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Bad Oldesloe – Eigentlich soll mit dem Modellprojekt „QUESTO“ dringend benötigte Erzieher ausgebildet werden. Doch die von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) initiierte Ausbildungsinitiative endet vorzeitig. Die meisten Stormarner Kommunen haben kein Interesse, sich zu beteiligen.

Die AWO hatte in Stormarn große Pläne: Ziel war es, bis 2020 rund 75 berufliche Quereinsteiger in den Erzieher-Beruf zu verhelfen. Die Teilnehmenden werden in Kooperation mit der Beruflichen Schule Bad Oldesloe in einer dreijährigen Ausbildung zum Staatlich anerkannten Erzieher bzw. zur Staatlich anerkannten Erzieherin ausgebildet.

Doch das Modellprojekt wird scheitern. Schuld ist offenbar mangelndes Interesse seitens der Kommunen.

Mit Ahrensburg, Barsbüttel, Großhansdorf, Lütjensee und Trittau beteiligen sich nur fünf der 55 Stormarner Kommunen an der Finanzierung.

Neben dem Projektträger AWO beteiligen sich die Johanniter mit eigenen Mitteln an der Ausbildung von Nachwuchskräften.

Tobias Reichardt, Projektkoordinator bei der AWO in Ahrensburg: „Die meisten Kommunen und Träger haben jedoch bekundet, kein Interesse an dem Projekt zu haben oder nicht zu einer finanziellen Beteiligung imstande zu sein. Dies liege zum einen sicher an den begrenzten finanziellen Mitteln, zum anderen aber wohl auch daran, dass der Fachkräftemangel im Kita-Bereich noch nicht überall als Problem erkannt wird.“

Eine Kommune verzichtete sogar auf eine Beteiligung, obwohl diese für sie kostenneutral gestaltet worden wäre!

Statt der geplanten 75 neuen Erzieherinnen und Erzieher werden daher in diesem Projekt nur etwa 30 neue Fachkräfte für Stormarn ausgebildet werden. Ein dritter Jahrgang fällt aus. Der sollte eigentlich im September 2017 starten sollte.

An mangelndem Interesse, im Bereich Kindertagesstätten zu arbeiten, liegt der Fachkräftemangel jedenfalls nicht:

Tobias Reichardt: „Bei der AWO meldeten sich über 200 Interessentinnen und Interessenten für einen Platz im dritten Jahrgang. Der Bedarf an weiteren Fachkräften in den Kitas ist vorhanden, das Interesse dort zu arbeiten ist groß, auch die Fördermittel sind vorhanden, werden aber nicht abgerufen.“

Das Projekt wird noch bis 2019 andauern, wenn der zweite Jahrgang seine Ausbildung abgeschlossen hat. Bis dahin werden weitere Erfahrungen zu Nutzen und Herausforderungen einer solchen Ausbildungsform gesammelt werden. Es zeichnet sich bereits jetzt ab, dass eine für Quereinsteigende offene, vergütete Ausbildungsform in vielen Bundesländern ein dauerhaftes Angebot werden wird.

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