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Kommentar: Ignorante Hundebesitzer schaden dem Naturschutz

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Freilaufender Hund jagt Graureiher am Lottbeker Stauteich, 29.11.16 Foto: Fritz/Nabu Ammersbek

Freilaufender Hund jagt Graureiher am Lottbeker Stauteich, 29.11.16 Foto: Fritz/Nabu Ammersbek

Ammersbek – Die NaBu-Gruppe Ammersbek ärgert sich über das Verhalten von einigen Hundebesitzern und ihren unangeleinten Vierbeinern im Naturschutzgebiet. 

„Das Heidkoppelmoor, ein kleines, aber kostbares Naturschutzgebiet (NSG), liegt in einem Dreieck zwischen dem Ammersbeker Ortsteil Lottbek, der Rittmeisterkoppel auf der Volksdorfer Seite und dem Ahrensburger Bocksberg. An den vier Zugängen hat das Land Schleswig-Holstein Tafeln aufgestellt, die über die geschützten Arten und Biotope informieren und auch über Ver- und Gebote im Naturschutzgebiet.

Ein kleines Symbol am unteren Rand weist Hundebesitzer auf die Anleinpflicht hin, was jedoch nicht selten übersehen oder nicht beachtet wird.

Im Herbst bemerkten die vielen Spaziergänger, Jogger und Radfahrer hübsche Holzschilder mit einem größeren Leinenpflicht-Symbol. Diese Schilder verschwanden jedoch wie von Geisterhand nach kurzer Zeit immer wieder. Der launige Zeitgenosse mochte sich fragen: „Ist hier ein Sammler unterwegs?“ Um solch einen harmlosen Hintergrund handelte es sich allerdings nicht.

Denn der Schildermacher vom NABU Ammersbek fand seine behördlich genehmigten Produkte mal in den Büschen am Wegesrand, mal in der Moorbek, mal waren sie zerbrochen, mal gar unauffindbar. Mehrfach fertigte er neue Schilder, jetzt hat er aufgegeben, alle Schilder sind mutwillig zerstört worden. Das Schilderprojekt „freundliche Anleinerinnerung“ des NABU wurde aufgegeben und Strafanzeige erstattet.

Holzschild des NABU vor der Zerstörung Foto: Petra Ludwig-Sidow, NABU Ammersbek

Holzschild des NABU vor der Zerstörung
Foto: Petra Ludwig-Sidow, NABU Ammersbek

Im Hintergrund dieses Geschehens schwelt ein jahrelanger Konflikt, der fast alle Naturschutzgebiete der Walddörfer betrifft. Es geht um die Frage, ob unser Gemeinwesen noch in der Lage ist, sein Gesetz zum Schutze der Natur bei steigenden Hundezahlen in den Naherholungsgebieten Hamburgs durchzusetzen. Das Heidkoppelmoor wirkt wie eine Kampfzone dieses Konfliktes:

Die großen Schilder des Demeterhofes Gut Wulfsdorf mit Hinweisen auf die Verunreinigung der Heuwiesen durch Hundeexkremente wurden angefackelt.

Der Förster, der um Ruhe für die Kinderstube von Hase und Reh bittet, hängt seine Aufforderungen, die Hunde anzuleinen, ganz hoch an die Baumstämme

Betreuer und Besucher des NSG, die Hundehalter freundlich auf die Anleinpflicht im NSG hinweisen, stoßen nicht immer auf Verständnis, sondern erhalten bisweilen selbstgerechte Antworten von Leuten, die die Freiheit ihrer Vierbeiner über das Naturschutzgesetz stellen.

Dass die Bemühungen sowohl der Behörden als auch der Ehrenamtler bei einigen hartnäckigen Hundehaltern an ihre Grenzen stoßen, ist offensichtlich. Das Wohlbefinden der vierbeinigen Freunde steht für sie über der Existenzberechtigung von selten gewordenen Tieren im Heidkoppelmoor wie Kranich, Waldschnepfe oder Mauswiesel. Polizeischutz für sie anzufordern klingt absurd, wäre aber manchmal wünschenswert.“

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Arandela über G20-Protest: Die Gewalt hat die schönen Dinge untergehen lassen

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Das sagt die Oldesloer Jugendgruppe „Arandela – die linke Initiative“ zum G20-Protestwochenende in Hamburg:

Wenn man an das vergangene Wochenende zurückdenkt, kommen einem schreckliche Bilder in den Kopf. Polizist*Innen, die mit Schlagstöcken, Pfefferspray und Wasserwerfern gegen Demonstrant*Innen vorgehen, vermummte Menschen, die Flaschen werfen, Autos und Barrikaden anzünden.

