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Bad Oldesloe

Weniger Kriminalität, mehr Angst: Oldesloe im Sicherheits-Paradoxon

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Shutterstock.com (Symbolfoto)

Bad Oldesloe – Einige Bürger scheinen sich um ihre Sicherheit zu sorgen – und das, während die Kriminalität in Bad Oldesloe in den meisten Bereichen abnimmt, oder zumindest stagniert.

Die Oldesloer Polizeiführung stand dem aus Hauptausschuss-Mitgliedern bestehenden Polizeibeirat in Sachen Kriminalität jetzt Rede und Antwort. Dabei schockte die Beiratsmitglieder zunächst erstmals eines: Die Fragen selbst. Die kamen zu einem Großteil von den Freien Wählern (FBO) – genaugenommen von nicht näher benannten Teilnehmern einer Bürgerfragestunde der Partei.

Ein Fragesteller behauptet etwa, dass sich „Einheimische“ nach Einbruch der Dunkelheit in einigen Gegenden nicht mehr auf die Straße trauen würden und was die Polizei gegen das sinkende Sicherheitsgefühl der „deutschen Bevölkerung“ tun könne.

„Es spricht aus den Fragen schon ein gewisses Weltbild“

Dass in vielen der Beiträge eine als Fakt hingestellte Kriminalitätszunahme offenbar mit der nichtdeutschen Bevölkerung in Verbindung gebracht wird, bereitete anderen Lokalpolitkern Sorgen: „Es spricht aus den Fragen schon ein gewisses Weltbild“, merkte Hendrik Holtz (Die Linke) an. Er habe hier gerade den Eindruck, dass die AfD bereits mit im Ausschuss sitze. Auch Beirats- und Hauptausschussvorsitzende Angela Fehrmann (CDU) kritisierte die „tendenziöse Fragestellung“ einiger Punkte.

So verdächtigt eine andere Frage Asylbewerber in der Kamp- und Turmstraße des Drogenhandels, eine weitere behauptet, dass sie sich nicht an Verkehrsregeln halten würden – und Fahrräder für Asylbewerber „offenbar zu den Willkommensgeschenken“ gehören.

Da platzte Hartmut Jokisch (Bündnis 90/Die Grünen) der Kragen: „Diese Formulierung ist wirklich reinste ‚Hate-Speech‘ und unterste Schublade, noch weit unter Stammtischniveau.“

Patricia Rohde (FBO) entschuldigte die Formulierungen der Fragen damit, dass diese „1 zu 1“ von Bürgern in einer Bürgerfragestunde ihrer Partei gestellt wurden.

Diakon Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) verteidigte die Beiträge: „Die Fragen spiegeln schon etwas wieder und wir können das nicht einfach so abtun.“ Auch er sei der Ansicht, dass das Wohlfühlklima schlechter geworden sei.

„Das Sicherheitsgefühl ist eine subjektive Sache“

Woran das liegt, konnte Andreas Knaak von der Oldesloer Kriminalpolizei nicht beantworten: „Das Sicherheitsgefühl ist eine subjektive Sache und eher eine Emotion.“

Mehr Kriminalität jedenfalls gibt es nicht – eher weniger, wie Knaak erklärt: „Es gibt keinen Bereich mit Ausschlägen nach oben, die uns Sorgen machen würden.“ Auch eine Drogenszene in der Turmstraße sei der Polizei nicht bekannt. Es sei dort 2016 lediglich eine Beobachtung gemeldet worden.

Raub-Taten und Körperverletzungen haben lediglich leicht zu- und Diebstahldelikte abgenommen. Die Wohnungseinbruchszahlen seien innerhalb eines Jahres massiv zurückgegangen – von 106 Taten in 2015 auf 58 in 2016.

Maria Herrmann (SPD): „Also ich fühle mich hier so sicher wie vor 20 Jahren und ich traue mich auch als Frau noch nachts auf die Straße.“

Auch die Frage nach sexuellen Belästigungen durch Asylbewerber konnten die Ordnungshüter dem Polizeibeirat im übrigen beantworten: Es gab im vergangenen Jahr 23 angezeigte sexuelle Übergriffe – acht davon durch Ausländer. Bei allen Fällen muss es nicht zwingend zu einer Verurteilung gekommen sein.

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Bad Oldesloe

Oldesloer „Kleiderkiste“ kehrt nach der Sommerpause zurück

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Foto: Efa e.V./hfr

Bad Oldesloe  – Nach der Sommerpause ist ehrenamtliche „EfAs Kleiderkiste“ – ein Projekt der Oldesloer Tafel-EfA e.V. – ab 29. August in der Ratzeburger Str. 17 in Bad Oldesloe wieder für alle Bürgerinnen und Bürger wie gewohnt geöffnet:

Dienstag und Donnertag von 10 – 12 Uhr und Mittwoch von 16 – 18.30 Uhr lauten die aktuellen Öffnungszeiten.

