormarn inhaltlich vom Bundeswahlkampf allgemein ? Haben Sie andere Themen als Martin Schulz? 

Wagner: „Ich würde nicht davon reden, dass ich mich da unterscheide, sondern dass man natürlich in seinem Wahlkreis Themen hat aus dem SPD-Programm, die hier besonders wichtig sind. Hier im Hamburger Rand ist das zum Beispiel bezahlbarer Wohnraum. Stormarn ist einer der wirtschaftlich stärksten Kreise in Deutschland. Es ist wichtig, dass diese Wirtschaftskraft in Zukunft erhalten bleibt, aber ebenso , dass die Menschen, die in Stormarn arbeiten auch einen guten Arbeitslohn bekommen. Das ist vielen Menschen hier sehr wichtig: unbefristete Arbeitsverträge, gute Rente, genug Geld, um die Familie zu ernähren.“

Alexander Wagner im Gespräch

Was sagt man Ihnen bei den Hausbesuchen? 

Wagner: Ich möchte ja wissen, was ich anpacken soll. In städtischen Bereiche sind Mieten ein wichtiges Thema. In Bad Oldesloe waren es in einer Straße dann vor allem Kosten für Kitas oder Ganztagsschulen, die die Menschen sehr beschäftigten. Manche Mütter bleiben zuhause, weil sie es sich nicht anders leisten können. Der Bereich Rente kommt bei den „Mittelalten“ in Stormarn immer wieder vor. Da merkt man, dass sich  die 30 bis 50 Jährigen Gedanken über die Zukunft der Rente machen.

Herr Stegner , haben Sie schon Hausbesuche gemacht?

Stegner: Ja, klar. Hier in Stormarn, aber  allerdings auch bundesweit. Und die Themen, die Herr Wagner hier antrifft, die gibt es tatsächlich dann auch überall. Was verdiene ich? Welche Rente bekommen ich? Was bleibt übrig, wenn ich mal alt bin?  Hohe Kitakosten und Bildungsfragen kommen oft als Themen auf. Es sind oft Menschen, denen es nicht unbedingt schlecht geht, die sich aber schon bemühen müssen über die Runden zu kommen und sich ärgern, dass andere scheinbar nicht wissen wohin mit ihrem ganzen Geld.  Menschen wollen gerne manchmal auch einfach erzählen, was in ihrem Leben nicht so gut läuft. Gesundheit ist da ein wichtiges Thema.  Die Menschen schauen sich außerdem  die Welt an und sehen Erdogan, Trump und Co. Sie sind beunruhigt. Daher überzeugt oft auch unsere Friedenspolitik. Denn es ist nicht die Lösung Millionen in Rüstung zu investieren, sondern in Bildung und Familien zum Beispiel. Das macht uns ja aus und das ist auch ein Punkt, den ich gerne herausstelle.Da grenzen wir uns klar von der CDU ab. .“

Wagner: „Es finde viele gut, mit einem Kandidaten ganz persönlich ins Gespräch zu kommen. Manche sind überrascht, wenn der Kandidat vor der Tür steht und auch noch fragt, was die Menschen wollen. Ich gehe ja nicht hin und sage: ich bin der Kandidat, wählen Sie mich, sondern möchte hören, was die Menschen bewegt.“.

Was sind denn konkret Ihre Ansätze für eine Verbesserung der Lage auf dem zukünftigen Arbeitsmarkt?

Wagner: „Der Mindestlohn kann nur wirklich das  Mindeste sein. Starke Tarifverträge sind wichtig und dafür Hand in Hand mit den Gewerkschaften zu kämpfen.  Frauen sollte man das das Recht zusichern, nach einer gewissen Zeit Vollzeit in ihren Job zurückkehren zu können. Frauen arbeiten oft in Teilzeit, erziehen die Kinder oder pflegen Angehörige und kehren aber danach nicht Vollzeit in ihren Job zurück. In Stormarn sind 80% der Personen, die in Teilzeit arbeiten, Frauen. Auch Zeit- und Leiharbeit ist so ein Thema. Es kann doch nicht sein, dass Firmen das so massiv ausnutzen, dass die halbe Belegschaft aus Zeit- und Leiharbeitern besteht. Menschen erledigen dieselben Aufgaben, stehen oder sitzen nebeneinander und verdienen nicht gleich. Es kann doch auch nicht sein, dass junge Menschen sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag handeln, nach dem Studium oft sogar von unbezahltem Praktikum zu unbezahltem Praktikum. Das hat auch was mit Gerechtigkeit auf dem Arbeitsmarkt zu tun, dass das so nicht weitergeht. So kann man doch keine Familie  oder eine Karriere aufbauen.“

Ralf Stegner im Gespräch

Ist das bedingungslose Grundeinkommen für Sie eine Lösung? 