Bilder, die in diesen Szenarien untergehen sind die von über 75 000 friedlich und gemeinsam demonstrierenden Menschen mit den verschiedensten Hintergründen.

Insgesamt sind am Wochenende so viele schöne Dinge passiert, die in dem Desaster-Puzzle aus gewalttätigen Auseinandersetzungen, Polizeiwillkür und verfehlter Politik untergehen.

Die Akteure, die das Geschehen in Hamburg bestimmt haben, sind Polizei und Demonstranten*Innen. Einige von ihnen waren auch von Anfang an gewaltbereit, andere sind sogar zum Krawall machen angereist. Dass dies jedoch nur ein geringer Teil der gesamten Masse war, wird jedoch zu wenig wahrgenommen und es wird pauschalisiert. Alle Demonstranten*Innen sind links, alle Linken sind radikal, alle Radikalen gewaltbereit und am Ende kommt der Stempel Terrorist drauf und die Terroristen gehören erschossen. Das ist auf Facebook in einigen Kommentarspalten Konsens und die Hetze beginnt. In einem solchen Fall von Terrorismus zu sprechen, ist eine Respektlosigkeit gegenüber jenen, die durch „richtigen“ Terrorismus direkt betroffen waren.

Welchen Sinn ergäbe es denn für die Hamburger linke Szene, die Schanze zu verwüsten?

Die Krawalle mögen aus den zersprengten Demonstrationen entstanden sein, aber das, was in der Nacht passierte, hat nichts mehr mit Politik zu tun. Anwohner und Ladeninhaber, die auf der Schanze angesiedelt sind, beschrieben die Situation in einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung wie folgt:

„(…) Der weit größere Teil waren erlebnishungrige Jugendliche sowie Voyeure und Partyvolk, denen wir eher auf dem Schlagermove, beim Fußballspiel oder Bushido-Konzert über den Weg laufen würden als auf einer linksradikalen Demo (…) „

+++ STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE +++Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger…

Posted by Bistro Carmagnole on Mittwoch, 12. Juli 2017

Dem ist wenig hinzuzufügen. Außerdem hat sich inzwischen herausgestellt, dass auch rechte Hooligans und Rechtsextreme unter den brandschatzenden Idioten dabei waren. Gleiches gilt für die brennenden Autos. Dies ist nicht entschuldbar, aber da hat die linke Szene abgesehen von einem gewaltigen Imageschaden nichts von. Es ist wie in vielen Religionen. Im Namen einer Religion Gräueltaten zu begehen ist etwas anderes als tatsächlich religiös zu sein.

Bei einem Konflikt gibt es ja bekanntlich immer mehrere Seiten, womit wir bei der Polizei wären. Hier wird besonders auch in der linken Szene gerne pauschalisiert, aber man darf es sich auf keiner Seite zu einfach machen. Man sollte weder alle Polizist*Innen glorifizieren, noch verteufeln.

Zur Zeit hört man häufig Sätze, wie „Nun lasst doch mal die Polizisten in Ruhe!“, „Das sind auch nur Menschen!“ und „Für mich sind das alles Helden!“. Wir wollen niemandem das Mensch sein absprechen, aber zum Mensch sein gehört nun mal auch Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und das eigene Handeln zu reflektieren, besonders wenn es auf Anordnung von anderen hin geschehen soll und die Vereinbarkeit mit den Menschenrechten fraglich ist.

Auf der einen Seite müssen die prekären Arbeitsbedingungen auch angeprangert werden, denn gerade in einem Beruf wie diesem ist die Mischung aus Schlafmangel, Aggression und Verantwortung eine sehr gefährliche. Ganz davon abgesehen war die Gewaltenteilung am vergangenen Wochenende in Hamburg praktisch aufgelöst und die Polizei hat gleichzeitig die Spielregeln bestimmt, durchgesetzt und Verstöße geahndet. Dies führt natürlich auch zu einer Überlastung bei den Beteiligten und in Stresssituationen wie diesen, kommt es dann auch vor, dass Aggressionen an Stellen austreten, wo sie nichts zu suchen haben. So etwas darf in einem Rechtsstaat nicht vorkommen.

