Gefährliche Liebschaft zwischen Valmont (Dorothee Bienert) und Contessa (Lena Langenbacher)

Bad Oldesloe – Mit „Mad Lovers“ starteten die Musikhochschule Lübeck und das Oldesloer KuB im Frühjahr ihre Kooperation im Bereich „Junges Musiktheater“. An diesem Wochenende kommt es nach dem erfolgreichen Auftakt zur zweiten Zusammenarbeit: Auf dem Plan stehen die „Gefährlichen Liebschaften“ – frei nach dem bekannten Film aus dem Jahr 1988, der auf dem Briefroman von Pierre-Ambroise-François Choderlos de Laclos beruht, , der als eines der Hauptwerke der französischen Literatur des 18. Jahrhunderts angsehen wird.

Kurz zur Handlung:  Nachdem Contessa verlassen wird, sinnt sie auf Rache und beauftragt den Schürzenjäger Valmont damit, die künftige Braut ihres Ex-Liebhabers zu verführen. Doch der hat andere Pläne und will lieber die tugendhafte Francesca erobern. Eine klassische Geschichte von Liebe, Intrigen und Leidenschaft also.

„Da gibt es natürlich allerlei Verwicklungen und am Ende wird alles noch viel tragischer, als erwartet“, sagt Regisseurin Claudia Gotta. Eigentlich arbeitet sie an der Deutschen Oper in Berlin. Umso spannender ist jetzt die Zusammenarbeit mit den jungen Talenten der Musikhochschule in Lübeck im Oldesloer KuB: „Wunderbar ist diese absolute Offenheit der Studentinnen, sich auf neues einzulassen“, sagt Gotta. „In dieser Phase ihrer beginnenden Karriere haben sie Lust, Dinge einfach mal auszuprobieren. Das heißt nicht, dass das ältere Profis nicht machen, aber dort sind oft Widerstände größer“

„Gefährliche Liebschaften“ arbeitet im Gegensatz zu „Mad Lovers“ diesmal mit einer rein weiblichen Besetzung. Eine zusätzliche Herausforderung für die Darstellerinnen ist es, in männliche Rollen schlüpfen: „Ich bin die ganze Zeit in Gedanken in meiner Rolle“, sagt Dorothee Bienert, die in der Oper den Roccoco-Macho Vicomte de Valmont spielt. Sie habe sich schon dabei ertappt, in der Innenstadt Männer zu beobachten, um deren Gang zu imitieren.

Auch sonst haben sich die Studentinnen intensiv auf ihre Rollen vorbereitet, für einige ist es Teil ihrer Abschlussarbeit: „Wir haben natürlich alle den Roman gelesen“, sagt Lena Langenbacher (Contessa). Dadurch lasse sich vieles über die Charaktere erfahren und wie sie dargestellt werden können. Die Kostüme würden es einem dann Erleichtern sich noch mehr mit der Rolle zu identifizieren.

Seit Anfang der Woche probt das Team der Musikhochschule im großen KuB-Saal. Wie schon bei der „Mad Lover“-Aufführung wird es auch diesmal eine zentrale Bühne in der Mitte des Raumes geben, die von Sitzreihen umgeben ist. „Die erste Oper ist gut gelaufen und wir haben die Plätze diesmal ein bisschen aufgestockt“, sagt KuB-Leiterin Inken Kautter.

Der musikalische Leiter Robert Roche und Regisseurin Claudia Gotta Foto: Fischer

Das ist durchaus nicht selbstverständlich, weiß die Theater-Expertin: „Wenn wir ehrlich sind, ist es nur ein kleiner Prozentteil der Bevölkerung, der sich der Oper zugehörig fühlt und das soll die Kooperation mit der Musikhochschule etwas überbrücken“, so Kautter. So sollen mit der Aufführung auch Menschen angesprochen werden, die eher selten oder noch nie eine Oper besucht haben.

Das kann mit „Gefährliche Liebschaften“ durchaus gelingen. Rache-Geschichten mit Intrigen und Liebe kommen in der Regel gut an. „Unsere Projekte sind so angelegt, dass sie schnell umsetzbar sind“, sagt der künstlerische Leiter Robert Roche. Eine Oper gehöre nicht nur in die großen Städte.

Die Oper „Gefährliche Liebschaften“ von der Musikhochschule Lübeck feiert am Sonnabend, 10. Juni, um 20 Uhr Premiere im großen Saal des Kultur- und Bildungszentrums (Beer-Yaacov-Weg 1). Eine weitere Aufführung folgt am Sonntag, 11. Juni, um 17 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf für 18,50 Euro (ermäßigt 12.50 Euro) und an der Abendkasse für 20.50 Euro (ermäßigt 14.50 Euro). Infos unter www.kub-badoldesloe.de.

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