Wagner: „Die Diskussion ist da. Aber für mich gilt der Grundsatz, dass Menschen etwas mit ihrer Arbeit  zur Gesellschaft beitragen wollen. Das bedingungslose Grundeinkommen entwertet das aus meiner Sicht. Da wird jeder auf sich selbst gestellt und unterstützt sich nicht mehr gegenseitig mit der Arbeitskraft. Das würde dann wichtige soziale Errungenschaften abschaffen, für die lange gekämpft wurde – gerade wichtig historische Errungenschaften für die Sozialdemokraten gekämpft haben. Angefangen mit der Rentenversicherung und so weiter. Das kann man doch nicht für eine pauschale Zahlung einfach aufgeben, wofür vor Jahrzehnten oder sogar vor über 100 Jahren gekämpft wurde. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass das bedingungslose Grundeinkommen überhaupt funktioniert. Ich will es mir auch gar nicht vorstellen. Es führt aus meiner Sicht zur Entsolidarisierung“

Stegner: „Wie erkläre ich einer Krankenschwester, dass sie Steuern zahlen soll, für jemanden, der vielleicht gar nicht arbeiten will? Wir wollen ihr doch erklären, dass sie Steuern zahlt für jemanden, der nicht arbeiten kann. Egal wie das Ding heißt, es bleibt nur eine Leistung, die ein Parlament beschließt – hebt oder senkt. Für viele Menschen würde sich die Situation verschlechter und nicht verbessern. Da gibt es im Gegensatz zu den bisherigen sozialen Leistungen im Prinzip keine Sicherheit. Ich verstehe Gründe, dass bestimmte Gruppen, wie zum Beispiel Künstler, das attraktiv finden. Aber da muss mal für bestimmte Gruppe eigene Lösungen finden – wie mit der Künstlersozialkasse  – und nicht solche pauschalen Dingen. Es ist ein Modethema, dass bei der SPD nicht in Mode ist.“

Wagner: „Diese Geschichte – die nun öfter angeführt wird – , dass irgendwann die Arbeit ausstirbt, weil wir alle durch Roboter ersetzt werden – da ist doch so auch nichts dran. Wir sprechen gerade mit einem Onlinemagazin, das ist so ein neues Feld. Das hätte es vor 20 Jahren nicht gegeben. Arbeitsfelder ändern sich, aber Arbeit stirbt nicht aus. Die Politik muss dafür sorgen, dass Arbeit auch zukünftig unter fairen Rahmenbedingungen stattfindet. Das ist die Herausforderung“.

Immer mehr Vereine leiden unter G8, den Ganztagsschulen oder auch Bachelorstudiengängen, weil junge Menschen immer weniger Zeit haben, um sich einzubringen.

Wagner: „Es gibt die Herausforderung das Schulleben mit dem Freizeitleben zu vereinen. So wie auch das Berufsleben mit dem Freizeit- und Vereinsleben vereinbar sein muss. Ich erlebe das auch nicht so, dass die Mitgliederzahlen rückläufig sind. Junge Menschen drängen doch in die Vereine. Also das ist meine Wahrnehmung“

Stegner: „Man muss auch hier den richtigen Rahmen schaffen. Je mehr wir zu Ganztagsschulen kommen – was wir ja deutlicher wollen als andere –  desto mehr müssen wir Vereine und Schulen zusammenbringen. Nicht so, dass es zwei Verlierer gibt, sondern eben zwei Gewinner. Unter dem Dach Schule kann vieles stattfinden. Beim Ehrenamt kann man aber viele Regelungen vereinfachen, zum Beispiel beim viel zu komplizierten Steuerrecht. Oder man findet Programme wie kostenloses Parken für Ehrenämtler. Die die sich einbringen, sollten besser behandelt werden, als die, die sich nicht einbringen. Das kann man noch deutlicher herausstellen.“

Sollte Cannabis legalisiert werden ?