Das Problem liegt nicht nur bei den einzelnen Polizist*Innen, sondern in der gesamten Struktur des Apparates. Bereits im Mai wurden Gesetzesänderungen verabschiedet, die die Polizeiwillkür unterstützen und es einfacher machen, unangenehme Personen festzunehmen und zu verurteilen.

Außerdem wurden bewusst Verletzte in den eigenen Reihen in Kauf genommen. Dehydrierte Polizist*Innen und Verletzte durch das eigene Pfefferspray sprechen nicht unbedingt für die Vorgesetzten, die mit der Planung und Durchführung des Manövers betraut waren.

So war auch mit der Ernennung Hartmut Duddes zum führenden Einsatzleiter klar, welche Linie in Hamburg gefahren werden soll. Mehrere seiner bisherigen Einsätze gegen Demonstrationen wurden im Nachhinein für rechtswidrig erklärt. Seine Philosophie ist durchgreifen – selbst bei kleinsten Ordnungswidrigkeiten. Deeskalation durch Machtdemonstration: eine Taktik, die sich ja bereits im Kalten Krieg wunderbar bewährt hat.

Insgesamt hätte es eine andere Taktik gebraucht, um eine friedliche Atmosphäre zu gewährleisten. Mehr Dialog, ruhigere Führung und mehr Vertrauen in die Mitmenschen und Demonstranten*Innen.

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Bad Oldesloe

Leserbrief: "Danke und Respekt für die Polizei"

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Walter Albrecht
Archivfoto: SL

Stormarnlive-Leser und Gewerkschafter Walter Albrecht, der sich vor allem auch gegen Rechtsextremismus engagiert, bedankt sich in einem Leserbrief bei den in Hamburg eingesetzten Polizisten. 

„Liebe Polizistinnen und Polizisten,
ich möchte mich bei allen von Ihnen bedanken, die in Hamburg beim G 20 Gipfel im Einsatz waren.

Sie mussten sich unter Einsatz Ihres Lebens mit den Gewalttätigen herumschlagen.
Ich möchte es ganz deutlich sagen, diese Chaoten sind keine Demonstranten sondern Verbrecher.

Wir haben am 02.Juli unter anderem mit Gewerkschaften eine ganz eindrucksvolle und friedliche Demo in Hamburg
durchgeführt.

Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, diese Polizistinnen und Polizisten haben auch Familien.

Dass diese in Sorge um Ihre Angehörigen sind, ist für mich klar nachvollziehbar.
Deshalb müssen wir allen unseren Dank und Respekt entgegenbringen.
Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung.“

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Bad Oldesloe

Leserbrief: „Danke und Respekt für die Polizei“

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Walter Albrecht
Archivfoto: SL

Stormarnlive-Leser und Gewerkschafter Walter Albrecht, der sich vor allem auch gegen Rechtsextremismus engagiert, bedankt sich in einem Leserbrief bei den in Hamburg eingesetzten Polizisten. 

„Liebe Polizistinnen und Polizisten,
ich möchte mich bei allen von Ihnen bedanken, die in Hamburg beim G 20 Gipfel im Einsatz waren.

Sie mussten sich unter Einsatz Ihres Lebens mit den Gewalttätigen herumschlagen.
Ich möchte es ganz deutlich sagen, diese Chaoten sind keine Demonstranten sondern Verbrecher.

Wir haben am 02.Juli unter anderem mit Gewerkschaften eine ganz eindrucksvolle und friedliche Demo in Hamburg
durchgeführt.

Wir sollten uns immer wieder vor Augen führen, diese Polizistinnen und Polizisten haben auch Familien.

Dass diese in Sorge um Ihre Angehörigen sind, ist für mich klar nachvollziehbar.
Deshalb müssen wir allen unseren Dank und Respekt entgegenbringen.
Den Verletzten wünsche ich baldige Genesung.“

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