Ampel (Symbolbild). Foto: Stormarnlive.de

Bad Oldesloe – Für Blinde ist hier Endstation: Die Ampelanlage an der Kreuzung Berliner Ring und Lübecker Straße kommt bis heute ohne „Surrer“ aus. Die Grünen beantragten im Bau- und Planungsausschuss jetzt die Nachrüstung einer Blindenampel. Doch das ist offenbar schwerer als gedacht.

„Wir wurden von der Mutter eines blinden Kindes auf die Situation aufmerksam gemacht“, begründete Hartmut Jokisch den Antrag seiner Fraktion. An den meisten Ampeln in Bad Oldesloe sind bereits sogenannte „Anforderungskästen“ angebracht. Auf deren Oberseite befindet sich eine vibrierende Fläche, auf der sehbehinderte Menschen die Grünphase erfühlen können. Doch an einer der größten Kreuzung der Stadt fehlt diese nicht sonderlich neue Technik.

Das hat einen Grund. Laut Bauamtsleiter Thilo Scheuber „ist die Ampelanlage so alt, dass sie nicht mehr umrüstbar ist.“ In der Konsequenz heißt das: Es müsste eine komplette neue Anlage gebaut werden. Doch dafür ist die Stadt nicht zuständig.

„Grundsätzlich ist es natürlich richtig, dass wir auch dort eine Blindenampel brauchen“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. Doch bei Berliner Ring und Lübecker Straße handele es sich um Bundesstraßen. Daher muss das Landesamt für Straßenbau und Verkehr für den nötigen Neubau der Ampelanlage aufkommen.

„Das kann zwei Jahre dauern. Oder fünf Jahre. Oder vielleicht wird auch nie was daraus, darauf haben wir keinen Einfluss“, so der Verwaltungschef. Den ursprünglichen Antrag zogen die Grünen zurück. Stattdessen wurde die Stadt damit beauftragt, dem zuständigen Landesamt den Fall vorzutragen und sich für einen Neubau einer Blindenampel einzusetzen.

An der Kreuzung vor der Oldesloer Polizeistation treffen die Bundesstraßen 75 und 208 aufeinander. Entsprechend hoch ist das Verkehrsaufkommen. Fußgänger können die Straßen nur über Verkehrsinseln und queren. Mindestens zwei Ampelphasen sind dafür nötig. Das macht die Kreuzung besonders unübersichtlich.

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