Am 23.12 präsentierten Jeden Tag Silvester bereits viele neue Songs beim Konzert in der Stormarnhalle
Am 23.12 präsentierten Jeden Tag Silvester bereits viele neue Songs beim Konzert in der Stormarnhalle

Bad Oldesloe – Die Fans warten gespannt und morgen, am 24. Februar, können sie ihre Neugier stillen, denn dann können auch sie alle Songs des neuen „Jeden Tag Silvester“ Albums hören. Wir hatten den Vorteil schon seit 14 Tagen das Album „Geisterjägerstadt“ in der Redaktion in den CD-Player legen zu können und haben uns fleißig durchgehört.

Wir können allen Fans versprechen, dass sie nicht enttäuscht werden. Denn wer den Sound von „Jeden Tag Silvester“ mag, wer auf eingängigen Deutsch-Pop steht, der wird sich auf „Geisterjägerstadt“ schnell wie zuhause fühlen. Das Album ist runder und noch zeitgemäßer produziert als der Vorgänger und so mancher Song hat leichte Electro-Einflüsse in Sachen Synthiesounds verpasst bekommen.

Frontmann Bertram Ulrich beim Konzert in Oldesloe
Frontmann Bertram Ulrich beim Konzert in Oldesloe

Um es auf den Punkt zu bringen: Die hymnenhaften Deutsch-Pop Songs der vier Oldesloer sind auf Hochglanz poliert worden und bereit die Mainstream-Radiosender zu erobern. Wer die Band noch nicht kennt, wird sich schnell irgendwo zwischen Revolverheld und Andreas Bourani verorten und genau dort haben es sich die Oldesloer offenbar auch gemütlich eingerichtet. Ihre Songs sind oft nachdenklich, melancholisch, finden aber zumeist textlich den Dreh hin zu positiven Aspekten. Dabei geht es allerdings nicht zu wie im Philosophie-Seminar, sondern auch hier bleibt man dem Mainstream verhafte.

Das Album von „Jeden Tag Silvester“ holt die Fans dort ab, wo sie sind, auch wenn es nicht ganz gelingt, die Atmosphäre der Livekonzerte zu transportieren. Live wirkt die Band noch etwas dynamischer und zum Teil auch etwas rockiger. Dafür ist auf „Geisterjägerstadt“ im CD-Gewand allerdings wenig Platz. Zeitweise erinnert – vor allem der Gitarrensound – ein wenig an die jüngeren Coldplay-Veröffentlichungen – also moderne Popmusik, die viele Fans begeistert.  

Bei einigen Songs haben sich die Musiker auch Verstärkung beim Songwriting geholt. Unter anderem – und das überrascht vielleicht ein wenig – auch von Sebastian Madsen von der Indie-Rockband „Madsen“. Was aber wieder weniger überrascht, wenn man mitbekommt, dass Produzent Sven Bünger auch mit „Madsen“ verbandelt ist.

Überraschungen – das ist so ein Stichwort. Denn wenn das Album allgemein etwas nicht ist, dann ist es überraschend. „Jeden Tag Silvester“ liefern das ab, was sie gut können und bewegen sich dabei aber nicht aus ihrem musikalischen Kosmos heraus. Wenn man den Musikern etwas vorwerfen könnte, dann ist es, dass das Album zwar in Sachen Aufnahmequalität und Produktion ein nächster Schritt ist, aber in Sachen Songwriting nicht eine wirkliche Entwicklung zu hören ist.

JeTaSi setzen auf Albumlänge auf das musikalische Pferd auf dem sie ja auch durchaus erfolgreich reiten. Nach mehrfachem Durchhören bleiben daher einige Songs aber auch nicht wirklich hängen, sondern ähneln anderen JeTaSi-Titeln zu sehr. Dann wünscht man sich, dass die Band sich noch mehr trauen würde und den Mut findet, die bekannten Gewässer ein Bisschen mehr zu verlassen.

Insgesamt bleibt aber natürlich ein gut produziertes Deutsch-Pop-Album auf professionellem Niveau, das sich nicht von der nationalen Konkurrenz verstecken muss und eine Band zeigt, die ihren Sound insgesamt perfektioniert. wenn dem Album etwas fehlt, dann der Punkt an dem es sich von den anderen Deutsch-Poppern und ihren Hymnen entscheidend abheben könnte.

Hier kann man Geisterjägerstadt kaufen

Das Releasekonzert findet am 25. Februar in der Lübecker MuK statt

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