Wagner: „Zur Debatte gehört es, dass die SPD sich da nicht so einig ist. Ich bin von den Jusos bewegt und sage eher, man sollte Cannabis legalisieren, weil viele Menschen da kriminalisiert werden, was nicht sein muss. Man muss aber eben auch sehr darauf achten, dass Abhängige Hilfe bekommen. Es gibt in der SPD unterschiedlichste Meinungen dazu. Die Kriminalisierung halte ich für falsch“

Stegner: „Kriminalisierung taugt nichts. Auf der anderen Seite muss man jungen Menschen klar machen, dass keine Sucht eine Lösung ist. Ich finde auch die Bagatellisierung von Alkohol nicht richtig. Wir  wollen und werden nicht Werbeträger für Cannabis sein. Bei Verschreibungsgeschichte, denke ich hingegen, dass das schon ein wichtiger, erkämpfter Fortschritt für viele Patienten ist. Auch da läuft allerdings noch nicht alles so, wie es soll, bekomme ich berichtet. Die Nachfrage ist wohl höher als das Angebot. Da wird nachgebessert werden müssen.“

Alexander Wagner und Ralf Stegner im Gespräch mit Stormarnlive

Die Flüchtlingsthematik ist ein wichtiger Bestandteil vieler Diskussionen. Wie kann die Integration der geflüchteten Menschen gelingen? 

Wagner: „Integration ist eine Sache der Gegenseitigkeit. Es ist nicht der richtige Ansatz zu sagen.: Nun werde mal so deutsch wie möglich! Wir sollten für das Zusammenleben voneinander lernen. Und man kann da auch viel lernen. Wo Politik verantwortlich ist, da sollten Abläufe zum Beispiel  in Verwaltungen und so weiter unbedingt verbessert werden. Es ist schön, dass die Kanzlerin sagt, dass es schneller geht, aber über 100 000 nicht bearbeitete Anträge sprechen eine andere Sprache. Menschen brauchen eine Perspektive. Ohne Status gibt es keinen Deutschkurs und so kann ich mich nicht integrieren und schnell heißt es dann, derjenige will sich nicht integrieren. Es braucht mehr Deutschkurse – und daraus ergeben sich Folgethemen, wie die faire Vergütung von Sprachlehrern und so weiter. Denn Sprache ist elementar wichtig für die Kommunikation und nur über Kommunikation gelingt Integration. Ich kenne das auch aus meinem Verein aus dem Fußball. Da sind wissbegierige geflüchtete Menschen, die dann sagen, dass sie schnell los müssen nach dem Training, weil am nächsten Tag wieder Deutschkurs ist. Sie wollen lernen, sie wollen sich integrieren.“

Stegner: „Das Dilemma der großen Koalition liegt doch darin, dass wir als SPD glauben, dass Integration nichts ist, was man sich abringen lassen muss, sondern etwas, dass man aktiv gestalten muss. Das sehen die Konservativen nicht so. Man darf nicht zulassen, dass die Menschen, die zu uns kommen gegen die ausgespielt werden, die schon hier leben, was die Rechten ja stark versuchen, was aber auch von Konservativen mittlerweile so gemacht wird zum Teil. Wir müssen sagen: wir sind für beide da. Man kann nicht jede Verbesserungen mit Schikanen bezahlen. Jede Verbesserung die die SPD in der Flüchtlingspolitik durchgesetzt hat – und alle kamen von uns – mussten mit Schikanen durch die Konservativen bezahlt werden. Es ist doch positiv, dass sich Deutschland zu einem Land entwickelt hat, von dem Menschen träumen, in dem sie leben wollen und vor dem sie keine Angst haben. Unsere Aufgabe ist es, die Menschen zu integrieren, die nicht in ihre Länder zurück können, weil dort keine Verhältnisse bestehen, unter denen sie leben können. Das heißt: Sprachkurse, Arbeit so schnell wie möglich, Musik und Sport helfen erstklassig bei Integration. Unsere Richtschnur ist nicht die Würde des Deutschen ist unantastbar, sondern die Würde des Menschen ist unantastbar. Das hat Martin Schulz auch im TV Duell wunderbar herausgestellt“

Wie geht man mit Hass um, mit dem man auch als Politiker konfrontiert wird? Was macht man mit dem Ungerechtigskeitsempfinden, das viele Menschen haben, die sagen, dass die Politik zu weit von den Menschen weg ist? Fehlt es oft auch an politischer Bildung und dem Verständnis für die Abläufe in einer Demokratie? 

