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Toleranz first: Trittauer berichtet über seine Erlebnisse in Chicago

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Als Begrüßungsgeschenk überreicht Bundestagsabgeordneter Franz Thönnes (li.) dem Stipendiaten Marvin Meincke eine englische Ausgabe „The German Parliament“. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Zwölf Monate hat Marvin Meincke in der US-Metropole Chicago verbracht. Jetzt kam der 23-Jährige zurück, erzählt von Zusammenhalt, Offenheit und Toleranz. Seine Erfahrungen stehen in einem krassen Gegensatz zu dem, was seit Monaten der neu gewählte Präsident Donald Trump propagiert.

Durch das deutsch-amerikanische Jugendaustauschprogramm Parlamentarisches-Patenschafts-Programm (PPP) hat Marvin Meincke die US-Wahl aus der ersten Reihe mitverfolgen können. „Als wir am Wahlabend vor dem Fernseher saßen, hat meine Gast-Großmutter irgendwann angefangen zu weinen“, erinnert sich der 23-Jährige, der für die Dauer seines Aufenthalts bei einer Gastfamilie untergebracht war.

In Chicago haben die meisten Menschen nicht für Trump gestimmt. Ähnlich wie in allen anderen großen Metropolen des Landes. „Nach der Wahl sind viele Bewohner Chicagos auf die Straße gegangen, es gab Demonstrationen“, berichtet Marvin. Das läge wohl auch daran, dass die Stadt eine der größten Schwulen-Szenen der USA habe. Doch die Lage beruhigte sich relativ schnell wieder. Es gibt eben auch wichtigeres als die Frage, wer Präsident ist. Und bislang hielten sich die Auswirkungen der Bundespolitik auf das alltägliche Leben in Grenzen. In den weltoffenen Metropolen des Landes zählt etwas anderes: Die Community.

„Ich hatte oft den Eindruck, dass das Miteinander dort einen anderen Stellenwert hat, als bei uns“, sagt Marvin, der für mehrere Monate in einem Center für Obdachlose ausgeholfen hat. Viele engagieren sich für die Gemeinschaft und helfen den Menschen, denen es nicht so gut geht. Immer wieder habe er auch Geschäftsleute getroffen, die nach ihrem Job in der Suppenküche Essen ausgegeben haben.

Das mag daran liegen, dass das Sozialsystem in den USA bei weitem nicht so gut ausgebaut ist, wie in Deutschland. Wer arbeitslos wird, kann sich nicht auf den Staat verlassen. Oft springen dann die Kirchen ein. Doch auch die gemeinnützigen Organisationen und ehrenamtlichen Helfer können nicht alles Leid auffangen. Die Stadt hat viele Probleme. Es gibt Gewalt, Schießereien, ein großes Gefälle zwischen Arm und Reich. „In der Stadt gibt es im Jahr so viele Tote durch Schusswaffen, wie in New York und Los Angeles zusammen“, sagt Marvin. Während im Norden Chicagos eher einkommensstarke Familien leben, ist es in vielen anderen Teilen der Stadt gefährlich. An einem Tag fuhr er mit der U-Bahn in die südlichen Bezirke, ausgestiegen ist er nicht. Dort verdienen die Menschen im Schnitt nur die Hälfte dessen, was die Bewohner der nördlichen Bezirke erwirtschaften. „Ich habe nicht direkt etwas von der hohen Kriminalitätsrate mitbekommen, aber es war immer unterschwellig existent.“

Armut und Obdachlosigkeit ist zweifellos ein Problem den meisten großen Städten der USA. Doch von einer negativen Erfahrung will Marvin auch hier nicht sprechen. „Aus so gut wie allem lässt sich eine Erkenntnis ziehen“, sagt der Trittauer. Für ihn habe der Gemeinschaftsgedanke in der Zeit einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Der äußerte sich nicht nur in der ehrenamtlichen Arbeit. Über sechs Monate besuchte Marvin Meincke das Harper Community Collage. Anschließend arbeitete der studierte Betriebswirt als Praktikant in einer Bosch-Niederlassung mit 600 Mitarbeitern. Sowohl in der Collage- als auch der Arbeitswelt lag das Augenmerk in der Zusammenarbeit. „Es war toll, sich gemeinsam in Gruppen zu organisieren, Vernetzung ist unheimlich wichtig“, sagt Marvin. Die Arbeit bei Bosch hat ihn seiner Karrierewahl bestärkt: Betriebswirtschaft mit ein bisschen IT und neuen Medien.

