Symbolischer Spatenstich für das neue Nahwärmenetz in Mollhagen mit Bürgermeisterin Heidi Hack, dem Vorstandsvorsitzenden der Energie-Genossenschaft Wolfgang Busche, Stefan Lohmeier von der Raiffeisenbank Bargteheide und Peter Lengfeld, dem Amtsvorsteher von Oldesloe-Land. Foto: Fischer
Symbolischer Spatenstich für das neue Nahwärmenetz in Mollhagen mit Bürgermeisterin Heidi Hack, dem Vorstandsvorsitzenden der Energie-Genossenschaft Wolfgang Busche, Stefan Lohmeier von der Raiffeisenbank Bargteheide und Peter Lengfeld, dem Amtsvorsteher von Oldesloe-Land. Foto: Fischer

Steinburg/Mollhagen – Warmes Wasser – und das ganz unabhängig zu großen Energiekonzernen: In dem Steinburger Ortsteil Mollhagen entsteht in den nächsten Monaten das kreisweit erste Nahwärmenetz, das aus der örtlichen Biogasanlage gespeist wird.

Vor zwei Jahren gründeten 66 Bürger der Gemeinde Steinburg, zu der auch das Dorf Mollhagen gehört, die Energiegenossenschaft-Steinburg eG. „Die Tendenz geht sicherlich dahin, dass es irgendwann gar keine Einzelfeueranlagen in den Häusern mehr gibt“, sagt die Steinburger Bürgermeisterin Heidi Hack, die in ihrer Funktion auch Aufsichtsratsvorsitzende der Genossenschaft ist. In ihrer Gemeinde dürfte das eher früher als später der Fall sein.

Biogasanlage deckt 95 Prozent des Wärmebedarfs ab

Die Nahwärmeleitung wird zunächst in Mollhagen, später dann auch in Eichede und Sprenge verlegt. Die Wärme der Biogasanlage wird mittels Rohrleitung zu einer Übergabestation geleitet. Dort sorgen große Pumpen dafür, dass das bis zu 80 Grad warme Wasser in die Häuser gelangt. In der Übergabestation befindet sich außerdem eine sogenannte Redundanz. Falls die Biogasanlage nicht genügend Wärme liefert, sorgt ein Ölbrenner für den Ausgleich. Das sollte aber nur bei anhaltender und extremer Kälte der Fall sein.

Planerisch deckt die Biogasanlage den Wärmebedarf zu 95 Prozent ab.

Die Vorbereitungen liefen nicht immer reibungslos. So mussten die Initiatoren reichlich Überzeugungsarbeit leisten – sowohl in den politischen Gremien als auch unter den Bewohnern. Neben der Kundengewinnung nahm die Planung wie etwa die Suche nach dem Standort für die benötigte Übergabestation viel Zeit in Anspruch. So musste nach Bürgerprotesten ein neuer Bauplatz gesucht werden.

„Die Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen, ist schon etwas besonderes“

„Immer, wenn wir dachten, die Steine würden aus dem Weg geräumt, ergaben sich neue, andere Problemfelder“, sagt Vorstandsvorsitzender Wolfgang Busche.

Nach der Gründung der Genossenschaft habe es viel Euphorie, aber auch Skepsis gegeben. Busche war von Anfang an überzeugt: „Ich möchte meiner Enkelin einmal sagen können, dass ich versucht habe, etwas gegen die Umweltverschmutzung zu tun.“

Das neue Nahwärmenetz in Mollhagen alleine wird die Welt sicher nicht retten können. Aber es könnte als Beispiel für andere Gemeinden dienen: „Die Energieversorgung in die eigenen Hände zu nehmen, ist schon etwas besonderes“, sagt Isa Reher, Klimaschutz-Managerin des Kreis Stormarn. Sie erhoffe sich durch das Projekt auch eine Signalwirkung für andere Gemeinden.

Nach Fertigstellung wird die Leitung fünf Kilometer lang sein und sich durch fast alle Straßen erstrecken. So werden nicht nur die derzeit 66 festen Abnehmer profitieren. Auch später können Bürger ihre Häuser noch an das Netz anschließen lassen.

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