Intersexuelles Theaterstück „Adam, Eva und Ich“. Foto: Gernot Wöltjen

Bad Oldesloe – Mit „Adam, Eva und Ich“ betritt erstmalig in Deutschland eine Gruppe intersexueller Menschen die Bühne.

Dieses biographische Theaterstück ist am 27. Mai um 20 Uhr im KuB zu Gast und berichtet u.a. über Erfahrungen mit Ärzten, Hormonen, Lebenslust und Anders-Sein. Ein Abend zwischen Lecture-Performance und Theater, der die Frage aufwirft, wie unsere Gesellschaft mit denen umgeht, die nicht ins Raster passen.

Unter Intersexualität versteht man im Allgemeinen eine Besonderheit der Geschlechtsentwicklung. Erst im März 2016 erschien ein Artikel mit neuen Erkenntnissen aus der Geschlechterforschung, der darauf schließen lässt, dass es so einfach eben nicht ist.

Seit dem 1. November 2013 muss im Geburtenbuch keine Geschlechtsangabe mehr gemacht werden, lebensweltlich wirkt sich dies jedoch kaum aus: von Toilettenbeschilderung über Medizin bis hin zu bestimmten Rechtslagen ist es in unserer Gesellschaft nicht vorgesehen, zwischen den Geschlechtern zu stehen. Intersexuelle Menschen sind jedoch keine „Exoti*innen“, keine „Ausnahmen“ sondern Teil unserer Gesellschaft. Zwischen 80.000 und 120.000 Menschen leben allein in Deutschland, die nicht den medizinischen Vorstellungen von Mann oder Frau entsprechen. „Adam, Eva und ich“ will den Mythos vom Hermaphroditen entmystifizieren und die realen Biographien der Beteiligten in den Mittelpunkt stellen:

Gemeinsam erzählen die Performer*innen, die Frl. Wunder AG und intersexuelle Expert*innen des Alltags, von dem Tag ihrer Geburt, ihren Erfahrungen mit Ärzten, Medikamenten und Operationen, von Hormonen, dem Körper als Produkt chemischer Prozesse und von Identitätskrisen, aber auch von Lebenslust und dem Anders-Sein, von Liebe, Sex, Eroberungen und Begehren, ihren Lieblingssongs und ihrem Verhältnis zu Frauen und Männern.

Dabei soll die jeweils eigene Biographie Anstoß geben, auch globale Perspektiven zu entfalten: Welche Umgangsformen mit und Konzepte von Intersexualität haben sich in unterschiedlichen Ländern und Kulturen etabliert? Wie blicken gesellschaftliche Systeme auf die mythische Figur des Hermaphroditen – wie auf real existierende intersexuelle Menschen? Welche Identitäts- und Bewältigungskonzepte entwickeln intersexuelle Menschen und wie arrangieren sie sich mit den jeweiligen gesellschaftlichen Normen? Kann ihre Identität Prognosen für eine queere Zukunft der Geschlechter liefern?

Tickets sind im Vorverkauf (18,50 Euro/ermäßigt 12,50 Euro) online (www.kub-badoldesloe.de) oder an der Stadtinfo (Beer-Yaacov-Weg 1) in Bad Oldesloe zu erhalten. Kurzentschlossene können auch an der Abendkasse im KuB noch Tickets (20,50 Euro/ermäßigt 14,50 Euro) erhalten.

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