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Sport

Reiter sind wütend: Tangstedt führt die Pferdesteuer ein

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Pferd auf Stormarner Wiese
Symbolfoto: SL

Tangstedt – Tangstedt bekommt ab 1.Juli eine Pferdesteuer. Bundesweit sind Reiter und Reitsportverbände entsetzt und wütend. Erste Gegner der Steuer drohten mit zeitnahen Klagen.

Es ging emotional zu in der entscheidenden Gemeindevertretung am Mittwochabend. Die Pferdesteuer-Befürworter und -Kritiker kamen nochmal zu Wort.

Es gab im Vorwege rund um die Sitzung massive Proteste mehrerer hundert Demonstranten , die aus der gesamten Region angereist waren– doch Kritiker und Protestler hatten am Ende keinen Erfolg.

Zum Teil fielen Demonstranten in der Sitzung durch Pfiffe und Zwischenrufe negativ auf. Vermutlich war das für ihr Anliegen bei der anschließenden Beschlussfassung nicht nur förderlich. Sie wurden gebeten, sich an die demokratischen Regeln der Sitzung und Entscheidungsfindung zu halten.

Die Lokalpolitiker wollten sich spürbar nicht durch die massiven Proteste unter Druck setzen lassen und führten mit 10 zu 7 Stimmen die Pferdesteuer in Tangstedt ein. Bürgermeister Norman Hübner (SPD) enthielt sich. CDU und FDP hatten sich gegen die Steuer ausgesprochen. Damit ist Tangstedt die erste Gemeinde in Schleswig-Holstein, die eine solche Steuer erhebt und die dritte in ganz Deutschland. Es ist der vorläufige Abschluss einer jahrelangen Diskussion.

Sie gilt ab 1. Juli. Ab sofort müssen also Pferdebesitzer im Jahr pro Pferd 150 Euro Steuer an die Gemeinde entrichten.

Im Vorwege hieß es, dass die Steuer diskriminierend sei, weil vor allem Frauen reiten. Allerdings bezweifelt ein Gutachten mittlerweile, dass die meisten Pferdebesitzer auch Frauen seien. Besteuert werden ja ab sofort die Besitzer und nicht die Reiterinnen. Das somit Frauen diskriminiert werden, sei bisher nicht nachgewiesen.

Juristisch ist die Steuer trotzdem weiterhin umstritten. Es gibt Rechtsexperten, die kein Problem in so einer Steuer sehen und andere, die diese als unzulässig und sogar nicht-verfassungskonform ansehen. Die Gegner der Steuer haben bereits Klagen angekündigt, die dann jetzt wohl auf die Gemeinde zurollen werden. Reiter aus ganz Deutschland erklärten sich seit Beginn der Diskussion solidarisch. Es gab sogar Auszeichnungen aus Reiterkreisen für die Protestbewegung, die am heutigen Abend eine Niederlage erlitt.

Befürworter der Steuer erklären unter anderem, dass viele Argumente die angeführt werden, auch für Hunde gelten und es existiere ja auch trotzdem eine Hundesteuer. Emotionale Argumente wie „das Pferd sei für Jugendliche auch eine Art Freund“ seien zum Beispiel auf Hunde ebenso anzuwenden.

Brisant ist, dass die neue Landesregierung („Jamaika-Koalition“ aus CDU, FDP und Grünen ) Steuern auf einzelne Sportarten offenbar verbieten möchte. Damit wäre die Pferdesteuer dann eventuell bald wieder abgeschafft. Doch auch das ist nicht sicher. Ob eine Pferdesteuer nur als „Sportsteuer“ gesehen werde, ist ebenfalls juristisch nicht einwandfrei geklärt. Schließlich werde nicht der mit den Pferden durchgeführte Sport besteuert, sondern – wie bei Hunden – die Haltung der Tiere. 

Rund 700 Pferde soll es in der Gemeinde geben, die ab 1. Juli besteuert werden. Das wird der Gemeinde rund 100 000 Euro in die klammen Kassen spülen. Wer sein Pferd nicht der Gemeinde meldet und somit die Steuer umgehen möchte, muss ab 1. Juli mit Strafen von bis zu 5000 Euro rechnen. Ob nun massenhaft Reiter aus Tangstedt verschwinden oder Reitställe schließen, wird abzuwarten sein.

