Foto: Susi Knoll und Florian Jaenicke/hfr
Foto: Susi Knoll und Florian Jaenicke/hfr

Stormarn/Berlin Der Stormarner Bundestagsabgeordnete Franz Thönnes wird nach 23 Jahren im Deutschen Bundestag im Jahr 2017 nicht mehr kandidieren. Er lässt seine politische Karriere langsam ausklingen und erklärt sich dazu in einer Mitteilung.

„Nach 31-jähriger parlamentarischer Tätigkeit, davon 8 Jahre im Stormarner Kreistag und 23 Jahre im Deutschen Bundestag, werde ich mich für die Bundestagswahl 2017 nicht mehr um ein Mandat im höchsten deutschen Parlament bewerben. Insgesamt wird dann ein 47-jähriges Arbeitsleben als Industriekaufmann, Gewerkschaftssekretär, Bundestagsabgeordneter sowie 7 Jahre als Parlamentarischer Staatssekretär hinter mir liegen.

Die politische Arbeit in unserer Demokratie war und ist für mich ein wesentlicher Bei-trag für die Gestaltung einer freien und gerechten Gesellschaft. Zugleich ist es Verpflichtung und Verantwortung, wenn es gilt, als Abgeordneter die Interessen der Wählerinnen und Wähler zu vertreten und ihr Ansprechpartner zu sein. Dies gilt auch für Unterstützung gegenüber öffentlichen Verwaltungen und Institutionen. Ganz nach meinem Motto „Da sein – zuhören – handeln“.

Begonnen hat mein politisches Engagement vor 45 Jahren parallel zu meiner Berufs-ausbildung und späteren Tätigkeit als Industriekaufmann zunächst als Jugendvertreter sowie Betriebsrat in der Gewerkschaftsbewegung. Nach dem beruflichen Wechsel Ende der 70iger Jahre in eine hauptamtliche Funktion bei der IG Chemie-Papier-Keramik kamen Führungspositionen auf unterschiedlichen Ebenen der SPD hinzu.

Mein Bestreben war stets, durch meine Arbeit die sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen so zu beeinflussen, dass das Leben der Menschen besser wird. Für mich war und ist die sozialdemokratische Idee der sozialen Gerechtigkeit die Antriebskraft. Dafür habe ich leidenschaftlich gearbeitet. Stets im Wissen, dass es niemals den Zeitpunkt der vollständigen Verwirklichung geben wird.

Mein außenpolitisches Engagement in den letzten Jahren hat mich darin bestätigt, wie wichtig es ist, über den Tellerrand zu blicken und zu begreifen, dass unsere heutige Welt eng vernetzt ist. Innerhalb der Weltgemeinschaft sind wir aufeinander angewiesen. Kooperation, Dialog und Ausgleich mit dem Ziel des friedlichen Miteinanders auf Basis abgestimmter Regeln, die gegenseitig Sicherheit geben, sind mir dabei ein wichtiges Anliegen. Die derzeit verstärkt aufkommenden national orientierten Politikbewegungen sowie die Tendenz verschiedener Länder sich zu isolieren, führen in die Irre und gefährden dies.

Dankbar bin ich meinen Wählerinnen und Wählern, der SPD-Bundestagsfraktion sowie der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands für das in mich gesetzte Vertrauen und den Rückhalt bei sechs Bundestagsnominierungen. Dabei haben das politische Leben und das Ringen um die richtige Antworten uns zeitweilig auch gegenseitig gefordert. Großer Dank ebenso an meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Mit meiner Entscheidung und der rechtzeitigen Information darüber hat die Sozialdemokratie nun die Möglichkeit, ein transparentes Verfahren für die Nominierung einer neuen Kandidatin/eines neuen Kandidaten der SPD im Bundestagswahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte einzuleiten.

Der weiterhin gewissenhaften Ausübung meines Bundestagsmandates bis zur Konstituierung des neuen Parlamentes nach der Bundestagswahl 2017 können sich die Bürgerinnen und Bürger sowie meine Partei sicher sein. Ebenso meines Einsatzes für einen Erfolg der SPD bei den anstehenden Wahlen zum Schleswig-Holsteinischen Landtag und zum Deutschen Bundestag im nächsten Jahr.

Selbstverständlich werde ich mich auch danach gesellschaftlich engagieren. Nur eben nicht mehr im „Hauptamt“. Dadurch werden meine Frau Rita, die gleichfalls seit über 30 Jahren kommunalpolitisch tätig ist und die im vergangenen Jahr den Generationswechsel als damalige Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Ammersbek eingeleitet hat, und ich auch etwas mehr Zeit für uns haben.

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