Der Bundestagsabeordnete Franz Thönnes freute sich über den offenbar erfolgreichen Austausch. Für ihn ist es der letzte Stipendiat, den er ins Ausland verabschiedet hat: „Es ist schön, dass dieses Programm jungen Menschen ermöglicht, andere Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen“, sagt der SPD-Politiker, der bei der Bundestagswahl nicht erneut kandidieren wird und daher auch das PPP-Projekt nicht weiter begleitet. Seit 24 Jahren engagierte sich Thönnes für das Austausch-Programm. Einfach war das nicht immer. Es gab schon Situationen, in denen das Projekt zur Disposition stand. „Wir sind immer wieder von republikanischen Kongressabgeordneten eingeladen worden, deren konservativere Parteikollegen wir überzeugen sollten“, so Thönnes. Doch er sei zuversichtlich dass das Partnerschaftsprogramm noch lange bestehen wird: „Es ist wichtig für die Beziehungen.“

Insgesamt beteiligten sich in diesem Jahr 75 deutsche Schüler, Studenten und Berufsanfänger an dem Projekt. „Ich kann jedem nur raten, so eine Erfahrung zu machen“, sagt Marvin Meincke und schwärmt von den vielen internationalen Freundschaften, die er in der Zeit geschlossen habe. Besonders beeindruckt habe ihn die Verbundenheit der Amerikaner zu ihren Vereinigten Staaten. „Wenn wir hier auch so als Europäische Union zusammenstehen, kann uns das helfen“, sagt er. Er sehe sich seit seinem Austausch weniger als Deutscher und vielmehr als europäischer Bürger. Mittlerweile hat er sich wieder in seiner Heimat eingewöhnt. Jetzt geht es auf die Suche nach einem Arbeitsplatz.

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Duett Kokett : Heimspiel für Altistin Helena Köhne

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Foto: Wäldele/hfr

Bad Oldesloe/Rümpel – Zurück zu den Wurzeln heißt es für die Altistin Helena Köhne, in Rümpel geboren und aufgewachsen, erhielt ihre Schul- und erste Gesangsausbildung in Bad Oldesloe. Jetzt ist sie auf den großen Opernbühnen der Welt zuhause. Am Sonntag, 22. Oktober, tritt sie um 18 Uhr mit ihrem Duett Kokett im Kultur- und Bildungszentrum auf.

„Ich komme immer gern wieder zurück nach Bad Oldesloe, schließlich habe ich hier meine allerersten Auftritte gehabt“, freut sich Helena Köhne auf ihr Konzert im KuB, das sie mit einem Besuch bei ihrem Vater in Rümpel verbinden kann. Gemeinsam mit ihrer Duettpartnerin Martina Jäger und begleitet vom Pianisten Gerd Jordan bringt sie eine spritzige Revue „mit viel Berliner Luft“ mit in die Travestadt.

„Wir nehmen die Zuschauer mit auf eine musikalische Reise in die 20er- bis 40er-Jahre“, so die gefragte Konzert- und Opernsängerin, die mittlerweile mit ihrer fünfköpfigen Familie in Berlin lebt. Helena Köhne studierte nach ihrem Gesangsunterricht bei Maja Greiser-Albert in Bad Oldesloe zunächst am Hamburger Konservatorium, dann an der Universität der Künste in Berlin. Sie sang am Deutschen Nationaltheater Weimar und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und gastiert regelmäßig im Theater Görlitz, im Hessischen Staatstheater Wiesbaden und bei den Eutiner Festspielen.

„Die Konzertbesucher erwartet ein beschwingter Abend“, verspricht Inken Kautter, Leiterin des Sachbereichs Kultur bei der Stadt Bad Oldesloe. Sie habe nicht nur das Renommee der ehemaligen Bad Oldesloerin Helena Köhne, sondern auch die Idee überzeugt, dass sich klassisch ausgebildete Sängerinnen einen Abend einmal ausschließlich der leichten Muse hingeben. Und das sehr lustvoll: Duett Kokett öffnet den berühmten Berliner Koffer und präsentiert lauter Seligkeiten vergangener Zeiten. Sie laden sich die Liebe ein, warnen vor Schlössern, die im Monde liegen, schwärmen für Waldemar, Benjamin und Hermann und wissen doch nicht, zu wem sie gehören. Glück bei den Frauen hat der Mann am Klavier, der ihnen allerdings nur ein kleines bisschen Liebe schenkt.

Tickets sind online und in der Stadtinfo in Bad Oldesloe erhältlich. Kurzentschlossene können auch an der Abendkasse im KuB ab einer Stunde vor Veranstaltungsbeginn Tickets erwerben.

Termine: Sonntag, 22. Oktober 2017, 18 Uhr

Ort: KuB – Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe, Saal, Beer-Yaacov-Weg 1, 23843 Bad Oldesloe

Ticketbestellung: 04531/504-199 oder www.kub-badoldesloe.de.

Preise: VVK: 18,50 € / 12,50 € (erm.), AK: 20,50 € / 14,50 € (erm.)

