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Hamburg

Polizei stoppt Anti-G20-Demo: „Welcome to Hell“ endet in Gewalt

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Hamburg – Nachdem die Polizei die „Welcome to Hell“-Demo gegen den G20-Gipfel nach kurzer Zeit gestoppt hat, ist es zu massiven Ausschreitungen gekommen. Im Nachgang wird die größte Frage und Diskussion sein, wer Schuld an der Eskalation ist. Polizei und Demonstranten beschuldigen sich derzeit gegenseitig, sich falsch verhalten zu haben. Die zum Teil schwere Ausschreitungen dauerten bis in die Nacht. 

So sollen sich unter die nach Polizeiangaben rund 12.000 Teilnehmer etwa 1.000 vermummte Personen gemischt haben. Das nahm die Polizei zum Anlass, die Demonstration zu stoppen.

19:16 Uhr: Von Seiten der Polizei erfolgte die mehrfache Aufforderung, dass die betroffenen Teilnehmer ihre Vermummung ablegen sollen. Dieser Aufforderung sei nur in kleinen Teilen nachgekommen worden.

Einige Teilnehmer verhielten sich laut Polizei den Einsatzkräften gegenüber äußerst aggressiv. Die Polizei wollte den „Schwarzen Block“ vom restlichen Aufzug trennen, damit die Fortsetzung der Versammlung gewährleistet werden kann.

Augenzeugen berichten unterdessen, dass unter den Demoteilnehmern durch das massive Polizeiaufgebot und das Auftreten der Polizei Panik ausgebrochen ist. Auch Roland Süß vom Attac-Koordinierungskreis hat das Vorgehen der Einsatzkräfte scharf kritisiert: „Es ist offenkundig, dass diese Demonstration nach dem Willen von Polizei und Senat nie hätte laufen sollen“, sagte Süß der Hamburger Morgenpost.

Es ist auch von Fehlverhalten einzelner Beamter die Rede, die die Stimmung durch aggressives Auftreten weiter anheizten.

„Mehrere NDR Reporter vor Ort berichten übereinstimmend, dass von den Demonstranten zunächst keine Gewalt ausgegangen sei. Allerdings haben tatsächlich viele Mitglieder des „schwarzen Blocks“ ihre Vermummung nicht abgelegt. […] Die von der Polizei geforderte Trennung der Demonstranten vom „schwarzen Block“ gestaltete sich schwierig. Die Demonstranten fühlten sich faktisch von mehreren Seiten eingekesselt“, berichtet der NDR in seinem Liveticker. Weitere Reporter schlossen sich dieser Einschätzung im Verlaufe des Abends an. Die Polizei habe zur Eskalation mit ihrem Auftreten beigetragen und zumindest nicht deeskalierend gewirkt.

Anschließend sollen Teilnehmer mit Flaschen, Stöcken, Eisenstangen und Latten gegen die Einsatzkräfte vorgegangen sein. Die Polizei setzte daraufhin Wasserwerfer, Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

„Die Versammlung wurde dennoch nicht aufgelöst, damit die friedlichen Versammlungsteilnehmer weiterhin ihr Grundrecht nach Artikel 8 GG wahrnehmen können. Der Anmelder hat gegen 20:09 Uhr die Versammlung für beendet erklärt“, erklärte die Polizei.

Nach der Demonstration haben einzelne Gruppen damit begonnen, in der Umgebung Barrikaden zu errichten. Auch ein Auto wurde offenbar angezündet.

Update 22 Uhr: Mittlerweile ist von mehreren brennenden Fahrzeugen und einigen Barrikaden die Rede. Es soll bei Demonstranten und Polizisten mehrere Verletzte gegeben haben. Bei den Verletzungen der Demonstranten soll es sich auch um „ernstere Verletzungen durch den Einsatz der Polizeischlagstöcke handeln“.

Gerüchte über einen lebensgefährlich verletzten Demonstranten sind nicht bestätigt bisher, machen aber unter den Demonstrierenden die Runde. Es haben sich aber auch friedliche Spontandemos gebildet, die ohne Randale weiter durch Hamburg ziehen.

Doch es kam auch weiter zu Gewalt abseits der Demonstrationszüge. Gegen 20:50 Uhr beschädigten ca. 200 Personen diverse Autos in der Hospitalstraße/ Max-Brauer-Allee und errichteten Barrikaden.

Mehrere Diensthundeführer, die zum Schutz der Wohnung des Innensenators eingesetzt waren, wurden von unbekannten Tätern angegriffen. Die Beamten blieben unverletzt.

„Die Einsatzkräfte werden weiterhin beim Einschreiten massiv mit Wurfgegenständen (Steine, Flaschen, Pyrotechnik) attackiert. Im Bereich Neuer Pferdemarkt wurden diverse Einsatzfahrzeuge angegangen und beschädigt. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden sieben Polizeibeamte verletzt“, heißt es von Seiten der Polizei.

