Folge uns!

Bad Oldesloe

30 Jahre Waldorfkindergarten in Oldesloe: "Wir wollen wachsen"

Veröffentlicht

am

Bürgermeister Jörg Lembke lässt sich von Maike Keibel das Waldorf-Konzept erklären. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Der Oldesloer Waldorfkindergarten ist 30 Jahre alt geworden. Doch mit dem Alter kommen die Sorgen um die Zukunft. Denn hinter den liebevoll mit Holz und ökologischen Baustoffen zurechtgemachten Innenräumen nagt der Zahn der Zeit an der Bausubstanz des Vorkriegsgebäudes.

Mittlerweile gehört der Waldorfkindergarten wie selbstverständlich zu der breiten frühkindlichen Bildungslandschaft in der Kreisstadt. Das war nicht immer so, wie sich Edzard Keibel als einer der Gründerväter an die Anfänge der Waldorf-Bewegung in Bad Oldesloe in den späten 80er-Jahren erinnert: „Alle Kirchen waren sich damals einig, dass ein Waldorfkindergarten nicht die christlichen Grundwerte vermitteln würde.“ Es habe damals gleich drei Gegenveranstaltungen gegeben, mit denen Stimmung gegen die Initiative gemacht wurde. Sogar der damalige Sektenbeauftragte wurde herbestellt.

Es gab viele Vorurteile: Die Sorge vor der Entstehung einer esoterischen New-Age-Bewegung aus Hanfpulli-tragenden, ihren-Namen-tanzenden Grünen, schien groß. „Offenbar wurden in unseren Reihen sogar RAF-Sympathisanten vermutet“, erinnert sich Edzard Keibel. So bestand das Oldesloer Jugendamt zunächst darauf, dass sich der Kindergarten in seinen Statuten klar zur demokratischen Grundordnung bekennt. Das war bei Kindergartengründungen damals wie heute selbstverständlich eher unüblich.

Trotz viel Gegenwind schafften es die Waldörfler mit viel Eigeninitiative einen Kindergarten nach ihren Vorstellungen. Es brauchte ein paar Jahre, aber dann unterstützte auch die Stadtverwaltung das neue pädagogische Angebot.

„Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern haben hier viel gelernt“

Edzard Keibel, Mitgründer des Waldorfkindergartens

Über das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit ist Edzard Keibel noch immer entzückt: „Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern haben hier viel gelernt“, sagt der Oldesloer. Er sei eigentlich ganz froh, dass das Haus nicht so aussehe, wie viele andere Kindergärten.

Doch so schön es auch ist, praktisch und zeitgemäß sind die Räume nicht mehr: „Wir und auch das Gebäude sind in die Jahre gekommen und es ist Zeit für etwas neues an diesem Ort.“ Gerne würde der Waldorfkindergarten sein Angebot ausbauen. Doch dafür – etwa für eine Krippe – fehlt bislang der Platz.

Eine Erweiterung wäre wohl nicht wirtschaftlich, da auch das Bestandsgebäude umfassend saniert werden müsste. Das befindet sich im Besitz der Stadt. Daher beschäftigen sich mittlerweile auch die Lokalpolitik und Stadtverwaltung damit, wie es mit dem Kindergarten weitergeht.

„Dass es auch künftig einen Waldorfkindergarten geben soll, wurde von der Lokalpolitik klar bejaht“

Bürgermeister Jörg Lembke besuchte den Kindergarten während der Geburtstagsfeier zum ersten Mal: „Mit der Waldorfpädagogik kenne ich mich nicht aus aber ich lerne gerne dazu“, sagte der Oldesloer Verwaltungschef im Gespräch mit Maike Keibel vom Waldorfkindergarten.

„Dass es auch künftig einen Waldorfkindergarten geben soll, wurde von der Lokalpolitik klar bejaht“, so Lembke. Er hatte in den politischen Ausschüssen bereits die Frage aufgeworfen, ob das Konzept mit Unterstützung der Stadt überhaupt weiterverfolgt werden soll. Jetzt sucht die Verwaltung nach Lösungen und führt Gespräche mit dem Vorstand. Auch darüber, ob der Elternverein möglicherweise in der Lage sei, einen Neubau selbst zu finanzieren. Vielleicht lasse sich ein Investor finden, so Lembkes Überlegung, der das Konzept unterstütze. Denn in Zeiten knapper Kassen geht es der Stadtverwaltung auch ums Geld.