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Bad Oldesloe

VfL Oldesloe: Zahlreiche erste und zweite Plätze für Schwimmer in Preetz

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Die Leistungsgruppe der VfL-Schwimmabteilung: Katharina Berghausen (von links), Lena Grabowsky, Dorle Küttner und Barbara Kehbein und Blanca Hempell (vorne). Foto: VfL Oldesloe

Bad Oldesloe/Preetz – Die Leistungsgruppe der Schwimmabteilung des VfL Oldesloe konnte beim 31. Preetzer Pokalschwimmen zahlreiche erste und zweite Plätze ergattern.

Der Wettkampf wurde auf der 25-Meter-Bahn ausgetragen. Die M1 des VfL Oldesloe war mit mit den Schwimmerinnen Katharina Berghausen, Lena Grabowsky, Blanca Hempell, Barbara Kehbein und Dorle Küttner am Start.

Für die M1 war es seit der Sommerpause und der erneuten Schließung des Travebades der erste Wettkampf der Saison“, sagt Abteilungsleiter Wolfgang Hempell. Trotz Trainingsausfalles hätten alle Schwimmerinnen die Erwartungen des Trainers noch übertroffen.

Bei insgesamt 19 Einzelstarts kamen die Schwimmerinnen 13 Mal auf den ersten und drei Mal auf den zweiten Platz.

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Bad Oldesloe

Stormarnhalle: Brandschutzmängel gefährden Events nicht

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Stormarnhalle Bad Oldesloe
Archivfoto: SL

Bad Oldesloe – Die bei einer Begehung des Stormarnhalle festgestellten Mängel im Bereich des Brandschutz gefährden anstehende Großveranstaltungen in der Mehrzweckhalle in diesem Jahr nicht. Das verkündete der Oldesloer Bauamtsleiter Thilo Scheuber in der Sitzung des Bauausschuss am Mittwoch.

„Ja, es sind Mängel festgestellt worden, die nicht kurzfristig behoben werden können. Aber es wird Möglichkeiten durch Maßnahmen geben, diese Mängel so zu überbrücken, dass – entgegen anderer kursierender Gerüchte – die geplanten Veranstaltungen definitiv nicht gefährdet sind“, so Scheuber.

Eine Gefahr für Besucher der geplanten Events in der Stormarnhalle bestehe nicht, weil die notwendigen Maßnahmen für den Brandschutz eingeleitet werden sollen, auch wenn entsprechende bauliche Maßnahmen in der Kürze der Zeit nicht möglich seien. Langfristig würden diese dann durchgeführt.

Am 14. Oktober finden in der Stormarnhalle zum Beispiel die das Musikfest der Marching Band „Stormarn Magic““ statt. Ende des Jahres plant das Oldesloer Unternehmen LED Events dort die ersten „Festivaltage“ mit einem Konzert von „Jeden Tag Silvester“, einem Poetry Slam und einer Silvesterparty.

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Fußball

Landespokalspiele für Stormarner Kicker

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Symbolfoto: SL

Reinfeld/Ahrensburg – Für zwei Stormarner Fußballvereine geht es heute um den Einzug in die nächste Runde des Landespokals.

Die Kickerinnen des SSC Hagen Ahrensburg müssen dabei gegen Holstein Kiel im Viertelfinale antreten. Dabei nehmen die Stormarnerinnen die Position des Underdogs ein. Regionalligist Kiel gilt als  Favorit auf den Titelgewinn. Anstoß ist in Ahrensburg um 15 Uhr.

Eine Runde weiter sind bereits die Fußballer des SV Preußen Reinfeld. Sie stehen im Halbfinale des Landespokals und treffen heute um 15 Uhr auf den Husumer SV. Im Viertelfinale hatten die Landesligisten aus Reinfeld den Oberligisten Heider SV im Elfmeterschießen bezwungen. Jetzt wollen die Karpfenstädter zum großen Sprung ansetzen und gegen den Landesligisten aus Husum ins Finale einziehen. Das Spiel findet in Husum statt.

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