Gerd Günter Fink: Zugewanderte Muslime werden häufig diskriminiert. Foto:hfr
Gerd Günter Finck: Zugewanderte Muslime werden häufig diskriminiert. Foto:hfr

Eine emotionale Debatte um sexualisierter Gewalt ist in Bad Oldesloe entbrannt. Wenn muslimische Zuwanderer übergriffig geworden sind, wird das nun instrumentalisiert.

Denn das verabscheuungswürdige Gewaltproblem ist schon lange da, ist nicht importiert und kann auch nicht abgeschoben werden. Es passiert auf dem Karneval, dem Oktoberfest und in Fußballstadien. In Bad Oldesloe wurde im Jahre 2002 der Jugendtreff „Sputnik“ für Jugendliche Deutsche aus Russland eingerichtet, da es mit diesen Schwierigkeiten gab. Der Jugendtreff wurde nach Förderungsende leider nicht fortgeführt.

Aus langjähriger Zusammenarbeit mit jungen Muslimen ist meine Erfahrung, dass sie, genauso wie andere Zugewanderte, nach Bildung und Berufserfolg streben. Aber trotz hoher Leistungsbereitschaft und Qualifikation werden sie im Bildungswesen, in der Arbeitswelt und dem Wohnungsmarkt häufig ausgegrenzt und diskriminiert.

Klar ist auch, dass es überall auch einige zu verfolgende Kriminelle gibt. Bleibt zu hoffen, dass nach all der Aufregung schnell wieder Sachlichkeit einzieht – und das wichtige Anliegen einer dezentralen Unterbringung und nachhaltigen Integration von Flüchtlingen in Bad Oldesloe seriös diskutiert werden kann. Kompetente Ansprechpartner hierfür sind u. a. die Oase, die Mevlana-Moschee und Frauen helfen Frauen.

Ein Gastbeitrag von Gerd Günter Finck

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1 Kommentar

  1. Komisch! Kann mich gar nicht daran erinnern, dass letztes Jahr zu Silvester 800 sexuelle Übergriffe am Kölner Bahnhof stattfanden. Sind ja auch nur 2 Nullen dazugekommen. Wer das Problem verharmlost und besorgte Bürger beschimpft, der wird das Gegenteil von dem erreichen was er wollte.

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