Wagner: „Wütende Kommentare bei Facebook erlebe ich auch –  Ralf Stegner sicherlich noch mehr. Man merkt das auch bei Hausbesuchen, dass Menschen Dampf ablassen. Aber auch dafür ist das dann gut, wenn man ins Gespräch kommt über Inhalte. Die, die dogmatisch verschlossen pöbeln und beleidigen, die will ich auch gar nicht erreichen, weil das gar nicht deren Interesse ist.  Die nächste Stufe geht dann sowieso  gar nicht, wenn Menschen sich wirklich strafbar machen. Ich versuche immer erstmal das Gespräch zu finden und dort wo Diskussion möglich ist, da diskutiere ich – auch gerade wenn man anderer Meinung ist. Wir können als Politiker nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen, wir müssen zu ihnen kommen. Den Druck möglichst keine Fehler zu machen, hat man als Politiker. Man trifft Entscheidungen, sollte dann auch zu ihnen stehen. Antipathie generell gegen Politik halte ich für bedenklich.“

Stegner: „Politische Bildung propagieren wir stark. Sie ist wichtig. Das ist aber auch ein Job der Medien und anderer das zu machen. Wir müssen Menschen sagen, dass das hier keine Diktatur gibt, sondern dass es nach demokratischen Mehrheiten geht und nicht ein Kanzler oder eine Kanzlerin entscheidet. Wahlkampf und Diskussionen gibt es in einer Demokratie – das gehört dazu.  Man macht Fehler, denn keine Fehler macht nur der, der gar nichts macht. Dabei sollte man einen realistischen Blick auf die Dinge haben. Politik hat auch die Aufgabe, eine komplexe Welt und komplexe Vorgänge in Kommunikation zu verwandeln  für die Menschen, die nicht wie wir sieben Tageszeitungen lesen. Zuzuhören und eine Sprache zu verwenden, die verstanden wird – das halte ich für sehr wichtig. Und im TV Duell hat man ja schon gemerkt, dass Martin Schulz eine andere Sprache nutzt als Angela Merkel.“

Wie geht man mit Falschmeldungen und Fake News in sozialen Netzwerken um, die Meinungen manipulieren ? 

Stegner: „Manche Beiträge sind geschmacklos.  Man kennt es auch, dass Menschen sagen: ich like das und schreibe aber nichts dazu, weil ich die Nazihorde nicht auf meiner Seite haben will. Firmen, die Milliardenumsätze mit ihren Netzwerken machen, die können sich nicht der Verantwortung entziehen. Da finde ich es schon richtig was Innenminister Heiko Maas macht. Es geht nicht nur um Fake News sondern es gibt auch richtig üble Sachen. Wenn die in den Netzwerken  stehenbleiben, ist der Schaden schon da. Der lässt sich dann gar nicht reparieren. Da ist die Meinungsfreiheit nicht bedroht, wenn so etwas unterbunden und sofort gelöscht wird. Ich habe außerdem ein Problem mit dem Anonymitätsding im Internet. Wer nur anonym an der Meinungsbildung teilnehmen möchte, den verstehe ich in Peking oder Kairo, aber nicht in Bad Segeberg oder Bad Oldesloe. Manche würden das, was sie da schreiben und tun, eben niemals Auge in Auge äußern – und das aus gutem Grund. Das ist schon ein Punkt über den man debattieren muss. Darüber reden wir in der Partei häufiger als andere. Was im normalen Leben nicht geht, geht auch nicht in sozialen Medien. Die Innenminister der Länder sollten in diesem Bereich noch enger zusammenarbeiten“.

Wagner: „Wichtig ist das soziale Korrektiv, das oft fehlt.-. Wenn es vielleicht früher solche Diskussion auch an Stammtischen gab, gab es aber auch jemanden, der sagte, so geht es nicht oder den Wirt, der ihn vor die Tür gesetzt hat“

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Kultur

Autorenbegegnung mit Gerd Spiekermann in der Stadtbücherei Ahrensburg

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Gerd Spiekermann. Foto: Privat

Ahrensburg – Humor hilft zu jeder Zeit, an jedem Ort – in der Heimat wie in der Fremde. Und die „Tücke des Objekts“ ist hier wie dort zu entdecken und die mitunter komischen Folgen zu erleben.

Gerd Spiekermann setzt Alltägliches in Szene mit Witz und (Selbst-)Ironie – alles andere als alltäglich. Ein Abend voller Alltagsgeschichten – op Platt! Eine Veranstaltung der Buchhandlung Heymann und der Stadtbücherei Ahrensburg zur Pflege der niederdeutschen Sprache, des manchmal unterbeschäftigten Zwerchfells und der Lachmuskeln.

Autorenbegegnung mit Gerd Spiekermann und „Koom mi nich an de Farv!“ am Donnerstag, 2. November, um 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Ahrensburg.

Eintrittskarten gibt es vorab für 12 Euro bei der Buchhandlung Heymann (04102) 66 62 72 ahrensburg@buecher-heymann.de

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Ammersbek

Literatur-Café in Ammersbek: Leben und Werke des Künstlers Walter Kempowski

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Walter Kempowski. Foto: Wikipedia

Ammersbek – Das Literatur-Café des Ammersbeker Kulturkreises beschäftigt sich in diesem Jahr unter anderem mit dem Leben und den Werken des Rostocker Künstlers Walter Kempowski. Er starb vor zehn Jahren.