Ein zunächst friedlich und ruhig begonnener Protestzug wurde dann schließlich erneut auf der Reeperbahn gestoppt, weil sich Teilnehmer vermummten. Die Polizei hat klar gemacht, dass sie jegliche Form der Vermummung nicht tolerieren werde. Immer wieder startete und stoppten die versprengten Demonstrationszüge.

Polizei im Demoeinsatz
Symbolfoto: SL

Update 22.30 Uhr: Aus dem Schanzenviertel wird vermeldet, dass Geschäfte und parkende PKW beschädigt wurden. Vermummte hätten Geschäfte angegriffen.

Update 22.50 Uhr: Die Polizei erhöht die Anzahl der verletzten Beamten auf 15. Drei sind im Krankenhaus. Einer soll durch einen Böller im Gesicht verletzt worden sein. Die Polizei gibt keine Zahlen über verletzte Demonstranten heraus, beziehungsweise sollen darüber keine Infos vorliegen. Außerdem soll ein Polizeihubschrauber wiederholt mit Laserpointern geblendet worden sein. Das sei „strafbar und extrem gefährlich“, so die Polizei.

 

Update 0 Uhr (7.7.2017): Mittlerweile sind es knapp 60 Verletzte Polizisten. Darunter auch zwei Piloten, die geblendet wurden. Sie hätten Augenverletzungen erlitten. Die Piloten können nicht weiter eingesetzt werden. Demonstranten kritisieren, dass die Anzahl zum Teil schwer verletzter Protest-Teilnehmer angeblich bewusst geheimgehalten werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ja auch schon bereits in Hamburg ist, kritisierte gewalttätige Ausschreitungen am späten Donnerstagabend entschieden.

In mehreren Stadtteilen soll es Sachbeschädigungen geben. Vor allem Schaufenster gingen zu Bruch.

Gegen 22:30 Uhr wurden laut Polizeipressesprecher zwei Discounter in der Straße Schulterblatt/ Altonaer Straße Scheiben eingeschlagen. Des Weiteren wurden durch Straftäter im Bereich des Kleinen Schäferkamps diverse Fahrzeuge beschädigt und Barrikaden errichtet.

Im Bereich der Osterstraße sowie der Waitzstraße sind Scheiben von diversen Geschäften eingeschlagen worden. Im näheren Umfeld haben die Einsatzkräfte sog. Krähenfüße auf den Fahrbahnen entdeckt. Offenbar sollten mit ihnen Einsatzfahrzeuge beschädigt oder außer Gefecht gesetzt werden.

In der Folge kam es bei einem Geschäftshaus in Altona zu erheblichen Sachbeschädigungen durch eine hohe Anzahl an gewaltbereiten Personen.

Update 0:30: Trotz zahlreicher Absperrungen, haben es Demonstranten auf die Schienen geschafft. Die Polizei ist ihnen aber auf den Fersen.

 

Update: 0:50 : Die Polizei stellt eine leichte Lageberuhigung in der Stadt fest. Allerdings komme es noch immer zu Sachbeschädigungen im gesamten Stadtgebiet. Auch ein weiteres Auto soll in Brand gesteckt worden sein. Der Zugverkehr rollt wieder, die Gleise sind frei.

Nach jetzigem Stand wurden mindestens 76 Polizeibeamte verletzt. Ein Beamter musste mit einer Augenverletzung in eine Klinik eingeliefert werden, da unmittelbar vor seinem Gesicht ein Feuerwerkskörper explodiert ist. Zwei Polizeihubschrauberpiloten sind ebenfalls nach einer Laserpointerattacke nicht mehr dienstfähig. Zur Anzahl der verletzten Demonstranten fehlen sämtliche Informationen weiterhin.

Update 1:16 Uhr: Die Polizei sieht die Lage mittlerweile als deutlich beruhigt an

 

Update 2 Uhr: Laut eines Feuerwehrsprechers gibt es keine Hinweise auf sehr schwer oder lebensgefährlich verletzte Demonstranten. Zumindest seien den Rettungskräften bis 1.30 Uhr solche Fälle nicht bekannt gewesen. Die Feuerwehr musste bis 0 Uhr rund 60 Mal ausrücken.

Update 2:05 Uhr: Weiterhin gibt es auf der Schanze wohl noch brennende Barrikaden. Dort kommt es auch weiterhin zu Zusammstößen zwischen Demonstranten und der Polizei, die sich am Schanzenpark in Position gebracht hat. Wütende Autonome fordern , dass die Polizei sofort vor der „Roten Flora“ und aus der Schanze abzieht.

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Hamburg

Polizei fahndet nach Welpenmörder

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Erschlagener Hundewelpe
Foto: Polizei Hamburg/hfr

Hamburg – Beamte des Polizeikommissariates 44 haben bereits am 11.08.2017 einen schwer verletzten Hundewelpen übergeben bekommen, welcher nach kurzer Zeit seinen Verletzungen erlag. Die Fachdienststelle der Wasserschutzpolizei für Umwelt- und Tierdelikte (WSP 51) führt die Ermittlungen.