In dieser Zeit können auch Spenden abgegeben werden. Vom 29. – 31. August ist Sommerschlussverkauf. Damen- und Herren-Sommerbekleidung und Sommerschuhe können zum halben Preis erworben werden.

Außerdem sind günstig im Angebot: Kinderbekleidung, Spielzeug, Kinderbücher, Schuhe, Haushaltswäsche, Hausrat, Taschen sowie „Düt und Dat“. Auch einige Kinderkarren und Schulranzen sind noch im Angebot.

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Bad Oldesloe

Bad Oldesloe: Polizei sucht Unfallflüchtigen

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Hier wurde die Laterne umgefahren.
Foto: SL

Bad Oldesloe – Gestern Morgen (18. August) , gegen 10.00 Uhr, stellten Beamte der Polizei Bad Oldesloe im Rahmen der Streife fest, dass in der Bahnhofstraße, unmittelbar an der Ecke zur Katharine-Faust-Straße, ein Laternenmast quer auf dem Gehweg lag.

Offenbar wurde dieser durch ein Fahrzeug umgefahren. Dies ergibt sich aus den Unfallspuren vor Ort. Die Beamten haben auch Glassplitter eines Rücklichtes aufgefunden.

Ein Unnfallverursacher war vor Ort jedoch nicht anzutreffen.

Gemeldet hatte sich auch niemand.

Die Polizei ermittelt wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und sucht in diesem Zusammenhang nun Zeugen?

Wer hat den Unfall beobachtet oder kann möglicherweise sonst Angaben zum flüchtigen Verursacher machen?

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Bad Oldesloe

SPD-Bundestagskandidat absolviert Praxistag in der OASE

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Alexander Wagner informierte sich über das Buchprojekt „Wir sind Wer(t)! Familien stellen sich und ihre Wertevorstellungen vor“ mit OASE-Leiterinnen Wiebke Finck (li.) und Andrea Kefrig-Blase (re.)
Foto: SPD/hfr

Bad Oldesloe – Alexander Wagner, der SPD-Bundestagskandidat für Segeberg/ Stormarn-Mitte, hat das Mehrgenerationenhaus OASE in Bad Oldesloe besucht und im Rahmen eines Praxistages die Arbeit hautnah miterlebt. „Die OASE in Bad Oldesloe zeigt mit ihrer Arbeit, wie gut die Zusammenarbeit und Solidarität zwischen den verschiedenen Generationen funktionieren kann.“

Neben einem Gespräch mit den Vorständen Andrea Kefrig-Blase und Wiebke Finck nahm Wagner an der Dienstbesprechung der Tagespflegepersonen der Kinder-Notfallbetreuung teil, warf einen Blick in die Kinderbetreuung und diskutierte beim Seniorenfrühstück über Tagespolitik.

Wagner zu seinem Praxistag: „Hier merkt man, dass Generationengerechtigkeit wirklich groß geschrieben wird. Im Mittelpunkt der Arbeit in der OASE steht das Credo, niemanden zurückzulassen, zweite Chancen für jung und alt zu ermöglichen, verlässlich zu sein und ein offenes Ohr zu haben.

Ein wichtiges Thema beim Seniorenfrühstück war die Frage nach einer Rente, die auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten reichen wird. „Auch langfristig sollen alle Menschen auf eine sichere und stabile Rente vertrauen können. Ältere Menschen sollen so weiterleben können wie sie es gewohnt sind. Gleichzeitig sollen die Beiträge für die Altersvorsorge die junge Generation nicht zu sehr belasten. Das ist ein zentrales Anliegen der SPD und auch von mir“, so Wagner.

„Ich konnte mich heute in der OASE davon überzeugen, wie gut sich die Generationen untereinander helfen und unterstützen können“, so Wagner.

Wagner zeigte sich beeindruckt von den vielen Aufgaben, die die OASE umsetzt: Kinderbetreuung, Notfallbetreuung für die Stiftung Beruf und Familie Stormarn, Seniorenarbeit, offene Kinder- und Jugendarbeit auf Spielplätzen sowie die Trägerschaft für die offene Ganztagsschule an zwei Grundschulen in Bad Oldesloe. Und bei allem war die OASE stets Vorreiterin in der Region. Er versprach, sich als zukünftiger Abgeordneter weiter für die Förderung der Mehrgenerationenhäuser einzusetzen.

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