Kempowski wurde am 29. April 1929 in Rostock als Sohn eines Reeders geboren. Er gehört seit Jahrzehnten zu den meistgelesenen deutschen Gegenwartsautoren. Doch der Start seiner schriftstellerischen Tätigkeit und die Anerkennung seiner Werke waren mit vielen Hindernissen verbunden. 

Als Walter Kempowski – nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in Bautzen, wo er wegen sogenannter Spionage acht Jahre seiner Jugend abgesessen hatte – 1956 von Deutschland Ost nach Deutschland West kam, bedurfte es einiger Zeit, bis er seine Geschichten und die Geschichte seines Lebens erzählen konnte.

In vielen Romanen, wie z.B. Im Block, Tadellöser und Wolff, Hundstage, Alles umsonst, sowie in Tagebuchaufzeichnungen und seltenen Gedichten erzählt Walter Kempowski vom Leben mit der Genauigkeit, dem Humor und der leichten Ironie, wie sie nur ihm eigen sind. Er hat sich vor allem als präziser Chronist persönlicher Lebensgeschichten und historischer Ereignisse einen Namen gemacht hat.

Das Literatur-Café (Ev.-Luth. Kirchengemeinde Hoisbüttel, An der lottbek 22-26 in Ammersbek) beginnt am Sonntag, 5. November, um 15 Uhr mit einem Kuchenbuffet. Um 15.30 Uhr spricht Pastor Weisswange zunächst über den Roman „Der Lärm der Zeit“ des englischen Schriftstellers Julian Barnes. Anschließend wird zum 10. Todestag das Leben von Walter Kempowski vorgestellt. Der Eintritt ist frei, der AKK freut sich aber über eine Spende.

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Ahrensburg

Kriegsgräberfürsorge sucht Spendensammler in Ahrensburg

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Das Ahrensburger Rathaus. Foto: Stormarnlive.de

Ahrensburg – Die Kriegsgräberfürsorge kümmert sich überall auf der Welt um die Gräber deutscher Kriegstoter und ist dafür auf Spenden angewiesen. Jetzt sucht der Verein für eine Straßensammlung in Ahrensburg freiwillige Spendensammler.

Seit 98 Jahren kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. als privater Verein um Gräber deutscher Kriegstoter. Er hat damit eine Aufgabe übernommen, die grundsätzlich eher dem Staat obliegen würde, aber in Deutschland traditionell in der Bevölkerung verankert ist und durch die Kriegsgräberfürsorge als unabhängiger Organisation wahrgenommen wird.

Für junge Menschen sind die Kriege des vergangenen Jahrhunderts heute kaum mehr als ein geschichtliches Ereignis. So verlieren die Grabstätten der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zunehmend ihre Funktion als Orte persönlicher Trauer.

Im Rahmen seiner aktiven Jugend- und Bildungsarbeit vermittelt der Volksbund seit mehr als 60 Jahren jungen Menschen die Bedeutung der Kriegsgräberstätten als Orte des Lernens und der Mahnung und macht dadurch für die jüngere Generation Geschichte und Geschehenes nachvollziehbar.

Seine Arbeit finanziert der Verein bis heute zu etwa 70 Prozent aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und den Erträgen der alljährlichen Sammlung.

Um diese Arbeit auch in Zukunft weiterführen zu können, ist die Kriegsgräberfürsorge auf Unterstützung angewiesen. Die alljährliche Straßensammlung ist dabei ein ganz wesentlicher Baustein. Neben dem wichtigen finanziellen Beitrag ruft sie in allen Menschen immer wieder die Verantwortung gegenüber den Toten und für den Erhalt des Friedens ins Bewusstsein.

Der Sammelzeitraum für die Straßensammlung wurde in diesem Jahr vom 4. November bis 2. Dezember festgelegt.

Vor diesem Hintergrund werden dringend ehrenamtliche Sammlerinnen und Sammler gesucht, die sich in den Dienst der guten Sache stellen.

Als kleiner Anreiz und zum Ausgleich anfallender Kosten dürfen den Sammlerinnen und Sammlern 10 Prozent ihres Sammelerlöses als pauschale Kostenerstattung ausgezahlt werden.

Freiwillige können sich im Rathaus bei Frau Bär oder Herrn Jahncke, Zi. 109, Tel. 04102 77-144 oder 77-197 melden.

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