Ein Anwohner fand einen verletzten Hundewelpen vor einem Mülltonnenverschlag im Hof seines Hauses in Hamburg-Wilhelmsburg und brachte den Terriermischling zum Polizeikommissariat 44.

Die Polizeibeamten setzten den Tierschutzverein Süderstraße in Kenntnis, welcher das Tier noch am selben Tag in Obhut nahm. Trotz umgehender veterinärmedizinischer Behandlung verstarb die kleine Hündin.

Eine im Institut für Hygiene und Umwelt durchgeführte Sektion ergab, dass der Welpe aufgrund massiver Hinverletzungen infolge von stumpfer Gewalteinwirkung mit einem harten Gegenstand verstorben ist.

Die Hündin kann wie folgt beschrieben werden:

– ca. zwei Monate alt – schwarz-braunes Fell, vermutlich

Terrier-Mischling – ca. 15 cm groß – kupierte Rute

Zeugen, die möglicherweise gesehen haben, wie der Hund an den Müllcontainern abgelegt wurde oder Hinweise zum Hundehalter geben können werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei unter der Rufnummer 040/4286-5678 zu melden.

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Hamburg

Hamburg: Zwei 23-Jährige verletzten mehrere Männer

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Bundespolizisen im Einsatz am Hamburger Hauptbahnhof.
Symbolfoto: Bundespolizei/hfr

Hamburg – Am 8. September 2017 gegen 21:45 Uhr konnten zwei tatverdächtige Frauen am Hamburger Hauptbahnhof nach einer vorangegangenen gefährlichen Körperverletzung festgenommen werden.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen hatten die beiden 23 Jahre alten Frauen einen 37-jährigen Mann am Eingang Fischerturm mit einem Messer und einem Schlagring attackiert. Der Mann wurde durch mindestens einen Schlag im Gesicht getroffen und erlitt eine blutende Wunde.

Zwei zunächst unbeteiligte Männer (43 und 48) bemerkten die Situation und wollten schlichtend eingreifen. Daraufhin wurden auch diese durch die Frauen mit einem Schlagring und Pfefferspray angegriffen. Die Männer erlitten hierdurch Reizungen der Augen und mussten durch eine Rettungswagenbesatzung behandelt werden.

Die tatverdächtigen Frauen konnten zunächst flüchten, wurden aber kurze Zeit später im Hamburger Hauptbahnhof durch Bundespolizisten festgenommen. Sie wurden dem Revier am Hauptbahnhof zugeführt. Bei der Durchsuchung wurde ein Schlagring, ein Messer und Pfefferspray aufgefunden. Bei beiden Frauen wurde ein Atemalkoholwert von über 1 Promille festgestellt.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die Frauen entlassen, da keine Haftgründe vorlagen.

Die weiteren Ermittlungen führt die Polizei Hamburg. An den Fahndungsmaßnahmen waren auch Streifenwagen der Polizei Hamburg beteiligt.

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Hamburg

Einsatz in St. Georg: Polizistin schießt Messer-Angreifer nieder

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Polizeieinsatz
Symbolfoto: SL

Hamburg – Eine Polizistin (31) hat in Hamburg St. Georg einen Mann angeschossen. Der 24-jährige Portugiese, der zuvor mit einem Messer auf die eingesetzten Polizeibeamten zugelaufen ist, wurde am Bauch getroffen.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen wurden die Polizisten aufgrund einer Schlägerei zu einer Jugendwohnung gerufen.

Im Verlauf der Sachverhaltsklärung stürmte aus einer Wohnung kommend ein mit einem Messer bewaffneter Mann auf die Beamten (31, 38, 42) zu. Die 31-jährige Polizeibeamtin machte daraufhin von ihrer Schusswaffe Gebrauch. Sie gab einen Schuss ab, der den Angreifer im Bauchbereich traf. Der Angreifer brach schließlich zusammen. Bei ihm handelt es sich um einen polizeibekannten 24-jährigen Portugiesen.

Der 24-Jährige war zunächst noch ansprechbar. Zwischenzeitlich bestand Lebensgefahr, nach einer Notoperation ist sein Zustand derzeit aber stabil. Die eingesetzten Polizeibeamten wurden nicht verletzt.

Im Verlauf des Polizeieinsatzes wurden eine 17-Jährige und ein 22-Jähriger durch den Einsatz von Pfefferspray verletzt. Sie kamen zur Behandlung in Krankenhäuser.

Hintergrund der dem Polizeieinsatz vorangegangenen Auseinandersetzung dürften Beziehungsstreitigkeiten der Beteiligten gewesen sein.

Ermittler des Kriminaldauerdienstes (LKA 26) übernahmen die erste Sachbearbeitung. Gegen den 24-Jährigen wird wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung ermittelt. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Darüber hinaus haben Beamte des Dezernats Interne Ermittlungen wegen des polizeilichen Schusswaffengebrauchs bereits gestern Abend ebenfalls Ermittlungen aufgenommen.

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