„Eine große Kindergarten-Vielfalt ist wichtig für die Stadt“

Rückendeckung bekommen die Waldörfler von der Lokalpolitik: „Eine große Kindergarten-Vielfalt ist wichtig für die Stadt und die Waldorfpädagogik passt an diesen Ort“, sagte Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) am Rande der Geburtstagsfeier. Ob saniert oder neu gebaut werde, sei aber Sache des Vorstandes und der Stadt.

Auch für die Vorsitzende des Sozialausschusses Annelie Strehl (FBO) hat das Kindergartengelände viel Charme: „Das hat hier etwas Verwunschenes und man muss sehen, was möglich ist.“

Weiterlesen
Werbung
Kommentar schreiben

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Familie und Freizeit

Galerie-Auftritt: irgendwiehörbar zu Gast bei BOart

Veröffentlicht

am

Irgendwiehörbar bei ihrem Auftritt bei „Mary Stolpe“ der Open Stage von Klngstdt und der VHS

Bad Oldesloe – Die Oldesloer Band „irgendwiehörbar“ tritt am Sonnabend, 23. September, unter dem Motto „Mehr als nur irgendwie hörbar“ ab 19.30 Uhr in der Oldesloer Galerie BOart auf.

Es ist das erste eigene, größere Konzert der drei Wahloldesloer in ihrer Heimatstadt. Im vergangenen Jahr wurde das Akustiktrio immer bekannter. So spielten Jule, Bina und Rick bei mehrern „Open Stages“ im KuB, bei einer Ausgabe der Konzertreihe „Big city light“, bei diversen Sommerfesten und auch auf dem Oldesloer Vogelschießen.

Die Besonderheit des Trios ist es, dass sie bekannte neuere und ältere Hits in ein eigene Arrangement verpacken und mit einer geradezu minimalistischen Besetzung auf die Bühne bringen. Mit Akustikgitarre, Cajon, Percussion und mehrstimmigem Gesang bringen sie Ihre Versionen der Songs zu Gehör.

Da es keine Abendkasse geben wird, wird darum gebeten, sich im Vorwege unter info@galerie-boart.de anzumelden.

Der Einritt ist frei. Es kann aber gerne Hutgage für die auftretenden Künstler gespendet werden.

Homepage Irgendwiehörbar

Homepage BOart

 

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Nach Legionellen-Alarm: Travebad auf unbestimmte Zeit geschlossen

Veröffentlicht

am

Das Oldesloer Travebad bleibt geschlossen. Foto: Stormarnlive.de

Bad Oldesloe – Das Travebad bleibt auf unbestimmte Zeit geschlossen. Noch am Mittwoch hieß es seitens der Vereinigten Stadtwerke, dass die Oldesloer Schwimmhalle nach einem Defekt an der Wasseraufbereitungsanlage und der Kontamination einer Dusche mit Legionellen am Freitag öffnen sollte.

Einen neuen Öffnungstermin konnten die Stadtwerke nicht nennen. „Mit dem Gesundheitsamt wurde vor Ort eine Lösung abgestimmt“, sagt Stadtwerke-Sprecherin Vibeke Johansen. Bei einer Erklärung des Problems gibt sich das Unternehmen wage: „Die Vereinigten Stadtwerke arbeiten jetzt mit Hochdruck an einer Behebung.“ Es geht weiterhin um eine Störung im Bereich der Duschen.

Das hatte Travebad-Chefin Ulrike Handwerk bereits am Mittwoch mitgeteilt und dennoch eine Wiedereröffnung am Freitag in Aussicht gestellt. So könne die betroffene Dusche gesperrt und der Betrieb wieder aufgenommen werden. Das ist offenbar nicht der Fall.

DLRG sagt Schwimmtraining ab

DLRG-Vorsitzender Dominic Geerken ist genervt, dass die Stadtwerke auch den neuen Öffnungstermin nicht einhalten konnten: „Wir haben unser Schwimmtraining bis auf weiteres abgesagt.“ Es sei mal an der Zeit, dass die Stadtwerke eine klare Aussage treffen, findet Geerken: „Gerade wir als Verein müssen ja mal planen können.“ Immerhin seien sie diesmal direkt vom Betreiber informiert worden und nicht erst durch die Presse.

