Das Trinkwasser ist laut Gesundheitsamt nicht betroffen. Foto: Fischer
Das Trinkwasser ist laut Gesundheitsamt nicht betroffen. Foto: Fischer

Ahrensburg – Untersuchungen des Grundwassers durch den Umweltschutz-Verein VSR Gewässerschutz in mehreren privaten Brunnen in Ahrensburg und Umgebung zeigten eine teils hohe Nitratbelastung. Teils werden die Grenzwerte um 100 Prozent überschritten!

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz, fanden bei der Untersuchungen 107 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Hammoor. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Bargfeld-Stegen mit 98 Milligramm pro Liter (mg/l), in Ahrensburg mit 61 mg/l und in Siek mit 91 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Der Grenzwert für Trinkwasser liegt bei 50 mg/l.

VSR-Sprecher Harald Gülzow warnt: „Das Wasser ist nicht mehr zum Trinken geeignet.“ Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt werden könne. „Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen“, sagt der Umweltschützer.

„Trinkwasser ist das Lebensmittel mit den höchsten Standards“

Das Gesundheitsamt des Kreis Stormarn sieht allerdings keinen Handlungsbedarf und beruhigt. „Hohe Nitratwerte sind der Gesundheit natürlich nicht zuträglich aber das Trinkwasser wird von den zuständigen Versorgungsbetrieben laufend kontrolliert“, sagt Andreas Musiol, Leiter des Fachdienst Gesundheit. Es bestehe daher kein Grund zur Besorgnis.

Von der Untersuchung der privaten Brunnen in Ahrensburg und umliegenden Gemeinden hatte Musiol bisher nur über die Berichterstattung erfahren. „Der Verein, der die Proben gesammelt und untersucht hat, ist bisher nicht mit genauen Ergebnissen an uns herangetreten“, sagt der Chef des Gesundheitsamtes. Er wisse derzeit nicht, um welche privaten Brunnen es sich handelt und wofür das Wasser verwendet werde. Er stellt klar: „Trinkwasser ist das Lebensmittel mit den höchsten Standards.“ Würden Grenzwerte überschritten, werde sofort gehandelt.

Größter Verursacher von Nitratbelastungen ist die Landwirtschaft durch Gülle und Düngemittel, die dann ins Grundwasser gelangen. Laut Bundesumweltministerium weisen im Bundesland Schleswig-Holstein rund 50 Prozent der Flächen zu hohe Nitratbelastungen auf.

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