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Geburtstagsfeier: 150 Jahre Ahrensburger DRK

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Bürgervorsteher Roland Wilde, Bürgermeister Michael Sarach, Axel Bärendorf (Vorsitzender DRK-Ortsverein Ahrensburg), Dr. Christian Zöllner (Präsidium DRK-Landesverband Schleswig-Holstein) und Udo Finnern (Vorstand DRK-Kreisverband Stormarn). Foto: Lewe / DRK / hfr

Ahrensburg – Das ist ein Grund zu feiern. Denn  stolze 150 Jahre gibt es den Ortsverein Ahrensburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nun schon. Daher folgten zahlreiche Gäste – unter anderem Vertreter des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein, der Stadt Ahrensburg, der Freiwilligen Feuerwehr Ahrensburg, des THW, der Ahrensburger Tafel und der Parteien – den Einladungen des Ortsvereinsvorsitzenden Axel Bärendorf,

Nach Grußworten von Dr. Christian Zöllner, Präsidium des DRK-Landesverbandes Schleswig-Holstein, Bürgervorsteher Roland Wilde und Bürgermeister Michael Sarach schlug Bärendorf selbst in seiner Ansprache eine Brücke zwischen den Aufgaben des DRK damals, heute und morgen.

Gegründet wurde der Verein 1867 von der Gräfin Adelaide von Schimmelmann noch unter dem heute vorbelastet klingenden Namen  „Vaterländischer Frauenverein“; bereits ein Jahr später wurde dieser Frauenverein dann aber  in einen DRK-Ortsverein überführt.

Waren die Aufgaben des DRK damals noch stark von den Kriegen geprägt, zum Beispiel durch Hilfeleistungen bei bitterer Armut, Versorgung von Verletzten und Hilfe beim Wiederaufbau, wird heute klassische Sozialarbeit geleistet.

Derzeit hat der Ortsverein Ahrensburg etwa 400 Mitglieder, von denen viele ehrenamtlich tätig sind. So gibt es zahlreiche Angebote für jede Altersgruppe. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des DRK-Ortsvereins Ahrensburg betreuen jedoch überwiegend ältere Menschen.

Axel Bärendorf bei seiner Ansprache.
Foto: Lewe/DRK/hfr

Der Blick, den Bärendorf in die Zukunft wirft, sieht indes nicht ganz so rosig aus: Immer weniger Menschen sind bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren, darüber hinaus wird der Altersdurchschnitt der jetzt Aktiven immer höher.

„Wir müssen uns dringend verjüngen und sind stets auf der Suche nach Ehrenamtlichen. Ohne sie werden wir unsere sozialen Aufgaben als Ortsverein nicht bewältigen können.“ Als ersten Schritt in Richtung Verjüngung plant Bärendorf daher im kommenden Jahr die Gründung einer neuen Jugendrotkreuz-Gruppe in Ahrensburg.

Nach diesen eher ernsten Tönen durfte dann aber auch wieder fröhlich gefeiert werden: So konnten sich die Gäste an einer Kuchentafel stärken, Der Shanty-Chor „Frohsinn von 1891 Hammoor“ sorgte für musikalische Unterhaltung, und auch den Jüngsten wurde einiges geboten: Bei schönstem Sonnenschein durften sie auf einer Hüpfburg toben, und das Jugendrotkreuz Großhansdorf bot Kinderschminken, Airbrush-Tattoos und kleine Erste-Hilfe-Leistungen am Teddy an.

Wer sich gerne ehrenamtlich engagieren möchte, bekommt beim DRK-Ortsverein Ahrensburg, Otto-Siege-Straße 37, Telefon 04102/41 00-0,  www.drk-ahrensburg.de, gerne nähere Informationen.

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Hauptbahnhof: 44 Kosmetikartikel in Kinderwagen versteckt

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Hamburger Hauptbahnhof
Foto: SL

Hamburg  –  Mitarbeiter eines Drogeriemarktes im Hauptbahnhof beobachteten, wie eine Frau (30) mehrere Kosmetikartikel in ihrem Kinderwagen verstaute und anschließend das Geschäft verließ ohne die Waren zu bezahlen. Der Mitarbeiter sprach daraufhin die Frau auf den Diebstahl an und forderte eine Streife der Bundespolizei zur Feststellung der Personalien an.

Nachdem die Frau ihr Baby aus dem Kinderwagen gehoben hatte, nahmen die eingesetzten Bundespolizisten den Kinderwagen genauer in Augenschein. Die Polizeibeamten entdeckten insgesamt 44 Hygiene- und Kosmetikartikel im Gesamtwert von über 200 Euro in dem Kinderwagen. Das Diebesgut stammt aus zwei Drogeriemärkten im Hauptbahnhof und der Spitalerstraße.

Gegen die Beschuldigte wurde ein Strafverfahren wegen Diebstahls eingeleitet. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde die Frau vor Ort entlassen.

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