Weiterlesen

Bad Oldesloe

Entwurf vorgestellt: Das wird das neue Stadtlogo von Bad Oldesloe

Veröffentlicht

am

Tim Krüger, Prokurist der Hamburger Agentur „Orange Cube“ stellte dem Oldesloer Hauptausschuss das neue Logo vor. Foto: Fischer

Bad Oldesloe – Für die einen ist es modern und zukunftsorientiert, für die anderen Geldverschwendung: Bad Oldesloe bekommt ein neues Stadtlogo. Der Entwurf wurde jetzt dem Hauptausschuss vorgestellt.

„Das alte Logo ist nicht hässlich, aber es passt nicht mehr zum neuen Leitbild der Stadt“, sagt Tim Krüger, Prokurist von „Orange Cube“. Die Agentur hat sich mit dem Entwurf gegen die anderen Teilnehmer des Wettbewerbes durchgesetzt. Das neue Logo solle ein Miteinander von Kultur, Umwelt, Wirtschaftskraft, Gemeinsinn, Infrastruktur und die Lage zwischen den Metropolen Hamburg und Lübeck vereinen.

Das Ergebnis: Der Stadtname in fett und kursiv mit einem bunten Kreis in der Mitte, der sich entgegengesetzt des Uhrzeigersinnes dreht und das „O“ von Oldesloe ersetzt. Ein Unterleger transportiert das Motto „Die Beste Trave Stadt“.

Das neue Stadtlogo, entworfen von der Hamburger Agentur „Orange Cube“. Details wie Farbgebung können sich noch ändern.

„Auf einer abstrakten Ebene soll der Kreis die Stärken und die Dynamik der Stadt widerspiegeln“, erklärt Krüger die Gedanken hinter dem Entwurf. Die Gedanken der Hamburger Agentur konnte nicht jeden im Ausschuss überzeugen.

„Das Logo sieht aus wie das einer Briefkastenfirma aus Luxemburg“

Hendrik Holtz (Die Linke) fand klare Worte zu dem Entwurf: „Das Logo sieht aus wie das einer Briefkastenfirma aus Luxemburg, es fehlt nur noch ‚Holding‘ dahinter.“ Das alte Logo sei deutlich besser. Für ihn ist das reine Geldverschwendung: „Wir haben ein dickes Haushaltsloch, wie sollen wir so eine Ausgabe den Leuten erklären?“

Zum Vergleich: Das bisherige Stadtlogo

Für zügellose Begeisterung sorgte der Entwurf auch bei anderen Ausschussmitgliedern nicht. „Ich habe ein zwiespältiges Gefühl zu einem derart verdichteten Logo“, sagt Björn Wahnfried (SPD) und brachte dann doch so eine Art Lob über die Lippen: „Es gefällt mir schon…etwas.“

„Es macht sich gut als Briefkopf“

Bei der CDU, Grünen und Freien Bürgern (FBO) stößt der Entwurf auf Zustimmung: „Die Klarheit hat mich überzeugt und das Logo macht sich gut als Briefkopf“, so Uwe Rädisch (CDU).

Hinrich Stange (FBO): „Ich finde das neue Logo toll, es wirkt unternehmerfreundlich und modern.“

Hartmut Jokisch (Bündnis 90/Die Grünen): „Es ist die Investition wert. Bad Oldesloe ist Bundesweit ein Synonym für Provinz und wir tun gut daran, uns deutlicher in der Region zu positionieren.“

Das Logo kostet die Stadt übrigens knapp 4500 Euro. Der Hauptausschuss hat sich in der Beratung einstimmig gegen die Erstellung eines Anwenderhandbuches ausgesprochen, das nocheinmal 11300 Euro extra gekostet hätte.

Das neue Logo würde mehrheitlich beschlossen. Einzig die Farbgebung soll noch überarbeitet werden. Die Stadtverordnetenversammlung (25. September, 19.30 Uhr, KuB-Saal) muss noch zustimmen.

Weiterlesen

Trending